Gartenpflege Schädlinge & Nützlinge

Rattenlöcher im Garten: was tun gegen die Löcher?

Rattenlöcher im Garten

Neben unzähligen anderen Schädlingen kann es immer wieder passieren, dass auch Ratten den heimischen Garten als Lebensraum erobern. Mit diesen Maßnahmen werden Sie der Nager Herr und die Rattenlöcher rasch wieder los.

Die Zielsetzung

Ratten siedeln sich in einem einmal ausgewählten Lebensraum dauerhaft an, indem sie ein Nest errichten. Erkennbar sind die meist im Boden errichteten Bauten durch die Löcher, durch die die Tiere ihre Behausung betreten und verlassen.

Löcher im Rasen

Wenn Sie die lästigen Rattenlöcher loswerden wollen, kommen Sie also kaum um die Aufgabe herum, die Ratten selbst aus Ihrem Garten zu vertreiben. Wenn Sie dagegen nur die gefundenen Löcher verschließen, werden die Tiere entweder die vorhandenen Ausgänge freiräumen, oder neue Öffnungen herstellen.

Rattengift – der Klassiker?

Eine bekannte und seit vielen Jahrzehnten bewährte Form der Rattenbekämpfung ist Rattengift. Dabei handelt es sich um eine toxische Substanz, die üblicherweise in Verbindung mit einem Fressköder platziert wird. Gerne angenommen werden beispielsweise:

  • Fleisch
  • Wurst
  • Getreidekörner
  • Haferflocken
  • Obst
  • Gemüse
  • Erdnussbutter, Nutella und andere süße Aufstriche
Rattenfalle

Der große Nachteil bei diesem Vorgehen liegt aber darin, dass die Tiere das Gift zwar recht zuverlässig finden und aufnehmen. Allerdings ziehen sich kranke Ratten häufig in geschützte Verstecke zurück, wo sie dann auch verenden. In der Folge kann es also sein, dass der Kadaver an ungünstigen Lagen in Schuppen, an Terrassen oder anderen menschennahen Positionen anderes Ungeziefer anlockt und darüber hinaus eine enorme Geruchsbelästigung darstellt.

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Sowohl die eingesetzten Toxine, als auch die notwendigen Futterlockmittel werden neben den Ratten auch von Haustieren, allen voran Katzen und Hunden, angenommen. Wer auf Gift setzt, sollte das daher nur an Orten tun, die Haustiere und andere unschädliche Gartenbewohner nicht erreichen können.„]

Die Schnappfalle – Ratten töten ohne Gift

Eine echte Alternative, um die Nagetiere sofort zu töten, ist der Einsatz von Schnappfallen. Diese vermeiden die Gefahr von Gift für andere Gartenbewohner und sind mindestens ebenso wirksam. Deshalb werden sie von Experten und zuständigen Ämtern häufig als zielführendste Lösung angepriesen. Allerdings besteht auch hier eine gewisse Gefahr, dass Haustiere die Köder als gefundenes Fressen ansehen und sich selbst durch den starken Federmechanismus verletzen. Die Fallen werden mit den beschriebenen Lebensmitteln ausgestattet und auf Laufwegen, vor den Löchern oder auch im Bereich von Kotstellen platziert.

Mausefalle, Ratten

Alternativen ohne direkte Tötung

Wer nun auf klassisches Gift als Mittel gegen die Rattenlöcher und ihre Bewohner verzichten möchte, dem bieten sich einige andere effektive Möglichkeiten:

Vertreiben statt töten

Anstatt die verschiedenen Vertreter der Artenfamilie Rattus zu töten, lassen sie sich auch mit einfachen, leicht einsetzbaren und nahezu überall erhältlichen Mitteln dauerhaft aus ihrem Lebensraum vertreiben. Dazu bieten sich folgende Maßnahmen an:

Terpentin

Der stechende Geruch von Terpentin wird von Ratten als extrem unangenehm empfunden. Daher eignet sich dieser Stoff wunderbar als Abwehrstoff gegen die Nager:

  • Baumwolllappen, z.B. alte T-Shirts, Bettwäsche o.ä. intensiv mit Terpentin tränken
  • Lappen in Löcher auslegen
  • Weitere Lappen in Nähe von Laufwegen, Futterstellen,Kotstellen etc. der Tiere auslegen
  • Bei Bedarf Lappen nach vollständigem Ausdünsten erneut tränken

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Nehmen Sie von künstlichen Textilmaterialien als Terpentinträger Abstand. Die enthaltenen Säuren können die Kunststoffe lösen und an die Umwelt, sprich Ihren Garten, abgeben.„]

Katzen

Wenn Sie eine Katze haben, sorgen Sie dafür, dass sie Zugang zum von Ratten bewohnten Bereich Ihres Grundstücks hat. Als natürlicher Fressfeind wird sie die Population einerseits wirkungsvoll dezimieren. Andererseits reicht aber bereits ihre Anwesenheit, um die intelligenten Kleinsäuger zu einem „freiwilligen“ Umzug zu bewegen.

