Gemüsegarten & Gemüse Tomaten - Sorten, Anbau und Pflege

Warum Tomaten nicht rot und reif werden: 5 Ursachen

Tomaten nicht reif

Rote, saftige Tomaten aus eigenem Garten schmecken nach Sonne und Frische. Doch was tun, wenn Tomaten nicht rot und reif werden? Wir nennen die fünf häufigsten Ursachen und geben Tipps.

Falscher Standort

Eine der häufigsten Ursachen, warum die Tomate nicht reif und rot wird, ist ein falscher Standort der Tomatenpflanzen. Die Früchte mögen es sonnig und warm, in halbschattigen Lagen verkümmern die Gewächse.

Wussten Sie, dass Tomaten mindestens 8 Stunden Sonne täglich brauchen? Fehlt die wertvolle Sonneneinstrahlung, leistet in einem Gewächshaus eine Pflanzenlampe Abhilfe. Diese mit LEDs bestückten Vollspektrumlampen helfen den Früchten beim Reifen.

Cocktailtomate

Eine weitere Anforderung an den optimalen Standort für Tomatenpflanzen ist ein ausreichender Wind- und Regenschutz. An exponierten Stellen werden die Früchte trotz langer Sonneneinstrahlung nicht rot und reif. Daher eignen sich als Standorte für Tomatenpflanzen ein Gewächshaus oder die Südseite des Hauses am besten.

Falscher Boden

Tomate ist eine anspruchsvolle Nutzpflanze und gedeiht nur in nährstoffreichen, frischen Böden. In einem nährstoffarmen Erdreich bleibt die Tomate monatelang grün und reift nicht. Doch auch Überdüngung und Versorgung mit einem falschen Düngemittel können den Reifeprozess verlangsamen oder zum Erliegen bringen.

Optimaler Boden für Tomatenpflanzen weist folgende Eigenschaften auf:

Tomatenpflanze
  • Gute Drainage, keine Staunässe
  • Reich an Nährstoffen
  • Moderater Lehmanteil
  • Weder zu feucht noch zu trocken

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Häufiger Fehler ist eine Überversorgung mit stickstoffreichen Düngern. Wiederum Kalium- oder Magnesiummangel bremsen den Reifevorgang ab.„]

Zu kalte Witterung

Unter den häufigsten Ursachen dafür, dass die Früchte zu lange grün bleiben, ist ein ungünstigster, kalter und verregneter Sommer. Ist der Standort zudem falsch gewählt, reifen die Tomaten kaum.

Damit die Früchte im Freiland rot und reif werden, kann eine Reifehaube oder -folie aus Kunststoff Abhilfe leisten. Unter der Tomatenhaube sind die Pflanzen nicht nur regen- und windgeschützt, sondern befinden sich auch in einem warmen, günstigen Milieu. Die Tomatenhaube ist vor allem bei ungünstiger Witterung zu empfehlen.

Tomaten vor Frost schützen

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wenn Früchte im Gewächshaus lange unreif bleiben, sind in deren Nähe reife Bananen oder Äpfel zu legen. Die beiden Obstarten sind dafür bekannt, während des Reifenvorgangs hohe Mengen des gasförmigen Phytohormons Ethylen oder Ethen freizusetzen. Das pflanzliche Hormon fördert das Reifen der Früchte in der Umgebung.„]

Bei dauerhaft ungünstiger Witterung sind Tomatenkübel und -töpfe vom Balkon oder von der Terrasse in einen Wintergarten oder in die Innenräume zu bringen. In der warmen Luft und auf einer sonnigen Fensterbank oder im Licht einer Pflanzenlampe kommt der Reifeprozess in die Gänge.

Zu viel Grün

Wenn Tomate zum Ende der Gartensaison noch unreif ist, kann es an einer zu hohen Blattmasse liegen. Die Frucht benötigt zum Reifen viel Energie, aber auch die Blätter verbrauchen beim Wachsen Energie und können außerdem die Früchte zu stark beschatten.

