Päonien

Als einzige Gattung der Pfingstrosengewächse, zieren sie den Garten nicht nur in Form von Stauden oder krautigen Halbsträuchern, sondern sind auch sehr beliebt in der Kultivierung als Strauchpäonien. Dabei zählen die asiatischen Strauchpäonien zu den edelsten Vertretern dieser dekorativen Frühlingsblüher und zogen bereits die Aufmerksamkeit chinesischer Kaiser auf sich. Bis heute haben die traumhaft blühenden Päonien nichts von ihrer Popularität eingebüßt und sollten in keinem Garten fehlen.

Pflege

Der Standort im Garten will mit Sorgfalt ausgewählt sein, denn Päonien mögen es gerne windgeschützt und leicht schattig, beispielsweise unter einem hohen Laubbaum, dessen Blätter das pralle Sonnenlicht filtern. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Gartenblumen schätzen Pfingstrosen es überhaupt nicht, wenn sie wiederholt ihre Position wechseln müssen. Vielmehr strafen sie den Hobbygärtner nach einem Standortwechsel gnadenlos ab, indem sie sich standhaft weigern, überhaupt noch einmal zu erblühen. Deutlich weniger kapriziös zeigen sich Strauchpäonien hinsichtlich ihrer Pflege:

  • Tiefgründige, lockere, nicht zu trockene Gartenerde.
  • Lagen meiden, an denen Staunässe droht.
  • Bei einem pH-Wert unter 6 wird etwas Kalk eingearbeitet.
  • Gleichmäßig feucht halten, ohne den Wurzelballen durchzunässen.
  • Ältere Päonien begnügen sich mit der natürlichen Regenmenge.
  • Vor dem Austrieb und nach der Blüte Mehrnährstoffdünger verabreichen.
  • Regelmäßig Unkraut jäten, ohne zu tief in den Boden zu harken.
  • Mulchen fördert ideale Bodenqualität für Päonien.

Der im Hausgarten so vielseitig einsetzbare Kompost kommt bei Päonien nicht zum Einsatz, weil diese Form von Dünger zu viele organische Bestandteile für die Pflanze enthält. Alternativ zur Gabe von Mehrnährstoffdünger verabreichen erfahrene Hobbygärtner ihrer Pfingstrose im März ca. 60 Gramm mineralischen Volldünger und beschränken sich im September auf die ausschließliche Gabe einer Dosis Kalidünger. Für welche Variante der Gartenfreund sich auch immer entscheidet; wichtig ist, dass Päonien genügend Kraftreserven bilden können, um den Winter gut zu überstehen.

Schneiden

Päonien Liebevoll und sorgfältig gepflegte Strauchpäonien haben eine ähnlich lange Lebenserwartung, wie der Mensch. Der Habitus einer jungen Pfingstrose mag diese Tatsache noch nicht verdeutlichen; im Laufe der Jahre wird die Pflanze jedoch stetig höher und breiter. Damit sie in dieser Zeit nicht ihre schöne Form verliert, ist es ratsam, sie mäßig, aber regelmäßig zu schneiden. Bis zum Frühherbst lässt der versierte Hobbygärtner seine Pfingstrose gewähren, denn nach der Blütezeit, die in der Regel von Mitte April bis Ende Mai währt, entwickeln sich dekorative Fruchtstände und daran anschließend eine prächtige Herbstfärbung. Erst daran anschließend kommt die Gartenschere zum Einsatz. Wichtig zu beachten ist, dass stets knapp über einem nach außen gerichteten Auge geschnitten wird. Sollten sich Triebe nach innen richten, werden sie restlos entfernt. Wohlgemerkt, handelt es sich dabei um eine reine Schönheitsmaßnahme, denn von Natur aus benötigen Päonien keinen Schnitt. Da sämtliche Arten und Sorten der Pfingstrose ausgesprochen schnittverträglich sind, spricht auch nichts dagegen, eine Staude vor dem Winter bis handbreit über dem Boden zu stutzen, damit die zauberhaften Blüten auch im nächsten Frühling auf Augenhöhe erscheinen.

