Wilde Malven im Garten

Wilde Malven bilden lange Pfahlwurzeln, mit denen sie sich im Boden verankern. In der Natur wachsen sie auf Äckern und Wiesen und werden deshalb auch von so manchem als Unkraut bezeichnet. Völlig zu unrecht, denn ab Mai erwachen die bezaubernden Blüten an der Pflanze, die viele Pflanzenfreunde in ihren Bann ziehen. Diese Blüten stechen vor allem durch ihre farbintensiven Streifen hervor, die sich dunkel von den hellrosa bis violetten Blütenblättern abheben. Zudem sorgt die Wilde Malve für reichlichen Blütennachschub während der gesamten Vegetationsperiode, sodass sie üblicherweise bis in den Oktober ununterbrochen für einen Blickfang im Garten sorgt.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Malva sylvestris
  • andere Namen: Große Käsepappel, Möhrenmalve
  • gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae)
  • ein- bis zweijährige, krautige Pflanze
  • Laub: efeuähnlich rundlich bis herzförmig
  • Blüte: rosafarbene oder lila Blüten zwischen Mai und September
  • Wuchshöhe bis 100 cm
  • gehört zu den ältesten, bekannten Nutzpflanzen (Gemüse- und Heilpflanze)
  • Prachtstaude, Beetstaudenpflanze

Standort

Die Wilde Malve bevorzugt einen eher trockenen, dafür aber nährstoffreichen Boden. Der Untergrund sollte zudem locker und tiefgründig sein, damit die Staude ihre lange Pfahlwurzel ungehindert in die Tiefe ausbreiten kann. Sie gedeiht sowohl auf sonnigen Plätzen als auch im Halbschatten, der einige Sonnenstunden am Tag zu bieten hat.

  • Lichtbedarf: Vollsonne bis heller Halbschatten
  • Boden: humos und mäßig nährstoffreich
  • geeignet für sandige, lehmige oder auch schwere Böden mit guter Drainage
  • pH-Wert: sauer, neutral und auch leicht kalkhaltig
  • möglichst tiefgründiger, lockerer Gartenboden

Tipp: Wilde Malven wirken ausgesprochen attraktiv neben Lupinen, Phlox oder auch Stockrosen. Sie dürfen in keinem Bauerngarten fehlen und machen sich gut in Kombination mit Gräsern, Immergrün, Katzenminze, Salbei oder auch Nachtkerzen.

Pflanzen

Blüte der Malva sylvestrisMalva sylvstris wächst zweijährig und bleibt über milde Winter sogar grün. Wilde Malven können im Frühjahr, Sommer oder auch Herbst gepflanzt werden und sind bei den Bodenverhältnissen sehr anpassungsfähig, solange ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Am besten beginnen Sie mit der Kultur bei der Aussaat der Samen im Haus oder kaufen Jungpflanzen im Gartencenter. Die Wilde Malve ist eine eher kurzlebige Staude, in sehr kalten Gebieten wächst sie häufig nur einjährig. Da die Pflanze jedoch reichlich Blüten bildet und daraus eine Vielzahl an Samen entsteht, ist es sehr einfach, sie dauerhaft ohne großes Dazutun des Gärtners dauerhaft zu kultivieren. Wer die Pflanze einfach sich selbst überlässt, wird überrascht sein, wo sich die leicht invasive Malve überall im Garten ausbreitet. Häufig bildet die Wilde Malve im ersten Jahr nur Laub und entwickelt erst im zweiten Jahr eine üppige Blütenpracht. Ein schwerer Gartenboden sollte im Vorfeld mit etwas Sand und Splitt durchlässiger gemacht werden. Sehr sandige Böden vertragen etwas humoses Erdreich oder können mit Kompost aufgebessert werden.

  • Pflanzung in frostfreien Bereichen: Herbst (September bis Oktober)
  • Pflanzung in kalten Gegenden: ab Mitte Mai
  • Pflanzabstand: 40 bis 60 cm
  • Beet zu Beginn unbedingt frei von Unkraut halten

Gießen und Düngen

Die krautige Pflanze gilt als wenig anspruchsvoll und ist sehr pflegeleicht in ihrer Kultivierung. Lediglich in längeren Trockenperioden sollte sie gewässert werden, damit ihre Blätter nicht schon frühzeitig vertrocknen. Im Frühjahr tut der Pflanze eine Düngung vor dem Austrieb gut. Auf diese Weise ist sie gleich mit allen Nährstoffen für ihr rasches Wachstum versorgt und muss nicht noch einmal nachgedüngt werden. Hierzu kann ein Langzeitdünger wie Hornspäne verwendet oder auch Kompost unter den Gartenboden gemischt werden. Alternativ fördert herkömmlicher Blühpflanzendünger im Rhythmus von zwei Wochen ein üppiges Wachstum sowie die Blütenbildung.

