Wacholder

Hobbygärtner haben den Wacholder ins Herz geschlossen, weil er ein ausgezeichnetes Gestaltungselement für einen kreativen Garten darstellt. Als immergrünes Nadelgehölz dient er in Form einer Hecke als Sicht- und Windschutz und bringt Abwechslung ins Erscheinungsbild als natürlicher Paravent. Klirrender Frost beeindruckt den Wacholder genauso wenig, wie brütende Hitze, ebenso wenig machen ihm die Umweltbelastungen in den Städten etwas aus. Die violetten Wacholderbeeren finden seit Jahrhunderten vielfache Anwendung in der Heilkunst, in der Küche und beleben als Wacholderschnäpse die Sinne. Wacholder ist daher ein Geschenk von Mutter Natur, das in keinem Garten fehlen darf, denn seine bescheidenen Ansprüche hinsichtlich Pflanzen, Pflege und Schneiden stellen selbst die Einsteiger unter den Hobbygärtnern vor keine nennenswerten Hindernisse.

Pflanzen

Die Wacholderpflanzen werden zumeist als Ballen- oder Containerware angeboten. Als Solitärpflanze ergeben sie mit Nachbargewächsen, wie Wildrosen, Nelken, Ginster oder Heidekraut ein facettenreiches Erscheinungsbild. Im Grunde vertragen sie sich mit allen Pflanzen, die im privaten Garten vorkommen. Die beste Zeit, den Wacholder zu pflanzen ist übrigens der späte Herbst. Dann haben die Wurzeln noch ausreichend Zeit in der Erde anzuwachsen, bevor der Winter kommt. Es spricht nichts gegen eine Pflanzung im April, wobei in diesem Fall in der ersten Zeit bei trockener Witterung etwas ausgiebiger und öfter gegossen werden muss. Der bevorzugte Standort des Nadelgehölzes ist sonnig bis halbschattig. Im Hinblick auf die Bodenqualität ist der Wacholder recht genügsam. Er kann sandig, lehmig, etwas feucht, trocken und sogar leicht kalkhaltig sein. Am besten gedeiht er in trockener, sandiger und mäßig saurer Erde.

Das Pflanzen erfolgt in folgenden Schritten:

  1. JuniperusAm gewählten Standort wird ein Pflanzloch ausgehoben, das etwa doppelt so groß ist, wie der Wurzelballen.
  2. Die Pflanze wird in einem Eimer Wasser gestellt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  3. Der Aushub wird mit gutem Gartenkompost oder frischem Torf und einer Dosis Hornspänen vermengt und um die Pflanze herum verteilt. Stallmist ist nicht geeignet, weil er die jungen Wurzeln angreift. Dabei ist zu beachten, dass der Wacholder nicht tiefer eingepflanzt wird, als in der Baumschule bzw. im Container. Die Erde etwas festtreten und dann alles gut angießen. Sieht der Gartenfreund vor, an dieser Stelle eine Hecke gedeihen zu lassen, beträgt der Pflanzabstand in der Regel 70 cm bis 100 cm. Abhängig von der Sorte, kann der Abstand variieren und sollte beim Kauf nachgefragt werden.

Befindet sich das Zypressengewächs erst einmal in der Erde, benötigt es bis zum Winter reichlich Wasser, um gut anzuwachsen.

Pflege

Der genügsame Wacholder benötigt nicht viel Pflege:

  • Junge Pflanzen regelmäßig gießen.
  • Bei älteren Wacholdern reicht die natürliche Regenmenge aus.
  • Nur bei extremer Trockenheit direkt an die Wurzeln Wasser geben.
  • Alle 4 Wochen Kompost zur Düngung in die Erde einarbeiten.
  • Alternativ speziellen Wacholder-Dünger verabreichen.
  • Regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten untersuchen.

Übrigens eignet sich der Wacholder aufgrund seiner Schnittverträglichkeit zudem für die Kultivierung als Bonsai. In diesem Fall raten die Experten dringend davon ab, den speziellen Wacholder-Dünger aus dem Fachhandel einzusetzen.

Schneiden

Ein substantieller Bestandteil der Pflege eines Wacholders ist das richtige Schneiden, das für den Hobbygärtner mitunter eine ungeahnte Herausforderung darstellt. Mindestens ein Mal im Jahr sollte diese Maßnahme durchgeführt werden, damit der Wacholder kräftig, üppig und gesund bleibt. Unverzichtbar ist eine schützende Kleidung, bestehend aus:

  • Gartenhandschuhen,
  • langärmeligem Oberteil,
  • langer Hose,
  • Schutzbrille,

Juniperusdenn die stacheligen Nadeln können unangenehme Verletzungen verursachen. So bestens abgeschirmt, kann man die Arbeit mit einer scharfen Gartenschere oder einer Säge in Angriff nehmen. Die beste Jahreszeit für das Schneiden des Wacholders ist entweder das Frühjahr vor dem Austreiben oder der Herbst. Im ersten Schritt werden sämtliche abgestorbenen Äste – auch die im Inneren des Wacholders – restlos entfernt. Dabei darf kein Stumpf stehen bleiben, weil dieser abstirbt und somit eine Angriffsfläche bietet für Schädlinge und Krankheiten. Sind alle braunen, abgestorbenen Pflanzenteile beseitigt, kann mit dem Rückschnitt begonnen werden. Werden die grünen Triebe geschnitten, treiben sie verstärkt wieder aus. Aus dem Totholz wird dagegen kein neuer Austrieb mehr entstehen. Die idealen Schnittpunkte für den Rückschnitt befinden sich in den Astgabeln.

