Prachtkerze

Die Prachtkerze Gaura ist eine filigrane, sommergrüne Staude die zur Familie der Nachtkerzengewächse gehört. Die auch als Präriekerze bekannte Pflanze ist ausdauernd und wächst hortstbildend, krautig und schwach verzweigt. Je nach Sorte erreicht sie Wuchshöhen von 50 bis 150 cm und eine Breite von etwa 100 cm. Die zahlreichen 2-3 cm großen, weißen, rosafarbenen oder purpurnen Blüten erscheinen je nach Art von Juni bis zu den ersten Frösten im Oktober, in lockeren 30-60 cm langen Blütenrispen.

Pflanzung und Nachbarn

Die Prachtkerze eignet sich je nach Sorte als Beet- und Rabattenstaude ebenso wie als Bodendecker oder Balkonpflanze sowie als Kübelpflanze. Sie ist eine sehr gute Begleitpflanze für Gewächse, die ähnliche Ansprüche an Boden und Standort stellen wie beispielsweise in Kombination mit Rosen oder verschiedenen Gräsern wie Federgras oder Mädchenhaargras. Niedrig wachsende Arten eignen sich auch sehr gut für eine Unterpflanzung z.B. zusammen mit der blaublütigen Bleiwurz.

Pflanzen sollte man die Pracht- oder Präriekerze möglichst im Frühjahr, nach den letzten Nachtfrösten. Die Frühjahrspflanzung gibt dieser Pflanze die Möglichkeit noch vor den ersten Frösten ausreichend Feinwurzeln zu bilden und dementsprechend gut im Boden zu verwurzeln. Ist sie gut angewachsen, gedeiht sie in der Regel sehr üppig.
Zur Pflanzung sollte zunächst der Boden gut aufgelockert werden. Schwere Böden können u.a. mit Sand durchlässiger gemacht werden. Gegebenenfalls kann eine Drainageschicht aus Kies eingearbeitet werden, um die Bildung von Staunässe zu verhindern.

Man hebt ein ausreichend großes Pflanzloch aus, in der Regel doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen. Ist eine Drainage erforderlich, kommt zunächst diese ins Pflanzloch. Dann wird die Pflanze so tief eingesetzt, wie sie im Topf gestanden hat und das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt. Abschließend die Erde andrücken und das Ganze angießen. Zwischen den Pflanzen ist ein Pflanzabstand von 30-40 cm empfehlenswert.

Standort und Boden

  • Die Prachtkerze bevorzugt windgeschützte und vollsonnige Standorte.
  • Bestenfalls ein Standort an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand.
  • Sie verträgt sowohl Hitze als auch Trockenheit sehr gut.
  • Windgeschützte Standorte sind wichtig.
  • Ansonsten könnten die grazilen Stängel dieser Pflanze bei Wind leicht umknicken.
  • Diese Pflanze liebt durchlässige, halbtrockene bis normal feuchte und mäßig nährstoffreiche Böden. 

Gießen und Düngen

Die Prachtkerze ist eine Staude, die mit Trockenheit sehr gut zurechtkommt. Staunässe bekommt dieser Staude gar nicht, vor allem nicht im Winter. Gegossen werden sollte nur bei länger andauernden Hitzeperioden und immer erst dann, wenn die oberste Bodenschicht gut abgetrocknet ist, ansonsten nur sehr spärlich gießen. Im Kübel kultivierte Pflanzen müssen im Sommer gegebenenfalls etwas öfter gegossen werden, denn das Substrat trocknet im Kübel wesentlich schneller aus als bei frei ausgepflanzten Exemplaren. Im Untersetzer befindliches Wasser sollte immer sofort entfernt werden.

PrachtkerzeIm Graten ausgepflanzte Prachtkerzen müssen in der Regel nicht gedüngt werden. Im Kübel kultivierte Pflanzen können mit einem handelsüblichen Flüssigdünger versorgt werden. Bei einem besonders spärlichen Wuchs kann man gegebenenfalls maximal einmal im Monat maßvoll düngen. Von August bis zum Frühjahr wird gar nicht mehr gedüngt, dann befindet sich diese Pflanze in einer Art Ruhephase. Eine Überdüngung ist unbedingt zu vermeiden.

Überwintern

Die Prachtkerze Gaura ist vor allem in besonders kalten Regionen keine zuverlässig winterharte Staude, weshalb sie dort oft nur als einjährige Pflanze kultiviert wird. Dank ihrer Eigenschaft, sich selbst auszusäen, sorgt sie aber auch so für ihren Fortbestand. In milderen Regionen ist die Überwinterung wesentlich unproblematischer.

