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Wasabi pflanzen: Pflege von A bis Z

Wasabi
Quelle: Qwert1234, Eutrema okinosimense 3, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0

Viele Menschen kennen Wasabi nur als scharfe, grüne Paste, die zu Sushi gereicht wird, oder Erdnüsse zum Knabbern ummantelt. Das pikante Gewürz stammt natürlich aus Asien. Aber auch in europäischen Gärten hat sich das Gewächs mittlerweile etabliert. Eutrema japonicum zu pflanzen, ist gar nicht so schwierig. Wer anschließend auch noch die richtigen Pflegemaßnahmen ergreift, kann seine Gerichte bald mit Gewürzen aus eigenem Anbau verfeinern.

Interessante Fakten zu Wasabi

  • Pflanzenfamilie: Kreuzblüter
  • stammt aus Japan
  • auch als japanischer Meerrettich oder Bergstockrose bekannt
  • mehrjähriges Staudengewächs
  • Blattform: groß und herzförmig, langstielig
  • Blüten: weiß und filigran
  • Blütezeit: Frühjahr
  • im Winter laubabwerfend
  • äußerst intensiver, sehr scharfer Geschmack

Standort

Wasabi
Quelle: Qwert1234, Wasabia japonica 1, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Eutrema japonicum zu pflanzen, ist nicht nur aufgrund seiner Rarität und der idealen Verwendungsmöglichkeit für Liebhaber der japanischen Küche lohnenswert, sondern auch weil das Gewächs kahle, dunkle Gartenecken füllt. Denn im Schatten beziehungsweise Halbschatten fühlt sich die Pflanze am wohlsten. Direkte Sonneneinstrahlung schadet den Blättern hingegen. Optimal sind Temperaturen von 7°C bis 20°C. Zudem sollte der Gärtner einen geschützten Standort wählen.

Wasabi eignet sich sowohl für die Pflanzung ins Freiland als auch für den Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon. Wer die asiatische Pflanze im Gewächshaus kultiviert, sollte das Glasdach mit einer Plane abdecken, um eine zu starke Hitzeentwicklung zu vermeiden.

Hinweis: Treten Flecken auf den Blättern auf, steht der Wasabi zu sonnig.

Das natürliche Klima der Heimat simulieren

Heutzutage bauen die Japaner ihr begehrtes Gewürz auf großen Plantagen an. Jedoch wächst Eutrema japonicum auch in freier Natur. Vor allem an felsigen Flussläufen ist er zu finden, da er feuchte Böden bevorzugt. An diesem Standort sorgt die Natur für die besten Voraussetzungen für ein ergiebiges Wachstum. Das kalte Bachwasser kühlt die Luft und erwärmt sie wiederum, sobald die Temperaturen unter 0°C fallen. Dieses Phänomen kann der Gärtner nachstellen, indem er Grundwasser mit einem Brunnen aus dem Boden befördert. Dazu bietet sich zum Beispiel ein Bewässerungssystem mit Tröpfchenbewässerung an.

Substrat

Wasabi verlangt stets nach (nicht zu) feuchten Füßen. Zwar darf keine Staunässe entstehen, die Erde darf aber nie vollständig austrocknen. Folgende Bodeneigenschaften sind ideal:

  • feucht
  • humos
  • nährstoffreich
  • locker

Pflanzen

Eutrema japonicum
Quelle: Qwert1234, Wasabia japonica 2, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Um Eutrema japonicum direkt in die Erde zu pflanzen, bietet sich eine Stelle am Ufer eines Gartenteiches an. Auch in Japan wächst die Pflanze in Wassernähe. Je nach Sorte bildet sich nach einiger Zeit ein kräftiges Wurzelwerk. Diese Eigenschaft muss der Gärtner vor allem bei der Pflanzung in den Kübel beachten. Das Pflanzgefäß muss eine ausreichende Tiefe besitzen, damit die Wurzel sich nach unten ausbreiten kann.

Mindestens 30 cm sollte der Topf hoch sein. Damit keine Staunässe entsteht, ist eine Drainage unabdingbar. Im Handel erhältliche Pflanztöpfe besitzen in der Regel bereits ein Loch am Boden. Darüber legt der Gärtner eine Tonscherbe. Anschließend schichtet er etwas Blähton oder Kies in den Kübel. Erst dann folgt das Pflanzsubstrat.

Wasabi aus eigener Anzucht?

Zwar sind auch Wasabi Samen erhältlich, bei den meisten Sorten stehen die Chancen einer erfolgreichen Aussaat aber schlecht. Daher empfiehlt es sich, bereits vorgezogene Exemplare zu erstehen. Doch auch bei jungen Neupflanzen ist eine Menge Geduld gefragt, um letztendlich frischen Wasabi genießen zu können. Von der Pflanzung bis zum Erscheinen einer Knolle können bis zu drei Jahre vergehen.

