Vogelfutterhaus selbst bauen

Vogelfutterhäuser gibt es in verschiedenen Ausführungen: mit Silo, Reetdach, Schindeln, auf einem Holzständer oder zum Aufhängen. Wir möchten Ihnen hier eine Bauanleitung für eine preisgünstige und einfach zu bauende Variante des Futterhauses vorstellen, die Sie beliebig abändern und erweitern können.

Für wen eignet sich diese Anleitung?

Ein Vogelfutterhaus selbst zu bauen, ist eine schöne Beschäftigung für Großväter und eine interessante Erfahrung für die Enkel. Dieses Vogelfutterhaus lässt sich innerhalb einer Stunde bauen. Die Kinder können auch selbst Hand anlegen – beim Schleifen und Eindrehen der Schrauben (mit dem Kreuzschlitz oder unter Aufsicht mit dem Akkuschrauber). Es ist kein Bausatz, sondern fordert etwas Geschick. Andererseits ist der Bauplan so simpel, dass die Kinder nicht die Lust verlieren dürften, denn der Fortschritt beim Bau ist gut zu beobachten.

Das Vogelfutterhaus eignet sich allerdings auch für alle anderen Heimwerker und Vogelfreunde – dank des geringen Material- und Werkzeugbedarfs. Sofern Sie das Holz im Fachhandel zuschneiden lassen und auf den Komfort vorgebohrter Löcher verzichten können, benötigen Sie nur Bleistift, Sandpapier, Schrauben, Winkel und einen Kreuzschlitz.

Welche Materialien benötigt man?

Für diese Basisvariante werden lediglich einige Schrauben und eine Holzplatte aus Eichenholz benötigt. Die Holzplatte mit den Maßen ca. 120cm x 40cm und 14mm Stärke kann in jedem gut sortierten Baumarkt erworben werden. Je nachdem wie gut man die Platte ausnutzt, genügt auch eine Holzplatte mit 100cm x 40 cm Kantenlänge. Wir verwenden Eiche, da es preiswert, leicht zu verarbeiten und haltbar ist. Wer nicht möchte, dass Eichenholz vergraut, kann es mit Tiefengrund und Klarlack streichen. Zudem werden circa 20 Schrauben mit einer Länge von 40mm benötigt.

Schrauben für Futterhaus
Kosten – günstiger geht’s nur mit Holzabfällen!

Die Kosten sind sehr überschaubar. Heimwerker haben mit Sicherheit das Holz und die wenigen Schrauben zur Hand. Anstatt einer Holzplatte lassen sich auch einzelne Bretter verwenden. Die Breite von 40 cm sollten diese jedoch haben.

  • Kosten für Holzplatte (Lärche) 120x40cm: ca. 3-7 Euro
  • Kosten für Schrauben, 3mm, 20-25 Stück: ca. 2-3 Euro in Kleinpackung (25 Stück)
  • optional: Dreikant, 2 Euro je lfm
  • optional: Klarlack, 7 Euro

Welche Werkzeuge benötigt man?

Die Materialliste ist schnell zusammengestellt:

  • Handsäge
  • Bleistift
  • Winkel mit Lineal (oder zusätzlich Zollstock)
  • Sandpapier
  • Bohrmaschine mit 3mm Bohrer
  • Kreuzschlitz oder Akkuschrauber

Tipp: Viele Baumärkte und Fachhändler bieten den kostenlosen Zuschnitt des Holzes an. Die kleinen Leisten müssen Sie jedoch selbst zuschneiden.

Einzelteile und Maße

Bevor die praktische Bauanleitung in zehn einfachen Schritten beginnt, sollen einmal die einzelnen Bestandteile des Vogelfutterhauses mit den Maßen angeführt werden:

  • 1x Bodenplatte: 300x300mm
  • 1x Dach – Platte 1: 284x400mm
  • 1x Dach – Platte 2: 270x400mm
  • 2x Seitenwand: 300x74mm (Innen: 74mm; Außen: 60mm Höhe)
  • 2x Schutzleisten: 20-40x270mm (Schutz vor Herausfallen des Futters)
Holz für Vogelfutterhaus

Vogelfutterhaus selber bauen – Schritt für Schritt1. Anzeichnen

Teilen Sie die Holzplatte sinnvoll ein und zeichnen Sie die einzelnen Bestandteile auf. Beginnen Sie mit den beiden Seitenwänden und nutzen Sie die Reste der Platte für die Dächer und Boden-, sowie die Schutzleisten. Die Reste der Platte können Sie natürlich noch verwenden – dazu am Ende der Bauanleitung mehr.

