Zierkohl

Zierkohl findet man fast ausschließlich im Herbst im Gartenfachhandel. Zu dieser Zeit beginnen sich die Blätter intensiv zu verfärben und der Gemüsekohl dient dann für Dekorationszwecke, Herbstpflanzungen, herbstliche Gestecke und Blumensträuße. Die Pflanzen kann man leicht durch Aussaat heranzüchten, die Kultur ist einfach. Im Handel erscheinen immer neue Sorten, immer farbenprächtiger und immer auffälliger. Zierkohl, der selbst herangezogen wurde, kann auch verzehrt werden. Was man bei Anzucht und Pflege beachten muss, lesen Sie in unserem Text. Informieren Sie sich.

Kurzer Steckbrief des Zierkohls

  • Zählt zu den Kohl- und Kreuzblütengewächsen
  • Erkennbar an seinen krausen, oft vielfarbigen Blättern
  • Stammt ursprünglich von der Atlantikküste
  • Unterschiedliche Größen
  • Blattfarben und Blattformen sind ebenfalls nicht einheitlich
  • Runde Köpfe oder Rosetten auf Stängeln
  • Farben von weiß über grün bis violett, oft sehr auffällig
  • Blattausfärbung September bis November
  • Höhe etwa 50 cm
  • Eng mit dem Grünkohl verwandt
  • Dient hauptsächlich als Winterschmuck im Garten, aber auch für Balkonkästen und Pflanzgefäße
  • Enthält Vitamin A und C, Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen
  • Kann auch verzehrt werden, zubereitet wie Wirsing
  • Bei im Gartenbedarf gekauften Pflanzen empfiehlt sich das allerdings nicht, nur bei selbstgezogenen
  • Wird auch als Heil- und Gewürzpflanze genutzt, für Kosmetik und Tee
  • Ein- bzw. zweijährige Pflanze, welche nach der Blüte abstirbt
  • Blütezeit Mai- bis August, je nach Standort und Klima
  • Blüte Gelb
  • Die meisten Arten wurden in Japan gezüchtet
  • Neue Sorten sind langstielig, ideal für Blumensträuße

weisser ZierkohlSorten

  • ‘Osaka Green-White’ – weiße Innenblätter mit kleinem grünen Rand, leicht rosa Färbung im Zentrum, umgebende Blätter hellgrün, ähnelt einer Rose, Pflanzendurchmesser 14 cm, langer Stiel, gut als Schnittpflanze, sehr lange haltbar
  • ‘White Crane’ – cremeweiße Farbe mit zartrosa Mitte und feinem grünen Rand an den äußeren Blättern, Pflanzendurchmesser 15 cm, langer Stängel, sehr gut haltbar als Schnittpflanze
  • ’Hatsuyume’ – weiße Färbung mit zartrosa Mitte und feinem rosa Rand an den weißen Blättern, Pflanzendurchmesser 18 cm, langer Stängel, sehr lange Haltbarkeit als Schnittpflanze
  • ’Sunset’ – leuchtend lilarotes Zentrum mit blaugrünem Umblatt, Pflanzendurchmesser 20 cm, sehr langer Stängel, gute Schnittpflanze, gute Haltbarkeit
  • ’Sunrise’ – cremefarbene Innenblätter, zum Teil mit grünem Rand, außen grüne Blätter, bei niedrigen Temperaturen verfärbt sich das Innere rot, Pflanzendurchmesser bis 20 cm
  • ’Peacock F1’ – Hybridzüchtung, bizarres Aussehen, stark gefranste Blätter, Blätter grün und innen weiß, oder Blätter dunkelrot und innen pink, wird etwa 50 cm hoch
  • ’Nagoya F1’ – stark gekrauste Pflanzen, gekrauste Blätter, entweder außen grün und innen weiß oder cremefarben, oder außen dunkelrot und innen pink

Die Pflege von Zierkohl

Die Pflege von Zierkohl ist unkompliziert. Die Pflanze ist vielseitig nutzbar. Sie dient nicht nur in Beeten oder Gefäßen als Zierde, sondern wird auch gern für das Garnieren von Servierplatten genutzt. Selbst gezogener Bio-Zierkohl sozusagen, kann auch verzehrt werden und ist sogar gesund. Je kühler die Temperaturen im Herbst ausfallen, umso intensiver wird die Farbgebung beim Zierkohl. Ideal sind Temperaturen unter 10°C. In der Wohnung ist es den Pflanzen zu warm, sie halten nicht lange. Draußen dagegen überstehen sie sogar einige Minusgrade. Wer Zierkohl allerdings überwintern möchte, sollte das kühl, oder sogar kalt tun, aber nicht bei Frost.

Zierkohl gehört zu den Starkzehrern. Die Pflanzen haben einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Ansonsten benötigen sie kaum Pflege, zumindest wenn Standort und Substrat stimmen.