Ideales Gehölz für Formschnitt

Neben dem Buchsbaum ist der Wacholder das perfekte Gehölz für einen kreativen Formschnitt, der in jedem Hobbygarten für Furore sorgt. Die Kunst, mithilfe von besonderen Schnitttechniken aus einem Wacholder eine grüne Skulptur zu schaffen, blickt übrigens auf eine Jahrtausend alte Tradition zurück. Von der einfachen Kugelform bis hin zur kreativen Spiral- oder Tierform sind der Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt. Was in früheren Jahren noch vollkommen freihändig gelingen musste, wird heute indes dank vorgefertigter Schablonen aus Draht selbst für den ungeübten Hobbygärtner möglich.

Im einschlägigen Fachhandel sind alle nur denkbaren Formen, wie Hasen, Enten, Schildkröten und viele mehr erhältlich. Alternativ kann ein passendes Drahtgestell auch selbst gebastelt werden. Wer zum ersten Mal einen Formschnitt seines Wacholders anstrebt, wird eine einfache geometrische Vorlage bevorzugen, wie einen Kegel oder eine Kugel.

Blumendraht wird über die Wacholderpflanze in mehreren Bögen gespannt, die etwas enger sind, als der Umfang der Pflanze. An jedem Ende des Drahtes wird mit der Zange eine Schlaufe geformt, die schließlich am Stamm eingehakt wird. An der Oberseite werden die gebogenen Drähte miteinander fixiert. Nun nimmt der Hobbygärtner die Gartenschere und schneidet in einem ersten Durchgang alle Triebe bis 1 cm über der Schablone ab. Wichtig zu beachten ist dabei, dass dabei stets von oben nach unten geschnitten wird. Diese Vorgabe hat gleich zwei Vorteile: Der Gartenfreund hat stets den Überblick über die entstehende Form und das Schnittgut fällt zudem nicht auf bereits zugeschnittene Teile der Pflanze. Im letzten Arbeitsgang des Formschnitts kommt nun eine kleine Schere, z. B. eine Rosenschere, für die Feinarbeit zum Einsatz. Eine unkomplizierte Form ist mit etwas Geschick an einem Tag fertig. Kreative und künstlerische Formen können Jahre brauchen, bis sie vollendet sind.

Wacholderbeeren

WacholderDie Wacholderbeeren werden seit Urzeiten als Heilmittel, Gewürz oder Zutat für verschiedene Schnapsspezialitäten verwendet. Um sie im eigenen Garten ernten zu können, sind zunächst einmal weibliche und männliche Wacholderpflanzen vor Ort erforderlich, damit es zu einer Bestäubung kommt und zum Wachstum der Beeren.

Optisch lassen sich die Wacholderpflanzen anhand ihrer Blütenform unterscheiden. Die männlichen Wacholdersträucher entwickeln Blüten, deren Staubgefäße zusammenstehen. Bei den weiblichen Blüten sind drei nebeneinander stehende Samenknospen zu erkennen. Bereits im ersten Jahr entwickeln sich daraus zwar beerenartige Zapfen, die allerdings noch grün und ungenießbar sind. Abhängig von den klimatischen Bedingungen, sind ab dem zweiten oder dritten Jahr die Beeren blauviolett, fleischig, saftig und können schließlich im späten Herbst geerntet werden.

Damit die Ernte nicht mit schmerzhaften Risswunden durch die spitzen Nadeln verbunden ist, breiten Sie einfach eine Folie unter dem Wacholder aus und schütteln Sie die Beeren mithilfe eines Stocks von den Ästen. Sind die Wacholderbeeren dann von Ästen und Nadeln gereinigt, trocknet man sie und bewahrt sie anschließend luftdicht auf. Die kundige Hausfrau wird sie zu nutzen wissen als Gewürz für deftige Speisen und Wildgerichte. Allerdings sollten die Wacholderbeeren nur in ganz geringen Mengen verzehrt werden, denn sie enthalten leicht giftige Bestandteile, die zu Magenverstimmungen und Hautreizungen führen können.