Katze, Rattenfänger

Benutztes Katzenstreu

Wenn Sie keine Katze besitzen, können Sie sich entweder zeitweise das Haustier von Bekannten „ausleihen“, oder sie nutzen den Abschreckungseffekt auf weit einfacherem Wege:

  • Benutztes Katzenstreu besorgen
  • Katzenstreu in luftdurchlässige Säckchen, z.B. kleine Stoffbeutel, füllen
  • Säckchen im Bereich von Laufwegen und vor allem den Nestzugängen auslegen
  • Bei Bedarf nach ausriechen erneuern

Chilipulver

Ratten mögen keine scharfen Düfte und Gerüchte. Machen Sie sich daher Chilipulver oder scharfen Pfeffer zu Nutze:

  • Rattenlöcher mit Chilipulver bestreuen
  • Nach Regengüssen oder starkem Frühtau erneut ausbringen
Chilipulver

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Chili und Pfeffer alleine zeigt erfahrungsgemäß nur eine begrenzte Wirkung. Am besten kombinieren Sie diese Methode daher mit einer der anderen Varianten.„]

Eisenvitriol

Eine vergleichbare abschreckende Wirkung hat außerdem Eisenvitriol, auch Grünsalz genannt. Wenden Sie es analog zu Chilipulver an, um den Ratten ihre Löcher und ihr Revier im Allgemeinen zu vergällen.

Fangen und umsiedeln

Anstatt die Ratten zum eigenständigen Umzug zu bewegen, können Sie einen anderen Weg wählen. Mittels Lebendfallen lassen sich die Tiere einfangen und dann gezielt zu einem anderen Ort befördern, wo sie eine neue Bleibe finden. Als Köder für die Lebendfallen eignen sich dieselben Futtermittel, die bereits beim Thema Rattengift beschrieben wurden. Besonders wichtig sind nun zwei Dinge:

Der Standort der Lebenfalle

  • Auf Laufwegen
  • Nahe Fundstellen von Rattenkot
  • Im Bereich der Rattenlöcher
Ratte fangen, Lebendfalle

Der Zielort der Umsiedelung

  • Vergleichbare Lebensqualität für die Tiere
  • Gutes Futterangebot (bei Bedarf als „Starthilfe“ dort ausbringen)
  • Ausreichend großer Abstand zum eigenen Garten von mindestens 2 bis 3 Kilometern

Die Ratte ist weg – was nun?

Sind ihre Bewohner erst einmal verschwunden, verbleiben immer noch die Rattenlöcher als eigentlicher Stein des Anstoßes. Um Folgenutzungen durch andere Tiere zu vermeiden, verfüllen Sie die Löcher mit dem Material, in das sie gegraben wurden – also in aller Regel Erde. Durch das errichtete Gangsystem wird die Verfüllung im Laufe der Zeit etwas nachrutschen und muss nachgefüllt werden. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • eingefüllte Erde gut wässern und in den Rattenbau einschwemmen
  • Erde mit Stock, Besenstil o.ä. nachschieben und verdichten
  • unter Deckschicht aus Erde Kies oder Split einbringen (verleidet Tieren das Gängegraben)

Häufig gestellte Fragen

Gibt es rechtliche Vorgaben zum Umgang mit Ratten im Garten?

Neben der Beseitigung der Rattenlöcher müssen Sie den Befall zwingend an Ihr zuständiges Gesundheitsamt melden. Ratten als Infektionsträger sind nach §2 des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig.

Kehren umgesiedelte Ratten zurück?

Achten Sie darauf, die Tiere möglichst weit vom eigenen Garten weg zu befördern, um die Gefahr einer Rückkehr zu minimieren. Die vorhandenen Rattenlöcher müssen Sie ohnehin mit Erde verfüllen, um die Stolpergefahr zu eliminieren. So finden die Ratten aber darüber hinaus auch ihre alte Behausung nicht wieder und die Attraktivität einer Rückkehr sinkt weiter.

Gibt es Maßnahmen, die nur gegen Ratten wirken?

Nein. Je näher andere Tiere in Verhalten und Lebensweise den Ratten sind, umso eher sprechen sie auf dieselben Stoffe positiv oder auch negativ an. So wirkt Rattengift und der zugehörige Fressköder beispielsweise auf alle anderen Nager in gleichem Maße. Und genauso fühlen sich die feinen Nasen von Hunden und Katzen von Grünsalz, Terpentin und anderen Duftstoffen gestört.