Tipp – Wer Zierkohl mit langen Stielen kultiviert und diese als Schnittpflanzen nutzen möchte, sollte unbedingt Blumenfrischhaltemittel in die Vase geben. Dieses verhindert den typischen Kohlgeruch, da die Entwicklung der Mikroorganismen, welche diesen auslösen, unterdrückt wird.

Standort

Der Standort sollte sonnig sein, nur dann können sich die Pflanzen gut entwickeln und die Farben kommen richtig zur Geltung.

  • Sonnig
  • Halbschatten wird toleriert
  • Mindestens 4 Stunden Sonne am Tag, mehr sind noch besser

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat ist wichtig, dass es weder zu trocken, noch zu nass ist. Günstig ist nährstoffreiche Erde, denn Zierkohl benötigt viele Nährstoffe. Er zählt zu den Starkzehrern. Sind zu wenige vorhanden, stagniert das Wachstum. Die Kohlköpfe bleiben klein und entwickeln weder die Blätter noch die Farben richtig.

  • Neutrale Erde
  • Sandig-lehmig
  • pH-Wert zwischen 6,5 und 7,4
  • Locker und gut durchlüftet
  • Nicht zu trocken und nicht zu feucht
  • Nährstoffreich
  • Sauren Boden aufkalken
  • Für Gefäßhaltung – Einheitserde reicht aus

Pflanzen

Brassica oleracea pflanzenBeim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Selbst herangezogene Pflanzen dürfen nicht zu früh ausgepflanzt werden. In Gefäßen, aber auch in Rabatten sollten die Kohlköpfe nicht zu dicht zusammengesetzt werden, das stört ihre Entwicklung. Gruppenpflanzung sieht allerdings besonders dekorativ aus.

  • Pflanzabstand 40 x 40 cm
  • Nicht zu dicht pflanzen, Lichtmangel sorgt für gelbe Blätter
  • Boden vor dem Pflanzen mit gut verrottetem Kompost oder Stallmist anreichern
  • Für Gefäßhaltung – Drainage einbauen
  • Pflanzen im September
  • Besonders dekorativ – Gruppenpflanzung
  • Passt auch gut zu Heidekräutern

Gießen und Düngen

Zierkohl hat einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Gießen und zusätzlich Düngen ist unbedingt erforderlich. Der Boden sollte allerdings nicht zu nass sein, dass bekommt den Pflanzen, wie so vielen anderen auch, überhaupt nicht. Wichtig ist ein regelmäßiges Gießen. Die oberste Erdschicht sollte zwischendurch allerdings ruhig abtrocknen können.

  • Bewässerung bei Bedarf über Kopf
  • Starkzehrer – Nährstoffmangel führt zu einer Vergilbung der äußeren Blätter und zu Blattfall
  • Nach dem Einwurzeln stickstoffbetont düngen, am besten mit Tomatendünger, dieser fördert die intensiven Farben des Kohls
  • In der gesamten Wachstumssaison 14tägig düngen
  • Ab Ende August die Düngung reduzieren
  • Jetzt kalibetont düngen, das sichert die Blattfärbung

Schneiden

Schneiden ist in der Regel nicht nötig, es sei denn, man will langstielige Sorten als Schnittblumen nutzen. Dann werden sie einfach abgeschnitten. Ansonsten kann es notwendig werden, welke Blätter, die vor allem außen entstehen können, einfach abzutrennen.

Überwintern

Zierkohl ist nicht sehr frostverträglich, obwohl sich die einzelnen Sorten voneinander unterscheiden. Einige können recht milde Winter überstehen. Wer einen Zierkohl zum Blühen bringen möchte, sollte ihn besser frostfrei überwintern. Nur in milden Gegenden oder in wenig frostigen Wintern, überstehen es die Pflanzen ungeschützt im Freien.

  • Verträgt Temperaturen bis –8°C
  • Neue Sorten kommen auch mit tieferen Temperaturen klar
  • An frostfreien Tage sollte gegossen werden, zumindest Pflanzen in Gefäßen.
  • Sobald es im Frühjahr wärmer wird, beginnen die Pflanzen in die Höhe zu schießen und blühen dann.

Vermehren

Brassica oleraceaZierkohl lässt sich ganz einfach durch Aussaat heranziehen. Samen der unterschiedlichsten Zierkohlarten sind im Handel im Angebot. Wer selbst schon eine Pflanze überwintert und zum Blühen gebracht hat, kann von dieser natürlich auch Samen ernten.

Tipp – Wer möglichst viele verschiedene Kohlsorten heranziehen möchte, sollte Samenmischungen verwenden.

