Sellerie

Ob die Wahl auf Knollensellerie oder Staudensellerie fällt, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Zwar eignen sich beide Formen für den Anbau im eigenen Garten und stellen zudem die gleichen Anforderungen an Standort und Pflege. Der Staudensellerie benötigt aber deutlich weniger Platz und kann daher sogar in kleinen Kübeln oder Kästen auf dem Balkon angebaut werden.

Der richtige Standort

Staudensellerie bevorzugt einen sonnigen Standort, der etwas geschützt liegt. Denn gerade die jungen Pflanzen sind noch recht empfindlich gegenüber Kälte.

Zudem sollte sich Sellerie das Beet nicht mit Petersilie, Fenchel, Rüben und anderen Doldenblütlern teilen müssen.

Salat, Gurken und Kohl stehen jedoch nicht in Konkurrenz mit ihm und dürfen daher ruhig in unmittelbarer Nähe angebaut werden.

Empfehlenswerte Sorten des Knollenselleries sind:

  • Monarch
  • Bergers Weiße Kugel
  • Balena
  • Mentor

Nicht umsonst beliebte Sorten des Staudenselleries sind:

  • Tango
  • Tall Utah
  • Golden Spartan
  • Pascal

Der Vorteil bei diesen Stangensellerie-Sorten ist ihre selbstbleichende Eigenschaft. Im Gegensatz zu anderen Sorten, muss man die Pflanzen nicht in Gräben setzetn und dann schrittweise mit Erde bedecken oder die Stangen in Papier wickeln. Das reduziert den Aufwand beim Anbau des Selleries erheblich.

Substrat

SelleriestaudenSellerie kann in normaler, lockerer Gartenerde gedeihen. Da das Wachstum jedoch viele Nährstoffe erfordert, sollte diese entsprechend vorbereitet und angereichert werden.
Dazu wird der Boden gründlich aufgelockert und mit Mist oder Kompost versehen. Hornspäne oder -mehl können ebenfalls im Substrat untergehoben werden.

Optimal ist es, die Vorbereitung des Anbaus bereits im Herbst vor dem Pflanzen zu beginnen. Das gibt den beigemengten Nährstoffen Gelegenheit, sich abzusetzen. Zudem sind die Stoffe dann gleichmäßiger im Boden verteilt, was den Ertrag insgesamt verbessert.

Substratpflege

Der Sellerie Anbau endet mit einem besonders großen Ertrag, wenn das umliegende Substrat etwa aller drei bis vier Wochen oberflächlich aufgelockert wird. Diese Pflegemaßnahme verbessert die Wasserversorgung, belüftet den Boden und erleichtert das Wachstum. Gerade bei Knollensellerie sollte hierauf nicht verzichtet werden.

Vorziehen

Weil gerade der junge Staudensellerie sehr empfindlich ist, ist ein Vorziehen der Samen im Haus empfehlenswert. Dabei benötigt Stangensellerie etwas weniger Platz, als die Knollenvariante. In jedem Fall reichen zunächst etwa 5 cm x 5 cm große Anzuchttöpfe.

  1. SellerieDie Vorzucht im Haus kann im Februar beginnen.
  2. Als Substrat sollte eine nährstoffreiche Erde gewählt werden. Der bereits vorbereitete Boden des späteren Beetes eignet sich hierzu optimal.
  3. Sellerie gehört zu den Lichtkeimern, daher dürfen die Samen nur geringfügig mit Erde bedeckt werden. Besser noch ist es, lediglich eine dünne Schicht Sand zu verwenden.
  4. Die Samen sollten zur Vorzucht in einem hellen Raum stehen. Die Temperatur muss zwischen 10 °C und 20 °C liegen.
  5. Das Substrat darf nur leicht feucht sein, anderenfalls schleichen sich schnell Pilzbefälle ein. Wasserzugaben sollten also nur selten erfolgen. Aus diesem Grund ist auch das Abdecken mit Folie wenig sinnvoll.
  6. Ein Aussetzen ins Freiland ist erst dann günstig, wenn die Pflanzen etwa fünf bis zehn Zentimeter hoch sind.
Tipp: Deutlich einfacher und schneller ist es, junge Pflanzen bereits vorgezogen zu kaufen. Auch bei diesen sollte vor dem Pflanzen ins Freiland aber auf einige Punkte geachtet werden.

Ins Freie pflanzen

Bevor der Sellerie Anbau im Freien beginnt, sollte der letzte Frost abgewartet werden. Der beste Zeitpunkt ist nach den Eisheiligen gekommen.

Auch dann entscheiden die folgenden Faktoren aber über den Erfolg des Pflanzens.