Nach dem Rückschnitt im Herbst sollte man sie mit einem entsprechenden Winterschutz versehen. Das kann eine Abdeckung mit Fichten- oder Tannenreisig, Stroh oder auch Laub sein. Trotz allem ist ein Winterschutz keine hundertprozentige Garantie, dass die Pflanze im nächsten Jahr wieder austreibt, auch hier kann es immer wieder zu Verlusten kommen.

Ursache hierfür kann u.a. auch Winternässe sein, die in der Regel noch gefährlicher für die Pflanze ist als Kälte. Winternässe hat für die Prachtkerze in den meisten Fällen den kompletten Verlust der Pflanze zur Folge. Sie ist vor allem bei schwereren Böden mit einem erhöhten Wasser- und Nährstoffgehalt ein Problem. Um dem vorzubeugen, ist es sinnvoll, den Boden beispielsweise mit Sand durchlässiger zu machen und gegebenenfalls bereits bei der Pflanzung eine Drainage mit einzuarbeiten. Übrigens sollte diese Pflanze im Winter nicht nur vor zu viel Nässe, sondern auch vor Wintersonne geschützt werden, auch die kann große Schäden an der Prachtkerze anrichten.

Im Kübel oder Topf kultivierte Pflanzen können bis zu den ersten leichten Frösten draußen bleiben. Vor der Überwinterung schneidet man die oberirdischen Pflanzenteile bis kurz über den Boden zurück und stellt sie dann in ein frostfreies Winterquartier. Dieses sollte dunkel und kühl sein, bei Temperaturen bis maximal 5 Grad, denn die Prachtkerze gehört zu den Kalthauspflanzen.

Ist das Winterquartier zu hell und zu warm, kann es zur Bildung von sogenannten Geiltrieben kommen. Dabei handelt es sich um schnell wachsende, kraftlose Triebe. Diese sollten dann im Frühjahr abgeschnitten werden. Der Wurzelballen bzw. das Substrat im Kübel sollte während der Überwinterung nahezu trocken gehalten werden. Es sollte immer nur so viel gegossen werden, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.

Ab Februar kann die Pflanze dann wieder an einen helleren und warmen Platz gestellt werden. Nach draußen kann sie, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, also ab Mitte Mai. Anfangs ist es sinnvoll sie etwas schattiger zu stellen, um sie vor Verbrennungen durch die Sonne zu schützen. Nach dieser kurzen Abhärtungsphase kann sie dann an einen sonnigen aber geschützten Standort.

Schneiden

  • Ein Rückschnitt der Prachtkerze ist empfehlenswert.
  • Nach der Blüte, von Herbst bis Spätherbst ist hierfür der beste Zeitpunkt.
  • Dabei schneidet man sie etwa 5-10 cm über dem Boden ab.
  • Ein Rückschnitt vor den ersten Frösten fördert die Bildung sogenannter Überwinterungsknospen.
  • Aus diesen Überwinterungsknospen treibt sie im darauf folgenden Frühjahr wieder aus. 

Vermehren

Durch Aussaat
PrachtkerzeUnter optimalen Standortbedingungen sät sich die Präriekerze sehr gut selbst aus. Ansonsten kann man sie entweder ab April direkt an Ort und Stelle im Garten aussäen oder sie im Herbst in einem sogenannten Kalten Kasten vorziehen. Ein Kalter Kasten ist nichts anderes als ein unbeheizter Frühbeetkasten. Diese sind sowohl aus Holz als auch Aluminium erhältlich. Man kann ihn aber auch relativ leicht in Form eines einfachen Bretterverschlags selbst anfertigen. Am besten setzt man ihn an einer sonnigen, geschützten Stelle in den Boden ein.

Dazu hebt man ein etwa 60 cm tiefes und entsprechend breites Loch aus. Dort hinein setzt man dann den Frühbeetkasten. In den Kasten gibt man dann als unterste Schicht wenn möglich Pferdemist, dieser entwickelt in Verbindung mit Stroh, den der Pferdedung enthält, Wärme. Darauf kommt dann eine dünne Schicht Kompost und zum Schluss etwa 20 cm dick Erde. Darauf wird dann die Saat verteilt, dünn mit Erde bedeckt und befeuchtet. Das Ganze deckt man dann mit Glas ab.