Schneiden

Die Käsepappel, wie die Wilde Malve auch genannt wird, benötigt nur sehr wenig Pflege. Alte, vergilbte oder vertrocknete Stängel und Blüten sollten im Frühjahr entfernt werden, bevor die Pflanze wieder neu austreibt. Danach reicht es aus, regelmäßig vertrocknete Blätter und Blüten abzuschneiden oder herauszubrechen, um die Wuchsfreudigkeit und Gesundheit der Blühstaude zu unterstützen. Zwar lässt sich das Leben der Malva sylvestris durch einen Rückschnitt verlängern, fit und vital bleibt die Pflanze jedoch auf Dauer nur, wenn sie sich immer wieder neu aussäen und damit verjüngen kann. Deshalb sollten im Herbst immer ein paar Samen an der Pflanze verbleiben.

Vermehren

Malva sylvestrisVon Juli bis Oktober reifen die Samen aus den befruchteten Blütenständen der Wilden Malve. Ihr Blüten sind zwittrig, das bedeutet, sie haben männliche wie weibliche Organe und werden meist von Bienen oder Schmetterlingen bestäubt. Am besten werden die Samen in der Wohnung vorkultiviert, das kann bereits zum Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr geschehen. Wer schon Wilde Malven im Garten hat und eine Neubepflanzung plant, kann im Herbst die Samen ernten. Die Samen sollten dabei schon gut ausgereift sein. Die Reife ist daran zu erkennen, dass die Samenkapseln nicht mehr grün, sondern trocken und braun gefärbt sind. Da die Samen sehr fein sind, werden am besten die ganzen Samenkapseln entnommen und in einer Tüte zerrieben, damit sich die Samenkapseln öffnen und das Saatgut freigeben. Die Samen der Malve sind dunkelbraun gefärbt und scheibenförmig.

1. Vorkultur im Haus
Die Samen der Malva sylvestris keimen im Allgemeinen sehr gut und die Pflanzen wachsen recht schnell zu stattlichen Pflanzen heran. Um den Malven einen Vorsprung zu den im Freiland ausgesäten Pflanzen zu verschaffen, können die Samen ab dem späten Winter in Töpfen auf der Fensterbank vorkultiviert werden.

  • Aussaat im Haus: ab Februar
  • Substrat: vorgemischter, auf Torf basierender Kompost
  • alternativ: 4 Teile reifer Kompost, 2 Teile Torfmoos, ein Teil Sand und 1 Teil Perlite/Blähton
  • Topfgröße: 7 bis 9 cm Durchmesser
  • Samen auf das Substrat legen
  • leicht in das Substrat eindrücken
  • mit Erde bedecken
  • hell aufstellen, ohne direktes Sonnenlicht
  • Keimtemperatur: 18 bis 22 Grad
  • Substrat leicht feucht halten
  • mit Gefrierbeutel vor Verdunstung schützen
  • Keimdauer: 7 bis 21 Tage

2. Direktsaat

Da die Wilde Malve leicht aus Samen vermehrt werden kann, ist sie ein guter Kandidat für die Direktaussaat im Garten. Wählen Sie für die Aussaat einen sonnigen Platz im Garten und säen die Samen etwa einen Zentimeter tief in gut durchlässiges, feinkrümeliges Erdreich mit mittlerem Nährstoffgehalt. Beste Voraussetzungen schafft ein frisch umgegrabener und mit reifem Kompost gedüngter Gartenboden, aus dem alte Wurzeln und Unkraut entfernt wurden.

  • Zeitpunkt: Ende Februar bis Anfang April
  • Samen auf den Boden legen
  • sanft mit dem Finger ins Erdreich drücken
  • Abstand: etwa 5 bis 10 cm
  • Boden leicht feucht halten
  • nach der Keimung ausdünnen
  • Pflanzabstand: 40 bis 60 cm
  • die Pflanzen können an Ort und Stelle verbleiben
  • alternativ an eine andere Stelle pflanzen

Malva sylvestrisSobald sich die Pflanze im Garten etabliert hat, ist es nicht mehr notwendig, neue Samen auszusäen oder Jungpflanzen ins Beet zu setzen. Denn wenn die Pflanze blüht, streut sie später ganz von selbst ihre Samen aus, die dann im folgenden Frühjahr keimen.

