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Weigelie – Pflanzen, Pflege und Schneiden

Weigelie

Als Sichtschutzhecke bekannt und wegen ihrer pflegeleichten Haltung bei Hobbygärtnern sehr beliebt, hat sich die Weigelie einen festen Platz in Deutschlands Gärten erobert. Die Pflanze, die zu der Familie der Geißblattgewächse gehört, zeigt ihre Vielfältigkeit in etwa 12 Arten und bis zu zweihundert Sorten, von denen einige bis zu drei Meter hoch werden können und beeindruckende glockenförmige Blüten zeigen. Die Farben der Blüten variieren hellrosa bis dunkelrosa oder zart gelb. Neben der Haltung als Hecke können bestimmte Sorten auch als hübsch blühendes Gewächs in den Vorgarten gepflanzt werden. Auch als Balkonpflanze eignet sich die Weigelie.

Idealer Standort der Heckenpflanze

Die Weigelie wird am Besten an einen Ort gepflanzt, an dem vollsonnige Bedingungen herrschen. Nur wenn die Pflanze mit ausreichend Sonnenlicht versorgt wird, kann sie zahlreiche Blüten ausbilden. Allerdings gedeihen einige Sorten auch im Halbschatten. Bei diesem Standort ist allerdings damit zu rechnen, dass die Pflanze keine üppige Blütenpracht zeigt. Als Boden für die Weigelie sollte man nahrhaftes Substrat wählen, das allerdings nicht zu trocken sein darf. Beim Pflanzen muss man auf reichlich Abstand zwischen den Setzlingen achteen, der je nach Sorte variieren kann. Optimal gepflanzt, entspricht der Abstand der halben Wuchsbreite. Beim Pflanzen muss man außerdem berücksichtigen, dass sich die Weigelie jedes Jahr erweitert und bis zu 50cm jährlich wächst. Bei längeren Trockenperioden muss die Weigelie bewässert werden.

Der optimale Standort der Weigelie auf einen Blick:

  • warmer, vollsonniger Platz
  • nahrhaftes Substrat, das nicht zu trocken sein darf und wasserdurchlässig sein muss
  • Standort mit ausreichend Platz für die Entfaltung der Pflanze wählen
  • Bewässerung während langer Trockenperioden nötig

Ziehen und Vermehren der Weigelie

WeigelaDie Vermehrung der Weigelie gestaltet sich recht einfach, wenn die hierfür notwendigen Schritte eingehalten werden. Besonders gut eignen sich hierfür Triebstecklinge. Im späten Frühjahr wird hierfür ein etwa einjähriger Trieb etwa zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Anschließend wird der Trieb in kleine Stücke geteilt, die etwa zwanzig Zentimeter betragen sollten. Jetzt kann die weiche Triebspitze entfernt werden. Direkt über zwei Knospen wird diese abgeschnitten, wobei unbedingt auf einen geraden Schnitt geachtet werden sollte.

Jetzt kann das Steckholz vorbereitet werden. Hierzu werden die kleinen Hölzer am unteren Ende schräg abgeschnitten, ebenfalls in der Höhe unter zwei Knospen. Das Holz wird bis zum unteren Zweigende aufgeteilt. Anschließend kann für die Steckhölzer ein spezieller Pflanzgraben angelegt werden. Um die Erde optimal vorzubereiten, sollte diese in einem ersten Schritt ausreichend gelockert werden. Der Pflanzgraben wird dann mit Hilfe des Spatens angelegt, indem dieser eingestochen und gleichmäßig vor- und zurückbewegt wird. Dabei entsteht ein kleiner Graben, in den die Steckhölzer eingegeben werden können. Mit dem abgeschrägten Ende zum Boden hin werden die Hölzer anschließend bis zu zwei Drittel in die Erde gesteckt. Die Hölzer sollten so tief eingeführt werden, dass nur noch die obersten Knospen herausragen.

Wenn die Weigelie in sehr kalten Gegenden angepflanzt werden soll, können die Steckhölzer bereits im Herbst geschnitten und in einer mit feuchtem Sand gefüllten Kiste überwintert werden. Erst im darauffolgenden Frühjahr erfolgt dann die Bepflanzung.

Wenn Stecklinge gekauft werden sollen, ist in jedem Fall Containerware zu bevorzugen. Am Besten funktioniert das Anpflanzen des Gewächses mit Sorten, die von Oktober bis März bei milden Temperaturen gepflanzt werden. Während der Sommermonate sollte keinesfalls Wurzelware gekauft werden; besonders in kälteren Gegenden neigen solche Stecklinge dazu, bis zum Herbst nicht ausreichend anzuwurzeln.

Gießen und Düngen

  • Bewässerung der Pflanze während der Sommermonate
  • Versorgung mit Wasser nach zweitägiger Durchtrocknung
  • kalium- und stickstoffreiche Flüssigdünger im Frühling im Abstand von 25 Tagen
  • organische Dünger gegen Ende des Winters

Schneiden und Mulchen

Die Weigelie sollte in regelmäßigen Abständen geschnitten und gemulcht werden. Die Pflege der Pflanze beginnt im Frühjahr. In diesem Zeitraum werden am günstigsten Jungpflanzen gesetzt, die anschließend gemulcht werden. Bereits im späten Frühjahr werden die Triebstecklinge geschnitten. Diese bewurzeln sich im Frühbeet rasch. Im Sommer werden Weigelien ebenfalls geschnitten und gegebenenfalls bewässert. Hierfür werden nach der Blüte die älteren Zweige entfernt, und zwar knapp über dem Boden. Das beherzte Zurückschneiden bewirkt ein starkes Ausbilden der Knospenbildung. Längere Trockenperioden müssen mit einer gezielten Bewässerung überbrückt werden. Während der Herbstmonate ist in den ersten Lebensjahren der Weigelie ein zusätzliches Mulchen hilfreich. Dieser Vorgang funktioniert am Besten mit einer dicken Laubschicht, die man im Wurzelbereich der Pflanze aufträgt. Beim Schneiden der Weigelie sind einige Aspekte zu beachten. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt:

