Gartengestaltung Gemüsegarten & Gemüse

Wurzelpetersilie – Aussaat, Anbau und Pflege

Wurzelpetersilie

Die Wurzel der Wurzelpetersilie ist eine längliche, verdickte Pfahlwurzel, die an Pastinaken erinnert. Sie ist gelblich-weiß mit weißen Fruchtfleisch, wird zwischen 10 und 20 cm lang und ca. 2-5 cm dick. Die Pflanze wird bis zu 120 cm hoch. Der Anbau ist im Freiland und im Gewächshaus möglich. Die Blätter ähneln denen der Schnittpetersilie. Die Wurzel und die Blätter sind essbar. Geschmacklich erinnert die Wurzel an Knollensellerie.

Aussaat – Vorarbeiten

Bevor man mit der Aussaat beginnen kann, sind einige Vorarbeiten notwendig. Zunächst sollte der Boden gründlich aufgelockert werden, beispielsweise mit einer Grabegabel oder einem Spaten. Größere Erdbrocken sollten zerkleinert werden. Dann werden sämtliche Unkräuter entfernt und der Boden mithilfe eines Grubbers oder einer Harke geglättet. Darauf verteilt man dann am besten etwa 1-2 cm dick reifen Kompost, den man dann bei Glätten der Fläche mit dem Harken oder Rechen einharkt.

Aussäen

Die Aussaat der Petersilienwurzel ist ab März bis Mitte April möglich. Am besten zieht man dazu mithilfe einer Schnur und zweier Stöcke entsprechende Reihen. Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen sollte etwa 25-30 cm betragen. Genauere Informationen dazu stehen in der Regel auch auf der Samentüte.

WurzelpetersilieDann werden die Samen ca. 1-2 cm tief in den Boden gesät, dünn mit Erde bedeckt und leicht angedrückt. Anschließend wird das Ganze vorsichtig angegossen, am besten mit handwarmem Wasser, denn das kann den Keimprozess beschleunigen. Zum Angießen sollte man möglichst eine feine Brause verwenden, damit die Erde nicht weggeschwemmt wird. Ab jetzt muss man den Boden gleichmäßig feucht halten. Andauernde Trockenheit würde dazu führen, dass die Samen ihre Keimfähigkeit verlieren.

Für die Keimung sind eine Bodentemperatur von 6 Grad und eine Umgebungstemperatur von 7-20 Grad optimal. Bis zur Keimung, die bei der Wurzelpetersilie unregelmäßig erfolgt, vergehen dann etwa 2-3 Wochen. Nach der Keimung sind Tages- und Nachttemperaturen zwischen 12 und 18 Grad ausreichend. Sind die Keimlinge groß genug, kann man sie auf 10 cm verziehen bzw. auslichten. Jetzt benötigen die Pflänzchen einen wesentlich feuchteren Boden.

Standort und Boden

  • Die Wurzelpetersilie bevorzugt überwiegend sonnige Standorte.
  • Dieser kann teilweise auch im Halbschatten liegen.
  • Der Boden sollte tiefgründig, locker, humusreich, neutral, frisch bis feucht und kalkhaltig sein.
  • Besonders gut für den Anbau geeignet sind frische Lehmböden.
  • Verdichtete und steinige Böden sind ebenso ungeeignet wie zu Staunässe neigende.

Einhaltung der Fruchtfolge

Aufgrund dessen, dass die Petersilie u.a. auch mit sich selbst unverträglich ist, sollte bei der Wahl des Standorts unbedingt auf die Einhaltung der Fruchtfolge geachtet werden. Das heißt, dass die Wurzelpetersilie erst nach drei Jahren wieder an demselben Standort ausgesät werden sollte.

WurzelpetersilieZudem sollte sie nicht dort angebaut werden, wo zuvor andere Doldenblütler wie z.B. Möhren, Fenchel, Pastinaken, Sellerie, Koriander oder Dill gestanden haben. Auch eine Nachbarschaft bzw. Mischkultur mit Borretsch, Kopf-oder Pflücksalat, Estragon, Kerbel, Pfefferminze sowie Garten- und Kapuzinerkresse ist ungünstig.
Im Gegensatz dazu kann die Wurzelpetersilie von einer Vorkultur aus Tomaten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Porree, Rettich, Gurken, Knoblauch oder Radieschen profitieren.