Tipp: Die Keimlinge sollten möglichst frühzeitig an eine andere Stelle verpflanzt werden. Hat sich erst die lange Pfahlwurzel gebildet, bekommt man die Wilde Malve nur noch schwer ohne Schäden aus dem Erdreich.

Überwintern

Wilde Malven wachsen als zweijährige Pflanzen, die in Bodennähe teilweise leicht verholzen. Nach der Blühsaison können die abgestorbenen Pflanzenteile auf etwa 10 Zentimeter über Bodenniveau zurückgeschnitten werden. Das krautige Gewächs bildet bereits im Herbst im Wurzelbereich neue Triebe, die grün überwintern und dann im nächsten Frühjahr neu austreiben. Diese Triebe dürfen beim radikalen Rückschnitt nicht abgeschnitten werden, sondern lediglich die abgestorbenen Triebe aus dem aktuellen Jahr. Zwar ist die Malva sylvestris bis -20 Grad sehr gut frostresistent, in besonders kalten Gebieten empfiehlt sich dennoch ein Winterschutz aus Laub oder Stroh.

Attraktive Sorten

Die Blüten von Malva sylvestris erscheinen in der Regel in Rosa, Weiß, Blauviolett oder Purpur mit dunkler Äderung. Die Blüten wachsen aus den Blattachseln bis zu einer Höhe von über einem Meter. Zu den besonders attraktiven und beliebten Sorten gehören:

  • Blue Fountain: blaue Blüte mit dunkelblauen Adern und tiefviolettem Grund, Wuchshöhe bis 120 cm
  • Demar Marina: Blüten in hellem Blauviolett mit dunklen Streifen, beeindruckende Wuchshöhe bis 150 cm
  • Inky Stripe: tiefrosa Blüte mit dunkelvioletten Streifen
  • Marina Dema: violettblaue Blüte mit dunklen Streifen, Blütenblätter sind wie Schmetterlingsflügel geformt, Höhe bis 1,5 Meter, auch als Kübelpflanze geeignet
  • Maharadscha-Malve Zebrina: wächst meist mehrjährig, Blüte außen weiß und innen violett, Wuchshöhe bis 100 cm, auch als Kübelpflanze geeignet
  • Mystic Merlin: sehr variantenreiche Sorte, Blüten in Violett, Blau oder Purpur, bis 150 cm Wuchshöhe
  • Pimley Blue: reinblaue Blüte, Wuchshöhe bis 50 cm
  • Roy March: violette Blüte mit dunkelvioletten Streifen
  • var. mauritania: besonders große, dunkelviolette Blüten, sehr buschiges Wachstum bis 100 cm Höhe

Tipp: Soll die Wilde Malve als Kübelpflanze kultiviert werden, sind Töpfe mit einer Tiefe von 60 cm optimal.

Krankheiten und Schädlinge

Wilde Malven haben in der Regel kaum Probleme mit einem Insektenbefall. Manchmal sind sie jedoch anfällig für verschiedene Pilzerkrankungen wie beispielsweise den Malvenrost. Diese Pilzart befällt nicht nur Malven, sondern ist vor allem auch bei Stockrosen ein gefürchteter Erreger. Malvenrost ist an den dunklen Blasen auf der Blattunterseite zu erkennen und kann bei unkontrollierter Ausbreitung die gesamte Pflanze abtöten. Sie können Malvenrost vermeiden, indem Sie nicht über die Blätter, sondern auf den Boden gießen und die Pflanze regelmäßig ausdünnen, damit die Luft gut zirkulieren kann. Bei einer leichten Infektion mit dem Pilz sollten umgehend alle befallenen Pflanzenteile entfernt und die Blätter ausgelichtet werden. Ist der Pilz schon tief in die Malve eingedrungen, hilft nur noch eine komplette Beseitigung der Pflanze, damit kein weiterer Schaden im Garten verursacht wird. Pflanzenteile sind in diesem Fall nicht auf dem Kompost oder in der Biotonne, sondern über den Hausmüll zu entsorgen.

Fazit

Prinzipiell muss die Wilde Malve nur einmal ausgepflanzt oder ausgesät werden, dann vermehrt sich die hübsche, aber relativ kurzlebige Staude ganz von alleine im Garten und benötigt auch außer einem gelegentlichen Gießen und Düngen kaum Pflege. Perfekt ist der Dauerblüher nicht nur für Bauerngärten, sondern auch eine gute Wahl für Blumenkübel auf der Terrasse oder dem Balkon.