Schneeflockenblume

Die Blütezeit der Schneeflockenblume erstreckt sich von Mai bis in den Oktober hinein. Besonders schön finde ich, dass die Triebe recht lang werden und dann über den Rand des Pflanzgefäßes hängen, manchmal bis zu 60 cm. Dabei ist die Pflanze selbst nur 10 bis 15 cm hoch. Sutera cordata stammt ursprünglich aus Südafrika. Diese Blume ist noch nicht lange auf unserem einheimischen Markt zu finden. Dort wird sie häufig noch unter ihrem alten Namen, Sutera diffusus angeboten, oder als Bacopa, was aber nicht richtig ist.
Die Schneeflockenblume lässt sich gut mit anderen typischen und weniger typischen Balkon- und Kübelpflanzenblumen kombinieren. Weiß passt ja zu fast allen Arrangements und auch die farbigen Sorten sind vielseitig einsetzbar. Allerdings wirkt auch eine Hängeampel mit nur einer Sorte sehr schön, ein weißes Blütenmeer.

Sorten

Es gibt jährlich neue Sorten. Die Blüten werden immer größer, die Farben immer kräftiger. Weiß bleibt natürlich weiß, aber es werden immer mehr Farben. Die neuen Sorten werden auch dahingehend gezüchtet, dass sie besser mit Hitze und Bodentrockenheit zurechtkommen. Man darf also gespannt sein, was da noch an Neuerungen auf uns zukommt.

  • Sutera Big White – weiße Blüten
  • Baristo Giga White – weiße große Blüten (bis 3 cm Durchmesser)
  • Everest White – ebenfalls sehr große weiße Blüten, gut hitzeverträglich
  • Big Pink – rosa Blüten, innen etwas dunkler als an den Außenrändern
  • Pink Domino – rosa Blüten
  • Blue Star – hellblaue Blüten
  • Everest Blue – hellblaue Blüten mit einem Stich ins Lila, sehr große Blüten
  • Sumatra Indigo – wie der Name schon verspricht, indigofarbene Blüten, richtig kräftige Farbe, sehr schön
  • Britney Maroon – maroonrote Blüten
  • Centurion Indigo – violettrote Blüten
  • Olympic Gold – gelblaubig, wird nicht auf Blüte gezüchtet, sondern als Strukturpflanze

Die Pflege der Schneeflockenblume

Die Schneeflockenblume ist ein sehr pflegeleichter Dauerblüher. Sie ist wetterbeständig und sehr vielseitig verwendbar. Bei der Pflege ist der Standort entscheidend. Er darf nicht zu sonnig sein. Zwar mag es die Blume warm und sonnig, knallige Mittagshitze ist ihr aber zu viel. Diese viele Sonne ist auch dahingehend nachteilig, weil in den meist nicht sehr großen Balkonkästen und Kübeln die Erde bei starker Hitze schnell austrocknet und das mag die Schneeflockenblume überhaupt nicht, ebenso wie ständig nasse Füße. Diese führen zu Wurzelfäule. Ansonsten ist nicht viel zu beachten. Man muss weder verblühtes entfernen, noch irgendwelche Extrawünsche erfüllen. Die Schneeflockenblume gehört zu den unkomplizierten und dankbaren Balkon-, Kübel- und Gartenpflanzen.

Standort

SchneeflockenblumeDer Standort ist wichtig. Er sollte warm und sonnig sein. Auf der Südseite, in der prallen Mittagssonne fühlen sich die Schneeflockenblumen aber nicht wirklich wohl. Sie mögen eher eine Ost- oder Westseite. Norden ist meist zu dunkel, da fällt die Blüte spärlich aus. Je sonniger der Standort ist, umso mehr Wasser benötigen die Gewächse. Der Boden darf nicht zu trocken werden, dann machen die fleißigen Blüher schnell schlapp.

  • Sonnig und warm
  • Hitze ist nicht so günstig
  • Neue Züchtungen sind deutlich hitzetoleranter.
  • Halbschatten ist besser als pralle Mittagshitze
  • Je dunkler der Standort ist, umso weniger Blüten wird es geben.

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat sind die Schneeflockenblumen deutlich weniger Anspruchsvoll. Eigentlich tut es ganz normale Erde. Günstig ist aber, leicht saure Erde zu verwenden, mit einem etwas höheren Tonanteil, da die Pflanze keinen Trockenheitsstress verträgt. Ideal ist Gärtnersubstrat mit einem hohen Weißtorfanteil, aber von Torf wollen wir ja wegkommen, sonst ist er irgendwann alle

  • Blumenerde oder Balkonblumenerde reicht völlig aus
  • Abzugsloch freihalten
  • Günstig ist eine Drainage im Topfboden
  • Keine Staunässe

Pflanzen

Beim Pflanzen gibt es eigentlich keine Besonderheiten zu beachten. Wenn man die Schneeflockenblume überwintert, sollte im Frühjahr, vor dem Auspflanzen, die Erde erneuert werden, denn sie ist ausgelaugt. Zwar sind es keine Starkzehrer, aber mehr als ein Jahr macht die stark beanspruchte Erde im Gefäß nicht mit. Am Ende leiden die Pflanzen.