Gießen und Düngen

Die mit der Blattpetersilie verwandten Petersilienwurzeln sollten regelmäßig gegossen werden, allerdings darf der Boden nicht zu nass sein und vor allem ist Staunässe zu vermeiden. Das gilt sowohl fürs Gartenbeet als auch für im Topf kultivierte Wurzelpetersilie. Beim Gießen ist darauf zu achten, ausschließlich von unten zu gießen und nicht über die Blätter. Zudem ist es ratsam, morgens und nicht abends zu gießen, da das Ganze so schneller abtrocknen kann.

Was das Düngen betrifft, ist es von Vorteil, wenn der Boden bereits altgedüngt ist, frischen Dünger verträgt diese Pflanze nur sehr schlecht. Unmittelbar vor der Pflanzung sollte keine Düngung des Bodens erfolgen. Da die Wurzelpetersilie dem Boden Stickstoff entzieht, ist eine Grunddüngung im Frühjahr mit Humus und gut verrottetem Kompost sinnvoll. Stallmist ist für die Düngung komplett ungeeignet, da dieser einen Befall durch die Möhrenfliege begünstigt.

Überwintern

Wurzelpetersilie ist relativ winterhart und kann, solange der Boden frostfrei ist auch im Winter frisch geerntet werden, allerdings ist dazu eine entsprechende Abdeckung aus Laub, Reisig oder einer entsprechend dicken Strohdecke erforderlich. Das Kraut ist wesentlich frostempfindlicher und verträgt nur leichte Fröste.

Eine Möglichkeit auch im Winter das Kraut ernten zu können ist, einige Wurzeln im Herbst auszugraben, in Töpfe zu pflanzen und an einen Platz mit Temperaturen zwischen 8 und 15 Grad stellen. Dann sollte regelmäßig gegossen werden, damit die Wurzeln wieder Blätter ausbilden. Beim Ernten der Blätter ist es sinnvoll, immer nur die äußeren Blätter abzuschneiden und die Herzblätter stehen zu lassen, so schiebt die Pflanze immer wieder neue Blätter nach.

Krankheiten und Schädlinge

  • Sellerieschorf – Betroffene Wurzeln weisen rotbraune bis schwarze Flecken auf. Zur Vorbeugung sollte auch hier auf die Einhaltung der Fruchtfolge geachtet werden. Vorteilhaft ist auch eine Mischkultur mit Zwiebeln. Befallene Wurzeln müssen gegebenenfalls vernichtet werden.
  • Schwarzfäule – Die Schwarzfäule zeigt sich an braun gefärbtem Kraut, das im weiteren Verlauf fault. An betroffenen Wurzeln findet man schwarze Flecken. Befallene Pflanzen sollte man auf jeden Fall vernichten. Auch bei dieser Krankheit spielt die Einhaltung der Fruchtfolge eine entscheidende Rolle. Zudem sollte eine stickstoffbetonte Düngung vermieden werden.
  • MöhrenfliegeMöhrenfliege – Schäden durch die Möhrenfliege bzw. deren Maden zeigen sich an rötlich verfärbtem und später absterbendem Kraut. Bei einem Befall sollten Sie die Petersilienwurzeln aus dem Boden holen und im Hausmüll entsorgen. Zur Abwehr derartiger Schädlinge ist es sinnvoll, die Wurzelpetersilie mit einem Insektenschutzvlies abzudecken.
  • Gierschblattlaus – Die Gierschblattlaus befällt die Blätter und kann Viren übertragen. Die Blätter vergilben und kräuseln sich. Um einem Befall vorzubeugen, können Sie pflanzenstärkende Mittel verabreichen, die man aus Schachtelhalm oder Schafgarbe in Form von Tee, Jauche oder Brühe selbst herstellen oder als Fertigpräparat im Handel erwerben kann. Zur Bekämpfung können beispielsweise kaliseifenhaltige Pflanzenschutzmittel gespritzt werden.
  • Wurzelgallenälchen – Auf einen Befall mit Wurzelgallenälchen, die auch als Nematoden bekannt sind, können Vergilbungen an den Blättern sowie rötliche Verfärbungen an den Blatträndern hinweisen. Um einem Befall vorzubeugen, ist es wichtig, die Fruchtfolge zu beachten. Zudem ist eine Mischkultur mit Studenten- oder Ringelblumen, Radieschen, Rettich oder Tomaten sinnvoll.