Tomatenhaus

Um eine saftige, leuchtend rote Tomate mit einem vollmundigen Geschmack zu ernten, sind die Tomatenpflanzen regelmäßig auszugeizen. Das Ausgeizen bedeutet die Entfernung von Trieben, die in den Blattachsen wachsen. Ab besten sollen die Seitentriebe zeitnah entfernt werden, wenn diese noch wenige Zentimeter messen. In diesem Fall lassen sich die Triebe ohne Gartenschere, allein mit den Fingern entfernen.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Es wäre ein Fehler, zu viele Triebe zu entfernen. Eine Tomatenpflanze benötigt Blätter für die Fotosynthese und für ein gesundes Wachstum. Beim Ausgeizen sind Vorsicht und gutes Augenmaß geboten.„]

Grün- oder Gelbkragenkrankheit

Dieses unangenehme Phänomen ist bei fast reifen Tomaten häufig zu beobachten: Rund um den Stiel ist das Fruchtfleisch nicht rot und weich, sondern grünlich oder gelb und hart. Diese Stellen an der Frucht sind ungenießbar und vor dem Verzehr abzuschneiden. Bei der Gelb- oder Grünkragenkrankheit handelt es sich weder um eine ansteckende Erkrankung noch um einen Parasiten. Es ist vielmehr eine Fehlentwicklung infolge der falschen Behandlung.

Tomaten Grünkragenkrankheit

Die Ursachen für das Phänomen sind:

  • Temperaturen über 30 Grad Celsius
  • Keine Beschattung wegen einer falschen Standortwahl oder zu intensiver Ausgeizung
  • Mangelnde Drainage, zu lehmige Böden
  • Übermäßiges Gießen
  • Versorgung mit stickstoffhaltigen Düngemitteln
  • Mangel an Calcium, Kalium und Magnesium im Boden

Häufig gestellte Fragen

Vertragen die Tomaten einen Standortwechsel?

Ja, wenn die Freilandtomaten nicht rot und reif werden, können Sie die Freilandtomaten umsetzen. Graben Sie die Pflanze vorsichtig aus, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Gießen Sie die umgetopfte Pflanze ausgiebig. Tomatenpflanzen in Töpfen und Containern vertragen einen Standortwechsel ohne weiteres.

Können Tomaten nach dem Ernten nachreifen?

Ja, das ist kein Problem. Wickeln Sie die Früchte in unbedrucktes Papier oder in ein Stück Stoff, platzieren Sie eine reife Banane oder einen Apfel in der Nähe und warten Sie einige Tage ab. Die meisten Früchte werden rot und reif. Alternativ schneiden Sie die Pflanze in der Wurzelnähe ab und hängen diese zu Hause auf. Rot und reif wird eine Tomate ausschließlich an einem warmen und trockenen Ort.

Kann ich eine grüne Tomate verzehren?

Kann ich eine grüne Tomate verzehren? Nein, davon ist dringend abzuraten. Unreife, grüne Tomaten enthalten rund 30 Milligramm Naturgift Solanin pro 100 Gramm Gewicht. Nach dem Verzehr von nur zwei grünen Tomaten können sich solche Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe bemerkbar machen. Zum Vergleich: Rote und reife Tomaten enthalten nur 1 Milligramm Solanin pro 100 Gramm Fruchtfleisch. 400 Milligramm von diesem Naturgift können sogar tödlich sein.

Gibt es Sorten, die reif, aber grün bleiben?

Ja, „Grünes Zebra“ ist die bekannteste solcher Tomatensorten. Beim Reifen bilden sich in der Frucht kaum Farbstoffe, die Tomate bleibt grün, schmeckt aber vollmundig. Wegen des Solaningehalts müssen Sie sich keine Sorgen machen – dieser gefährliche Wirkstoff wird beim Reifen von „Green Zebra“ genauso wie beim Reifen von klassischen, roten Früchten, abgebaut.