Die ersten Tage sollte der Kasten geschlossen gehalten und später tagsüber gut gelüftet werden. Nachts über deckt man das Ganze mit Stroh und Brettern ab. Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen können die jungen Pflänzchen dann nach draußen gepflanzt werden.

Durch Stecklinge
Möglich ist auch eine Vermehrung durch Stecklinge. Dazu werden etwa 8-10 cm lange Stecklinge von der Mutterpflanze geschnitten und im zeitigen Frühjahr ins Frühbeet in ein entsprechendes Substrat gesteckt. Anfangs sollte das Frühbeet geschlossen gehalten werden. Später, wenn die Stecklinge beginnen auszutreiben, muss tagsüber öfter gelüftet werden. Ab Mitte Mai werden die Stecklinge dann an ihren endgültigen Standort ausgepflanzt, wo sie in der Regel relativ schnell anwachsen und die ersten Blüten ansetzen.

Krankheiten und Schädlinge

Von Krankheiten und Schädlingen bleibt die Prachtkerze in der Regel eher verschont. Das Einzige was ihr zum Verhängnis werden könnte sind Schnecken. Diese können die Pflanzen in relativ kurzer Zeit nahezu kahl fressen, wodurch sie dann schließlich eingehen. Stellt man einen Schneckenbefall fest, kann man die Tiere mit der Hand ablesen oder handelsübliches Schneckenkorn zu Bekämpfung einsetzen, was in der Regel wesentlich angenehmer ist. Der Umwelt und anderen Gartenbewohnern zuliebe sollte man hierfür möglichst biologisches Schneckenkorn verwenden.

Besonderheiten

Das Besondere an der Prachtkerze ist, dass die Einzelblüten relativ kurzlebig sind, denn sie verblühen bereits nach einem Tag. Dennoch blüht die Prachtkerze unermüdlich von Juni bis Oktober, denn die Blütenknospen öffnen sich nicht alle zur gleichen Zeit, sondern nacheinander.

Schöne Sorten

  • PrachtkerzePrachtkerze Gaura lindheimeri ‚Summer Breeze‘ – Gaura lindheimeri ‚Summer Breeze‘ ist eine Wildart der Prachtkerze, die sich durch eine unermüdliche Blühdauer, Robustheit und eine verbesserte Winterhärte auszeichnet. Von Juli bis Oktober bringt sie eine Fülle an zartrosa Knospen hervor, die sich zu strahlend weißen Blüten entwickeln. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 80 und 120 cm und ist bis -17,7 Grad winterhart.
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri ‚Gambit Rose‘ – Diese kompakt und buschig wachsende Sorte besticht von Juli bis Oktober mit einer leuchtend kaminroten Blütenfülle. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 60 cm. Im Gegensatz zu den weiß blühenden Sorten ist diese nicht zuverlässig winterhart und sollte auf jeden Fall sowohl vor Kälte als auch Winternässe geschützt werden.
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri ‚Siskiyou Pink‘ – Diese sehr anmutige Sorte hat einen buschig aufrechten Wuchs und wird zwischen 60 und 80 cm hoch. Die überhängenden filigranen Stängel dieser Prachtkerze sind von Juli bis Oktober über und über mit rosaroten Blüten besetzt. Auch diese Sorte ist nur bedingt winterhart und sollte dementsprechend durch eine Abdeckung aus Stroh, Reisig oder Laub geschützt werden.
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri ‚Danika‘ – Diese Prachtkerze ähnelt äußerlich der ‚Summer Breeze‘, sät sich aber im Gegensatz zu dieser nicht selbst aus und lässt sich nur über Stecklinge vermehren. Sie wurde speziell auf eine bessere Winterhärte gezüchtet. Die leuchtend weißen Blüten erstrahlen ebenfalls von Juli bis Oktober und gehen kurz bevor sie verblühen leicht ins Rosafarbene über. Sie wächst sehr luftig und erreicht eine Größe von etwa 100 cm.

Fazit
Die Prachtkerze Gaura ist eine elegante, sehr filigrane Staude, die unter optimalen Bedingungen, einen üppigen Blütenflor hervorbringt, der eine Bereicherung für jeden Garten darstellt. Um sich mehrere Jahre an dieser Pracht erfreuen zu können, sollte man vor allem auf einen sonnigen Standort achten und die Pflanze vor Staunässe, strengen Frösten aber auch Wintersonne schützen und Kübelpflanzen möglichst frostfrei überwintern. Ansonsten ist die Prachtkerze eine sehr pflegeleichte und prachtvolle Pflanze.