Aussaat im Haus

  • Bester Aussaattermin – Anfang bis Mitte April
  • Ideale Anzuchttemperaturen zwischen 16° und 20°C
  • Keimdauer – etwa 5 Tage
  • Substrat – handelsübliche Aussaat- oder Gemüseerde
  • Saattiefe 3 bis 5 mm
  • Standort – sonnig und hell
  • Substrat gleichmäßig leicht feucht halten, keinesfalls zu nass
  • Anzuchtgefäß nicht abdecken
  • Pikieren, wenn Pflanzen etwa 5 cm hoch sind
  • Weiterkultur bei 10 bis 15°C

Alternativ kann direkt ins Freiland ausgesät werden

  • Bester Termin – Ende Mai
  • Sonniger Standort – mindestens 4 Stunden täglich
  • Boden gleichmäßig feucht halten
  • Nach 3 bis 4 Wochen pikieren
  • Spitze der Hauptwurzel vorsichtig abtrennen, um Seitenwurzeln und damit eine richtig kräftige Wurzel zu bekommen
  • Kühle Witterung kann zum Schießen der Pflanzen führen
  • Gefahr droht durch Schnecken
  • Schneckenringe verwenden
  • Düngen mit organischem Gemüsedünger

Tipp – Nicht vor Ende Mai aussäen, denn bei zu früh gezogenen Pflanzen bildet sich die Rosette nicht richtig aus.

Krankheiten und Schädlinge

Zierkohl ErnteKrankheiten sind recht selten, es sei denn, man macht grobe Pflegefehler. Ständig nasser Boden führt z.B. zwangsläufig zu Wurzelfäule.

  • Schwarze Blattläuse – lieben besonders junge Blätter und frische Austriebe. Sie vermehren sich rasant. Ein Befall muss schnell entdeckt werden. Je früher man etwas gegen diese Plagegeister unternimmt, umso einfacher wird man sie wieder los. Beim Bekämpfen besser auf Chemie verzichten. Hausmittel helfen auch gut, z.B. eine Mischung aus Wasser und Schmierseife, welche auf die Schädlinge gesprüht wird. Am besten wird der Vorgang alle zwei Tage wiederholt, bis die Plagegeister weg sind. Auch Brennnesselsud ist hilfreich. Er stärkt gleichzeitig die Pflanzen.
  • Weiße Fliege – zu erkennen daran, dass bei Pflanzenberührung Dutzende kleiner weißer Fliegen aufsteigen, 2 bis 3 mm groß. Außerdem findet man weiße Punkte an der Blattunterseite. Befallene Blätter nach Möglichkeit entsorgen (nicht auf den Kompost). Gelbsticker sind ebenfalls hilfreich, im Außenbereich aber nicht immer effektiv genug. Auch hier hilft das Besprühen mit Schmierseifenlösung, wobei darauf zu achten ist, dass besonders die Blattunterseite mit besprüht wird, also auch in den Kohl sprühen, am besten Blatt für Blatt.
  • Kohlfliege – man unterscheidet Kleine und Große Kohlfliege. Die Kleine tritt im Frühling und Spätsommer auf, die Große den ganzen Sommer über. Legen ihre Eier zwischen die Pflanzen, die Larven fressen sich dann daran satt. Sie können die gesamten Pflanzen zerstören. Die weißen Larven sitzen unter den Blättern. Asche, in die Pflanzlöcher gegeben, soll gegen diese Schädlinge helfen. Auch Tomatenpflanzen helfen, aber die machen sich nicht gut zwischen Zierkohl. Stark befallene Pflanzen sollten entfernt werden, bevor alle betroffen sind und nichts mehr zu retten ist. Alternativ eignet sich ein Insekten-Streumittel. Diese sind aber in der Regel sehr teuer.
  • Kohlweißlingsraupen – absammeln, sobald man sie entdeckt hat. Alternativ helfen Vögel beim sammeln, vorausgesetzt es gibt welche.

Tipp – Gegen Raupen und Läuse hilft auch der Einsatz von Bacillus thuringiensis Präparaten.

Häufige Fragen

Der Kohl gerät völlig aus der Form. Statt rundlich zuwachsen, wächst er nun in die Höhe. Was kann man tun?
Gar nichts. Die Pflanze will blühen und schießt, wie man sagt, dazu in die Höhe. Das ist ein natürlicher Vorgang. Da kann man den Kohl nur gewähren lassen. Das ist typisch für alle Kohlarten.

Wie lange kann Zierkohl gepflanzt werden?
Da die Pflanzen es gern kühl mögen, können sie prinzipiell bis zum gefrieren des Bodens gepflanzt werden, allerdings bekommt man dann meist nirgendwo mehr welche. Besser ist es aber, sie im September oder Oktober zu setzen, dann haben die Pflanzen Zeit, richtig einzuwurzeln und überstehen Frost deutlich besser.