Gartenpflege Schädlinge & Nützlinge

Wildschweine aus dem Garten vertreiben

Wildschweine im Garten vertreiben

Wildschweine wagen sich immer öfter in zivilisierte Wohngebiete und richten auf ihren nächtlichen Streifzügen große Schäden im Garten an. Glücklicherweise existieren einige Möglichkeiten, die ungebetenen Gäste auf eine tierfreundliche und umweltschonende Weise zu vertreiben.

Gefährdete Gebiete

WildschweinDie Ausdehnung des Menschen und ein Wandel des landschaftlichen Anbaus zwingen Wildschweine immer häufiger, zur Nahrungssuche in unmittelbarer Siedlungsnähe. Je mehr der folgenden Faktoren auf einen Ort zutreffen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere auf Privatgrundstücken auftauchen.

  • an einen Wald grenzende Grundstücke
  • Parks oder Grünanlagen in der nahen Umgebung
  • mageres Nahrungsangebot aufgrund einseitiger Agrarwirtschaft (z.B. verstärkter Maisanbau)

Schadbild

Wildschwein Schaden
Quelle: Dontworry, Schweinerei-einer-schwarzkittelrotte-001, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Sie kommen in der Nacht und hinterlassen einen Anblick der Verwüstung. Indem Wildschweine im Boden nach Nahrung suchen, wühlen sie nicht selten den ganzen Garten um. Beete und Rasenfläche sind gleichermaßen betroffen. Dankend nehmen die Tiere auch unfreiwillige Futterangebote an, für die sie keine Mühe aufbringen müssen. Offene Mülltonnen oder Essensreste auf der Terrasse laden ein wie ein Buffet. Mülleimer werden dabei umgeworfen oder sogar beschädigt. Nicht selten erscheinen die Wildtiere in ganzen Rotten. Die Spuren, die sie hinterlassen sind unverkennbar.

Hinweis: Für die durch Wildschweine verursachten Schäden kommt keine Versicherung auf. Da die Waldbewohner als freilaufende Tiere niemandem gehören, kann auch niemand in Verantwortung gezogen werden. Lediglich auf Golfplätzen werden Schäden von der zuständigen Gemeinde finanziert. Privatpersonen sind auf sich allein gestellt.

Maßnahmen gegen Wildschweine im Garten

Einen hohen Zaun zu errichten, bietet wohl am meisten Schutz vor Wildschweinen. Sowohl die Bauweise als auch das Material können zur erfolgreichen Abwehr beitragen.

Stabile Zäune

Schmiedezaun aus MetallHiermit ist kein einfacher Maschendrahtzaun gemeint. Ein Wildschwein ist in der Lage, solches Material mühelos hinunter zu drücken, wenn es Futter auf dem Grundstück wittert. Von dornigen Hecken lassen sich die Waldbewohner erst recht nicht beeindrucken. Metall und Holz können den Kräften eines Wildschweins schon eher trotzen. Die Struktur sollte möglichst feinmaschig sein. Ebenso ist eine Mindesthöhe von 1,3 Metern erforderlich, um die Tiere am Eindringen zu hindern. Sicherheit bietet ein Zaun nur dann, wenn er mit einem Betonfundament fest im Boden verankert ist.

Weidezäune

Zunächst mal klingt diese Alternative zu stabilen Holz- oder Metallzäunen wenig effektiv. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Weide die nützliche Eigenschaft besitzt, Strom zu übertragen. Berührt ein Wildschwein den Zaun mit seiner feuchten Schnauze, treibt ein Stromschlag das Tier in die Flucht.

Um die Eindringlinge am Betreten des Grundstücks zu hindern, müssen Weidezäune mit reißfesten Drähten versehen sein. Auch deren Höhe ist entscheidend. Damit Frischlinge nicht unter dem Zaun durchschlüpfen, sollte sich der unterste Draht auf einer Höhe von etwa 20 cm über dem Boden befinden.

StromzaunStromzäune sind in Deutschland zur Grundstücksbegrenzung zwar zugelassen, sollten aber gut überlegt werden. Starkstrom bildet für sämtliche Anwohner und Tiere ein hohes Risiko.

