Schnittsalat

Schnittsalate oder auch Pflücksalate sind Sorten des Gartensalates. Sie bilden keine Köpfe, sondern einzelne Blätter, meist in einer lockeren Rosette, die einfach von außen nach innen abgeerntet werden. Das hat den Vorteil, dass man wirklich immer nur so viel ernten kann, wie tatsächlich frisch verarbeitet werden kann. Beim Kopfsalat wird der gesamte Kopf abgeschnitten, egal ob man ihn komplett benötigt, oder nur einen kleinen Teil. Schnitt- oder Pflücksalat sind also sehr praktisch. Die Blätter sind je nach Sorte hellgrün bis dunkelbraun/rot und haben gezackte, glatte, gewellte oder eichenlaubähnliches Aussehen bzw. Blattränder.

Pflücksalat

Beim Pflücksalat bleibt der mittlere Austrieb, also die Sprossachse, stehen und wächst in die Höhe. Man erntet von unten her immer die größeren Blätter der Pflanze. Der Salat sieht dann aus, wie ein geschossener Salatkopf, hat unten ein paar ältere Blätter, dann einen Stängel und oben die jungen Blätter, die nach und nach abgeerntet wurden. Am Ende sieht er etwas putzig aus. Der Stängel kann 80 cm hoch werden. Pflücksalat wird nicht so dich ausgesät wie Schnittsalat, bzw. wird er später vereinzelt.

Schnittsalat

Beim Schnittsalat werden die jungen Blätter einfach abgeschnitten. Das ist auch der Grund, warum dieser Salat so dicht ausgesät wird.

Beide Sorten sind gesund. Sie enthalten etwa 93 Prozent Wasser, dazu Vitamin C, Folsäure, Kalium, Fluorid und weitere Vitamine und Mineralstoffe.

Man unterscheidet:

  • Lollo rosso – grüne und rote gewellte oder gekrauste Blätter, bildet eine dichte Rosette
  • Lollo bionda – grüne stark gekrauste Blätter, bildet eine dichte Rosette
  • Eichblatt rot – eichblattförmige rote Blätter. Sehr zartes Aussehen und Geschmack, wird einzeln geerntet
  • Eichblatt grün – hellgrüne Blätter, ansonsten wie rote Sorte

SchnittsalatIm Handel werden gern Mix-Sorten angeboten. Es handelt sich um Pflücksalat unterschiedlicher Salatsorten.

  • Baby-Leaf (mein Favorit) – enthalten sind oft Eissalat rot- und grünblättrig, junger Spinat, Sauerampfer, Blutsauerampfer, Stielmangold, Rote Beete-Blätter und Endivien-Typen
  • Misticanza – italienischer Sorten- und Artenmix – außer verschiedensten Schnittsalaten ist meist Rucola enthalten und manchmal auch Zichorie.

Sortenauswahl

Natürlich ist es Geschmackssache, welcher Salat persönlich am besten schmeckt. Im Prinzip kann man sich durchtesten. Es gibt Samen von allen gängigen Sorten zu kaufen. Ich persönlich finde auch die Saatbänder nicht schlecht. Diese ersparen viel Arbeit. Gleiches gilt für Saatplatten (meist für Balkonkästen) und Saatteppiche. Es werden auch resistente Sorten angeboten, die sehr gesund sein sollen und eben resistent gegen Blattläuse sowie den falschen Mehltau, die zwei Hauptärgernisse beim Pflücksalatanbau. So wurden z.B. Wildsorten mit eingekreuzt, die Bitterstoffe enthalten, welche wiederum den Blattläusen gar nicht schmecken. Resistente Sorten sind ideal für den Hobbygärtner. Die Profis verwenden ihn ebenfalls.

Anbau

Schnittsalat wird ähnlich wie Kopfsalat angebaut. Er wird ausgesät. Hat man ein Frühbeet oder Gewächshaus kann man schon früh im Jahr, bereits ab Februar, mit der Anzucht beginnen. Im Freiland ist die Aussaat ab April machbar. Wer so zeitig anfängt, muss aber mit Vlies oder Folie abdecken, denn bis Mitte Mai muss mit Spätfrösten gerechnet werden und den vertragen die jungen Pflänzchen nicht.
Es gibt unterschiedliche Samen, für die einzelnen Saatzeiten. Im zeitigen Frühjahr wird anderer Samen genutzt, als im Sommer. Man benötigt keinen Garten, um Schnitt- oder Pflücksalat anzubauen. Es reicht auch ein Balkonkasten.

