Regenwasser sammeln

Wasser kostet eine Menge Geld und dann muss dafür auch noch Abwasser gezahlt werden. Wie viel besser ist es dann, kostenloses Regenwasser aufzufangen und zum Gießen seiner Pflanzen zu verwenden. Für kleinere Gärten lohnen große Wasserauffangbehälter meist nicht. Hier tun es Regentonnen oder Fässer, die es heute in tollen Formen und Farben gibt. Sie können selbst aufgestellt und angeschlossen werden und fassen oft beträchtliche Wassermengen. Wie man die Behälter im Garten nutzt und was es zu beachten gibt, lesen Sie in unserem Text.

Kurzer Steckbrief zur Regentonne

  • Unheimlich viele verschiedene Tonnen
  • Unterschiedliche Größen, Materialien, Farben und Formen
  • Regenwasser sammeln lohnt auch vom Carport, dem Schuppen, dem Gewächshaus…
  • Viele Gefäße sind sehr dekorativ
  • Die Zeit der blauen oder grünen Fässer, die an Gurkenfässer erinnern, ist vorbei
  • Fassungsvermögen – von 60 bis 2.000 Litern
  • Große Behälter fassen bis 10.000 Liter
  • Die großen werden meist als Regenwassersammelbehälter unterirdisch eingegraben
  • Klassische Tonne aus Kunststoff, wie seit Jahrzehnten bewährt
  • Neue Modelle – besser an den Garten angepasst
  • Integrieren sich deutlich mehr
  • Regenfass aus Holz, innen mit Folie verkleidet
  • Immer eine Abdeckung nutzen

Regenwassernutzung im Garten

Wasserfass im GartenEs besteht kein Zweifel daran, dass es sinnvoll ist, Regenwasser zu sammeln und bei Bedarf zu verwenden. Allerdings gibt es Diskussionen von Fachleuten, wie weit das Wasser genutzt werden soll. Alle sind sich einig, dass es absolut vorteilhaft ist, das gesammelte Wasser zum Gießen zu nutzen, sowohl für Garten- als auch für Zimmerpflanzen. Gestritten wird, ob Regenwasser auch für den Haushalt, also für Toilettenspülung und Waschmaschine geeignet ist. Viele Profis halten das nicht für gut. Sie befürworten da eher die Regenwasserversickerung, aber das ist ein anderes Thema. Regentonnen oder Regenfässer für die Gartenbewässerung werden allgemein uneingeschränkt empfohlen.

Welche Regentonne oder welches Regenfass ist das Beste?
Regentonnen gibt es schon ab etwa 15 Euro. Nach oben sind den Preisen kaum Grenzen gesetzt, je nach Größe und Material der Gefäße. Ich habe hier optisch recht unterschiedliche Sammelgefäße zusammengesucht, um einen allgemeinen Überblick zu schaffen.

  • Garantia Rocky Wandtank (400 l), eckiger Behälter in Steinoptik grau, der wie eine Mauer aussieht, 100 cm hoch x 120 cm breit x 40 cm tief, Material – Kunststoff, geringer Platzbedarf, Wasserentnahme durch Auslaufhahn oder Universal-Wasserschlauch, UV-stabil und witterungsbeständig, gut 300 Euro
  • 4rain Wandtank Classic (650 l), hoher, flacher ovaler Tank, in mehreren Farben erhältlich, Material Kunststoff, auffällige Form, 210 cm hoch x 80 cm breit x 60 cm tief, geringer Platzbedarf, gut 200 Euro
  • Garantia Woody Wandtank (350 l), rustikale Holzoptik – täuschend echt, Material – Kunststoff, in zwei Farben erhältlich, 100 cm hoch x 124 cm breit x 40 cm tief, geringer Platzbedarf, Wasserentnahme durch Auslaufhahn oder Universal-Wasserschlauch, sehr UV-stabil und witterungsbeständig, etwa 300 Euro
  • Gabionen Wasserfass (750 l), Durchmesser 130 cm x 80 cm hoch, mit stabiler Folieneinlage und dickem Trennvlies, damit diese nicht beschädigt wird, Steine nicht im Lieferpreis enthalten, Bedarf – ca. 480 kg, Wasser muss geschöpft werden, keine Abdeckung vorhanden, Gabionenkorb ca. 200 Euro
  • Garantia Regenwasser-Behälter 2in1 (300 l), Kunststoff, in mehreren Farben erhältlich, die Besonderheit ist das bepflanzbare Dach (integrierte Pflanzschale), Wasserentnahme durch Auslaufhahn oder Universal-Wasserschlauch, 145 cm hoch x 62 cm breit x 62 cm tief, längliche Form, oben breiter als unten, ca. 200 Euro
  • Alte Holz-Wein-Fässer – stammen meist aus Italien, Frankreich oder Spanien, Material – Eichenholz, 200 bis 500 Liter Fassungsvermögen, mit Zapfhahn, meist auch mit Deckel, ab ca. 100 Euro
  • Beckmann Regenfass aus braunen Holzleisten (imprägniert), von 100 bis 6.000 l Fassungsvermögen, schadstofffreier Folieneinsatz, sehr solide verarbeitet, muss im Winter nicht entleert werden, wird als Bausatz angeboten, für das 100 l Fass – ca. 50 Euro, für das 6.000 l Fass etwa 600 Euro
  • Regentonne als Baumstumpf oder Felsbrocken (300 l), aus Kunststoff, kindersicherer Deckel, UV-Stabil, 105 cm hoch, Durchmesser max. 86 cm, frostfest bis –20°C auch gefüllt, etwa 100 Euro, häufig auch teurer
  • Säulen-Wandtank oder Säulen-Tank – Wandtank 350 oder 550 l, Säulen-Tank- 330, 500, 1.000 und 2.00 l, in mehreren Farben erhältlich, Kunststoff, bei 500 l – 193 cm hoch und Durchmesser 73 cm, bei 2.000 l – 223 cm hoch und Durchmesser 118 cm, 500 l – gut 200 Euro, 2.000 l über 600 Euro

