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In welche Erde Tomaten pikieren? | Tomatenerde

In welche Erde Tomaten pikieren

Sobald Tomaten das erste richtige Blattpaar gebildet haben, müssen Sie sie pikieren. Vielfach wird für das Umpflanzen das falsche Substrat verwendet, wodurch die Pflanzen kaum Wurzeln bilden oder gleich umfallen. Deshalb verraten wir Ihnen, in welche Erde Sie Tomaten pikieren sollten.

Nährstoffarmes Substrat

Zum Aussäen der Tomatensamen wird Anzuchterde verwendet. Dabei handelt es sich um ein nährstoffarmes Substrat, dass die Wurzelbildung fördert. Ein eher nährstoffarmes Substrat ist auch die richtige Wahl, wenn Sie die Tomatenpflanzen vereinzeln. Die Pikiererde darf bereits einen kleinen Anteil an Nährstoffe enthalten, damit die Tomaten nicht innerhalb weniger Wochen wieder verpflanzt werden müssen.

Pikiererde für Tomaten
Vorbereitete, mit Pikiererde gefüllte, Töpfe zum Pikieren von Tomaten

Die Erde zum Pikieren von Tomaten können Sie auch ganz einfach selber mischen:

  • 2 Teile Anzuchterde
  • 1 Teil Gemüseerde
  • 1 Teil Zuschlagsubstrat

Als sogenannte Zuschlagsubstrate werden Materialien bezeichnet, die den Boden auflockern und für eine Durchlüftung sorgen. Dadurch wird Staunässe verhindert, was eine häufige Ursache für das Absterben von Jungpflanzen ist. Zudem können manche Zuschlagstoffe auch Wasser speichern und es später wieder an die Umgebung abgeben.

Geeignete Zuschlagstoffe für Tomaten sind:

  • feiner Blähton
  • Perlit

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Aus Umweltschutzgründen sollten Sie auf Zuschlagstoffe aus Kunststoff wie Styropormull verzichten. Dieser kann in Form von Mikroplastik wieder von den Pflanzen aufgenommen und in essbaren Teilen abgelagert werden.„]

Tomaten umpflanzen

Tomaten sollten, im Vergleich zu anderen Pflanzen, vor dem Auspflanzen noch einmal umgetopft werden. Der Grund dafür ist, dass nachdem die Pflanzen in dem mageren Substrat viel Wurzelmasse gebildet haben, es jetzt Zeit ist, an Größe zuzulegen. Dazu benötigen die Pflanzen eine nährstoffreiche Erde, die Sie sich ebenfalls wieder selbst mischen können.

Junge Tomatenpflanze
Junge Tomatenpflanze

Zusammensetzung eines nährstoffreichen Substrates für Tomatenjungpflanzen:

  • 2 Teile Tomatenerde
  • 1 Teil Anzuchtsubstrat
  • 1 Teil Zuschlagstoff

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Diese Mischung eignet sich nicht nur für die Setzlinge von Tomaten, sondern auch für andere Gemüsepflanzen.„]

Beim Umpflanzen sollten Sie den Setzlingen nicht nur einen größeren, sondern auch einen tieferen Topf geben. Das tiefere Einpflanzen der Tomaten fördert die Bildung von weiteren Wurzeln am Stamm. Voraussetzung dafür ist, dass das Substrat nährstoffreicher ist und es sich für die Pflanzen auch lohnt, weitere Wurzeln zu bilden.

Umfallkrankheit vermeiden

Die Umfallkrankheit ist eine Pilzinfektion, die vorwiegend Pflanzen nach dem Pikieren befällt. Der Grund dafür ist die falsche Pflege und das falsche Substrat. Ist die Erde zum Pikieren zu nährstoffreich, kann es passieren, dass die Jungpflanzen der Tomaten (und vieler anderer Gemüsesorten oder Kräuter) keine schönen Wurzeln bilden. Der Stängel wird im Bereich kurz über der Erde schrumpelig und somit ist der obere Teil nicht mehr versorgt. Die Pflanzen fallen dann einfach um und sterben ab.

Backblech in Ofen schieben - Erde sterilisieren
Erde im Backofen sterilisieren

Von der Umfallkrankheit sind hauptsächlich Sämlinge und Jungpflanzen nach dem Pikieren betroffen. Verwenden Sie kein Substrat aus dem Handel, sondern eine selbst zusammengemischte Aussaaterde oder ein Substrat zum Vereinzeln, müssen Sie das Substrat vor der Verwendung im Backofen sterilisieren.

Anleitung zum Sterilisieren

  • Backofen auf 200°C vorheizen
  • Erde anfeuchten und auf Backblech verteilen
  • mit Alufolie abdecken und in Ofen schieben
  • alternativ in einen Bräter oder Bratschlauch füllen
  • für 30 Minuten dämpfen
  • Substrat abkühlen lassen

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Älteres Substrat aus dem Handel kann ebenfalls mit den Pilzsporen kontaminiert sein. Sie sollten daher auch alte Erde immer vor der Verwendung sterilisieren.„]

Häufig gestellte Fragen

Wann können Tomaten vorgezogen werden?

Spätestens Mitte März sollten Sie die Samen in die Anzuchterde geben. Wenn Sie mit Pflanzlampen arbeiten, können Sie bereits früher mit der Anzucht beginnen. Sie müssen dann allerdings die Jungpflanzen bereits früher pikieren. Zudem kann es sein, dass Sie die Tomatenpflanzen mehr als zwei Mal umpflanzen müssen, da auch die Nährstoffe in einem gehaltvolleren Substrat von den Starkzehrern rasch aufgebraucht werden.

Was mache ich mit der alten Tomatenerde?

Substrate wie die Anzuchterden sollten nicht erneut zum Anziehen von Pflanzen genutzt werden. Erde, die vom Wurzelballen beim Umpflanzen abfällt, sollten Sie kompostieren. Dadurch wird das Substrat aufbereitet und kann beispielsweise als kleiner nährstoffreicher Anteil wieder für Pikiererde verwendet werden.

Kann ich die Jungpflanzen nur in Perlit pflanzen?

Perlit ist ein neutrales Substrat, das als gänzlicher Ersatz für Erden verwendet werden kann. Das Perlit hat den Vorteil, dass es frei von Pilzen und Bakterien ist. Sollten Sie Probleme etwa mit der Umfallkrankheit haben oder anderen Pflanzenkrankheiten bei Jungpflanzen, sollten Sie Perlit verwenden. Das Substrat ist jedoch völlig frei von Nährstoffen, weshalb Sie geeignete Flüssigdünger für Perlit als Substrat benötigen.