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Peperoni ernten: wann ist die ideale Erntezeit?

Peperoni ernten

Mal süß, mal feurig scharf, kunterbunt und immer ein Genuss- die Peperoni ist ein Muss im Gemüsebeet eines Selbstversorgers. Je nachdem wie ausgeprägt der Gärtner das typische Aroma mag, muss er bei der Peperoniernte nicht nur auf die richtige Erntetechnik achten, sondern ebenfalls die Capsaicin Bildung berücksichtigen. Wie und wann der beste Zeitpunkt ist, verrät der folgende Ratgeber zum Ernten der leckeren Paprika Art.

Erntezeit

Die Erntezeit der Peperoni erstreckt sich über einen langen Zeitraum von August bis Oktober. Wann genau der Selbstversorger die Schoten pflückt, hängt allerdings davon ab, welchen Schärfegrad er bevorzugt. Genaue Empfehlungen sind daher kaum möglich. Jedoch lässt sich gut beobachten, wie die Früchte mit zunehmender Reife ihre Farbe verändern. Aus anfänglich grünen Schoten werden bald rote Capsicum Früchte. Der Farbwechsel setzt ein, sobald sich die Samen im Inneren vollständig ausgebildet haben. Von diesem Zeitpunkt an, ist es möglich die Peperoni zu ernten. Wann ein angenehmer Schärfegrad erreicht ist, ist häufig sortenbedingt auf der Samenpackung angegeben. Die Färbung setzt zunächst am Steilansatz ein. Wer nun etwa fünf Tage bis zum Ernten wartet, erhält ein knackiges Aroma. Länger als zehn Tage sollte der Gärtner generell nicht warten, da sich sonst die übrige Blüten- und Fruchtbildung der Pflanze reduziert.

Eine Frage des Geschmacks

Zunächst ist die Farbe der Peperoni, die Hinweise auf die Schärfe gibt, natürlich sortenbedingt. Hinzu kommen Faktoren wie

  • Peperoni-AnbauBodenbeschaffenheit
  • Klima
  • und Gießmenge,

welche die Entwicklung der Capsicum beeinflussen. Allerdings kann der Gärtner selbst entscheiden, die Peperoni entweder unreif (grüne oder gelbe Früchte) oder voll ausgereift (rote Früchte) zu ernten. Da der Capsaicin Gehalt mit der Reife der Peperoni steigt, schmecken grüne und gelbe Schoten in der Regel milder, sind aber trotzdem schon genießbar. Jedoch existieren auch manche Capsicum Sorten, bei denen sich die Schärfe in Süße verwandelt, je länger sie am Strauch bleiben. Das ist auf die Carotinbildung zurück zu führen, eines Stoffes, der für die rote Färbung der Peperoni verantwortlich ist. Carotin ist ein wichtiger Mineralstoff, der ein gesundes Hautbild hervorruft, indem er die Zellproduktion anregt.

Hinweis: Wer seine Peperoni aufgrund des noch milden Aromas im unreifen Zustand erntet, sollte die Früchte möglichst zeitnah verzehren. Bei Zimmertemperatur reifen sie nämlich nach und entwickeln dementsprechend die typische Schärfe. Bei falscher Lagerung kann es wiederum passieren, dass die Schoten schrumpeln.

Nicht zu lange warten

Wer seine Peperoni wegen ihres scharfen Aromas schätzt, wartet demnach am besten möglichst lange bis zur Peperoniernte. Jedoch muss der Gärtner alle Früchte vor dem ersten Frost abpflücken, da das Gemüse nicht winterhart ist. Bei später Aussaat gibt es einen Trick, die Schoten auf jeden Fall noch vor dem Herbst ernten zu können:

  • für mehr Licht sorgen
  • Umgebungstemperatur erhöhen
  • Capsicum mit Kalium und Phosphat düngen
  • Stickstoff Gehalt im Boden reduzieren
Tipp: Der erste Nachtfrost kündigt sich unerwartet früh an? Aber wohin nur mit all den Peperoni, die der Gärtner nun zwangsläufig pflücken muss? Kübelpflanzen lassen sich problemlos ins Haus holen und auf der Fensterbank weiter kultivieren. Bei warmer Raumluft drohen die Schoten nicht einzugehen, sodass die Ernte noch mehrere Wochen möglich ist- selbst wenn es draußen bereits friert.

Erntetechnik

  • zunächst eine Schote auf ihr Aroma testen
  • bei gutem Geschmack eine Ernteschere nutzen
  • Ernteschere sollte schmal zulaufen (gelangt so besser zwischen die Zweige)
  • Stiel am unteren Drittel abschneiden
Tipp: Zuzusehen, wie die selbst angebauten Früchte reifen, lässt das Gärtnerherz höher schlagen. Oft beobachtet der Selbstversorger schon das Erscheinen der ersten Blüte mit großem Stolz. Bei Paprikagewächsen empfehlen Experten jedoch, diese sogenannte Königsblüte sogleich zu entfernen. Auch wenn es schwer fällt, sollte der Gärtner daran denken, dass die Pflanze viel Kraft in die Versorgung der Blüte stecken muss. Durch das Abtrennen kann sie die Energie für die Fruchtbildung nutzen. Das Entfernen lohnt sich hinsichtlich der späteren Ernte demnach allemal.

Verwendung

Nach der Peperoniernte kann der Gärtner das Gemüse sogleich verarbeiten. Folgenden Gerichten verleihen die Schoten ein delikates Aroma:

  • Chili con Carne
  • Gulasch
  • deftigen Eintöpfen
  • Pastasoßen
  • auf Pizzen

Zudem eignen sich die Früchte auch für die kalte Küche:

  • gefüllt mit Frischkäse
  • als Pesto
  • in Salaten

Peperoni-AnbauInteressant zu wissen: Capsicum Gewächse sind für ihre scharfen Früchte bekannt. Allerdings existieren auch Sorten, die süß schmecken. Diese eignen sich zum Beispiel für selbst gekochte Marmelade. Auch wer glaubt, dass die Kerne den schärfsten Teil der Capsicum darstellen irrt sich. In Wahrheit sorgt die helle Plazenta im Inneren der Frucht für das feurige Aroma. Zudem ist die Spitze meistens schärfer. Zum Steilansatz hin, nimmt das Aroma ab.

Überschüssige Ernte lässt sich zudem folgendermaßen aufbewahren:

  • wenige Tage im Kühlschrank
  • luftgetrocknet und zu Pulver vermahlen
  • im Gefrierschrank
Tipp: Vor dem Einfrieren sollte der Gärtner die Kerne entfernen. Diese sollten auf keinen Fall in den Müll wandern. Wer von Peperoni einfach nicht genug bekommt, verwendet das Saatgut zur Vermehrung. Allerdings ist die Vervielfachung nur mit den Samen roter, ausgereifter Peperoni möglich. Die Kerne grüner Früchte keimen häufig nicht.