Petersilie

Für Anfänger im Umgang mit Pflanzen, die in Bezug auf die Umstände einer Aussaat etwas unsicher sind, hat der Handel längst die perfekte Lösung erdacht. Einen fertig vorbereiteten „Kräuterbecher“ mit Samen und allem Zubehör, und einer genauen Anleitung natürlich, wie Sie beim Anbau von Petersilie vorgehen müssen.

Wenn die kleinen Pflänzchen so weit sind, dass sich die ersten „richtigen“ Blätter entwickeln, werden sie vereinzelt. Durch vorsichtiges Einkürzen der Wurzeln können Sie gleich noch die Verzweigung fördern. Vereinzeln Sie sie entweder in einen größeren Blumentopf oder in den Garten. Die Petersilie im Blumentopf ist jedoch keine ideale Lösung. Sie ist sogar ziemlich schwierig zu kultivieren, das sollten sich nur Zimmergärtner mit viel Fingerspitzengefühl antun. Sie verträgt nämlich absolut keine Staunässe, trocknet aber in der Wohnung andererseits auch ziemlich schnell aus. Schon die richtige Bewässerung ist hier eine ziemlich knifflige Angelegenheit. Außerdem braucht sie in der Saison Dünger, der sehr schwierig zur Zufriedenheit der Petroselinum crispum zu dosieren ist, und im nächsten Jahr einen völlig neuen Boden.

Der Petersilien-Profi sät seine Petersilie ohnehin lieber gleich in den Garten aus, der ausgewählte Samen kommt dann zur richtigen Zeit und am richtigen Standort direkt ins Beet:

Standort und Aussaat der Petersilie

Die Petersilie wächst in der Natur am liebsten an felsigen Hängen, in den sonnigen Höhen einer Mittelmeerküste zum Beispiel. Auch wenn sie im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern ein Mehr an Nährstoffen, eine humusreiche Erde, durchaus annimmt und zu schätzen weiß, blieb die Abneigung gegen Frost bestehen. Wenn Sie Petroselinum crispum in den Garten aussäen, sollten Sie auf jeden Fall die Eisheiligen Mitte Mai abwarten. Sie können die Petersilie aber auch sehr gut erst im Juli oder August aussäen. Die warmen Temperaturen bekommen ihrer Entwicklung sogar richtig gut. Der Boden sollte nahrhaft und feucht sein, und so locker, dass sich die Nässe niemals stauen kann. Die Petersilie verträgt einen sonnigen Standort, hat aber wie fast alle Pflanzen nichts dagegen, wenn dieser in der grellen Mittagssonne im Halbschatten liegt.

PetersilieEs ist jedoch trotzdem nicht ausgeschlossen, dass die Petersilie sich etwas „zickig“ gibt. Sie sollten die Saatfläche deshalb im Auge behalten. Das erleichtern Sie sich, wenn Sie in die gleiche Reihe einige Radieschen als „Markiersaat“ aussäen. Wenn die schon längst gegessen und verdaut sind und sich trotz weiterer gleichmäßiger Befeuchtung des Bodens nach nunmehr gut vier Wochen immer noch kein Petersilien-Keimling blicken lässt, haben Sie augenscheinlich den falschen Platz für „Prinzessin Petersilie“ gewählt und können ein Stück weiter einen neuen Versuch starten.

Dass Petersilie schlecht keimt oder sich nur mickrig entwickelt, kann an den falschen Nachbarn oder dem falschen Beet liegen. Petroselinum crispum soll weder Kopfsalat neben sich mögen noch am gleichen Standort wie die Vorgänger-Generation gedeihen. Petersilie soll frühestens nach vier Jahren an den gleichen Standort gepflanzt werden. Diese weite Fruchtfolge soll das vielleicht wichtigste Geheimnis beim Anbau sein. Denn in der Erde rund um die Petersilie siedeln sich Petersilie liebende Älchen an, die sich am gleichen Standort viel zu sehr vermehren. Eine weitere Gefahr in der Petersilienerde sind Pilze, die die Petersilie zum Absterben bringen können. Auch diese Pilze können sich weniger gut entwickeln, wenn die Petersilie jedes Jahr einen anderen Standort bekommt. Sie sollen generell dadurch in Schach zu halten sein, dass Sie die Petersilie erst sehr spät aussäen. Die Ählchen sollen auch schon im Vorfeld zu vertreiben sein, indem das spätere Petersilienbeet im Vorjahr mit Tagetes bepflanzt wird.

Gurken, Lauch und Rettich, Tomaten und Zwiebeln werden als Nachbarn normalerweise gerne angenommen, neben Rettich (und Radieschen) soll der Petersilienduft sogar die Erdflöhe vertreiben. Wenn die Petersilie trotzdem zögert, könnte es auch noch daran liegen, dass Sie das Beet gerade frisch (und mit Kunstdünger) gedüngt haben, und wenn es das auch nicht ist, hat sie vielleicht einfach keine Lust, soll vorkommen bei Petersilie.