Überwintern

Die Mehrzahl der in den mitteleuropäischen Regionen kultivierten Päonien ist vollkommen winterhart. Da die Pflanze ausgesprochen tief verwurzelt, können die frostigen Temperaturen ihr nichts anhaben. Bemerkenswert ist darüber hinaus die Kälteresistenz der Blüten, die selbst Spätfrösten bis – 5° Celsius die Stirn bieten, ohne dass sie einen Schutz benötigen. Gartenfreunde, die vollkommen auf Nummer Sicher gehen möchten, decken ihre Pfingstrosen im Spätherbst mit Reisig oder Tannenwedeln ab, um einem eventuellen Hochfrieren entgegen zu wirken. In diesem Fall darf jedoch nicht versäumt werden, diesen Winterschutz rechtzeitig vor dem neuen Austrieb zu entfernen.

Vermehren durch Teilung

Päonien Päonien sind ideal geeignet für die Vermehrung durch Teilung. Dabei sticht der geübte Hobbygärtner entweder im Frühling vor dem Austrieb oder im Herbst am Rand des fleischigen Wurzelsystems ein Stück ab, das über mindestens drei bis vier Augen verfügt. Wichtig zu beachten ist, dass möglichst viel Erde am Teilstück der Päonie verbleibt, was die Phase des Anwachsens am neuen Ort unterstützt. Da es sich bei den Pfingstrosen um Flachwurzler handelt, favorisieren die meisten Gartenfreunde diese Form der Vermehrung. Wichtig zu beachten ist, dass die Mutterpflanze im Rahmen dieser Arbeit so wenig wie möglich gestört wird. Sie sollte daher keinesfalls für eine Teilung vollständig ausgegraben werden, weil in diesem Fall die Gefahr besteht, dass die Blüte ausbleibt. Der abgetrennte Teil wird an seinem neuen Standort im Garten eingepflanzt und gut angegossen. Die Augen dürfen dabei nicht mehr als 3 cm bis 4 cm mit Erde bedeckt sein.

Vermehrung durch Aussaat
Eine relativ unkomplizierte Technik der Vermehrung, die im Gegenzug allerdings viel Geduld erfordert, stellt die Vermehrung durch Aussaat dar. Als Kaltkeimer benötigen die Samen der Pfingstrose einen länger andauernden Kältereiz, wie der hiesige Winter ihn bietet. Mitunter sind sogar zwei oder drei Winter vonnöten, damit die Keimung einsetzt. Zeigen sich im Herbst die glänzenden schwarzen Samen besonders prall und saftig, ist die Zeit gekommen sie zu ernten. Idealerweise werden sie sogleich ausgesät, denn getrocknete Päonien-Samen keimen nicht. Daher sind sie im Handel nur äußerst selten erhältlich.

  • Saatschale mit sandigem Lehm oder Kakteenerde füllen.
  • Samen dreimal tiefer einpflanzen, als sie groß sind.
  • Die Saatschale an einem halbschattigen Ort im Garten aufstellen.
  • Dort bleibt sie auch im Winter stehen.
  • Das Substrat leicht feucht halten, aber nicht durchnässen.
  • Nach einem, zwei oder drei Wintern zeigen sich im Frühling die Sämlinge.
  • Die Keimblätter befinden sich unter der Erde.
  • Jeder Sämling wird in einen eigenen Anzuchttopf verpflanzt.
  • Ein Mix aus Gartenerde, Blumenerde und etwas Sand ist ein gutes Substrat.
  • Der weiße Teil des Keimlings kommt unter die Erde.
  • Der dunkel gefärbte obere Pflanzenteil bleibt oberirdisch.
  • Die pikierten Strauchpäonien halbschattig bis sonnig platzieren.
  • Regelmäßig anfeuchten und nach 4 bis 6 Wochen mit Flüssigdünger versorgen.

