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Schwarze Raupen erkennen: 17 Arten mit Bild

schwarze Raupen erkennen

Kurzzeitig im Jahr sorgen schöne Schmetterlinge für „hässliche“ Raupen. Bei einigen Arten sind diese hauptsächlich schwarz gefärbt. Doch Muster, Behaarung oder Dorne helfen uns, die erspähten Exemplare richtig zu erkennen.

5 Raupen mit prägnanten Dornen

Einige Arten der Edelfalter (Nymphalidae) haben schwarze Raupen, die mehr oder weniger auffällige, doch stets gut erkennbare Dornen aufweisen. Dieses zusätzliche Merkmal hilft, die Arten schneller und zuverlässiger zu erkennen.

Admiral (Vanessa atalanta)

  • Länge: 40 Millimeter
  • Musterung: unterschiedlich große, cremefarbene Flecken bilden eine Fleckenreihe an den Seiten (manchmal fehlen sie auch); braun-schwarze Kopfkapsel
  • Dorne: gleichmäßig angeordnet, kurz und schwarz
  • Raupenzeit: von Mai bis Oktober
  • Futterpflanzen: Große Brennnessel, Glaskraut
  • Sonstiges: Die Raupen des Admirals sind nicht immer schwarz gefärbt. In manchen Verbreitungsgebieten können sie auch gelblich-grau oder braun sein.
Admiral (Vanessa atalanta), Raupen
Quelle: Emmanuel Boutet, Larva-butterfly-vulcan-larve-papillon-vulcain-vanessa-atalanta-3, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Großer Perlmuttfalter (Speyeria aglaja)

  • Länge: ca. 38 Millimeter
  • Musterung: roteorange Punktreihen an den Seiten; junge Raupen haben zusätzlich eine weiße Zeichnung
  • Dorne: schwarz, lang und verästelt
  • Raupenzeit: Juli bis August
  • Futterpflanzen: verschiedene Veilchenarten
Großer Perlmuttfalter (Speyeria aglaja)

Landkärtchen (Araschnia levana)

  • Länge: 25 Millimeter
  • Musterung: feine weiße Flecken; weißgelbliche, unterbrochene Seiten- und Rückenstreifen; gelblich-braune Bauchbeine
  • Dorne: am ganzen Körper; verzweigt
  • Raupenzeit: Mai bis September
  • Futterpflanzen: Brennnesseln
  • Sonstiges: Auch als Landkärtchenfalter bekannt
Landkärtchen (Araschnia levana)
Quelle: OhWeh, Landkärtchen Araschnia levana nahe Dietfurt-003, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.5

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Die Brennnesseln dienen verschiedenen schwarzen Arten als Nahrung, zum Beispiel dem Tagpfauenauge, Admiral oder dem Kleinen Fuchs. Die Raupe des Langkärtchens erkennen Sie daran, dass sie am Kopf ein Dornenpaar trägt. Diese Dornen sind jedoch erst ab dem zweiten Larvenstadium sichtbar.„]

Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)

  • Länge: 30 Millimeter
  • Musterung: in Bändern angeordnete kleine weiße Punkte; rötlich-braune Beine
  • Dorne: schwarz, sehr stark verästelt
  • Raupenzeit: Ende April bis Anfang Mai
  • Futterpflanzen: Tauben-Skabiose, Teufelsabbiss, seltener Karden- und Enziangewächse
Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)
Quelle: Gilles San Martin from Namur, Belgium, Euphydryas aurinia young caterpillars (6348551014), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Tagpfauenauge (Aglais io)

  • Länge: ca. 42 Millimeter
  • Musterung: mit vielen kleinen weißen Punkten am ganzen Körper, außer am Kopf; hellbraune Beine
  • Dorne: schwarz, mittellang
  • Raupenzeit: Juli bis August
  • Futterpflanzen: Brennnessel
Tagpfauenauge (Aglais io)
Quelle: Tael, Caterpillars black, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

6 Raupen mit auffälliger Behaarung

Einige schwarze Arten können Sie einfach erkennen, wenn Sie ihr Augenmerk auf die auffällige Behaarung richten. Sie entstammen überwiegend der Familie der Eulenfalter (Erebidae). Eine Glucke (Lasiocampidae) ist auch dabei.

Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)

  • Länge: ca. 80 Millimeter
  • Musterung: zunächst schwarz mit helleren Segmentbereichen; später zunehmend bräunlicher
  • Behaarung: im Jungstadium nur wenige hellgraue, lange Haare; im Alter sehr dichte rotbraun-schwarze Behaarung
  • Raupenzeit: April bis September
  • Futterpflanzen: zahlreiche Sträucher und krautige Pflanzen, z. B. Brombeeren, Himbeeren, Schlehen, Klee, Wicken, Spitzwegerich u. a.
Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)
Quelle: gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K, Fox Moth, young larva. Macrothylacia rubi. Lasiocampidae (38601486155), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Dottergelbes Flechtenbärchen (Eilema sororcula)

  • Länge: ca. 22 Millimeter
  • Musterung: grau und weiße Musterung; je zwei rötlich-braune Warzen an jedem Rückensegment; mittleres und hinteres Rückensegment dunkler gefärbt (schwächere Musterung)
  • Behaarung: lange graue Haare, jeweils in nicht zu dicht wachsenden Büscheln
  • Raupenzeit: Juli bis September
  • Futterpflanzen: Flechten, die auf Laubbäumen wachsen
  • Sonstiges: auch als Frühlings-Flechtenbär bekannt
Dottergelbes Flechtenbärchen (Eilema sororcula)
Quelle: Ilia Ustyantsev, Eilema sororculum (larva) – Orange footman (caterpillar) – Лишайница золотистая (гусеница) (40154469784), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis)

  • Länge: ca. 27 Millimeter
  • Musterung: weiß-gelblich marmoriert; pro Segment sechs gelb-rötliche Warzen; schräge weiße Streifen an der Kopfkapsel
  • Behaarung: lange Haarbüschel, die aus den rötlichen Wanzen sprießen
  • Raupenzeit: August bis September
  • Futterpflanzen: Flechten
Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis)
Quelle: Ilia Ustyantsev, Atolmis rubricollis (larva) – Red-necked footman (caterpillar) – Лишайница красношейная (гусеница) (39052654490), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

  • Länge: ca. 30 Millimeter
  • Musterung: junge Raupen sind komplett schwarz; später auffällige rot-schwarze Musterung am Rücken: mehrere rote Punktwarzen auf jedem Segment
  • Behaarung: hauptsächlich lange weiße Haarbüschel, die aus den Warzen wachsen; an verschiedenen Segmenten zeigt die Behaarung Abweichungen bezüglich Länge, Dichte, Färbung und Ausrichtung
  • Raupenzeit: Mai und Ende Juli bis August
  • Futterpflanzen: verschiedene Laubbäume und Sträucher, z. B. Schlehdorn, Weißdorn, Vogelbeere, Bergahorn
  • Sonstiges: In kalten Jahren bleibt es nur bei einer Generation im Juli. In warmen Jahren kann eine dritte Generation im Oktober angetroffen werden.
Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua), schwarze Raupen
Quelle: gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K, Vapourer Moth . Orgyia antiqua. Caterpillar. – Flickr – gailhampshire, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Wegerichbär (Arctia plantaginis)

  • Länge: ca. 35 Millimeter
  • Musterung: das dritte Segment ist rostrot
  • Behaarung: sehr dichtwachsende weißgelbliche und schwarze Haare
  • Raupenzeit: August bis Mai (Überwinterung)
  • Futterpflanzen: Wegerich, Löwenzahn, Ampfer
Wegerichbär (Arctia plantaginis)
Quelle: Janet Graham, Parasemia plantaginis, Wood Tiger, Eglwyseg, North Wales, May 2013 (21026024760), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Diese Raupen erkennen Sie auch daran, dass sie sich sofort in Sicherheit bringen, wenn ihre Futterpflanze erschüttert wird. Doch dank ihrer Behaarung sind sie für die meisten Vogelarten ungenießbar.„]