2. Seitenwände abschneiden

Variante 1
Man beginnt mit dem Zuschneiden der Seitenwände. Diese sind auch am anspruchsvollsten, denn hier müssen Sie den ersten Winkel beachten. Damit das schräge Dach am Ende gut anliegt, müssen die Seitenwände mit einem 45°-Winkel angelegt sein.

Die Seitenwände sind 300mm lang. Die Innenseite wird 74mm und die Außenseite 60mm hoch. Noch haben Sie die ganze Platte vor sich. Das hat den Vorteil, dass Sie mehr Stabilität beim Schneiden haben. Mit einem korrekten Schnitt von 45° können Sie somit beide Wände gleichzeitig anfertigen.

  • Legen Sie dazu den Winkel mit 45° an
  • Markieren Sie die Schnittlinie mit einem Bleistift
  • Schneiden Sie mit der Handsäge entlang der Linie

Zur Prüfung: wenn durch den Schnitt die Außenseite circa 60mm hoch ist, haben Sie es richtig gemacht.

Seitenwand zuschneidenSeitenwand SeitenansichtSeitenwand AnsichtVariante 2
Wenn Sie den doch etwas anspruchsvollen 45° Schnitt vermeiden möchten, können Sie auch ein Dreikantholz benutzen. Dieses befestigen Sie an den Seitenwänden. Die Höhe der Seitenwände ist dann abhängig von den Maßen des Dreikantholzes.

3. Dächer und Boden und Schutzleisten zuschneiden

Schneiden Sie nun die weiteren Teile des Vogelfutterhauses zu. Beim Zuschnitt sollte man langsam vorgehen, um mögliche Absplitterungen zu vermeiden.

Die Vorder- und Rückwände oder besser gesagt – Schutz vor dem Herausfallen des Vogelfutters – schneiden Sie längs aus der Holzplatte heraus. Das erschwert die Arbeit etwas, erweist sich allerdings als sinnvoll.

Tipp: Schneiden Sie nah an der Tischkante – das bietet mehr Stabilität!

4. Kanten schleifen

Nehmen Sie nun das Sandpapier (Schleifpapier) zu Hand und entfernen Sie Absplitterungen, sodass glatte aber keineswegs abgerundete Flächen entstehen. Die Flächen sollen gut aufeinander aufliegen.

Kanten abschleifen

Abgerundete Flächen sind nur bei den Ober- und Außenseiten sinnvoll. Das Abrunden kann allerdings auch nachträglich erfolgen.

5. Löcher bohren

Nehmen Sie nun die Bohrmaschine zur Hand und nutzen Sie einen 3mm Bohrer. Indem Sie die Löcher vorbohren, benötigen Sie weniger Kraft beim Eindrehen der Schrauben, vermeiden ein Aufspalten des Holzes und die Schrauben sitzen gerade im Holz. Bohren Sie das Brett komplett durch!

Dabei müssen Sie folgende Bohrlöcher anlegen:

Holz bohren

Wichtig: damit die Schrauben später mittig sitzen, müssen diese ca. 7mm von der Kante entfernt angesetzt werden. Wenn Ihre Platte 20mm oder 18mm stark ist, müssen Sie entsprechend die Hälfte der Plattenstärke Platz lassen. Zu den anderen Kanten circa. 3 cm Abstand lassen.

6. Schrauben einsetzen

Drehen Sie die Schrauben in die breitere der Dachplatten (diese steht über). Die Schrauben dürfen gern zwei bis drei mm überstehen. Das ermöglicht es die Holzplatte an der etwas kürzeren Dachplatte zu fixieren. Danach ziehen Sie die mittlere Schraube an, um nachjustieren zu können. Anschließend die äußeren Schrauben.

 
Tipp: Wenn Sie genau wissen wo die Schrauben platziert werden, können Sie auch Löcher ins zu schraubende Holz vorbohren. Das erleichtert das Schrauben zusätzlich und ist möglich, da die Schrauben hier keine Belastungen aushalten müssen.
Schrauben ansetzen
Dach anschrauben

Messen Sie den Winkel. Zeigt dieser keine 45° an? Dann die Schrauben nochmals lockern und nachjustieren.

