Kirschbaum-Blätter Blattkrankheiten

Damit Obstbäume nicht zu reinen Schattenspendern verkommen, brauchen sie unter anderem einen optimalen Mix von Nährstoffen. Nur dann bleiben sie vital und zieren ihre Äste mit köstlichen Früchten. Doch mit den Jahren wird das natürliche Nährstoffdepot zwangsläufig leerer. Soweit muss es gar nicht erst kommen, wenn das Düngen von Anfang an einen festen Platz auf der Arbeitsliste des Gärtners hat.

Der Nährstoffbedarf von Obstbäumen

Es liegt auf der Hand, dass Obstbäume als treue Früchtelieferanten während ihrer jahrelanger Arbeit einiges an Nährstoffen aus der Erde aufsaugen. Mit jedem Jahr des Lebens schrumpft durch die regelmäßigen Entnahmen das Nährstoffdepot im umliegenden Bodenbereich. Gleichzeitig wächst der Bedarf des Baumes, denn mit zunehmendem Alter wird er größer – treibt mehr Triebe, bildet mehr Früchte. Wenn er gesund, vital und produktiv bleiben soll, müssen seine Wurzeln aber weiterhin erfolgreich Nährstoffe aufspüren. Er benötigt insbesondere folgende Komponenten, die ihm beizeiten durch geeignete Düngemittel zuzuführen sind:

  • Stickstoff
  • Kalium
  • Phosphor
  • und andere Nährstoffe

Natürlich haben die unterschiedlichen Obstbäume auch unterschiedliche Ansprüche, vor allem hinsichtlich der Dosierung einzelner Nährstoffe. Einheimische Obstbäume werden in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Steinobst (Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche u. a.)
  • Kernobst (Äpfel, Birnen, Quitten u. a.)

Bodenanalyse zeigt den IST-Zustand auf

Obstbäume düngen Jeder Erdboden hat eine ganz eigene Zusammensetzung, die sich im Laufe der Zeit auch verändern kann. Er verfügt über Nährstoffe, die von den Pflanzen verbraucht und über Düngung immer wieder ergänzt werden. Idealerweise so, dass die anschließende Mischung und Menge für die darin wachsenden Bäume passt. Doch was und wie viel ist bereits im Boden enthalten? Und was und in welcher Menge muss noch hinzugefügt werden?

  • genauer Nährstoffgehalt ist äußerlich nicht erkennbar 
  • wer aber blind handelt, trifft selten das richtige Maß
  • eine Über- oder Unterversorgung ist an der Tagesordnung
  • kann den Bäumen schlimmstenfalls schaden

Eine professionelle Bodenanalyse kann über die Nährstoffzusammensetzung detailreich Auskunft geben und Düngeempfehlungen ableiten. Sie wird günstig von diversen Labors angeboten, ein Blick ins Internet lohnt. Es ist auch nicht notwendig diese jährlich zu wiederholen, aller paar Jahre reicht vollkommen aus.

Zwei Düngerarten für Obstbäume

Düngemittel werden grob in zwei Arten unterteilt:

  • organische Düngermittel
  • mineralische Düngermittel

Organische Düngemittel entstehen durch die Zersetzung von pflanzlichem und tierischem Material. Mineralische Mittel werden im Bergbau gewonnen oder häufig auch künstlich hergestellt. Deswegen werden sie oft auch als Kunstdünger bezeichnet.

Obstbäume düngen Während organische Düngemittel auf eine langfristige Nährstoffversorgung abzielen, indem sie die Nährstoffe nach und nach freigeben, sind die Bestandteile mineralischer Dünger zumeist sofort für die Bäume verfügbar.

Beide Arten sind für die Düngung von Obstbäumen geeignet, wenn auch nicht für alle Obstsorten gleichermaßen gut. Bei der Auswahl sind die Vor- und Nachteile der zur Verfügung stehenden Düngemitteln zum Wohle des Baumes und der Umwelt genauestens abzuwägen. Auch die Kombination beider Arten ist möglich.

Düngen mit organischen Düngemitteln

Viele organische Düngemittel sind alte Hausmittel, die bereits auf eine lange Verwendungstradition zurückblicken. Im Zuge der aktuellen ökologischen Sensibilisierung bekommen sie bei vielen Hobbygärtnern einen noch größeren Stellenwert.

  • Kompost
  • verrotteter Stallmist
  • Hornspäne
  • Gesteinsmehl

Damit diese Hausmittel auch die gewünschte Wirkung voll entfalten können, ist ein gutes Bodenleben vonnöten. Bodenorganismen müssen ihre Inhaltsstoffe erst aufschließen und für die Bäume in geeigneter Form verfügbar machen.

Tipp: Bis Anfang Juni ausgebrachter organischer Obst- und Beerendünger fördert die Früchtebildung.

Obstbäume mineralisch düngen

Mineralische Düngemittel sind reich an Kalium, Phosphor und Stickstoff und in kleineren Mengen auch an Kalzium.