Ernte und Lagerung

Ernten können Sie Petersilienwurzeln von Oktober bis November, wobei man das Kraut je nach Art bereits ab August ernten kann. Um ausschließlich die Wurzeln zu nutzen, gräbt man diese aus, befreit sie grob von Erdresten und entfernt das Kraut. Waschen sollte man die Wurzeln nicht, da das die Haltbarkeit wesentlich beeinträchtigt.

Wenn man die frischen Wurzeln unmittelbar nach der Ernte in einem kühlen Keller in einer Kiste oder einem Eimer in feuchtem Sand einschlägt, sind diese bis zu 6 Monate haltbar. Allerdings sollte es nicht wärmer als 2 Grad sein. Ist kein Keller vorhanden oder dieser zu warm und trocken gibt es noch die alt bewährte Methode u.a. auch Wurzelpetersilie in einer sogenannten Erdmiete zu lagern.

Frische Petersilienwurzeln aus der Erdmiete

Eine Erdmiete ist nichts anderes als ein Erdloch, in dem Gemüse wie Kartoffeln, Sellerie oder eben Wurzelpetersilie gelagert werden. Eine solche Erdmiete sollte sich möglichst in Hausnähe befinden.

WurzelpetersilieMan hebt eine etwa 30 cm tiefe Grube aus und legt am Boden und den Seiten ein engmaschiges Drahtgeflecht zum Schutz vor Wühlmäusen aus. Dort hinein kommt dann eine Schicht Kies oder Sand als Drainage und darauf Stroh. Dann wird von der Wurzelpetersilie bis auf wenige Herzblätter das Laub abgedreht und die Wurzeln auf dem Stroh verteilt.

Es sollte unbedingt nur gesundes und unbeschädigtes Gemüse eingelagert werden. Auf das Gemüse kommt dann wieder eine Schicht Stroh und dann wird das Ganze mit einer etwa 10 cm dicken Erdschicht abgedeckt. Auf diese Art und Weise kann man auch mehrere Schichten Gemüse übereinander einlagern, je nach Bedarf. In besonders niederschlagsreichen Regionen ist noch eine abschließende Abdeckung z.B. mit Brettern sinnvoll.

Sorten

  • Wurzelpetersilie ‚Halblange‘ – Die Wurzelpetersilie Petroselinum crispum ‚Halblange‘ hat weiße, glatte Wurzeln, die mit einem angenehmen würzigen Geschmack bestechen. Gekocht verstärkt sich dieser würzige Geschmack noch. Sie ist sehr gut schnittverträglich.
  • Wurzelpetersilie ‚Alba‘ – Diese Wurzelpetersilie ist eine sehr geschmacksintensive Sorte, die sich besonders gut zum Kochen eignet. Sie ist sehr gut lagerfähig. Die Wurzeln dieser Sorte sind sehr gut lagerfähig und auch zum Einfrieren geeignet.
  • Wurzelpetersilie ‚Konika‘ – Die Sorte ‚Konika‘ bildet lange weiße, feste, sehr glatte und kegelförmige Wurzeln mit einem intensiven Aroma. Das Kraut kann man ab August, die Wurzeln im Spätherbst ernten.
  • Wurzelpetersilie ‚Arat‘ – Diese Profi-Sorte ist sehr ertragreich und bildet lange, weiße, glatte, kegelförmige und breitköpfige, sehr aromatische Wurzeln. Sie kann von März bis September ausgesät und bereits etwa 50-70 Tage nach der Aussaat geerntet werden. Das frische Kraut kann wie Blattpetersilie verwendet werden.

Fazit
Wurzelpetersilie ist ein schmackhaftes und aromatisches Wintergemüse, welches zudem auch noch wichtige Vitamine enthält. Sie ist relativ leicht anzubauen und pflegeleicht. Allerdings sollte auf die Einhaltung der Fruchtfolge geachtet und Staunässe vermieden werden. Die Wurzeln sind winterhart. In einem kühlen und dunklen Keller oder einer Erdmiete können sie die Wurzelpetersilie etwa bis zu einem halben Jahr frisch halten bzw. lagern. Das würzige Kraut kann gegebenenfalls im Topf überwintert und so auch im Winter frisch geerntet werden.