Gartenpflanzen Stauden

Schokoladenblume, Kosmee – Pflege, Vermehren und Überwintern

Schokoladenblume Kosmee

Die dekorative Pflanze, die insbesondere bei Kindern sehr beliebt ist, entstammt der Familie der Asteraceae und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 120cm. Doch die gelben Blüten der mehrjährigen Pflanze entfalten nicht nur einen süß-aromatischen Duft; auch verschiedene Insekten werden auf diese Weise angezogen.

Standort und Boden

Damit sich die Schokoladenblume optimal entfalten kann, sollte der Standort sorgfältig ausgewählt werden. Besonders gut gedeiht die Pflanze in der Sonne; darüber hinaus werden jedoch auch Bereiche im Garten vertragen, die sich im Halbschatten befinden. Egal, ob das Gewächs im Halbschatten oder in der Sonne kultiviert wird – der Standort sollte in jedem Fall hell sein. Der ausgesuchte Bereich im Garten bietet im Idealfall außerdem eine Sonneneinstrahlung von mindestens drei Stunden täglich. Die Schokoladenblume ist an trockene Standorte gewöhnt, die sie in ihrem Ursprungsort Südwestamerika vorfindet. Aus diesem Grund ist eine Kultivierung auch in Steingärten oder an Trockenmauern möglich. Die Pflanze passt darüber hinaus gut in jedes Gartenbeet oder aber auf den Balkon oder die Terrasse. Dort wirkt die Schokoladenblume besonders dekorativ in Pflanzenschalen oder in Balkonkästen. Alternativ ist auch eine Kübelhaltung möglich.

Für eine erfolgreiche Kultivierung sollte darüber hinaus ein passendes Substrat ausgewählt werden, das bestimmte Eigenschaften aufweisen muss:

  • hohe Durchlässigkeit
  • trocken, aber nicht austrocknend
  • sandig
  • nicht zu torfhaltig

Besonders gut eignen sich qualitativ hochwertige Einheitserden, denen Sand oder Perlit beigemischt wird. Diese Maßnahme sorgt für eine erhöhte Durchlässigkeit der Erde.{infobox type=check|content=Tipp: Für die Kultivierung im Kübel eignet sich als Basis spezielle Kübelpflanzenerde, die mit möglichst nährstoffreichem Boden gemischt wird.}

Gießen, Schneiden und Düngen – optimale Pflege

Schokoladenblume Kosmee Die Schokoladenblume präsentiert sich recht pflegeleicht. Während der Sommermonate sollte die Pflanze mit ausreichend Wasser versorgt werden. Besonders an heißen Sommertagen benötigt das Gewächs viel Flüssigkeit. Allerdings sollte die Bewässerung insgesamt gezielt erfolgen, so dass Staunässe vermieden wird. – Stehendes Wasser kann die Wurzelhaare angreifen und schließlich zum Absterben der gesamten Wurzel führen. Auch die Abstände zwischen den einzelnen Wassergaben sollten sorgfältig gewählt werden. So erfolgt die nächste Bewässerung erst nach dem Antrocknen der Erde, die jedoch nicht vollständig ausgetrocknet sein darf. Im Winter wird insgesamt zurückhaltend gegossen.

Um die Blühfreudigkeit der Schokoladenblume zu fördern, hat sich eine gezielte Düngung bewährt. Mit der gezielten Nährstoffversorgung sollte jedoch erst ein Jahr nach dem Umtopfen begonnen werden; dann kommen entweder Langzeitdünger, Flüssigdünger oder spezielle Stäbchen zum Einsatz. In den Monaten zwischen April und September kann Flüssigdünger einmal monatlich in das Gießwasser gegeben werden; die Stäbchen werden sowohl im Frühling als auch im Sommer angewendet. Zusätzlich kann die Schokoladenblume auch mit Kompost und Hornspänen versorgt werden.

Auch mit einem gezielten Schnitt kann die Blühfreudigkeit der Pflanze angeregt werden. Die abgeschnittenen Pflanzenteile können als Dekoration in eine Vase gestellt werden. Es hat sich außerdem als sinnvoll erwiesen, zwischendurch immer wieder einmal verblühte Blüten abzuschneiden; auf diese Weise wird das Wachstum der nachfolgenden Blüten effektiv gefördert.

Optimal überwintern

Für die Überwinterung der Schokoladenblume sollten bestimmte Vorkehrungen getroffen werden; Pflanzen, die einem Kübel gehalten werden, können in einem kalten, dunklen und trockenen Innenraum überwintern. Die Temperaturen sollten um die 5°C liegen. Die Bewässerung erfolgt sporadisch und mit größeren Abständen. Ältere Exemplare, die im Beet kultiviert werden, sollten zu diesem Zweck ausgegraben werden. Nach erfolgter Überwinterung blühen die neu ausgesetzten Pflanzen im Mai erneut.

