Tomaten

Wer seine Tomaten selbst aussäen möchte, hat eine große Auswahl an verschiedenen, alten und seltenen Tomatensorten. Tomaten selbst zu ziehen kostet zwar ein wenig mehr Mühe, ist aber nicht besonders schwer. Die Wahl der passenden Samen, der richtige Zeitpunkt und die optimalen äußeren Bedingungen sind wichtig. Mit Liebe und ein wenig Anleitung gelingt das fast immer.

Die Auswahl

Natürlich spielen der Geschmack und die persönlichen Vorlieben eine große Rolle beim Aussäen von Tomaten. Doch sollte man sich dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegen. Das heißt, vorher zu überlegen, ob man die Tomaten im Kübel auf dem Balkon, im Gewächshaus oder im Freiland kultivieren möchte und welches Klima in der Region vorherrschend ist. Es lohnt sich auch, speziell auf Biosaatgut zurückzugreifen. Diese Tomatenpflanzen sind samenfest. So kann man im nächsten Jahr seine Tomaten wieder aus dem eigenen Pflanzen säen. Damit wird zudem die Sortenvielfalt kultiviert. Viele alte Sorten sind nicht nur besonders formschön und aromatisch, sondern können auch Regen gut vertragen und sind unempfindlich gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.

Ein weiteres Auswahlkriterium mag sein, ob es lieber eine Stab- oder Buschtomate sein soll? Stabtomaten wachsen ständig und müssen daher regelmäßig ausgegeizt werden, um gute Erträge zu erzielen. Bei Buschtomaten ist diese Pflegearbeit nicht nötig. Bei der Beschaffung also darauf achten:

  • F1 Hybrid oder samenfeste Sorte
  • Resistenz gegen Krankheiten
  • Kältetoleranz
  • Regentoleranz
  • Verwendungszweck, Geschmack
  • Pflegeaufwand

Der richtige Zeitpunkt zum Aussäen

Tomatenpflanze blühtFür die Aussaat gilt es, die beste Zeit zu wählen. Der Zeitpunkt im Jahr ist wichtig, damit die jungen Keimlinge gleich mit einer ausreichenden Licht- und Wärmemenge empfangen werden und später genau im richtigen Wachstumsstadium ins Freie gesetzt werden können. Ungefähr um die Eisheiligen herum, Mitte Mai, sollten die kleinen Pflänzchen also für´s Klima draußen fit sein. Dafür dürfen sie noch nicht zu groß, müssen aber stark genug sein.
Tomatensamen werden auf keinen Fall direkt ins Freiland gesät. Je nachdem, wo die Saat keimen soll, kann man in einem beheizten Gewächshaus schon Ende Februar mit dem Aussäen beginnen. Auf der Fensterbank im geheizten Zimmer oder in einem ungeheizten Gewächshaus, ist Mitte bis Ende März eine gute Zeit.

Der richtige Zeitpunkt laut Mondkalender

Eine weitere Komponente, die man für den richtigen Zeitpunkt beachten kann, Tomaten zu ziehen, sind die Mondstände. Von vielen Wissenschaftlern belächelt, spielt der Zeitplan nach dem Mondkalender in vielen Gärtnereien eine wichtige Rolle. Die Erfahrung zeigt, dass unter Berücksichtigung des Mondstandes ausgesäte Pflanzen, kräftiger und ertragreicher werden. Gärtnereien, die ihre Pflanzen mit dem Mond kultivieren, richten sich dabei nicht in erster Linie nach den jeweiligen Mondphasen. Das heißt, ob der Mond zu- oder abnimmt, sondern nach den jeweilig aktuellen Mondständen in den Tierkreiszeichen. Also nach dem siderischen, dem sternenbezogenen, Mondzyklus. Dieser Mondzyklus dauert nur 27,3 Tage, statt 29, 5 Tage von Vollmond zu Vollmond.

