Vanilleblume

Die Vanilleblume ist für das, was sie leisten kann – nämlich Balkon, Terrasse oder sommerliches Beet mit einer blütenreichen und wunderbar duftenden Dekoration auszustatten – sicher noch viel zu wenig bei uns verbreitet. Der folgende Artikel verrät Ihnen alles Wichtige zum Umgang mit der schönen Blütenpflanze, in Bezug auf Pflege, Vermehrung und Überwinterung.

Die Pflege der Vanilleblume

VanilleblumeHeliotropium heißt „Sonnenwende“, und die Sonnenwende ist der Zeitpunkt in unserer Vegetationsperiode, an dem der Sonnenstand am höchsten ist. Demgemäß möchte die nach der Sonnenwende benannte Vanilleblume auch gerne einen wirklich sonnigen Standort bekommen. Nur an einem solchen Standort wird sie ihre volle Blütenpracht entfalten. An einem solchen Standort zeigt sie dann dann auch den zweiten Grund ihrer Benennung als Heliotrop. Die Vanilleblume wendet sich tatsächlich mit der Sonne, ihre Blätter und Blüten drehen sich mit der Sonne. Am Morgen „schaut“ die Vanilleblume nach Osten, während des Tages folgt sie dem Sonnenverlauf nach Westen, wenn die Sonne untergeht, dreht sie sich wieder nach Osten, damit sie gleich in der richtigen Position ist, wenn die Sonne sie am nächsten Morgen weckt. Zu wenig Licht würde die Heliotropium vermutlich erstarren lassen. Sie soll dann auch sehr schnell ungesunden Geilwuchs entwickeln. D iese dünnen Stängelchen sollen dann bei jedem kleine Windstoß abknicken.

Die Heliotropium hat einen hohen Nährstoffbedarf. Sie sollte also schon in eine nährstoffreiche Pflanzenerde eingepflanzt werden, die jedoch am besten durch etwas Beimischung von Sand gut wasserdurchlässig gemacht wurde. Wenn Sie Vanilleblumen einpflanzen, sollten Sie zwischen jüngeren Vanilleblumen etwa 20 cm lassen. Ältere (s. u. überwintern) brauchen noch etwas mehr Platz.

Wasser braucht die Vanilleblume bei ihrer Blütenfülle nämlich ziemlich reichlich, das muss aber im Zweifel gut abfließen können, Staunässe verträgt ihr Wurzelwerk nicht. Der Wasserbedarf der Heliotropium wird häufig unterschätzt, sobald Sie schlaff herabhängende Blätter erblicken, sollte die Wasserdosis erhöht werden. Wenn das nicht rechtzeitig geschieht, bekommen die Blätter braune Ränder. Spätestens jetzt ist es dann Zeit für ein paar sehr reichliche Wassergaben. Meist erholt sich die Vanilleblume und blüht nach einigen Wochen auch wieder.

Außerdem möchte die üppige Blüte durch regelmäßige Düngergaben unterstützt werden. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt für die unter „hohem Nährstoffbedarf“ eingeordnete Heliotropium 2 bis 3 g Mehrnährstoffdünger pro Liter Wasser und Woche. Das wird deswegen hier so genau angegeben, weil die Vanilleblume auf zu viel Dünger sehr empfindlich reagiert. Es ist nicht ganz selten zu beobachten, dass ein flüssiger Blühpflanzendünger in vermeintlich guter Absicht überreichlich angewendet wird. Dass sollten Sie bei der Vanilleblume unbedingt vermeiden. Am besten beginnen Sie die Düngung mit einer etwas geringeren Konzentration als der Hersteller angibt und tasten sich langsam an die Wünsche Ihrer Vanilleblume heran.

Heliotropium Die Sonnenwende auf dem Balkon wird um 50 cm hoch werden. Sie kann aber durchaus stattliche Höhen erreichen. Der Stängel/Stamm der Vanilleblume wächst einfach aufrecht in die Höhe. Wenn Sie sie im Kübel ziehen und überwintern, kann sie im Laufe der Jahre bis zu einen Meter hoch werden, Blätter und Blüten können dann eine „Krone“ von bis zu einem Meter Breite bilden. Dann braucht die Pflanze übrigens unbedingt einen Stützpfahl im Kübel.

Auch wenn Sie die Vanilleblume während der Saison in den Garten setzen, kann sie bis zu 80 cm hoch wachsen. Im Garten sollte sie nur an windgeschützte Orte ausgepflanzt werden. Auch bei diesen Vanilleblumen ist es eine gute Idee, sie mit einem Stöckchen zu stützen, wenn sie schon älter sind, dann werden ihre Blüten wirklich groß und schwer werden und können die Stiele abbrechen.