Schokoladenblume Kosmee In milderen Gegenden – beispielsweise in Weinbaugebieten – kann darüber hinaus auch die Überwinterung im Freien versucht werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Überwinterung im Freiland ist ein geschützter Standort im Garten; zusätzlich sollte die Pflanze mit einer dicken Milchschicht geschützt werden. Zu diesem Zweck sind zunächst die abgestorbenen oberirdischen Pflanzenteile abzuschneiden. Anschließend kann der Mulch ausgewählt werden. Grundsätzlich stehen unterschiedliche Varianten zur Verfügung, die als Mulchmaterial dienen können:

  • Rasenschnitt
  • Blattabfälle von Gemüse und Blumen
  • Herbstlaub von Gehölzen
  • gehäckselter Gehölzschnitt

Mischungen unterschiedlicher Mulchformen eignen sich besonders gut. Vor dem Aufbringen des Mulches sollte der Boden großzügig gelockert werden. Anschließend kann das Mulchgut aufgetragen werden. Derart geschützt, besteht eine hohe Chance, dass die Überwinterung der Schokoladenblume gelingt. Im Unterschied zu Pflanzen, die im Haus überwintert haben, erfolgt die Blüte von Freilandpflanzen einige Wochen später.

Vermehrung und Aussaat

Die Vermehrung der Schokoladenblume kann mit Hilfe unterschiedlicher Methoden erfolgen. So ist eine klassische Aussaat von Samen möglich; daneben kann die Pflanze geteilt oder gezielt Stecklinge gesetzt werden. Das Frühjahr stellt die beste Zeit für eine Aussaat der Samen dar. Als Anzuchterde haben sich unterschiedliche Substrate bewährt; so kann entweder eine Mischung aus Saaterde und Sand verwendet oder auf Beimischungen von Perlit zurückgegriffen werden. Auch Kokosfasern haben sich bewährt. Von besonderer Wichtigkeit ist die hohe Durchlässigkeit, die der Boden bieten muss. Darüber hinaus sollte die verwendete Anzuchterde möglichst arm an Nährstoffen sein. Die Samen werden bei der Aussaat nur leicht auf die Erde aufgestreut und vorsichtig angedrückt. Während der Keimzeit ist auf eine sorgfältige Bewässerung zu achten; diese sollte so erfolgen, dass das Substrat zwar feucht gehalten wird, aber nicht durchnässt ist. Je nach Außenbedingungen beträgt die anschließende Keimzeit drei bis sechs Wochen. Um die Bedingungen zu optimieren, sollte das Anzuchtgefäß mit einem lichtdurchlässigen Material abgedeckt werden. Zu diesem Zweck eignen sich Folie oder Glas besonders gut. Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit ist allerdings auch die Gefahr der Schimmelbildung gegeben. Aus diesem Grund hat es sich bewährt, den Topf im Abstand von drei Tagen jeweils kurz zu lüften. Erreichen die Sämlinge eine Größe von etwa 10cm, kann das Umsetzen in einen Topf erfolgen. Hierbei ist mit Bedacht und Sorgfalt vorzugehen; die jungen Wurzeln sind noch sehr empfindlich und können schnell brechen. Erfolgreich umgetopft, kommt die junge Schokoladenblume mit wenig Pflege aus; allerdings sollte in den ersten sechs Wochen nach dem Austrieb strikt die Sonne gemieden werden.

Schokoladenblume Kosmee Alternativ zur Aussaat kann die Vermehrung auch mit Hilfe von Teilung erfolgen. Zu diesem Zweck wird der Wurzelstock vorsichtig ausgegraben oder aber mit der Grabegabel aus der Erde gehoben. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die empfindlichen Wurzeln möglichst nicht beschädigt werden. Anschließend erfolgt die Trennung in ein oder mehrere Teilstücke. Jedes Teilstück sollte über mehrere Blätter und ausreichend Wurzeln verfügen. Die Abtrennung erfolgt vorzugsweise im jüngeren Zuwachsbereich der Wurzelstöcke. Anschließend werden die Teilstücke zeitnah wieder in die Erde gegeben, sorgfältig angedrückt und ausreichend gewässert.