Ist ein Regenwassersammler sinnvoll?

RegentonneFür einige Regentonnen oder Regenfässer wird ein Regenwassersammler, auch Regendieb genannt, empfohlen. Ein einfacher Regensammler wird direkt an das Fallrohr angeschlossen und leitet das Regenwasser direkt in die Tonne oder das Fass. Ein qualitativ besserer Regensammler filtert das vom Dach kommende Wasser zusätzlich, so dass Verunreinigungen (Laub, Moos und Insekten) gar nicht in den Sammelbehälter gelangen und zu Verstopfungen führen können.

Natürlich ist es ideal, wenn der Regenwasserbehälter direkt neben dem Fallrohr aufgestellt werden kann, weil dann der Regenwassersammler automatisch auch als Überlaufstopp wirkt. Das ist leider nicht immer möglich. Für diesen Fall ist es wichtig, dass ein Schwimmer-Ventil als Überlaufstop agiert.

Die meisten Regensammler sind für Dachgrößen zwischen 50 und 80 m² ausgelegt. Natürlich gibt es auch solche für größere Dächer.

Das wichtigste am Regenwassersammler ist der Überlaufstopp, der verhindert das die Tonnen überläuft. Früher musste das manuell per Hand gemacht werden, automatisch ist deutlich einfacher.

Tipp – Je nach Einbauhöhe des Regensammlers in das Fallrohr variiert auch die maximale Füllhöhe des Wasserbehälters. Es ist günstiger, den Sammler etwas zu hoch als zu niedrig einzubauen, denn es ist einfacher, die Regentonne aufzubocken, als in die Erde einzulassen. Am besten ist es natürlich, wenn man die Höhe genau abmisst, so dass die Tonne ebenerdig gut und sicher stehen kann und der Anschluss in der exakten Höhe sitzt.

Der Anschluss an das Fallrohr

Tipp – Wer nicht ein Teil des Fallrohrs entfernen bzw. zur Montage abbauen möchte oder darf, sollte einen Regensammler wählen, bei dem das nicht vonnöten ist. Solche Teile sind innerhalb 5 Minuten montiert und können meist noch als Regenklappe genutzt werden. Beispiel – der Graf Speedy Regendieb

Die einfachste Art und Weise, an das Regenwasser zu kommen, ist das Fallrohr, durch welches das Wasser vom Dach abläuft, anzuzapfen. Am einfachsten ist das mit einem speziellen Ansteckrohr aus dem Baumarkt möglich. Dieses lässt sich an einer Klappe der Regenrinne anstecken. Hierbei fließt das Wasser aber ungefiltert in den Sammelbehälter. Außerdem wird das Wasser nicht automatisch umgeleitet, wenn das Gefäß voll ist. Es läuft über. Das kann schlimmstenfalls zu einem Wasserschaden führen.
Besser ist, ein spezielles Regensammler-Ansteckrohr zu besorgen. Dafür muss aber meist ein Stück in passender Größe aus dem Regenfallrohr herausgeschnitten werden, an dessen Stelle dann das Anschlussstück gesetzt wird.

  • Zuerst mit einer Anreißschablone die Füllhöhe festlegen und den Fallrohrausschnitt anzeichnen, der herausgeschnitten werden muss.
  • Dann schon mit einer feinzahnigen Säge den angezeichneten Teil heraussägen.
  • Günstig ist, eine Pappe oder etwas Ähnliches zwischen Rohr und Hauswand zu halten, damit die Wand nicht beschmutzt oder beschädigt wird.
  • In den entstandenen Ausschnitt wird der Wassersammler eingesetzt.
  • Das Oberteil des Regensammlers über den oberen Fallrohrabschnitt schieben.
  • Dann das Unterteil auf den unteren Teil des Rohres.
  • Beide Teile zusammenführen.
  • Wassersammler und Wassergefäß mit einem passenden Stück Gartenschlauch verbinden.
  • Fertig

Wasser-AmphoreWer seine Regentonne etwas entfernt vom Fallrohr aufstellen möchte, kann das auch tun. Dafür wird ein Ansteckrohr mit einem Anschluss für Gartenschläuche genutzt. Es wird wie das normale Rohr montiert. Allerdings wird ein Gartenschlauch als Verbindung zwischen Fallrohr und Sammelbehälter eingesetzt. Der Ablauf für den Schlauch muss sich mindestens auf gleicher Höhe am Regenfallrohr befinden, wie der Zulauf zur Regentonne, da ansonsten das Wasser von der Tonne zurück in das Rohr fließt.

Wichtig! – Regenwasser von kupfer- oder zinkgedeckten Dächern sollte nicht gesammelt und genutzt werden. Auch Blei sollte nicht vorhanden sein. Bei Dächern mit derartigen Verbindungen kann es zur Abschwemmung löslicher und unlöslicher Metallverbindungen kommen. Je nach pH-Wert des Regenwassers kommt es mehr oder weniger schnell zu Korrosion und zur Löslichkeit der Schwermetalle.

Regenrinnen schützen

Wenn Regenrinnen verstopfen, kann das zu großen Ärgernissen führen, ganz zu schweigen davon, dass kaum noch Wasser in dem Regenwassersammelbehältern ankommt. Besonders die Laubmassen im Herbst führen zu Verstopfungen. Das Wasser sucht sich dann neue Wege und das kann katastrophal enden. Sicherer ist, einen Laubschutz in die Regenrinnen zu integrieren. Dieser besteht aus einem Lochgitter und ist häufig schon für verschiedenen Rinnenbreiten passend zugeschnitten. Alternativ ist es aber auch nicht schwierig, diese selbst zuzuschneiden. Das Gitter wird mit Klemmen direkt an der Dachrinne befestigt.

Tipp – Regentonnen sollten immer abgedeckt werden. Zum einen wird so Algen und Mücken vorgebeugt, zum anderen können keine Tiere, die zum Trinken kommen, ins Wasser fallen und darin ertrinken, weil sie allein nicht mehr herauskommen.

Abwassergebühren sparen durch Regenwassernutzung?

Ob Gebühren eingespart werden können richtet sich danach, wo man lebt. Es macht auf alle Fälle Sinn, sich danach zu erkundigen. Häufig lässt sich die Niederschlagsgebühr sparen. Richtig lohnt es sich meist erst, wenn eine große Zisterne im Boden eingebaut wurde, aber auch mit Regenwasserverdunstung über ein Gründach verdunstet, Wasser im Gartenboden versickern lässt oder es für die Gartennutzung sammelt, kann sparen.

Häufige Fragen

Ist eine Regenfasspumpe sinnvoll?
klassische RegentonneFür alle, die keinen Wasserhahn am Sammelgefäß haben, durch welchen das Wasser direkt in die Gießkanne gelassen werden kann und die von oben das Wasser entnehmen müssen schon. Zur Wasserentnahme aus solch einem Gefäß, aber auch zum Umpumpen, von einem in einen anderen Sammelbehälter, ist eine Pumpe schon eine Erleichterung. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Gartenschlauch, eine Schlauchbrause oder einen Rasensprenger anzuschließen. Im Extremfall kann eine derartige Pumpe auch den eigenen, vollgelaufenen Keller auspumpen, was natürlich keiner hofft, der sich solch eine Pumpe anschafft.

Sind frostsichere Regentonnen besser als normale?
Frostsichere Regentonnen haben den Vorteil, vor dem Winter nicht entleert werden zu müssen. Allerdings ist der Gebrauch dieser speziellen Gefäße abhängig vom Wohnort, von der Kälte und deren Dauer, die zu erwarten sind. In wirklich kalten Gegenden empfiehlt es sich, generell jede Tonne zu leeren.

In nicht so frostigen Gebieten ist die Nutzung der als frostsicher geltenden Gefäße günstig. Allerdings ist es wichtig, dass die Tonnen oder Fässer nicht randvoll mit Wasser sind. Eis dehnt sich beim Gefrieren aus und wo soll es dann hin? Besser ist, nur 75 oder noch besser 50 Prozent gefüllte Tonnen stehen zu lassen. Dann ist ausreichend Platz für das Eis vorhanden.
Meistens wird beim Kauf darauf hingewiesen, ob die Tonnen entleert werden müssen oder nicht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, leert seine Tonne und trennt sie vor allem vom Wasserzufluss.

Richtig frostsicher (mit Garantie) sind die rustikalen Regenfässer von Beckmann.