Standort

SalatWer zeitig mit dem Anbau beginnt, sollte einen warmen, sonnigen Platz wählen. Für den Sommer ist ein eher halbschattiger Standort besser geeignet. Große Hitze und Sonne sind für die zarten Blätter des Salates nicht ideal. Da meist nur eine Stelle im Garten zur Verfügung steht, kann man es mit Beschattung probieren, zumindest über die Mittagszeit. Schattennetze leisten da gute Dienste.

  • Sonnig bis halbschattig
  • Im Sommer, bei großer Hitze, ist eine Beschattung empfehlenswert
  • Pflücksalat kann zwischen andere Gemüsearten gepflanzt werden, besonders zwischen solche, mit längerer Kulturdauer, also Bohnen, Kohl, Zwiebeln und andere.

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat ist wichtig, dass es nicht zu nass oder aber zu trocken ist. Günstig ist, Kompost einzuarbeiten. Das sorgt dafür, dass sandige leichte Böden nicht so schnell austrocknen und, dass schwere Böden etwas lockerer werden. Wichtig ist außerdem, nicht jedes Jahr die Kulturen an gleicher Stelle zu säen oder zu pflanzen. Ideal ist, nur jedes vierte Jahr wieder die selbe Stelle zu wählen.

  • Locker, humos, durchlässig und stickstoffarm
  • Kein sauerer Boden und kein zu Verschlämmung neigender Boden!
  • Leichte Sandböden erwärmen sich im Frühjahr schneller und sind ideal für die frühe Aussaat.
  • Vor der Aussaat empfiehlt sich, Kompost in den Boden einzuarbeiten. Dann muss auch nicht gedüngt werden.
  • Nicht jedes Jahr an gleicher Stelle aussäen!
  • Nach der Ernte ist eine Gründung empfehlenswert.

Aussaat

PflücksalatEs empfiehlt sich die Aussaat im Abstand von 3 bis 4 Wochen. So ist immer, wenn eine Salatreihe abgeerntet ist, eine neue fertige zur Hand. Zar wächst der Schnittsalat nach dem Ernteschnitt weiter, aber es fallen immer wieder Pflanzen aus. Der zweite Schnitt ist bei weitem nicht mehr so reichlich. Ständige Nachsaat sorgt für Jungpflanzen in verschiedenen Stadien. Zu dicht wachsende Pflanzen können herausgenommen und übrigens auch in sehr jungem Zustand verzehrt werden. Man kann sie natürlich auch umsetzen.

  • Satzweise in Reihe ausgesät
  • Wichtig ist die Vorausplanung. Es müssen alle Sorten zur selben Zeit erntereif sein.
  • Reihenabstand 25 bis 30 cm
  • Salat ist ein Lichtkeimer. Deshalb dürfen die Samen nur ganz wenig mit Erde bedeckt werden.
  • Später muss ausgedünnt werden
  • Setzlinge hoch einpflanzen, damit sich ihre Rosetten schön entfalten können. Ansonsten sind die Pflanzen recht krankheitsanfällig.

Gießen und Düngen

Wichtig ist eine gleichmäßige Bewässerung. Der Boden darf nicht zu nass und auch nicht zu trocken sein. Düngen kann man, am besten organisch. Der Salat braucht aber keine Unmengen an Dünger.

  • SalatDie jungen Pflanzen dürfen natürlich nicht ausgeschwemmt werden. Am besten mit der Brause gießen.
  • Wenn nicht regelmäßig gegossen wird, werden die Salatblätter oft hart. Außerdem neigen die Pflanzen zum Schießen.
  • Nach Möglichkeit nicht direkt über die Blätter gießen, sondern besser auf die Erde ringsum!
  • Mulchen ist günstig, denn so wird die Bodenfeuchtigkeit erhalten. Man muss also zwischendrin nicht hacken.
  • Bei großer Hitze ist es günstig, ein Vlies oder eine leichte Folie über die Pflanzen zu decken, um die Saat und/oder die zarten Keimlinge zu schützen
  • Wenn Kompost eingearbeitet wurde, muss nicht gedüngt werden.
  • Düngen empfiehlt sich immer vor der Aussaat, am besten mit einem organischen Dünger.
  • Keinen Stallmist verwenden, das fördert die Fäulnis.