Schädlinge gezielt bekämpfen

Als klassische Schädlinge der Schokoladenblume präsentieren sich Blattläuse, die aufgrund ihres charakteristischen Schadbildes leicht identifizierbar sind:

  • stark eingerollte, gekräuselte Blätter
  • teils blasig aufgetriebene Blätter
  • klebrige Pflanzenteile, häufig mit schwarzem Pilzbelag
  • an Blattunterseiten Blattläuse sichtbar, in dicht gedrängten Gruppen

Besonders bei fortschreitendem Befall werden kümmernde, deformierte Triebe und Blütenstände sichtbar. Als vorbeugende Maßnahme sollte die Pflanze insbesondere in Trockenzeiten ausreichend gewässert werden; darüber hinaus hat es sich bewährt, diverse Anlockpflanzen in die Nähe der Schokoladenblumen zu kultivieren. Zu diesen Pflanzen zählt beispielsweise Kapuzinerkresse. Darüber hinaus ist auch ein gezieltes Fördern von Blattlausfeinden – zum Beispiel der Marienkäfer – sinnvoll. Ist die Schokoladenblume bereits von Blattläusen befallen, sollte eine gezielte Bekämpfung der Schädlinge erfolgen. Zu diesem Zweck können diverse Lösungen ausgebracht werden. Besonders wirksam sind Schmierseifenlösungen, Brennnesselauszüge oder Rainfarntee. Bei einem leichten Befall genügt häufig schon das gezielte Abspritzen der Blumen mit einem starken Wasserstrahl. Zu diesem Zweck kann das Gewächs auch unter die Dusche gestellt werden. Bei starkem Befall sollten die betroffenen Pflanzenteile entfernt werden.

Schnecken Doch nicht nur die Blattlaus kann Schaden an der Schokoladenblume verursachen; auch Schnecken befallen die duftenden Gewächse und hinterlassen charakteristische Fraßspuren an den Blättern. Hierzu gehören vor allem der Lochfraß an älteren Blättern und der buchtige Randfraß. Jungpflanzen sind besonders häufig von Totalfraß betroffen. Als sichere Kennzeichen von Schneckenbefall präsentieren sich glänzende Schleimspuren und graugrüne Kothäufchen. Die Bekämpfung von Schnecken, wenn diese wirklich ausufernde Fraßschäden anrichten, erfolgt häufig mit chemischen Ködern, die jedoch auch anderen Tieren schaden können. Aus diesem Grund sollte man beispielsweise auf die klassische Bierfalle ausweichen; der Duft des hopfenhaltigen Getränkes – in eine Schale gefüllt – lockt die Schnecken an, die aus dem Behältnis nicht mehr entkommen können. Außerdem helfen Schutzstreifen mit Bohnenkraut, Kamille, Lavendel, Salbei und Thymian; die intensiv duftenden Kräuter wehren Schnecken effektiv ab. Als vorbeugende Maßnahme hat sich beispielsweise eine optimale Bodenbearbeitung bewährt, bei der die Erde feinkrümelig gehalten wird.

Schließlich können auch durch Weiße Fliegen Schaden an der Schokoladenblume hervorgerufen werden. Ein Befall ist beispielsweise an fleckig gefärbten und teilweise vergilbten Blättern zu erkennen. Bei Berührung der Pflanze fliegen die kleinen weißen Fliegen meist in großer Zahl von den Blättern auf und sind dann gut zu erkennen. Vorbeugend kann sich die gezielte Förderung von Nützlingen lohnen, zum Beispiel mit Hilfe von Schlupfwespen und Spinnen. Falls ein sehr starker Befall vorliegt, können auch spezielle chemische Spritzungen vorgenommen werden, die sich jedoch nicht schädlich auf andere Tiere auswirken sollten.

Schokoladenblume und Schokoladen-Kosmee – Abgrenzung

Schokoladenblume Kosmee Die Bezeichnung „Schokoladenblume“ wird häufig als Synonym für zwei unterschiedliche Pflanzen verwendet; neben der Belandiera lyrata wird häufig auch die Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) „Schokoladenblume“ genannt. Allerdings ist diese Art mit der echten Schokoladenblume nicht verwandt. Obwohl beide Gewächse zu den Korbblütlern gehören, sind sie verschiedenen Unterarten zuzuordnen. Die gelb blühende Schokoladenblume gehört zu den Asternartigen, die Schokoladen-Kosmee mit ihren roten Blüten zu den Kosmeen. Auch der Duft, den die Pflanzen ausströmen, unterscheidet sich voneinander. So erinnert das Aroma, das Belandiera lyrata bildet, an Vollmilchschokolade, während die Cosmos atrosanguineus Zartbitterschokolade-Nuancen ausströmt. Beide Gewächse entfalten ein umso intensiveres Aroma, je stärker sie von der Sonne bestrahlt werden.

Fazit

Die Schokoladenblume eignet sich nicht nur für Liebhaber süßer Düfte; die zwar etwas schlichte, jedoch durchaus sehr dekorative Blume eignet sich auch für die Ausgestaltung bunter Beete. Darüber hinaus lockt das Gewächs zahlreiche Insekten an, zum Beispiel Bienen oder Hummeln, so dass im Garten schnell ein eifriges Treiben zu beobachten ist. Optimal gepflegt und sorgfältig überwintert, eignet sich das hübsche Gewächs für jeden Blumenfreund.