Weiße Tigermotte (Spilosoma lubricipeda)

  • Länge: ca. 40 Millimeter
  • Musterung: unter der Behaarung schimmert ein bräunlicher Farbton; am Rücken ist ein sehr schmaler, weißgelb-rötlicher Streifen
  • Behaarung: dunkelbraun-schwarz und sehr dicht
  • Raupenzeit: Juli bis September
  • Futterpflanzen: Löwenzahn, Brennnessel, Wegerich, Wiesensauerampfer, Besenginster, Luzerne, Brombeeren, Holunder u. v. m.
  • Sonstiges: auch als Breitflügeliger Flechtenbär bekannt
Weiße Tigermotte (Spilosoma lubricipeda), schwarze Raupen
Quelle: Rasbak, Witte tijger Spilosoma lubricipeda, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

6 weniger auffällige Raupenarten

Es gibt auch noch schwarze Raupenarten, die zwar über gewisse Erkennungsmerkmale verfügen, diese aber nicht als sehr markant zu bezeichnen sind. Eher ist es ihre feine Musterung die auf die richtige Spur führt.

Heidelbeer-Palpenspanner (Hydriomena furcata)

  • Länge: klein
  • Musterung: dunkelgrau mit weißen Seitenstreifen; Unterseite heller, braune Kopfkapsel
  • Behaarung: spärlich; einzelne dünne Härchen
  • Raupenzeit: Mai bis Juni
  • Futterpflanzen: Heidelbeere, Moorbeere, Weidenarten, Hasel, Zitterpappel
  • Sonstiges: verspinnen Triebspitzen und Blätter und ruhen sich darin aus
Heidelbeer-Palpenspanner (Hydriomena furcata), schwarze Raupen
Quelle: Patrick Clement from West Midlands, England, 70.074 BF1777 July Highflyer, Hydriomena furcata, larva (9101573334), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Rötliche Kätzcheneule (Orthosia miniosa)

  • Länge: klein, 1-2 cm
  • Musterung: im Jungstadium schwarz, später schwarze und gelbe Längsstreifen; schwarze Punktwarzen
  • Raupenzeit: Mai bis Juni
  • Futterpflanzen: Blätter verschiedener Bäume und Sträucher, mit Vorliebe Eichen
  • Sonstiges: Auch als Eichenwald-Frühlingseule oder Gelblichrote Frühlingseule bekannt; steht in vielen Bundesländern auf der Roten Liste
Rötliche Kätzcheneule (Orthosia (Monima) miniosa)
Quelle: 5snake5, Orthosia miniosa – Rötliche Kätzcheneule, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

[infobox type=“info“ content=“IHinweis: Wenn Sie diese Raupe sichten, werden Sie schnell erkennen, dass sich unweit viele weitere Exemplare in versponnenen Blättern befinden. Sie leben zunächst sehr „gesellig“ und später in kleineren Gruppen.„]

Roter Apollo (Parnassius apollo)

  • Länge: bis 50 Millimeter
  • Musterung: dunkelgraue Ringe an den Segmentsgrenzen; pro Segment seitlich 2-3 gelbrote Flecken; Nackengabel zwischen Kopf und erstem Segment
  • Behaarung: kurz und unauffällig
  • Raupenzeit: April bis Juni
  • Futterpflanzen: hauptsächlich Fetthenne
  • Sonstiges: auch als Apollofalter bekannt