Was tun, wenn der Salat schießt?

„Schießen“ bedeutet beim Salat, dass es verfrüht zur Blütenbildung kommt. Die Pflanze bildet Samenanlagen aus. Also, aus der Mitte heraus bildet sich ein Stängel, der in die Höhe „schießt“. Daran bilden sich Blüten und später Samen. Der Salat vermehrt sich. Im Grunde genommen ist es die erwachsene Form des Salates. Die Ursachen sind meist zu viel Sonne und Hitze. Der Salat wird bitter und schießt in die Höhe. Dann schmeckt er nicht mehr. Er kann aber gegessen werden. Schlecht ist er deshalb nicht.

  • Direktaussaat ins Beet soll bei vielen Salatsorten verhindern, dass der Salat schießt.
  • Bei Sommeraussaat besser einen schattigen Platz wählen, mit Morgen- oder Abendsonne
  • Spezielle hitzebeständige Salatsorten anbauen

Ernte

Geerntet wird, wenn die Blätter etwa eine Lände von 10 bis 12 cm haben. Das ist in der Regel 6 bis 7 Wochen nach der Aussaat der Fall.

  • SalatSchnittsalat mit einem Schnitt 2 bis 3 cm über dem Boden abschneiden
  • Pflücksalat – die Blätter werden von außen nach innen gepflückt.
  • Oft ist ein zweiter Schnitt möglich. Voraussetzung ist aber, dass die Herzblätter stehen bleiben.
  • Ansonsten ist Nachsaat eine gute Alternative.

Krankheiten und Schädlinge

Schnittsalat wird von Schnecken nicht so geliebt, wie beispielsweise Kopfsalat. Auch ist er sehr robust und nicht anfällig für Krankheiten.

Blattläuse – sind selbst zwar lästig, aber eher ungefährlich für Menschen. Das Problem ist, dass sie durch das Anstechen der Salatblätter Viren übertragen können. Eine gute Vorbeugung ist wichtig. Ideal ist, resistente Sorten auszuwählen. Auch kann die Abdeckung mit Kulturschutznetzen Abhilfe schaffen. 100prozentigen Schutz gibt es aber nicht. Am besten ist, die Läuse abzuspülen. Im Gewächshaus können Schlupfwespen, Gallmücken und Florfliegen gegen Blattläuse eingesetzt werden.

Salatwurzelläuse – Befall oft in der Nähe von Pappeln, da die Plagegeister darin überwintern. Diese Läuse befallen die Wurzeln der Salatpflanzen. Es kommt zu Wachstumsstörungen. Die Wurzelläuse mögen Trockenheit. Das Feuchthalten des Bodens, z.B. durch Mulchen, reicht meist schon aus, um sie zu vertreiben.

Falscher Mehltau – entsteht bei fortdauernder Nässe auf den Blättern von Schnitt- und Pflücksalaten. Auf den Salatblättern entstehen Blattflecken. Junge Pflanzen sterben ab. Auch hier hilft die Aussaat resistenter Sorten. Allerdings klappt das nur, wenn die Resistent nicht durch einzelne Pilzstämme durchbrochen wird.

Viruserkrankungen selten – Salatmosaikvirus – zu erkennen an hell- und dunkelgrün mosaikartig gescheckten Blättern. Es kommt zu Kümmerwuchs. Das Virus kann durch Saatgut und Blattläuse übertragen werden. Vorbeugen durch virusfreies Saatgut und Kulturschutzabdeckung gegen Blattläuse.

Fazit
Salat ist gesund und lecker. Schnitt- und Pflücksalat sind die am einfachsten zu kultivierenden Sorten. Jeder Anfänger kann diese Pflanzen anbauen. Es ist kinderleicht. Wichtig für eine durchgehende lange Ernte ist, in regelmäßigem Abstand, etwa alle drei bis vier Wochen auszusäen. So hat man schließlich immer erntefrischen Salat zur Verfügung. Pflege benötigen die Pflanzen kaum. Die Aussaat und Aufzucht ist problemlos, gerade wenn man fertige Saatbänder und –platten nutzt. Schnitt- und Pflücksalat kann man auf jedem Fensterbrett kultivieren, im Balkonkasten oder Kübel und natürlich im Beet. Niemand sollte auf das frische Grün verzichten!