  • Weigelienach Austriebsbeginn werden die Blütenansätze weggeschnitten
  • Auch im Herbst liegen diese Ansätze bereits vor und werden weggeschnitten
  • Radikalschnitte werden am Besten im Winter nach Laubabfall durchgeführt

Je nach individuellen Vorstellungen kann die Pflanze unterschiedlich geschnitten werden. Will man einen kompakter Wuchs erreichen oder eine zweite Blüte im Sommer, sollte man die abgeblühten Zweige nach der Blüte so stutzen, dass man die gewünschte Gesamtform erreicht. Soll hingegen nur ein Auslichten erreicht werden, werden lediglich sehr dicht nebeneinander stehende oder schon sehr alte Triebe heraus getrennt. Einen besonders lockeren Wuchs, der schön überhängt, erreicht man, wenn man die Triebe direkt am Ansatz abschneidet. Beim Schneiden der Weigelie sollte man darauf achten keine Stummeln stehen zu lassen. Wenn die Triebe nur etwas eingekürzt werden, bilden sich an der Spitze darüber hinaus zahlreiche Neutriebe, die allerdings stets ausgedünnt werden sollten. Wird die Weigelie als Hecke genutzt, ist ein herkömmlicher Formschnitt ausreichend.

Manchmal kann es notwendig sein, einen Radikalschnitt der Pflanze vorzunehmen. In der Regel wird dieser nur vorgenommen, wenn die Pflanze bereits stark vergreist ist, und bereits zahlreiche kahle Stellen und Verwahrlosung aufweist. Der radikale Schnitt dient dann der Verjüngung der Weigelie. Beim Radikalschnitt sollte man bestimmte Aspekte beachten:

  • starker Schnitt vonnöten und Blüte ist trotzdem erwünscht, dann sollte man auf eine Schnittkombination zurückgreifen
  • Nach dem Blattfall nur die sehr dicke und alte Äste, direkt über dem Boden abschneiden
  • die restlichen Triebe nach der Blüte in Form schneiden
  • dieses Verfahren einige Jahre durchführen, bis die Pflanze wieder aufgebaut ist

Die Weigelie als Balkonpflanze

Bestimmte Sorten der Weigelie eignen sich zum Ziehen auf dem Balkon oder der Terrasse. Hierzu gehört beispelsweise die Sorte „Nana Variegeta“, die zu den klein bleibenden Weigelien gezählt werden muss. Bei solchen Sorten ist die ganzjährige Kultur in Kübeln oder Töpfen möglich. Die Topfpflanze gedeiht wie die Heckenvariante an sonnigen oder halbschattigen Standorten. Wenn das Gewächs an zu dunklen Orten aufgestellt wird, ist mit einem spärlichen Wuchs zu rechnen. Die Kultur erfolgt in spezieller Kübelpflanzen- oder Blumenerde, die vor der Bewässerung antrocknen, jedoch keinesfalls austrocknen sollte. Die Bewässerung erfolgt moderat; Staunässe kann zu Wurzelfäule führen, während anhaltende Trockenheit den Abwurf von Knospen zur Folge haben kann. Als Dünger eignen sich Langzeitdünger, zum Beispiel in Form von Granulat, Stäbchen oder Kügelchen.

Weigela

Die Weigelie ist sehr robust und kann während des ganzen Jahres im Kübel oder Topf auf dem Balkon stehen gelassen werden. Allerdings ist während des Winters darauf zu achten, die Pflanze vor Regen zu schützen. Regen geschützte Standorte gewährleisten eine bessere Kontrolle der Erde bezüglich Feuchtigkeit; außerdem kann auf diese Weise die Gefahr von vertrockneten Zweigen bei Kahlfrost minimiert werden.

Möglichkeiten der Verwendung

Da die Weigelien recht anspruchslos und pflegeleicht sind, kann man diese gut in gemischte Naturhecken integrieren. Besonders dekorativ wirkt das Gewächs in Kombination mit Sträuchern, die gleichzeitig blühen. Es entfaltet sich dann eine sehr üppige Blütenpracht. Die Weigelie sieht im Frühsommer toll aus als Farbtupfer zwischen den unterschiedlichen Sträuchern, die erst im Spätsommer zur Blüte kommen. Niedrige Sorten können im Vorgarten eingesetzt werden, wo sie einen echten Blickfang darstellen.

Schädlinge – effektiv bekämpfen

Besonders Weigelien, die an trockenen Standorten wachsen, sind manchmal von Schädlingen betroffen. Besonders häufig ist der Befall von Blattläusen. Die Parasiten zerstören die Blätter, indem sie diese ansaugen. Als Folge rollen sich die Blätter ein und fangen an zu verkrüppeln. Auch die Triebe der Weigelie sind vor Blattläusen nicht gefeit. Um die Schädlinge effektiv abzuwehren, hat sich das konsequente Bewässern der Pflanze bewährt; ein kräftiger Strahl mit dem Schlauch entfernt die Schädlinge von den Blättern. Alternativ haben sich spezielle Lösungen zum Aufspritzen auf die Pflanze als hilfreich im Kampf gegen die Schädlinge erwiesen bewährt, zum Beispiel Schmierseifen-Spiritus-Lösungen.