Hinweis: Haustierbesitzer sollten sich im Klaren darüber sein, dass sich auch der eigene Hund oder die Katze an einem Weidezaun verletzen könnte.

Repellents

Diese Mittel sind im Handel erhältlich und haben sich beim Vertreiben von Wildschweinen etabliert. Es handelt sich um Köder, die die Eindringlinge zum Fraß animieren. Allerdings schmecken sie so unangenehm, dass die Tiere den Besuch des Gartens als schlechte Erfahrung abspeichern und das Grundstück vorerst meiden. Die Anwendung geschieht wie folgt:

  • Repellents im Garten ausstreuen (auch die Beete berücksichtigen)
  • insbesondere an möglichen Zugängen eine erhöhte Dosis aufragen
  • Maßnahme alle sechs Wochen anwenden
  • bei starkem Niederschlag die Abstände gegebenenfalls kürzen
Hinweis: Die Repellents vergrämen die Wildschweine lediglich, fügen ihnen aber keinen Schaden zu. Sie enthalten weder Gift noch andere chemische Stoffe und sind daher auch für eigene Haustiere und Kleinkinder ungefährlich.

Hausmittel gegen Wildschweine?

WildschweinHausmittel stehen aufgrund ihrer umweltschonenden und kostengünstigen Anwendung stets hoch im Kurs, wenn es darum geht, Tiere aus dem Garten zu vertreiben. Bei Wildschweinen bleibt der Erfolg aber erfahrungsgemäß aus. Folgende Methoden haben sich als unnütz erwiesen:

  • Lärm
  • Duftstoffe
  • Fallen (zum Beispiel Chilipaste, die den Wildschweinen beim Fressen den Appetit verdirbt)

Lärm und Licht gegen Wildschweine?

Mit Lärm lassen sich die Tiere leider nicht oder nur kurzzeitig verscheuchen. In einer ruhigen Minute werden sie aber höchst wahrscheinlich erneut auftauchen. Tröten oder Tuten sind laut Expertenmeinung unnütz. Sehr viel effektiver sind dagegen Wachhunde, die die Eindringlinge mit ihrem Gebell vertreiben.

Darüber hinaus bietet der Handel spezielle LED Leuchten, die Rotten aus dem Garten fern halten sollen. Doch auch hier ist der Effekt sehr gering. Zumeist bemerken die intelligenten Tiere schnell, dass keine Gefahr von der Lichtquelle ausgeht.

Hinweis: Die Wildtiere gelten als sehr anpassungsfähig und sind mittlerweile nicht mehr nur nachtaktiv. Auch Helligkeit hält sie nicht mehr von der Futtersuche ab.

Wildschweinen im Garten vorbeugen

  • FrischlingeGrundstück mit einem standfesten Zaun einfassen
  • keine Essensreste auf dem Kompost entsorgen
    • oder diesen unzugänglich machen
  • Mülltonnen mit einem Schloss verriegeln
  • Fallobst sofort aufsammeln
  • getrocknetes Laub und Rasenrückschnitt von der Rasenfläche beseitigen
  • kein Tierfutter im Freien aufbewahren

Wie immer gilt Personenschutz vor Sachschutz. Mit Wildschweinen ist nicht zu spaßen. Vor allem Bachen neigen Menschen gegenüber zu sehr aggressivem Verhalten, wenn sie Frischlinge an ihrer Seite haben. Zwar sind die Schäden, die die Tiere auf dem eigenen Grundstück anrichten äußerst ärgerlich, bevor sich ein Eigentümer jedoch in Gefahr bringt, sollte er von riskanten Maßnahmen absehen.

Hinweis: Andersherum darf beim Vertreiben niemals ein Tier verletzt oder sogar getötet werden. Die grundlose Misshandlung eines Tieres ist eine Straftat und wird nach § 17 des TierSchG (Tierschutzgesetz) mit einem Freiheitsentzug bis zu drei Jahren oder einem Bußgeld in Höhe von 25.000 Euro geahndet.