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Die Raupen des Roten Apollo können Sie auch am Verhalten erkennen. Sie halten sich gern unter Steinen auf, sonnen sich aber auch gern auf ihrer Nahrungspflanze. An einem dieser beiden Orten verpuppt sie sich später in ein feines Gespinst.„]

Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa)

  • Länge: im Jungstadium 10 bis 15 Millimeter
  • Musterung: rotbrauner Kopf; feine helle Längsline am Rücken; Seitenlinie aus einzelnen Flecken; schwarzes Nackenschild mit gelblichen Längslinien
  • Behaarung: minimal, kaum zu erkennen
  • Raupenzeit: Mai bis Juni
  • Futterpflanzen: Ulme, Linde, Pappel, Weide
  • Sonstiges: die Farbe schimmert braun, schwarz und leicht Violett
Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa), schwarze Raupen
Quelle: Jean.claude, Eupsilia transversa, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Treffen Sie diese Raupe beim Fressen an, könnten Sie möglicherweise erkennen, warum sie unter Fachleuten als Mordraupe bezeichnet wird. Sie frisst nämlich regelmäßig andere Insekten, Blattläuse und weichhäutige Larven.„]

Schönbär (Callimorpha dominula)

  • Länge: ca. 40 Millimeter
  • Musterung: an den Seiten unterbrochene gelbe Streifen sowie kleine weiße Punkte
  • Behaarung: kurze graue und schwarze Haare, mal mehr mal weniger auffällig
  • Raupenzeit: Herbst-Juni (Überwinterung)
  • Futterpflanzen: verschiedene Kräuter und Sträucher wie Himbeere, Salweide, Wegerich, Brennnessel, Gemeine Hasel, Echtes Mädesüß, Rote Heckenkirsche
  • Sonstiges: die Farbe ist eher dunkelgrau als schwarz
Schönbär (Callimorpha dominula), schwarze Raupen
Quelle: Patrick Clement from West Midlands, England, 72.029 BF2068 Scarlet Tiger, Callimorpha dominula, larva (5669157883), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Weißdornspinner (Trichiura crataegi)

  • Länge: bis 45 Millimeter
  • Musterung: rostrote Warzen auf dem Rücken; dünne weiß-bläuliche Seitenstreifen, manchmal auch gelbe Flecken
  • Behaarung: sehr fein
  • Raupenzeit: Mai bis Juli, in Gruppen anzutreffen
  • Futterpflanzen: Blätter von Weißdorn, Birken, Eichen, Weiden, Haseln
  • Sonstiges: auch als Weißdorn-Haarspinner bekannt
Weißdornspinner (Trichiura crataegi), schwarze Raupen
Quelle: J. Pohjoismäki, Trichiura crataegi larva, Bearbeitet, CC0 1.0

Häufig gestellte Fragen

Gehören einige schwarze Raupen zu gefährdeten Arten?

Die Schmetterlingsart Roter Apollo gehört zu den stark bedrohten Arten und ist nicht nur hierzulande gesetzlich geschützt, sondern auch international.

Gibt es auch giftige Raupenarten?

Ja, es gibt auch giftige Raupenarten, die deswegen von Vögeln nicht gefressen werden. Bei Menschen können Brennhaare juckende und entzündliche Hautausschläge bewirken wie Rötungen, Quaddeln oder Bläschen. Aber auch Vergiftungssymptome wie Müdigkeit, Schwindel, Fieber oder Atemnot können auftreten. Daher Raupen niemals mit bloßen Händen anfassen. Während es in anderen Breitengraden viele giftige Raupenarten gibt, ist hierzulande der Eichen-Prozessionsspinner gefürchtet.

Warum sind viele Raupen eher langweilig schwarz?

Diese Farbe mag zwar für den Betrachter etwas langweilig wirken. Der Raupe hilft sie dagegen, sich vor Fressfeinden zu tarnen.

Wozu sind die Dornen überhaupt gut?

Auch Raupen haben Fressfeinde. Dorne sind dazu da, diese abzuschrecken.