Blütenpflege bei der Vanilleblume

Wenn die Heliotropium ihre ersten Blüten hervorgebracht hat, liegt es in Ihrer Hand, ob sich die Blüten nun ein paar Monate lang fortlaufend weiter entwickeln werden. Nur wenn Sie die verwelkten Blütendolden ziemlich zeitnah wegschneiden, kann und wird die Vanilleblume weitere prachtvolle Blüten bilden entwickeln. Durch dieses sogenannte Ausputzen der Balkonpflanzen zwingen Sie die Vanilleblumen, neue Blüten zu bilden, indem Sie die Samenbildung verhindern.

Sie müssen die Vanilleblume also von ihren verwelkten Blüten befreien, bevor sie Samen gebildet hat. Das können Sie zunächst erreichen, indem Sie die welken Blüten einfach abpflücken. Wenn Sie Wert auf sehr präzise Gestaltung legen, sollten Sie jedoch besser die Küchenschere einsetzen. So vermeiden Sie, beim Pflücken versehentlich ganze Pflanzenteile abzureißen. Durch diesen Trick wird sich die Vanilleblume weiter anstrengen, Insekten anzulocken, um ihre Fortpflanzung zu sichern. Sie wird also immer wieder neue Blüten bilden. Außerdem bewahren Sie die Vanilleblume durch regelmäßiges Ausputzen auch meist vor einer Pilzerkrankung. Die Pilze siedeln sich nämlich am liebsten auf den befruchteten Blüten an.

Die geernteten Blüten können Sie gut weiterverwenden. Sie können sie einfach trocknen und ein Blüten-Potpourrie daraus zusammenstellen, dass den schönen Duft noch eine ganze Weile in Ihrem Wohnzimmer verbreitet.

Heliotropium vermehren

Heliotropium VanilleblumeSie können sich Ihre Vanilleblume selbst aus Samen heranziehen, die Samen bekommen Sie in jedem gut sortierten Fachhandel, die Anzucht ist ganz einfach: Am besten lassen sich die Vanilleblumen unter Glas aufziehen, Sie säen die Samen dazu Februar bis März in ein Zimmergewächshaus aus und lassen die Samen bei einer Bodentemperatur von 18 bis 20 Grad keimen. Das dauert etwa 2 Wochen. Nach weiteren 2 bis 3 Wochen sollten Sie die Keimlinge vereinzeln. Bis zum Auspflanzen an den endgültigen Standort können drei Jungpflanzen in einen größeren Topf gesetzt werden, diese sollten noch einmal entspitzt werden, wenn sie etwa 10 cm hoch sind.

Wenn Sie Vanilleblume vorziehen möchten, die schon ab Mai blühen, sollte Sie diese im Vorjahr aussäen, bis spätestens Juni. Diese Jungpflanzen sind dann im Herbst stark genug, um überwintert zu werden, und können im nächsten Frühjahr aufgepflanzt werden. Die vorgezogenen Jungpflanzen sollten im Winter wenig gegossen und im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Auch eine Vermehrung durch Stecklinge ist möglich. Dazu schneiden Sie am besten im Juni von einer vorhandenen Vanilleblume rund 10 cm lange Stecklinge, die Sie sofort in einen Topf mit Substrat setzen können. Wenn Sie überwinterte Heliotropium durch Stecklinge vermehren möchten, sollten Sie diese am besten im Februar schneiden.

Vanilleblumen überwintern

Die Vanilleblume hat Ihre Heimat in den peruanischen Anden. Dort aber nicht auf unfreundlichen Höhen, wo sie auch Kälte aushalten müsste, sondern in Höhenlagen um 500 Meter. In den feuchten Sand-Flussbetten tropischer Regenwaldgebiete, deshalb ist sie sehr frostempfindlich.

Heliotropium Weil das so ist, wird sie bei uns häufig nur einjährig kultiviert bzw. als Pflanze für eine einjährige Kultur auf dem Balkon verkauft. Daran müssen Sie sich aber nicht unbedingt halten. Die Vanilleblume ist eine mehrjährige Pflanze, und Sie können sie überwintern. Das lohnt sich unbedingt, in ein paar Jahren haben Sie eine stattliche Pflanze, die wie ein kleiner Baum aussieht.

Dazu muss die Heliotropium vor den ersten Frösten ins Haus, an einen kühlen, aber recht hellen Platz. Am besten sollen den Vanilleblumen im Winter Temperaturen um 5 Grad bekommen, was natürlich nicht unbedingt die Temperatur ist, die die meisten von uns im Winter irgendwo in ihren Wohnräumen finden werden.

