Pastinake

Die Wildform der Pastinake ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Das Wintergemüse aus der Familie der Doldengewächse hat von Oktober/November bis April/Mai Saison. Dann kann man diese köstliche Rübenart frisch auf Märkten oder in Gemüseläden kaufen. Die auch als Hammelmöhre oder Germanenwurzel bekannte Pastinake hat eine längliche, rübenähnliche Form und kann bis zu 40 cm lang werden.

Pastinaken, das aus der Mode gekommene Gemüse

Das, was wir als Gemüse so schätzen, ist die Kulturform der Pastinake. Die Wildform ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Dank ihrer Inhaltsstoffe und ihres intensiven Geschmacks ist sie für viele eine echte Delikatesse, die verschiedenste Zubereitungsarten bietet.

  • Pastinake hierzulande eines der ältesten Feldfrüchte
  • schlanke Wurzel dem Rettich sehr ähnlich
  • äußerlich gelblich-bräunlich
  • gelblich-weißes Fruchtfleisch
  • Geschmack entfalten sich erst nach dem ersten Frost
  • Pastinaken sind sehr schmackhaft, bekömmlich und gesund
  • war bis zum 18. Jahrhundert eins der wichtigsten Nahrungsmittel
  • später von Kartoffel und Karotte verdrängt
  • heute wieder voll im Trend

Dieses winterliche Wurzelgemüse ist reich an Ballaststoffen, Kalium und Vitaminen und ein wichtiger Lieferant von Folsäure, die unser Körper für Wachstumsprozesse, zur Zellteilung und Blutbildung benötigt. Zudem enthält sie ätherische Öle, die dem Gemüse sein feinwürzig-süßliches Aroma verleihen. Auch der Anteil an Phosphor, Eisen, Zink und Magnesium ist bemerkenswert.

Tipp: Dass die Pastinake relativ viele Kohlenhydrate enthält, ist ein kleiner Wermutstropfen, der aber aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften durchaus zu verschmerzen ist.

Pastinaken roh essen, geht das überhaupt?

Pastinake roh essenPastinaken roh zu essen, ist nicht nur möglich, sondern sogar empfehlenswert. Wer sie bisher nur gegart kannte, sollte sie unbedingt mal roh versuchen und wer sie noch gar nicht kennt, sowieso. In der rohen Pastinake sind die meisten Nährstoffe und Vitamine enthalten. Dabei sind sie im rohen Zustand auch noch besonders lecker. Im Unterschied zu gegarten Wurzeln sind sie roh frischer, zarter und milder im Geschmack. Dabei kann man nicht nur die Wurzeln, sondern auch die Blätter der Pastinake essen.

Zubereitung von rohen Wurzeln

Möchte man diese Rübe roh genießen, sollte man insbesondere die jungen und kleineren Knollen verwenden, die haben noch eine dünne Schale, wodurch sie zarter und milder sind als große Wurzeln.

  • junge Knollen müssen nicht geschält werden
  • Schale von jungen Wurzeln kann mitgegessen werden
  • wertvollste Inhaltsstoffe sitzen direkt unter der Schale
  • beim Schälen würden sie mit entfernt
  • Schale kleinerer Knollen ist glatt
  • nur abwaschen oder abbürsten
  • ältere Pastinaken meist schon etwas runzliger
  • sind nicht für Rohverzehr geeignet, müssen geschält werden
  • immer nur eine dünne Schicht abschälen
  • Schale nicht wegwerfen

Die Schale kann eingefroren und später zum Würzen von Gemüsebrühen verwendet werden. Die rohe Pastinake lässt sich sehr gut raspeln und als Zutat für knackige Winter- oder Rohkostsalate verwenden, wie Sellerie zubereiten oder man schneidet sie in Streifen und nutzt sie als rohen Snack zu leckeren Dips.

Tipp: Nach dem Schälen sollte man Pastinaken am besten in kaltes Wasser legen, da sie sich, ähnlich wie die Kartoffel, bei Lichteinfall schnell braun verfärben. Das ist jedoch nur ein optischer Mangel und tut dem Geschmack keinen Abbruch.

So schmecken Pastinaken

Pastinake roh essenPastinaken sind generell leicht bekömmlich und machen relativ lange satt. Was den Geschmack angeht, ist der wesentlich süßer, pikanter und würziger als der der Karotte. Im rohen Zustand schmeckt sie süßlich-nussig bis würzig-scharf. Ihre volle Süße erreicht sie, ähnlich wie der Grünkohl, erst, wenn sie Frost abbekommen hat. Gekocht ist es eher eine Mischung zwischen Mohrrübe und Sellerie.

Blätter zu schade für den Müll
Die Blätter sollten auf keinen Fall weggeworfen werden. Auch sie können roh gegessen und beispielsweise wie Petersilie als Würzkraut für Eintöpfe genutzt, für Salate verwendet oder in einem grünen Smoothie verwertet werden. Ernten kann man sie von Mai bis August.

Das Kraut ist genauso zart wie die Wurzel und ebenfalls reich an gesunden Inhaltsstoffen, vorausgesetzt sie sind frisch. Pastinaken können eingefroren und später nach Bedarf zum Würzen von diversen Gerichten genutzt werden. Darüber hinaus können sie mitgekocht werden, ohne wesentlich an Aroma zu verlieren.

Tipp: Beim Ernten der Blätter ist es ratsam, Handschuhe zu tragen, denn sie können bei empfindlichen Personen Irritationen der Haut, bis hin zu Blasenbildung hervorrufen. Verantwortlich hierfür sind sogenannte Furocoumarine.

Worauf beim Kauf achten?

Wie bereits erwähnt hat dieses Wintergemüse von Ende Oktober bis Anfang April Saison. Wenn man sie im Garten anbaut, sollten sie nicht vor dem ersten Frost geerntet werden. Selbst angebaute Knollen sollten so lange wie möglich im Beet bleiben.

  • gekaufte Wurzeln, sollten nicht zu groß sein
  • kleinere, sind zarter und schmackhafter
  • idealerweise etwa 20 cm lang und ca. 300 g schwer
  • sie sollten fest sein, mit einer glatten Schale
  • größere Exemplare meist holzig
  • weiche, schrumpelige Wurzeln und jene mit Druckstellen meiden
  • im Kühlschrank aufbewahren
  • in feuchtes Küchenpapier einwickelt, zwei bis vier Wochen frisch

Fazit
Der Winter ist die Zeit des Wurzelgemüses, wozu auch Pastinaken gehören. Sie sehen aus wie eine weiße Karotte und Petersilienwurzeln zum Verwechseln ähnlich. Rübe und Blätter können Sie sowohl gegart als auch roh essen. Der Rohverzehr ist jedoch empfehlenswerter, da sie im rohen Zustand all ihre wertvollen Inhaltsstoffe behalten.