Beliebte Sorten

Im Folgenden werden einige der beliebtesten Wacholder-Sorten für den Hobbygarten vorgestellt:

Gemeiner Wacholder – Juniperus communis

  • weit verbreitet in Deutschland
  • Wuchshöhe bis 12 m
  • bringt reiche Ernte an Wacholderbeeren
  • bringt sehr scharfe Nadeln hervor

Blue Carpet

  • Juniperusblauer Kriech-Wacholder
  • schöner kissenförmiger Bodendecker
  • Wuchshöhe bis 40 cm
  • bringt keine Beeren hervor

Blue Arrow

  • blauer Raketenwacholder
  • säulenförmiger Wuchs bis 6 m
  • für mediterranen Flair im Garten
  • winterhart bis -20° Celsius

Old Gold

  • gelber Pracht-Wacholder
  • bogig überhängende Zweige
  • gelbe Nadelfärbung auch im Winter
  • Wuchshöhe bis 2 m
  • winterhart bis -30° Celsius

Blue Star

  • blauer Zwerg-Wacholder
  • Wuchshöhe bis 80 cm
  • ideal für Steingärten und Gräber
  • dekorative Kübelpflanze
  • perfekter Kandidat für Formschnitt
  • winterhart bis -26° Celsius

Hibernica

  • irischer Säulenwacholder
  • Wuchshöhe 3 m bis 4 m
  • beliebter Vogelnistplatz
  • Nadeln stechen nicht
  • ideal als Sichtschutzhecke

Glauca

  • blauer Teppichwacholder
  • aparter Bodendecker
  • Wuchshöhe 30 cm
  • Wuchsbreite 200 cm

Meyeri

  • edler Blauzeder-Wacholder
  • silberblaue Nadeln, im Winter violett
  • Wuchshöhe bis 4 m
  • winterhart bis -26° Celsius

Blue Chip

  • Wacholderattraktiver Teppichwacholder
  • flachkriechender Bodendecker
  • Wuchshöhe 40 cm
  • silberblaue Nadeln
  • winterhart bis -26° Celsius

Mint Julep

  • grüner Strauchwacholder
  • breitbuschige Wuchsform
  • herrliche Gartendekoration
  • kompakt und dicht
  • ideal für den Formschnitt
  • anspruchslos und widerstandsfähig
  • winterhart bis -26° Celsius

Plumosa Aurea

  • der beste gelbe Zwerg-Wacholder
  • goldgelbe, dicht wachsende Nadeln
  • Wuchshöhe bis 200 cm
  • verträgt keine pralle Sonne
  • im Winter bronze-gelber Blickfänger
  • winterhart bis -20° Celsius

Krankheiten und Schädlinge

Obwohl der Wacholder aufgrund seiner Robustheit weitgehend resistent gegen Krankheiten und Schädlinge ist, wird er vom Birnengitterrost hartnäckig als Zwischenwirt genutzt. Diese Pilzkrankheit hat es eigentlich auf Birnbäume abgesehen, kann aber ohne einen Winterwirt nicht überleben. Dabei steht der Wacholder an erster Stelle auf der Beliebtheitsskala des Schadpilzes. Von Mitte April bis Mitte Mai bilden sich orangefarbene, gallertartige Sporenmassen, die vom Wind dann zu den Birnbäumen getragen werden, wobei sie Strecken bis zu 500 Meter zurücklegen.

KompostEs haben sich bisher zwei unterschiedliche Bekämpfungsmethoden bewährt, die auf biologischer Basis funktionieren. Bei der ersten Vorgehensweise wird die Widerstandskraft des Wacholders durch wohldosiertes Düngen mit gutem Gartenkompost gestärkt, sodass der Schadpilz sich gar nicht erst niederlässt auf dem Gehölz. Darüber hinaus hat sich eine Mischung aus 1 Kilogramm Ackerschachtelhalm und 10 Litern Wasser bewährt, die zunächst einen Tag durchzieht und dann für 30 Minuten leicht kochen sollte. Nachdem die Brühe abgekühlt und gesiebt wurde, kommt sie an mehreren Tagen hintereinander zum Einsatz an den Wacholderpflanzen.

Zeigen sich im Frühling dann trotzdem noch orangefarbene Stellen, sollten Sie diese Äste abschneiden und verbrennen. Für den Fall, dass benachbarte Hobbygärtner ebenfalls Wacholder oder Birnbäume kultivieren, sollten Sie die Bekämpfungseinsätze konsolidiert durchführen, was die nachbarschaftliche Gemeinschaft stärkt und dem Birnengitterrost das Leben schwer macht.

Fazit
Der Wacholder aus der Familie der Zypressengewächse ist nicht nur ungemein robust, widerstandsfähig und genügsam, sondern auch ein wahrer Verwandlungskünstler. Mal erscheint er als stolze Säule, die sich gen Himmel streckt, dann wieder als prächtiger Busch oder dekorativer Bodendecker. Nicht umsonst wurde der Wacholder schon einmal als ‚Baum des Jahres‘ geehrt, denn neben seinen facettenreichen Erscheinungsformen liefert der Gemeine Wacholder ab dem zweiten Lebensjahr eine Fülle violetter, fleischiger Beeren, die so manche Speise würzen, heilende Kräfte entwickeln oder im hochprozentigen Schnaps die Sinne verwöhnen. Pflanzen und Pflege sind recht unkompliziert. Das Schneiden dagegen fordert den Hobbygärtner schon etwas mehr und kann bei fehlendem Schutz schmerzhafte Folgen haben. Wer jedoch einige wichtige Hinweise zum Schneiden berücksichtigt, ist im Handumdrehen in der Lage, kreative Formschnitte hervorzubringen, die für Furore sorgen.