7. Bodenplatte vorbohren

Als nächstes Bohren Sie die Löcher in die Bodenplatte. Beachten Sie ebenfalls die oben erwähnte 7mm- und die 3cm-Regel.

8. Seitenwände anschrauben

Nun schreiben Sie die Seitenwände an die Bodenplatte. Achten Sie darauf, dass die Schräge nach außen zeigt.

Seitenwand anschrauben
fertige Bodenplatte des Vogelfutterhauses

9. Schutzleisten anbringen

Bevor Sie Dach und Boden vereinen, bringen Sie die Schutzleisten an, die später vermeiden, dass Futter aus dem Haus fällt. Auch hier können Sie Löcher vorbohren.

Vorderwand für Vogelfutterhaus

Sie können hier natürlich variieren, beispielsweise die Schutzleisten:

  • etwas nach Innen versetzen
  • verkleinern und mittig setzen
  • ganz weglassen (nicht zu empfehlen)
  • einen stärkeren Zweig statt der Leisten verwenden (wirkt natürlicher)

10. Vogelfutterhaus zusammenbauen

Nun verbinden Sie das Dach mit den Seitenwänden. Bevor Sie die Schrauben endgültig eindrehen, messen Sie den entstandenen Winkel. Der in dieser Bauanleitung entstehende Winkel beträgt 90°.

Sie können die Winkel natürlich auch Ihrem Belieben nach anpassen und ein sehr spitzes Dach gestalten. Damit verändern sich allerdings auch alle anderen Maße!

Vogelfutterhaus selbst bauen
Vogelfutterhaus selbst gebaut
Winkel prüfen

Fertig! Schon haben Sie ein Vogelfutterhaus selbst gebaut. Das Futterhaus eignet sich zum Aufstellen auf dem Balkon oder am Fenster. Sie möchten das Vogelfutterhaus aufhängen? Kein Problem – dazu bringen Sie einfach an beiden Giebelseiten eine zusätzliche Schraube oder einen Haken an. Ein dünner Strick, fertig.

Vogelfutterhaus aufhängen
Hängendes Futterhaus

Varianten und Weitergestaltung

Den Vorstellungen der Verfeinerung sind keine Grenzen gesetzt. Empfehlenswert ist es das Vogelfutterhaus zu streichen. Dazu eignet sich Tiefengrund. Diesen trägt man ein bis zwei Mal auf – bis das Holz gesättigt ist. Natürlich kann auch eine Lasur oder eine Farbe aufgetragen werden. Die Kosten für Tiefengrund mit Klarlack belaufen sich auf ca. 7 Euro.

Das Dach kann verschiedenartig aufgewertet werden. Einige Ideen:

  • Birkenzweige oder Reisig von Blaufichte anbringen
  • Mit Schilf ein Reetdach andeuten – Überstand einplanen
  • Kleine Schindeln anbringen – sehr aufwendig, aber einzigartig

Den Vögeln den Zutritt erleichtern

Damit die Vögel wie Meisen, Kleiber, Finken oder Amseln gut ins Futterhaus gelangen, empfiehlt es sich einen Steg zur Landung anzubringen. Wenn Sie das Vogelfutterhaus aufhängen, können Sie aus den Resten des Holzes einen 10-15cm Breiten Steg anlegen. Den befestigen Sie einfach an der Unterseite des Hauses mit zwei Schrauben.

Vogelfutterhaus – Katzen sind nicht willkommen!

Damit Ihr Futterhaus auch sicher vor Katzen und Mardern ist, empfiehlt es sich an Bäumen und Holzständern einen Baumschutzkragen anzubringen. Stellen Sie das Vogelfutterhaus immer so auf, dass die Tiere freie Sicht auf das Umfeld haben und sich im Notfall schnell in Sicherheit bringen können.

Fazit

Um ein Vogelfutterhaus selbst zu bauen, ist kein Fachwissen von Nöten. Wer sich die Bauteile laut Plan im Fachhandel kostenlos zuschneiden lässt, kann Zeit sparen und fast direkt mit dem Zusammenbau beginnen. Nach weniger als einer Stunde Bauzeit, ist man im Besitz eines preisgünstigen, stabilen und schnell errichteten Vogelfutterhauses, das man anschließend nach Belieben streichen und gestalten kann.