Päonien Da die Keimlinge der Päonien innerhalb kurzer Zeit ein tief reichendes Wurzelsystem bilden, verwenden kundige Hobbygärtner für die Anzucht extra tiefe Palmentöpfe. Mitsamt dieser Töpfe werden die jungen Päonien in ihrem ersten Winter in einem Beet eingepflanzt und im nächsten Frühjahr wieder hervorgeholt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie ihren Anzuchttopf vollständig durchwurzelt. Nun steht es dem Gartenfreund frei, sie an ihrem endgültigen Platz im Garten einzupflanzen oder in ein größeres Pflanzgefäß umzutopfen. Desgleichen gilt auch in diesem Fall als unverzichtbare Voraussetzung für eine prächtig blühende Pfingstrose, dass die Knospen nicht mehr als 3 cm bis 4 cm mit Erde bedeckt sein dürfen. Werden Päonien zu tief eingepflanzt, war alle Mühe umsonst, denn sie werden nicht blühen.

Vermehren durch Absenker
Strauchpäonien sind die perfekten Kandidaten für die Vermehrung mithilfe von Absenkern. Hierzu wählt der Hobbygärtner im Frühjahr oder im Herbst von einer gesunden Mutterpflanze einen oder mehrere halb verholzte, kräftige Triebe, die noch weitgehend biegsam sind.

  • Neben der Mutterpflanze wird eine 10 cm bis 15 cm tiefe Rinne angelegt.
  • Zuvor wird die Erde an dieser Stelle mit der Harke gut aufgelockert.
  • Der gewählte Trieb verfügt über mindestens 3 Knospen und wird entblättert.
  • Mit einem scharfen Messer wird der Absenker an mehreren Stellen leicht angeritzt.
  • Den Zweig zu Boden ziehen, mit Erde bedecken, mit Steinen beschweren und angießen.
  • Die Spitze des Triebes muss aus dem Boden hervorschauen.
  • Absenker und Gartenerde regelmäßig leicht wässern, jedoch nicht durchnässen.

In den kommenden Monaten bildet der Absenker ein eigenes Wurzelsystem und verbleibt solange an der Mutterpflanze. Ist die junge Strauchpäonia kräftig genug, wird sie mit einem scharfen Messer oder einem Spatenstich abgetrennt und am neuen Heimatort im Garten eingepflanzt. Übrigens werden Strauchpäonien stets leicht schräg gepflanzt, damit sich möglichst viele Wurzeln bilden können.

Krankheiten und Schädlinge

Päonien krank Vorweg eine gute Nachricht zu diesem Thema: Die gefürchteten Nacktschnecken meiden Päonien und vergreifen sich nur in höchster Not einmal an Stauden. Die Strauchpäonien sind vollkommen sicher vor diesen gefräßigen Schädlingen. Demgegenüber darf nicht verschwiegen werden, dass der gefährlichste Gegner dem Reich der Pilze entstammt, und zwar der Suffruticosa Päoniengrauschimmel (Botrytis paeoniae). Herrscht im Frühjahr ein feucht-warmes Klima, sind die zarten Blütenknospen ihm hilflos ausgeliefert. Darüber hinaus welken die Triebe und die Stängel färben sich zuerst braun, bevor sie faulen. Zeigt sich der Befall, hilft nur noch ein radikaler Rückschnitt bis ins gesunde Holz, in der Hoffnung, die Pflanze vor dem völligen Absterben zu retten. Vorbeugend sollte grundsätzlich auf die Verwendung von stickstoffhaltigem Dünger, Stallmist und Kompost verzichtet werden. Ansonsten ist angeraten, nicht über die Blätter zu wässern und bereits bei der Pflanzung auf eine möglichst luftige, sonnige Lage zu achten. Als hilfreiche prophylaktische Maßnahme hat sich erwiesen, im Herbst sämtliches Laub von den Päonien zu entfernen und auch keine Blüten oder Blätter auf dem Boden liegen zu lassen. Findige Hobbygärtner haben bemerkt, dass Knoblauch, zwischen den Strauchpäonien gepflanzt, einer Pilzinfektion vorbeugt. Grundsätzlich gilt für den Päoniengrauschimmel, wie für alle anderen Pflanzenkrankheiten gleichermaßen, dass eine gesunde, liebevoll gepflegte Pflanze weitaus resistenter gegen Infektionen ist, als vernachlässigte Artgenossen. Die Sporen des Botrytis paeoniae verteilen sich im ganzen Garten und keimen selbst auf gesundem Pflanzenmaterial. Eindringen können sie in die Stauden und Sträucher jedoch nur dann, wenn diese geschwächt sind.