Gießen und Düngen

Damit sich Eutrema japonicum wohl fühlt, darf die Erde nie vollständig austrocknen. Das Gewächs besitzt einen hohen Wasserbedarf, obwohl es in schattiger Lage gedeiht. Nur während der Ruhephase im Winter reduziert der Gärtner die Wassergabe. Das richtige Gießverhalten erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, denn auch Staunässe schadet den Wurzeln. Am besten lässt der Gärtner das Substrat 2 bis 3 Tage leicht antrocknen, ehe er 2 bis 3 Gläser Wasser verabreicht. Dabei gilt zu beachten, nicht nur die obere Erdschicht zu befeuchten, sondern den Wasabi bis in die Tiefe zu gießen.

In Japan setzen Wasabi Anbauer Sprinkler Systeme ein. Diese empfehlen sich auch hierzulande, zum Beispiel im Gewächshaus.

Tipp: Damit die Erde nach dem Gießen für längere Zeit feucht bleibt, empfiehlt sich ein Topfuntersetzer, der das Wasser auffängt. Allerdings muss der Gärtner auch hier auf Staunässe achten.

Nachdem Eutrema japonicum im Frühjahr aus der Winterruhe erwacht, fördert eine kräftige Nährstoffversorgung mit Blumendünger sein Wachstum. Die einmalige im Jahr Gabe zu diesem Zeitpunkt ist ausreichend.

Überwintern

Möchte der Gärtner Wasabi ins Freiland pflanzen, ist die Überwinterung mit ausreichendem Schutz problemlos möglich. Bis zu -8°C können den Blättern nichts anhaben. Botaniker vermuten, dass Senföle die Pflanze vor eisigen Temperaturen schützen. Für den unterstützenden Frostschutz schichtet der Gärtner Rindenmulch oder altes Laub an, um das empfindliche Wurzelwerk zu schützen. Empfehlenswerter ist aber, das Gewächs in einen Kübel zu pflanzen, den der Gärtner im Winter im Keller oder in der Garage aufbewahrt. Kühl und dunkel sollte das Winterquartier sein. Etwas Tageslicht ist dennoch erforderlich. Deshalb freut sich der Wasabi über einen Platz am Fenster. Die Wassergabe erfolgt in dieser Zeit nur spärlich, gehört aber nach wie vor zu einer artgerechten Pflege.

Hinweis: Selbst Spätfröste im Frühjahr können Eutrema japonicum nichts anhaben. In diesem Fall werden nur die neu austreibenden Blätter in Mitleidenschaft gezogen. Der Großteil der Pflanze besteht die Kälte jedoch umstandslos.

Ernten

WasabiUm die berühmte Wasabipaste herzustellen, nutzt der Gärtner die Wurzel. Ende Juni ist sie erntereif. Die Blätter kann er hingegen das ganze Jahr über abpflücken. Sie schmecken etwas milder und eignen sich zum Beispiel für Salate.

Tipp: Selbst angebauter Wasabi ist ein echtes Geschmackserlebnis und stellt keinen Vergleich zu den Fertigprodukten aus dem Supermarkt dar. Um Kosten zu sparen, vermengen Hersteller ihre Produkte häufig mit Zusatzstoffen. Im Gegensatz dazu weist der natürliche Wasabi widererwarten sogar eine leicht süßliche Note auf. Um das Aroma zu intensivieren, sollte der Gärtner die Knolle reiben.

Krankheiten

Wasabi ist ein recht robustes Gewächs. Lediglich Blattläuse lassen sich gerne auf den Blättern nieder. Erste Anzeichen sind ein klebriger Belag auf den Blätter, der sogenannte Honigtau sowie Ameisen. Bei ersterem handelt es sich um die Ausscheidungen der Schädlinge, während Ameisen eine bedeutende Futterquelle in den Blattläusen sehen.
Bei einem leichten Befall, hilft es bereits, die Pflanzen abzusprühen. Zur biologischen Behandlung dient selbst hergestellter Pflanzensud aus Neem- oder Rapsöl, Ackerschachtelhalm oder Backpulver sowie Milch. Überdies kann der Gärtner Fressfeinde wie Florfliegen, Schlupfwespen oder Marienkäfer aus dem Fachhandel einsetzen.

Empfehlenswerte Sorten

  • Daruma: sehr ertragreich, bildet ein großflächiges Wurzelsystem, überzeugt mit einem delikaten Aroma
  • Mazuma: kurze, dicke Knollen, langsamer Wuchs, relativ robust gegen Krankheiten, am häufigsten im Handel vorrätig, sehr schönes Aroma
  • Midor: braucht sehr nassen Boden, schneller Wuchs, sehr wärmeempfindlich, aufwendige Anzucht