Aber war seine Heliotropium liebt, wird ziemlich findig, so sollen schon Überwinterungen in (offensichtlich kaum beheizten) Gäste-WCs gelungen sein, in hellen, durch das angrenzende Haus frostfrei gehaltenen Garagen, auf dem ungeheizten Dachboden … Sie könnten sich auch in der Nachbarschaft nach einem frostfrei gehaltenen Gewächshaus umsehen, oder Sie vertrauen Ihre Vanilleblume einem professionellen Überwinterungsservice an. Es soll sogar Vanilleblume geben, die eine noch viel ungünstigere Überwinterung in Räumen überlebt haben, in denen Temperaturen deutlich über 5 Grad gegeben waren. Dann soll nur sehr viel Licht die Pflanze davon abhalten können, viele dünne kleine Geiltriebe zu bilden. Aber so mancher Zimmergärtner lässt sich auch davon nicht abhalten. Er schneidet die Geiltriebe im Frühjahr einfach ab und wartet auf Neuaustrieb.

Wahrscheinlich wird die Vanilleblume in der Winterruhe ihre Blätter und vielleicht auch ein paar Triebe verlieren, aber so manche Vanilleblume soll unerschütterlich im Frühjahr wieder austreiben. Wenn Sie eine Überwinterung versuchen, sollten Sie im Frühjahr alle vertrockneten Pflanzenteile bis dahin zurückschneiden, wo noch Leben sichtbar ist. Wenn draußen kein Frost mehr zu erwarten ist, kann die Heliotropium wieder auf den Balkon oder im Kübel auf die Terrasse wandern. Dort sollte man sie übrigens vorsichtig wieder an die Sonne gewöhnen. Sie sollten erst zwei Wochen nur im Hellen stehen, bevor man sie wieder an einen echten „Sonnenplatz“ stellt.

Es gibt mehrere Sorten Vanilleblume

Heliotropium VanilleblumeLängst haben die Züchter die Vanilleblume entdeckt, so gibt es heute neben den ursprünglichen Heliotropium arborescens (blüht lavendelblau bis lila) auch einige andere Sorten. Hier ein paar Sorten und ihre Besonderheiten:

Heliotropium arborescens

  • „Alba“ blüht weiß
  • „Aurea“ entwickelt wunderschöne goldgelbe Blätter
  • „Lord Robert“ beeindruckt durch eine dunkel violettgrüne Blattfarbe
  • „Marine“ wächst sehr kompakt und entwickelt tiefblaue Blüten
  • „Schloss Ahrensburg“ blüht sehr früh und mittelblau, mit rund 30 cm Gesamthöhe die kleinste Sorte
  • „Gruppenkönigin“ zeigt besonders große Blütendolden in einem dunklen Violett
  • „Madame Poschinger“ wird 50 bis 60 cm hoch und blüht blau

Die letzten beiden Sorten sind unfruchtbare Hybriden, können also nur durch Stecklinge vermehrt werden. Wenn Sie vorhaben, einige Zeit zusammen mit Ihrer Vanilleblume zu verbringen, sollten Sie sich an möglichst naturnah gezogene Heliotropium halten. Die verkraften eine Überwinterung wahrscheinlich wesentlich besser als schwächliche Hybriden. Von denen Sie vielleicht auch einmal Samen ausreifen lassen können und so vielleicht irgendwann DIE Vanilleblume heranziehen, die mit dem Klima in Ihrem Garten bestens zurechtkommt. Wahrscheinlich sind die Vanilleblume mit dem Gedanken einer solchen Anpassungsfähigkeit völlig überfordert. Aber zumindest einen eigentlich die Temperaturen an Mittelmeerküsten gewohnten Lorbeer konnte die Autorin schon einmal überreden, in ihrem Garten auch minus 20 Grad zu überstehen. Einige dieser Sorten sind schon sehr an unsere Verhältnisse angepasst, so sollen sie auch mit hellen halbschattigen Standorten auskommen können. Hier sollten Sie sich jeweils beim Kauf erkundigen, dass hängt auch von den Bedingungen der Aufzucht ab.

Krankheiten und Schädlinge

BlattlausAls Schädlinge sind bei der Vanilleblume häufig die Weißen Fliegen und Blattläuse zu Besuch, besonders wenn Sie sie überwintern. Sie müssen nur bei starkem Befall bekämpft werden und sollten dann möglichst mit nützlingsschonenden natürlichen Pflanzenschutzmitteln auf Öl- oder Tee-Basis bekämpft werden, wenn es wieder ins Freie geht, werden diese Schädlinge ohnehin meist „natürlich dezimiert“.

Ernsthafte Krankheiten sind bei den Heliotropium nicht bekannt, verdächtige Fehlentwicklungen hängen meist mit einer unpassenden Bewässerung zusammen.

Fazit
Wenn Sie ein Faible für wahre Blütenpracht haben, sollten Sie sich unbedingt mit der Vanilleblume beschäftigen, und sicher auch damit, wie Sie eine Heliotropium einige Jahre „über die Runden“ des Winters bringen. Nur für Haushalte mit Kindern und Haustieren ist die Vanilleblume nicht das richtige Gewächs: Sie enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide.