Regentonne

Mit dem Sommer kommen auch die Mücken. Sie stechen uns abends beim Grillen und bringen uns nachts mit ihrem nervtötenden Surren um den Schlaf. Nicht nur in der Nähe von Teichen und Seen sind die Plagegeister aktiv. Die Regentonnen im Garten reichen aus, um tausende Mückenlarven heranzuziehen. Wie gelingt es, die Mückeninvasion zu verhindern? Kann man wirksam vorbeugen?

Stechmücken brauchen Wasser

Stechmücken (Culicidae) gibt es fast auf der ganzen Welt. Lediglich in den Wüsten und in den Polargebieten kommen sie nicht vor. In mitteleuropäischen Regionen sind die Gemeine Stechmücke und die Ringelmücke die am häufigsten vorkommenden Arten. Stechmücken benötigen für die Ablage ihrer Eier unbedingt Wasser. Infrage kommen ausschließlich stehende Gewässer wie Seen und Teiche oder die Regenfässer im Garten.
Mehr als 100 Eier pro Tag kann ein einziges Mückenweibchen an heißen Tagen legen. Die Entwicklung der Stechmücke verläuft in den vier Stadien

  • Ei
  • Larve
  • Puppe
  • Erwachsenes Insekt

MückeVon der Eiablage bis zum fertigen Insekt vergehen je nach Art etwa drei Wochen.
Wenn die Eier gelegt sind, dauert es wenige Tage, bis die Mückenlarven schlüpfen. Mückenlarven brauchen Sauerstoff und müssen immer wieder an die Wasseroberfläche. Die Voraussetzung zum Luftholen der Larven ist die Oberflächenspannung des Wassers. Bei warmen Temperaturen dauert es nicht lange, bis sich aus den Larven die fertigen Insekten bilden.

Tipps zum Vorbeugen

Um sich vor der Ansiedelung von Stechmücken im Garten zu schützen, gilt es, rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Die Weibchen müssen daran gehindert werden, die Eier in die Regentonne zu legen. Hilfreich ist, ihnen den Zugang zu versperren.

Tipp 1: Abdecken

Decken Sie die Regentonnen mit Deckeln oder speziellen Fliegengittern ab. Deckel haben den Nachteil, dass im Zugangsbereich des Fallrohres von der Dachrinne kein vollständiger Verschluss möglich ist. Die Mücken finden durch kleine Lücken einen Zugang zum Wasser.
Fliegengitter oder -netze sind die bessere Wahl. Sie verhindern die Eiablage, ohne das Auffangen des Wassers zu beeinträchtigen. Schneiden Sie das Netz passend für Ihre Regentonne zu. Für das Fallrohr wird eine knapp bemessene Öffnung in das Netz geschnitten.

Befestigen Sie das Fliegennetz, indem Sie es über den Tonnenrand legen und mit einer Schnur fest umschließen. Versuchen Sie, auch im Bereich des Fallrohres, die Öffnung so dicht wie möglich zu verschließen.

Hinweis: Handelsübliches Paketklebeband eignet sich nicht zum Befestigen des Netzes an der Regentonne. Es würde sich bei starker Hitze und Sonneneinstrahlung ablösen. Alternativ zum Fliegennetz können Sie Gartenvlies verwenden.

Tipp 2: Geschlossene Regenwassercontainer

RegentonneVerwenden Sie geschlossene Regenwassercontainer. Mittlerweile sind verschiedene Modelle auf dem Markt, die direkt an das Fallrohr der Dachrinne angeschlossen werden und das Regenwasser infolgedessen sicher auffangen. Diese geschlossenen Systeme bieten Mücken keinen Zutritt.

Tipp 3: Schützende Pflanzen

Es gibt Pflanzen, die Mücken fern halten. Diese verbreiten intensive Duftstoffe, die für die Plagegeister unerträglich sind. Das sollten Sie sich zu Nutze machen.

Geeignete Pflanzen sind

  • Duftgeranien
  • Salbei
  • Rosmarin
  • Katzenminze
  • Basilikum
  • Lavendel
  • Zitronenmelisse

Tipps zur Mückenbeseitigung

Wenn die Mücken einen Zugang zu Ihrer Regentonne entdeckt haben, bleiben Ihnen verschiedene Möglichkeiten, um die Larven zu töten. Für umweltbewusste Gärtner verbietet sich der Einsatz von chemischen Insektenschutzmitteln, denn diese können auch die nützlichen Insekten gefährden.

Tipp 1: Zerstören der Oberflächenspannung

Mückenlarven bekämpfen RegentonneZerstören Sie die Oberflächenspannung des Wassers. Die Oberflächenspannung ist für Mückenlarven existenziell, denn sie müssen an der Oberfläche Luft holen. Ohne die Oberflächenspannung und die Chance, an Sauerstoff zu gelangen, ertrinken die Larven schließlich.
Die Oberflächenspannung kann indes durch den Zusatz von Pflanzenöl ohne Schädigung der Umwelt vernichtet werden. Alternativ können Sie biologisch abbaubare Geschirrspülmittel verwenden.

Drei Esslöffel Pflanzenöl oder Spülmittel genügen für eine handelsübliche Regentonne.

Im Fachhandel erhalten Sie spezielle Eiweißpräparate, die ebenso zu einer Zerstörung der Oberflächenspannung führen. Diese sind nicht so kostengünstig wie Pflanzenöl und Spülmittel erhältlich, entwickeln jedoch eine geringere Geruchsbelästigung und führen auch nicht zu einer Schaumbildung. Für Regentonnen und vor allem für Gartenteiche sind die Proteinpräparate von Vorteil.

Tipp 2: Regentonne ausleeren

Wenn sich Mückenlarven in Ihren Regenfässern tummeln, kann es hilfreich sein, diese komplett auszuleeren. Vor allem, wenn sich nur wenig Wasser in den Tonnen befindet, ist das eine schnelle und wirksame Lösung. Bei komplett gefüllten Tonnen sollten andere Möglichkeiten genutzt werden, denn das Wasser wird im Sommer dringend für die Pflanzen benötigt.

Was sind das für Würmer im Regenfass?

Oft entdecken Hobbygärtner kleine Würmer in ihrem Regenfass. In den meisten Fällen handelt es sich dabei auch um Mückenlarven. Diese haben unterschiedliche Erscheinungsformen und es sind weiße, rote sowie schwarze Mückenlarven in unseren Gärten aktiv.
Mückenlarven können klein und rund oder länglich wie Würmer sein.

MückenlarveManchmal entdecken auch andere Kleintiere die Vorzüge der Regentonne zur Vermehrung:

  • Libellenlarven
  • Köcherfliegenlarven
  • Hüpferlinge
  • Wasserasseln
  • Rattenschwanzlarven
Tipp: Wenn Sie Libellenlarven in Ihrer Tonne entdecken, lassen Sie sich das spannende Schauspiel der Entwicklung von der Larve bis zum Schlüpfen der Libelle nicht entgehen. Halten Sie immer einen Fotoapparat bereit.

Libellen stehen unter Naturschutz und gehören zu den Nützlingen in Ihrem Garten.
Nicht selten verirren sich Regenwürmer in die Tonne. Sie gelangen oft über die Gießkannen in das Regenwasser. Regenwürmer ertrinken jedoch, wenn sie nicht schnell wieder herausfinden.