  • Auspflanzen oder Ausstellen erst nach den Eisheiligen.
  • Geeignet für Balkonkästen, Kübel und Tröge
  • Macht sich gut als blühender Bodendecker und für Einfassungen
  • 10 bis 12 Pflanzen pro Quadratmeter

Gießen und Düngen

Gießen ist wieder sehr wichtig. Die Schneeflockenblume mag ständig leicht feuchte Erde. Das ist schwierig umzusetzen, vor allem in den Sommermonaten. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Substrat nicht völlig austrocknet. Allerdings darf man die Pflanzen im Gefäß auch nicht ertränken. Wichtig ist, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

  • Je sonniger die Pflanze platziert ist, umso mehr Wasser benötigt sie.
  • Wichtig ist ein recht gleichmäßiges, immer leicht feuchtes Substrat.
  • Absolute Trockenheit wird nicht vertragen.
  • Die Pflanze reagiert dann mit Blattabfall oder dem Absterben kompletter Triebe
  • Düngen wöchentlich mit Flüssigdünger

Schneiden

SchneeflockenblumeGeschnitten werden muss kaum. Da sich die Schneeflockenblume selbst reinigt, müssen die abgeblühten Reste nicht ausgeputzt werden. Kräftiges Schütteln reicht, alles fällt zu Boden. Geschnitten wird nur vor oder nach der Überwinterung. Da darf kräftig gestutzt werden.

  • Schnitt ist nur vor Überwinterung nötig
  • Ansonsten kann immer etwas zurückgestutzt werden, das regt die Blüte an.
  • Selbstreinigende Pflanze – muss nicht ausgeputzt werden

Überwintern

Die Überwinterung ist möglich und auch gar nicht schwierig, solange man mit dem Gießen alles richtig macht. Zu viel Wasser ist definitiv schädlich, zu wenig aber auch. Es braucht etwas Fingerspitzengefühl.

  • Nicht winterhart
  • Verträgt Temperaturen bis –5°C, aber nur kurzzeitig
  • Vor Überwinterung zurückschneiden
  • Notfalls kann man das auch noch im Frühjahr tun.
  • Wichtig ist ein helles und frostfreies Quartier.
  • Temperaturen zwischen 5 und 15° C.
  • Regelmäßig, aber mäßig gießen.
  • Pflanzballen nie austrocknen lassen.
  • Je kühler die Pflanze steht, um so weniger muss gegossen werden.
  • Regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten untersuchen.

Vermehren

Die Vermehrung der Schneeflockenblume ist einfach. Man kann Samen nutzen und aussäen oder Stecklinge schneiden. Beides ist recht unkompliziert. Damit die Blumen rechtzeitig zum Blühen kommen, muss man rechtzeitig aussäen.

Aussaat

  • Zeitig im Spätwinter (Januar bis März) auf dem Fensterbrett

Stecklinge

  • Im Sommer schneiden
  • Bewurzeln bei Temperaturen zwischen 18 und 20° C
  • Volles Licht, nicht beschatten, aber hinter Glas
  • Gleichmäßig feucht halten

Krankheiten und Schädlinge

SchneeflockenblumeDie Schneeflockenblume ist sehr gesund und robust. Krankheiten sind kaum bekannt. Schädlinge treten selten auf und richten meist keine großen Schäden an.

  • Fraßschäden durch Schnecken sind selten. In Jahren mit Schneckenüberfluss können sie aber auftreten.
  • Ansonsten kommt es hin und wieder zu Saugschäden durch Weiße Fliege und Thripse. Beide können durch herkömmliche Mittel bekämpft werden.
  • Besonders bei der Überwinterung sind die Pflanzen gefährdet. Man muss regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren.

Fazit
Die Schneeflockenblume ist eine tolle Pflanze für Balkonkästen, Kübel und auch fürs Freiland. Sie ist keine Blume, die sich in den Vordergrund drängt, sondern eher eine gute Begleitpflanze. Natürlich wirkt auch eine Hängeampel ausschließlich mit diesen Gewächsen, vor allem, wenn die Triebe weit nach unten hängen. In Kombination mit farbigeren Pflanzen sind die weißen Exemplare aber besser platziert. Die kräftigfarbenen Schneeflockenblumen wirken auch allein gut. Bei ihnen muss man eher aufpassen, dass es nicht zu farbig wird. Ich finde, dieses Gewächs ist eine Bereicherung für jeden Kasten oder Kübel. Die Pflanzen sind wenig anspruchsvoll und tolle Dauerblüher. Sie machen kaum Arbeit und sind auch in der Anschaffung recht günstig. Ich würde Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem empfehlen, da können sich die Pflanzen immer so viel Wasser nehmen, wie sie benötigen. Das Wasserreservoir ist auch nicht so schnell leer, die Pflanzballen trocknen also nicht gleich aus, wenn es wirklich sehr heiß und trocken ist.