Die Tierkreiszeichen werden noch weiter in Gruppen zusammengefasst. Es gibt vier Gruppen mit je drei Zierkreiszeichen (Trigone), denen jeweils eines der Elemente, Erde, Feuer, Wasser und Luft zugeordnet werden. Weiterhin wird berücksichtigt, ob der Mond absteigend oder aufsteigend ist. Für die Tomaten, als Fruchtgemüse sind nach dieser Regel die Wärmetage im März am besten geeignet. Der Mond steht dann in einem Wärme- oder Feuer-Tierkreiszeichen. Da es bei der Aussaat zunächst darum geht, gesunde Wurzeln zu bilden, wären folgende Tage, bei absteigendem Mond im März am besten zum Säen geeignet:

  • 10., 11., 12.03.2018 Wärmetage bei absteigendem Mond, Schütze
  • 28., 29., 30.03.2018 Wärmetage bei absteigendem Mond, kurz vor Vollmond, Löwe

Tipp: Für die Tomatenernte würde man sich dementsprechend Wärmetage im aufsteigenden Mond heraussuchen, da jetzt die Pflanzensäfte in die oberen Teile gezogen werden.

Die Anzuchterde

TomatenpflanzeBei Anzucht- oder Aussaaterde handelt es sich um eine speziell nährstoffarme Erde. Sie gewährleistet, dass sich die Wurzeln gut ausbilden. Nur wenn sie sich tüchtig anstrengen müssen, werden sie auch kräftig genug sein, sie zu pikieren und einzupflanzen. Die Nährstoffe aus dem Samen reichen dem Keimling für die erste Zeit aus. Außerdem ist die Anzuchterde sehr feinkrümelig und besitzt eine gute Dränageeigenschaft. Das minimiert die Gefahr von Schimmelbildung. Ein weiterer Vorteil, die Aussaaterde ist salzarm und frei von schädlichen Keimen.

Die Saatgefäße

Für die Gefäße gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer sich ans Pikieren traut, kann die Samen in einem flachen, großen Gefäß auslegen. Ansonsten eignen sich runde oder eckige kleine Anzuchttöpfchen. Wer viele Pflanzen ziehen möchte und daher Platz sparen möchte, nimmt am besten die eckigen Töpfe. Anzuchttöpfe aus Zellulose oder Torf sowie Quelltöpfe sind recht praktisch, denn sie können später einfach ins Erdreich gesetzt werden, ohne dass die Würzelchen beschädigt werden. Im Handel gibt es auch viele unterschiedliche Mini- und Zimmergewächshäuser, die direkt eine Abdeckung mit sich bringen. Hier einfach mal ausprobieren, womit man am besten klarkommt.

Anleitung zum Aussäen

Tomaten sind ursprünglich Exoten, sie lieben ein feucht-warmes Klima. Daher ist es nicht ratsam, sie hier in Mitteleuropa direkt ins Freiland zu säen. Eine warme Fensterbank oder ein beheiztes Gewächshaus sind die besten Klimaräume für das Vorziehen der Tomaten. Temperaturen von 20° bis 24° C sind optimal für die Keimung. Auch sollten sie in ihrer Umgebung tagsüber möglichst lange und viel Licht abbekommen.

Vorbereitung der Samen

TomatenfrüchteIn der Regel tun sich die weichen Tomatensamen mit dem Keimen nicht schwer. Es ist also nicht erforderlich, sie vor dem Säen einzuweichen. Aber gern kann man ihnen diese Starthilfe mitgeben, besonders wenn die Samen schon etwas älter sind, kann es Sinn machen. Dafür legt man sie ein paar Stunden oder über Nacht in zimmerwarmes Wasser. Immer wieder liest man von Tipps, die Samen vor dem Säen in Knoblauchsud, Kamillentee oder in einem Baldrianauszug einzuweichen, um sie widerstandsfähiger zu machen und schneller keimen zu lassen. Der einzig gute Rat ist hier ist, es einfach mal auszuprobieren. Denn wie so oft, gibt es auch zu diesem Thema gegensätzliche Expertenmeinungen. So wird angemerkt, das Kräuterauszüge, insbesondere mit Kamille, einen negativen Einfluss auf die natürlichen Bodenorganismen ausüben können.

