Rehe im Garten

Bambi im Garten – das hört sich nach der perfekten Idylle an. Wer es dort allerdings tatsächlich mit Rehen zu tun bekommt, gerät meist schnell an den Rand der Verzweiflung. Die Tiere fressen nämlich mit großer Vorliebe die jungen Triebe an Bäumen und Sträuchern. Wie man Rehe im Garten vertreiben kann, steht hier.

Hintergrund

Rehe meiden normalerweise die Nähe zu Menschen. Wenn jedoch im Winter das Futter knapp wird, zwingt sie der Hunger nachgerade dazu, sich spätestens im Frühjahr auch in Siedlungen und Gärten zu begeben. Selbst in Stadtgebieten wurden die hungrigen Tiere schon gesichtet. In der Regel werden sie sich aber Arealen zuwenden, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren natürlichen Lebensräumen liegen – Gärten also, die bei Waldgebieten oder Feldern liegen. Dort haben sie es dann vor allem auf folgende pflanzliche Nahrung abgesehen:

  • Rinde der Bäume
  • junge Knospen an Bäumen und Sträuchern
  • Austriebe an Obstbäumen
  • frische Blätter
  • erste Fruchtstände

Rehe im GartenDie Rehe können dabei enorme Schäden im Garten anrichten. Nicht selten kommt es zum Absterben der betroffenen Pflanzen. Haben die Tiere erst einmal entdeckt, dass es in einem Garten relativ gefahrlos Futter für sie gibt, werden sie den Ort immer wieder heimsuchen – mit katastrophalen Folgen für Bäume, Sträucher und die Ernte. Liegt ein Grundstück in einem potenziell gefährdeten Gebiet, ist man deshalb gut beraten, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, damit das Wild erst gar nicht auf das Areal gelangen kann.

Tipp: Grundstücke, die direkt an Waldgebiete oder ausgedehnte Feld- und Wiesenlandschaften angrenzen, sollten unbedingt eingezäunt werden. Der Zaun muss dabei eine Mindesthöhe von 1,70 m haben, um von den Tieren nicht übersprungen werden zu können.

Vorbeugen

Auch bei Rehen gilt: Vorbeugen ist grundsätzlich besser als vertreiben. Die einzige wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahme ist das Einzäunen des Grundstücks. Dafür eignet sich ein Maschendrahtzaun ebenso wie ein Latten- oder Gitterzaun. Der entscheidende Punkt dabei ist die Höhe des Zauns. Eine Mindesthöhe von 1,70 m sollte auf gar keinen Fall unterschritten werden. Der Zaun muss eine Barriere darstellen, die von den Rehen nicht überwunden werden kann. Eine Einfriedung mit Hecken ist übrigens nur bedingt sinnvoll bzw. wirksam, da sich die Tiere sehr wohl auch durch Äste bzw. Sträucher hindurch zwängen können – und das erfahrungsgemäß dann auch tun.

Hinweis: Wer sein Grundstück dennoch mit einer Hecke einsäumen will, muss es in den ersten Jahren nach der Pflanzung zusätzlich mit einem Zaun schützen. Die jungen Heckenpflanzen brauchen nämlich einige Zeit, bis sie eine gewisse Dichte erreicht haben.

Rehe vertreiben

Tauchen Rehe regelmäßig im Garten auf und fressen dort beispielsweise Bäume an, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um sie wieder zu vertreiben. Selbstverständlich sollte dabei möglichst sanft vorgegangen werden. Es darf nicht darum gehen, ein Tier zu verletzen. Dazu macht man sich am besten zu Nutze, dass es sich bei Rehen um ungemein scheue und sehr vorsichtige Tiere handelt. Die kleinste Irritation kann schon dazu führen, dass sie das Weite suchen. Geräusche und optische Effekte sind deshalb ein probates Mittel, um das Wild in die Flucht zu schlagen. Vor allem folgende Hausmittel haben sich dabei bewährt:

  • CDs, die in Bäume und Sträucher gehängt werden
  • im Garten aufgehängte Alu- oder Glitzerfolien
  • Windspiele im Garten
  • Flutlicht mit Bewegungsmelder

Gerade CDs sind äußerst wirksam. Sie reflektieren sowohl Sonnen- als auch Mondlicht. Die Lichtreflexe, die dadurch entstehen, verschrecken Wild zutiefst. Der Effekt hält auch meistens länger an. Etwas aufwendiger ist die Installation einer Lichtquelle, die sich mittels Bewegungsmelder einschaltet. Auch hier erschrecken sich die Tiere, wenn plötzlich das Licht angeht, und fliehen.

Vergrämungsmittel

RehZwischenzeitlich gibt es im Handel auch eine ganze Reihe von Vergrämungsmitteln, die insbesondere auch Damwild vertreiben sollen. Sie funktionieren entweder auf der Basis von Duftstoffen oder über Geräusche. Das bekannteste Duftmittel heißt „Wildstopp“. Es wird großzügig auf Pflanzen im Gartenbereich aufgetragen und verströmt einen Geruch, der insbesondere bei Rehen und Kaninchen Gefahr signalisiert. Die Tiere werden das Areal damit von vorne herein meiden. Regen führt allerdings dazu, dass die Geruchsstoffe abgewaschen werden. Die Prozedur muss folglich regelmäßig wiederholt werden, soll die Wirkung nicht leiden. Inwieweit sich Rehe durch elektronische Vergrämungsgeräte abschrecken lassen, ist umstritten. Diese Geräte arbeiten meist mit Tönen im Ultraschallbereich, die mindestens irritierend auf das Wild wirken sollen.

Fazit
Wer Rehe im Garten hat, hat ein Problem. Am besten ist es deshalb, den Garten durch Zäune vor den Tieren zu sichern. Ist das nicht möglich, sollte man auf einfache Hausmittel wie etwa CDs oder Windspiele zurückgreifen, die in der Regel erstaunlich wirkungsvoll sind und die Rehe effizient vertreiben.