  • Das Beet oberflächlich umzugraben oder den Boden aufzuhaken verbessert das Anwachsen
  • Staudensellerie benötigt etwa 15 cm, Knollensellerie mindestens 30 cm Pflanzabstand
  • Die Wurzelachse sollte möglichst exakt mit der Erdoberfläche abschließen
  • Nach dem Pflanzen den jungen Sellerie für eine Woche mit Gartenvlies abdecken
  • Zunächst nur leicht angießen
  • Knollensellerie sollte man bis zum oberen Wurzelabschnitt von der Substrat befreien, sobald die Knolle einen Durchmesser von etwa fünf Zentimetern erreicht hat
Tipp: Der Sellerie benötigt später reichlich Wasser und möglichst engmaschige Kontrollen. Zwischen den Pflanzreihen sollte man daher zumindest schmale Wege anlegen.

Pflege

Die Pflege des Staudenselleries ist an sich nicht kompliziert und auch für frischgebackene Hobbygärtner problemlos möglich. Zunehmendes Gießen, eine regelmäßige Auflockerung des Substrats und Düngungen müssen aber dazu gehören und erfordern etwas Zeit.

Gießen und Düngen

SelleriestaudeSo trocken die jungen Pflanzen stehen möchten, so groß ist der Wasserbedarf mit zunehmendem Alter. Die Wassergaben sollten in Menge und Häufigkeit also kontinuierlich gesteigert werden. Dabei gilt es, die goldene Mitte zwischen Trockenheit und Staunässe zu finden. Normales Leitungswasser vertragen sowohl Knollen als auch Stangen problemlos.

Während des Wachstums im Freien sollte der Staudensellerie zweimal gedüngt werden. Dafür eignet sich die Gabe von Brennnessel-Jauche oder eines kalireichen Flüssigdüngers. Der Abstand sollte ungefähr vier bis sechs Wochen betragen. Besonders effektiv wird diese Düngung, wenn sie mit dem Auflockern des Bodens kombiniert wird.

Kontrollen und Schutz

Hungrige Wühlmäuse, Sellerieschorf, Blattfleckenkrankheit und Selleriefliegen – all diese können dem Sellerie Schaden zufügen und den Ertrag erheblich schmälern. Eine wöchentliche Kontrolle hilft dabei, eventuelle Befälle schnell zu erkennen. Gegen Wühlmäuse helfen Beetbegrenzungen, die möglichst tief eingegraben werden. Selleriefliegen kann man durch sehr engmaschige Netze fernhalten, man kann sie jedoch auch mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.
Gegen Blattfleckenkrankheit und Sellerieschorf werden im Handel ebenfalls entsprechende Mittel angeboten.

Ernte

Bei der Ernte gibt es zwischen Staudensellerie und den Formen mit Knolle einen deutlichen Unterschied.

SellerieSo kann Stangensellerie ab Juni geerntet werden. Stange für Stange, ganz nach Bedarf. Werden immer nur einzelne Stange abgeschnitten, wachsen in der Regel Neue nach. Die Erntezeit im Freien kann so lange fortgesetzt werden, bis der erste Nachtfrost auftritt. Wurden die Pflanzen einmal Minustemperaturen ausgesetzt, erscheinen sie glasig und sind für den Verzehr nicht mehr geeignet.

Wer die Erntezeit nochmals verlängern möchte, kann den Staudensellerie entweder wieder mit Gartenvlies abdecken, oder ihn in Kübel ins Haus holen. Solange er hier frostfrei und hell steht, kann er sogar den Winter unbeschadet überstehen. Empfehlenswert ist wiederum eine Temperatur zwischen 10 °C und 20 °C.

Dann sollte allerdings auch gelegentlich eine weitere Düngung erfolgen. Bei dem Knollensellerie kann die Ernte ab Ende August erfolgen. Wer will, kann sich damit jedoch Zeit lassen. Denn die Knollen vertragen leichte Fröste problemlos. Erst ab -5 °C nehmen sie Schaden. Je länger der Knollensellerie im Beet verbleibt, desto größer wird er.

Beachtet werden sollte aber, dass die Knollen direkt nach der Ernte von Wurzeln und Grün befreit werden. Das Grün kann als Suppengewürz dienen, die Wurzeln lassen sich jedoch nicht weiterverwenden.

Aufbewahrung

Knollensellerie lässt sich für einige Monate problemlos aufbewahren, wenn er kühl aber frostfrei steht. Dafür müssen jedoch Erdreste an den Knollen verbleiben und vor dem Einlagern durchtrocknen. Wird der Sellerie gewaschen, verdirbt er hingegen schnell.

Hilfreich ist es, die Knollen in trockenem Sand zu lagern und nur bei Bedarf zu entnehmen. Bei der Entnahme sollte man immer überprüfen, ob die Schnittstellen eventuell Schimmel angesetzt haben. Das kann vorkommen, wenn der Sellerie zu feucht steht.

Stangensellerie

Wer für diese Art der Aufbewahrung nicht ausreichend Platz hat, kann die Knollen waschen, schälen, in Würfel schneiden und blanchieren. Werden die Würfel im Anschluss eingefroren, können sie das ganze Jahr über als Bereicherung in der Küche dienen. Ebenfalls möglich ist es, Würfeln oder Scheiben sauer einzulegen.