Die Pflege der Petersilie im Garten

Wenn Sie ein Stück Garten gefunden haben, an dem sich die Petroselinum crispum zufrieden entwickelt hat, haben Sie den Hauptteil der Pflege eigentlich schon hinter sich, Sie müssten dann nur noch folgende Feinheiten beachten:

  • Petroselinum crispumPetersilie möchte gleichmäßig, aber mäßig gegossen werden, zu viel Wasser nimmt sie schnell übel.
  • Sie sollten deshalb immer erst gießen, wenn sich die oberste Schicht der Erde bei Handauflage trocken anfühlt.
  • Wenn draußen große Hitze herrscht, braucht sie jedoch zusätzliche Feuchtigkeit.
  • Wenn Ihre Petersilie kräftig wachsen soll, braucht sie einige Nährstoffe, allerdings ist sie auch hier wieder recht wählerisch, frischen Dünger mag sie nicht.
  • Deshalb sollten Sie das Beet durch Einarbeitung reifen Komposts gut vorbereiten.
  • Normalerweise kommt die zweijährige Petroselinum crispum bei uns gut über den Winter, in sehr kalten Lagen können Sie Ihr ein wenig Reisig als Winterschutz gönnen.
  • Im nächsten Jahr kann man dann im Frühjahr vielleicht etwas Algenkalk und Steinmehl geben.
  • Die zweijährige Pflanze kann dann im zweiten Jahr selbst für ihre Nachfolger sorgen, wenn Sie die sich nun entwickelnde Blüte ausreifen lassen.

Je nachdem, wann Sie ausgesät haben, werden Sie erst im zweiten Jahr so richtig kräftig ernten können, zuerst ist die Petroselinum crispum mit der Wurzelbildung beschäftigt, dann kommen die Blattrosetten. Die Aussaat soll sich trotzdem lohnen, sie soll besonders kräftige Pflanzen hervorbringen.

Petersilie-Sorten

Erst einmal werden grundsätzlich zwei Varianten Petersilie unterschieden:

  • Die Blattpetersilie wird auf Geschmack in den Blättern gezüchtet.
  • Die Wurzelpetersilie (Petersilienwurzel, Knollenpetersilie) soll eigentlich mit dem untersten Teil im Suppengrün landen, ihre Blätter können aber auch verwendet werden.

Dann gibt es bei der Blattpetersilie glatte und krause Petersilie. Mit der glatten Petersilie ist es noch einfach, sie hört einfach auf den Namen Blattpetersilie, glatte Petersilie oder italienische Petersilie, bei der krausen Petersilien ist es weniger simpel:

  • PetersilieEs gibt zunächst drei Gruppen „Kräuselung“ mit speziellen Bezeichnungen.
  • Sehr fein gekraust ist die „Farnblättrige Petersilie“, „fern leafed“ im internationalen Handel.
  • Sehr fein bis fein gekraust die „Petersilie Typ Mooskrause“, in den Handelsbezeichnungen auch als „extra krause“ bzw. „double/triple curled“ benannt.
  • Mittelfein bis grob gekraust ist die „Petersilie Typ Paramount“, im internationalen Handel auch als „curled“ oder „perlé“ ausgezeichnet.
  • Dann gibt es noch eine Skala von 1 bis 9, auf der die „Stärke der Kräusel“ genau eingeordnet wird.

All das drückt sich teilweise im botanischen Namen aus, teilweise auch nicht. Bei der Gartenpetersilie gibt es nämlich auch noch viele Zuchtsorten von einer botanisch identischen Petroselinum crispum . Wenn Sie im Garten mit verschiedenen Sorten „spielen möchten“, sollten Sie bei einem kundigen Fachhändler einkaufen.

Petroselinum crispum ernten

Egal wie glatt oder kraus sich Ihre Petersilie geben mag – Sie sollten immer nur die äußeren Blätter ernten. Schneiden Sie die Herzblätter im Inneren ab, entwickelt sich die Pflanze nicht mehr weiter.

Schneiden Sie die Petersilie möglichst kurz vor dem Einsatz. Sie könnten sie zwar im Kühlschrank (verschlossener Behälter) einige Tage lagern, sie verliert dabei aber viele Vitamine. Das können Sie vermeiden, wenn Sie Petersilie im Garten stehen haben.

Wenn Sie zu viel Petersilie geerntet haben, sollten Sie sie am besten in kleinen Portionen einfrieren. Uum Trocknen eignet sich die Petersilie wirklich nicht sehr gut.

Fazit
Es kann ein wenig dauern, bis Sie für die etwas eigensinnige Petersilie in Ihrem Garten einen genehmen Standort gefunden haben. Trotzdem sollten Sie den Anbau unbedingt versuchen – aus der Gartenerde ist sogar krause Petersilie ein einziges Aromabündel, und es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für das vitaminreiche Kraut.