Aussaat

Die einzelnen Samen werden nun auf die Anzuchterde gelegt. Der Mindestabstand voneinander liegt bei ca. drei Zentimetern. Tomatensamen sind Lichtkeimer. Das heißt, nach dem Säen nur mit einer hauchdünnen Schicht Erde oder Sand berieseln. Danach mit Wasser besprühen, mit durchsichtiger Folie oder einem Deckel abdecken und an einem geeigneten Standort aufstellen.
Danach:

  • Saatgut immer leicht feucht halten
  • täglich die Folie (Deckel, Dach) abdecken zum Lüften
  • in 10-14 Tage sollten die Keimlinge sichtbar sein
  • jetzt stehen sie es gern etwas kühler (16° bis 18°C)
  • das erste echte Blattpaar wird sichtbar
  • die Abdeckung kann abgenommen werden
  • falls nötig, wird jetzt pikiert

Tipp: Wenn die Keimlinge nur kleine helle Blätter haben, vergeilen, lange kraftlose Triebe und brüchige Stängel ausbilden, dann war der Zeitpunkt für die Aussaat zu früh oder es gab aus anderen Gründen nicht genügend Licht für die Pflänzchen.

Pikieren

Tomaten werden reifZum Pikieren stellt man sich zunächst kleine Töpfchen mit leicht gedüngter Anzuchterde (Pikiererde) bereit. Die Erde sollte bis fünf Zentimeter hoch in den Gefäßen angefüllt sein. Darin kleine Mulden für die Setzlinge drücken. Vor dem Pikieren werden die Pflänzchen noch einmal gewässert, dadurch haftet die Erde besser an den kleinen Wurzeln. Am besten funktioniert das Vereinzeln mit einen Pikierstab, damit die kleinen Wurzeln möglichst nicht beschädigt werden. In die neuen Töpfe werden sie dann bis unter die Keimblätter tief in das Substrat eingesetzt. Jetzt heißt es wässern, aber nicht überschwemmen. Für einen kräftigen, kompakten Wuchs benötigen die Tomaten jetzt viel Licht.

Einpflanzen

Vor Mitte Mai sollten die Tomatenpflanzen nicht ins Freiland gesetzt werden. Frost vertragen sie gar nicht. Bei einer Kübelpflanzung kann man sie Ende April, Anfang Mai tagsüber an einem geschützten Platz ins Freie stellen. Bei kalter Witterung oder gar Frost müssen sie nachts wieder reingeholt werden. Auch beim Aussetzen der Tomatenpflanzen lohnt sich, bei konsequentem Gärtnern nach dem Mond, wieder ein Blick auf den Mondkalender.

Tomatensamen aus den eigenen Pflanzen gewinnen

verschiedene TomatensortenWer samenfeste Tomatenpflanzen zieht, der möchte vielleicht im nächsten Jahr wieder neue Pflänzchen aus den eigenen Tomaten ziehen. Nachfolgend einige Tipps, damit die eigene Saat gut aufgeht:

  • Tomaten müssen vollreif und gesund sein
  • den Samen mit einem Löffel herausschaben
  • alles in ein Schüsselchen mit Wasser geben
  • die Samen lösen sich von der „Glibbermasse“ in ein paar Tagen
  • Samen abgießen
  • in einem Sieb unter fließendem Wasser waschen
  • zum Trocknen auf Zeitungspapier auslegen (2-3 Wochen)
  • festverschlossen halten die Samen sich ca. 5 Jahre

Tipp: Wer nicht sicher ist, ob seine Tomatensamen noch keimen, sollte vor dem eigentlichen Säen eine kleine Keimprobe machen. Dafür mehrere Samen auf einen Teller mit feuchter Zellulose legen, mit Klarsichtfolie abdecken und warm stellen. Nach einigen Tagen müsste sich etwas bewegen. Die Keimungsrate sollte dann über 50% liegen.
Fazit
Wer beim Gärtnern bisher noch nie auf den Mond geachtet hat, der kann ja, zusammen, mit dem Aussäen seiner Tomaten damit beginnen. Es kostet nicht viel Mühe und mithilfe eines Mondkalenders muss man sich dafür auch nicht tief in die Theorie von Mond und Sterne einarbeiten.