Auch Staudensellerie eignet sich zum Einfrieren. Gewaschen, geschnitten und kurz blanchiert hält er im Tiefkühlschrank mindestens ein halbes Jahr. Wer die Stangen lieber frisch genießen möchte, ist mit einer Ernte nach Bedarf besser beraten. Stehen die Pflanzen im Haus hell und bei einer Temperatur zwischen 10 °C und 20 °C, ist dies zumindest bis Dezember möglich. Bei optimalen Bedingungen sogar noch deutlich länger.

Typische Schädlinge

Wie obig bereits beschrieben, kann der Staudensellerie im Beet Wühlmäusen zum Opfer fallen. Um dies zu verhindern, sollte zu Vorbereitung des Beetes der Einsatz eines Schutzgitters gehören. Alternativ kann man den Mäusen der Aufenthalt im Garten auch dadurch verderben, dass man Rasenkantensteine oder andere Hindernisse vergräbt. Stoßen die Schädlinge immer wieder auf Blockaden, ziehen sie in der Regel in problemlosere Gebiete um.

Ein weiterer Schädling, der dem sowohl Knolle als auch Staude gefährlich werden kann, ist die Selleriefliege. Die Fliege an sich ist nur fünf Millimeter groß und durch die schwarzen Streifen und Flecken entlang der Flügel gut von anderen zu unterscheiden. Sie legt ihre fast einen Zentimeter langen Larven auf und in den Blättern des Selleries ab. Von hier ausgehend fressen die Nachkommen Blätter und Stängel. An den Öffnungen der Löcher lassen sich in einigen Fällen Kotspuren erkennen. Ein weiteres Anzeichen ist das Vertrocknen und Abfallen des Grüns. Die Ursache hierfür sind die Fraßgänge, die die Wasserzufuhr abschneiden.

Einem Befall kann man wirksam vorbeugen, indem man die Pflanzen mit einem engmaschigen Pflanzenschutznetz abdeckt. Breiten sich die Selleriefliegen bereits aus, helfen nur noch Pflanzenschutzmittel.

Schnecke

Schnecken, und vor allem Nacktschnecken, können den Sellerie ebenfalls schädigen. Auch gegen sie helfen wiederum Schutzzäune oder Pflanzenschutzmittel.

Typische Krankheiten

Aufseiten der Krankheiten finden sich die Blattfleckenkrankheit und Sellerieschorf.
Die Blattfleckenkrankheit wird durch Pilze ausgelöst und äußert sich in gelblichen und bräunlichen Verfärbungen der Blätter und Stängel. Bei Regenwetter oder starkem Gießen breiten sich die Sporen rasend schnell aus. Staudensellerie kann hierdurch eingehen. Knollensellerie wird im Wachstum gehemmt. Um die Ausbreitung einzudämmen, sollte man die betroffenen Pflanzenteile sofort entfernen und vernichten. Ist die Blattfleckenkrankheit bereits weit fortgeschritten, ist die ganze Pflanze zu vernichten. Ebenfalls hilfreich können entsprechende Pflanzenschutzmittel sein. Da sich die Sporen auch auf dem Substrat verteilen, sollte das Beet nach der Ernte behandelt und umgegraben werden. Sollen die Samen verwendet werden, sind sie zu beizen.

Sellerieschorf oder Sellerierost ist ebenfalls eine Pilzkrankheit. Die auslösenden Sporen dringen durch Schwachstellen der Wurzeln und Pflanzenhaut ein und erzeugen rötliche und dunkle Flecke und Fäulnis. Teeaufguss aus Wermut kann als Vorbeugung effektiv sein. Einmal ausgebrochen sind die Pflanzen entweder mit Pflanzenschutzmittel behandelbar oder müssen entfernt und vernichtet werden.

Um erneute Ausbreitungen zu verhindern, sollte man Beet und Samen ebenso behandeln, wie bei der Blattfleckenkrankheit.

Befällen beim Anbau vorbeugen

Im Sellerie Anbau ist es natürlich besonders ärgerlich, wenn ein Teil der Ernte von Krankheiten vernichtet wird. Einmal von Pilzen befallen, ist zudem einiger Aufwand notwendig, um das Beet wieder zu gesunden. Der beste Weg dies zu verhindern, ist die richtige Pflege und Vorbereitung des Pflanzens.

Die folgenden Tipps helfen dabei.

  • Sellerie im Haus vorziehen oder direkt junge Pflanzen wählen, diese sind widerstandsstärker
  • Die Pflanzen möglichst spät ins Beet setzen – je wärmer, desto besser
  • Eine Drainageschicht aus Kies einbringen, diese verhindert Staunässe
  • Bei kaltem Wetter nicht oder nur sehr sparsam wässern
  • Zwischen den Sellerie Kohl pflanzen, dessen Ausdünstungen wirken vorbeugend

Fazit
Staudensellerie anzubauen ist zwar nicht schwierig verlangt dem Hobbygärtner aber doch einige Geduld und etwas Aufwand ab. Mit der richtigen Vorbereitung kann man die Pflege allerdings deutlich reduzieren. Und die reiche Ernte entlohnt allemal für die Arbeit.