Gemüsegarten & Gemüse Tomaten - Sorten, Anbau und Pflege

Sollte man Tomaten & Gurken zusammen pflanzen?

Tomaten und Gurken zusammen im Beet

Tomaten und Gurken sind bei Gärtnern sehr beliebt. Und viele fragen sich, ob sich die beiden Gemüsesorten miteinander vertragen. Dieser Text gibt Aufschluss darüber, inwieweit Tomaten- und Gurkenpflanzen zusammenpassen.

Im Beet

Im Garten ist es grundsätzlich möglich, Tomaten und Gurken zusammen zu pflanzen, allerdings gibt es dabei Vor- und Nachteile. Damit beide Gemüsearten in einer Mischkultur vollen Ertrag bringen, ist deshalb erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Besser als die direkte Nachbarschaft in einem Beet sind jedoch getrennte Bereiche mit jeweils anderen Pflanzpartnern.

Nährstoffversorgung

Da es sich bei Tomaten und Gurken um sogenannte Starkzehrer handelt, benötigen sie besonders viele Nährstoffe und müssen auch während der Kultur nachgedüngt werden.

  • Vorteil: im gleichen Beet gemeinsame Düngung möglich
  • Nachteil: stehen dabei in ständiger Konkurrenz um Nährstoffe
  • (mögliche) Folge: beide Pflanzen kümmern oder nur eine gedeiht prächtig
Tomaten und Gurken düngen
Für die zusätzliche Nährstoffversorgung von Tomaten (vorne) und Gurken (im Hintergrund) gibt es spezielle Gurken-, Tomaten- bzw. Gemüsedünger im Fachhandel. Angaben zur Anwendung entnehmen Sie bitte der jeweiligen Verpackung.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Als direkte Nachbarn für Starkzehrer sind Schwachzehrer besser geeignet, da sie keine weiteren Nährstoffe benötigen.„]

Schädlinge und Krankheiten

Es gibt kaum Schädlinge, die auf beiden Gemüsesorten gleichermaßen auftreten und somit gegen ein Zusammenpflanzen im Gartenbeet sprechen würden. Einzig die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten kann ein Problem sein. Bei Tomaten ist es die Krautfäule, bei Gurkenpflanzen häufig Mehltau. Einem Pilzbefall kann folgendermaßen vorgebeugt werden:

  • weite Pflanzabstände zwischen den Nachbarn
  • Blätter trocken halten/direkt an der Wurzel gießen
  • Pflanzenstärkungsmittel verwenden
  • luftigen, sonnigen Standort wählen
  • resistente oder robuste Sorten pflanzen

Wässern

Beide Gemüsearten gehören zu den Fruchtgemüsen, die sehr viel Wasser für die Fruchtbildung benötigen. Sie müssen täglich gegossen werden und sind dankbar für eine Mulchschicht, die die Verdunstung reduziert.

Tomaten gießen - Feuchter Boden rund um Tomatenpflanzen

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Achten Sie darauf, beide Gemüsepflanzen nur im Bodenbereich zu gießen und benetzen Sie nach Möglichkeit nicht die Blätter.„]

Im Gewächshaus

Unter Glas sind die Bedingungen für den Gemüseanbau etwas anders als im Freien. Das Kleinklima hat größere Auswirkungen, auch auf den gemeinsamen Anbau von Gurken- und Tomatenpflanzen.

Feuchtigkeit

Ein Problem im Gewächshaus ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Während einige Gemüsesorten genau diese Feuchtigkeit brauchen, vertragen sie andere nur sehr schlecht und bekommen unter Umständen Pilze.

Häufiges Lüften kann zwar die Luftfeuchtigkeit herabsenken, vertreibt aber oft auch die Wärme aus dem Gewächshaus. Deshalb ist es schon von vornherein sinnvoller, nur Gemüsesorten gemeinsam zu pflanzen, die ähnliche Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit und Wärme haben. Das ist bei Tomaten und Gurken nicht der Fall:

  • Tomaten mögen es trocken
  • Gurken eher feucht
Automatischer Fensteröffner im Gewächshaus

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Fenster mit automatischer Öffnung nehmen viel Arbeit ab, da sie sich bei zu viel Wärme von selbst öffnen.„]

Bodenmüdigkeit

Aufgrund des häufig begrenzten Platzes im Gewächshaus, werden Gemüsepflanzen enger gepflanzt. Bei der gemeinsamen Pflanzung von Starkzehrern kann Bodenmüdigkeit sehr viel schneller auftreten und die Pflanzen kümmern. Eine häufige Düngung und Nährstoffergänzung sind notwendig.

Krankheiten und Schädlinge

Ein Nachteil von Gewächshäusern ist die schnellere Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten durch den begrenzten Platz. Im feucht-warmen Klima des Gewächshauses gedeihen vor allem Pilzerkrankungen besonders gut. Entstehendes Kondenswasser auf den Blättern kann beispielsweise Krautfäule an Tomatenpflanzen verursachen.

Getrennt pflanzen

Sollen Tomatenpflanzen und Gurken in Gewächshäusern wachsen, dann geht dies nur getrennt gut:

  • zwei kleine Gewächshäuser oder
  • getrennte Bereiche in einem großen
  • Tomaten an luftigerem, trockenerem Bereich an Tür
  • Gurkenpflanzen im hinteren Bereich
Tomaten und kranke Gurken im Gewächshaus
Tomaten (rechts) und kranke Gurkenpflanzen in einem Gewächshaus ohne klare Trennung.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Um das Gewächshaus zu trennen, kann man beispielsweise auf eine mit Gewächshausfolie bespannte Holzkonstruktion zurückgreifen.„]

Häufig gestellte Fragen

Welche Gemüsesorten passen zu Tomatenpflanzen?

Alle Tomatensorten vertragen sich mit niedrigen Blattgemüsesorten, wie etwa Salate oder Spinat. Auch Wurzelgemüse und Zwiebelgemüse sind für die Mischkultur geeignet. Zum Anlocken von Bestäubern eignen sich verschiedene niedrige Blumenarten.

Was kann zusammen mit Gurken angepflanzt werden?

Zur Mischkultur mit Gurkenpflanzen eignen sich: Lauch, Erbsen oder Kräuter wie Dill. Allerdings hängt das auch stark von den Wachstumseigenschaften der jeweiligen Gurkensorte ab.

Sind Tomaten und Gurken mit sich selbst verträglich?

Grundsätzlich gibt es im Garten die Regel, dass eine Gemüsesorte erst nach einigen Jahren auf dem gleichen Standort wieder angebaut werden sollte, um Bodenmüdigkeit, Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Werden Tomaten allerdings im Kübel gehalten, können diese, sofern neue Erde verwendet wird, immer am gleichen Standort stehen. Für Gurkenpflanzen gilt dasselbe.