Schöne Arten und Sorten

Die Auswahl an prachtvollen Päonien ist atemberaubend und stellt jeden begeisterten Gartenfreund vor die Qual der Wahl. Die folgende Auflistung möchte einen Beitrag leisten zur Entscheidungsfindung:

Chinesische Edel-Pfingstrose ‚Bowl of Beauty‘

  • Wuchshöhe 50 cm bis 70 cm
  • Wuchsbreite 80 cm bis 100 cm
  • weiß gefüllte Blüten mit rosafarbenen Hüllblättern
  • auch als Schnittblume geeignet

Paeonia lactiflora ‚Karl Rosenfield‘

  • Päonien Wuchshöhe bis 80 cm
  • Wuchsbreite bis 100 cm
  • purpurrote Blütenballen
  • benötigt einen vollsonnigen Standort

Paeonia lactiflora ‚Sarah Bernhardt‘

  • Wuchshöhe bis 100 cm
  • rosafarbene, kugelige Blüten
  • verbreitet einen angenehmen Duft

Strauchpäonia ‚Ambrose Congrève‘

  • zählt zu den robusten, schnellwüchsigen Rockii-Hybriden
  • halbgefüllte rosa Blüten mit tiefrotem Basalfleck
  • frühe Blüte ab Ende April

Strauchpäonia ‚Schwarzer Schwan‘

  • absolute Rarität unter den Rockii-Hybriden
  • schwarz-rote einfach Blüte mit dunklem Basalfleck
  • ein Blickfang in jedem Garten

Europäische Strauchpfingstrose ‚Duchesse de Morny‘

  • entstammt den Suffruticosa-Hybriden
  • halb gefüllte, zartrosa bis lavendelfarbene Blüten
  • entwickelt große Blüten
  • eine der am frühesten blühenden Sorten

Strauchpäonia ‚Age of Gold‘

  • eine der seltenen gelb blühenden Sorten
  • halbe bis dreiviertel gefüllte zartgelbe Blüten
  • späte Blüte ab Ende Mai

Päonien Grundsätzlich raten die Experten dazu, eher Sorten mit einfachen oder halbgefüllten Blüten zu bevorzugen, weil sie weniger regenanfällig sind. Die Strauchpäonien aus China sind zwar wunderschön anzusehen mit ihren pomponartigen Blüten; allerdings treiben sie in den mitteleuropäischen Regionen aufgrund der verhältnismäßig milden Wintertemperaturen viel zu früh aus, sodass sie besonders anfällig sind für Spätfröste.

Fazit
Wenigstens eine Päonie sollte der ambitionierte Hobbygärtner sein eigen nennen. Ob als Staude oder als Strauchpäonie, bereichern diese edlen Gewächse den Ziergarten mit ihren traumhaft schönen Blüten über viele Jahre hinweg. Hohe Ansprüche an ihre Pflege stellen sie nicht, solange sie sich nur an ihrem Standort in Ruhe entwickeln können. Auf jegliche Störungen hingegen reagieren Pfingstrosen mitunter recht ungehalten, vor allem, wenn sie umgepflanzt werden. Einen regelmäßigen Schnitt nehmen Päonien hingegen klaglos hin, denn er dient als wirkungsvolle Schönheitspflege.