  • sogenannte NPK-Dünger
  • beispielsweise Blaukorn oder Kalkammonsalpeter
  • auch einige Flüssigdünger

Obstbäume düngen Sie sind leicht im Handel zu beschaffen, während Hausmittel wie eigener Kompost etwas Arbeit und Zeit erfordern. Mineralische Düngermittel bringen aber auch die Gefahr des Überdüngens mit sich. Wenn, wie es oft geschieht, nicht der gesamte Stickstoff von den Obstbäumen aufgenommen werden kann, gelangt dieser als schädliches Nitrat in unser Grundwasser.

Optimale Jahreszeit für Düngemaßnahmen

Der optimale Zeitpunkt für die Düngung eines Obstbaumes muss situationsbedingt gefunden werden, doch es gilt: Gedüngt wird in der Jahreszeit, in der der Baum auch wächst.

  • im zeitigen Frühling und Sommer
  • zwischen Februar und August
  • bis die Bildung der Triebe abgeschlossen ist
  • der Höchstbedarf von Kirschbäumen liegt im Monat Juni
  • ebenso von Apfelbäumen und Birnbäumen
  • diese Obstbaumsorten danach nicht mehr düngen
  • die Triebe können sonst nicht rechtzeitig ausreifen

Die herbstliche Jahreszeit und der Winter sind für das Düngen weniger geeignet, da die Obstbäume dann keine Nährstoffe aufnehmen können.

Das Alter der Obstbäume

Obstbäume düngen Eine gut dosierte Düngung hält bis zu einem Jahr an. Doch auch das Alter der Bäume spielt bei der gezielten Nährstoffversorgung eine wichtige Rolle. Neu ausgepflanzte Obstbäume, denen eine gute Grundversorgung bereits ins Pflanzloch gelegt wurde, benötigen vorerst keine weitere Düngung. Bei alten Bäumen hingegen können sogar zwei Düngungen pro Jahr notwendig sein.

  • für beide Düngungen ist der Frühling die ideale Jahreszeit
  • zuerst Anfang April
  • dann noch mal Ende Mai

Zu beachten ist auch, dass nicht jeder Obstbaum zwangsläufig jedes Jahr gedüngt werden muss. Oft reicht eine Düngung im Rhythmus von zwei Jahren aus. Auch hier kann eine Bodenanalyse bzw. ein fachmännischer Rat hilfreich sein.

Düngen – in wenigen Schritten erklärt

Sowohl für Obstbäume, die auf Rasenflächen stehen als auch für Beetbewohner ist folgende Vorgehensweise empfehlenswert:

  1. Wählen Sie ein geeignetes Düngemittel aus und ermitteln Sie die benötigte Menge. Für Kernobst beispielsweise 70 bis 100 Gramm Hornspäne mit drei Liter Kompost vermischt, jeweils pro Quadratmeter Fläche. Steinobst benötigt etwa 30 % mehr.
  2. Verteilen Sie das Düngemittel gleichmäßig unter dem Baum. Das Wurzelsystem des Baumes ist übrigens breiter als seine Krone. Verteilen Sie die Düngergaben daher entsprechend ein Stück über die Krone hinaus.
  3. Zuletzt arbeiten Sie den Dünger mit einer Harke oder einem Rechen in die oberste Erdschicht ein. Ideal ist auch, wenn die Fläche das ganze Jahr über von einer Mulchschicht bedeckt ist.

Tipp: Dosierungsempfehlungen für mineralische Düngemittel sind oft zu hoch, schließlich hat der Boden auch noch ein paar Reserven beizusteuern. Oft reicht es aus, wenn Sie nur zwei Drittel der auf der Verpackung empfohlenen Menge nehmen.

Obstbäume ohne freie Fläche

Einige Bäume wachsen so, dass nicht die gesamte Fläche unter der Krone offen zugänglich ist. Hier ist es wichtig, den Dünger nicht unmittelbar um den Stamm einfach auszustreuen. Er muss vielmehr unter der Gradnarbe gut eingearbeitet werden. Dafür werden in regelmäßigen Abständen mithilfe einer Forke oder Rasenlüfters Löcher in den Boden gestochen. Diese können Sie zunächst einschlämmen, bevor Sie düngen.

Obstbäume düngen Blätter und Rasenschnitt mal liegen lassen
Eine gute Möglichkeit der Nährstoffversorgung liefern auch die Obstbäume selbst mit ihren im Herbst herabfallenden Blättern. Sie sin eines der besten Hausmittel. Werden diese einfach mal liegen gelassen, sorgt der natürliche Kreislauf mit seinen fleißigen Bodenorganismen für deren Zersetzung in neue und nahrhafte Bausteine.

Grüner Rasenschnitt ist ebenfalls ein gut bewährtes Hausmittel und darf auch gern unterm Baum liegen bleiben, um ihn zu düngen. Die feinen Grashalme trocken im Sommer schnell ab und werden im Nu zersetzt.

Fazit
Obstbäume sind langlebige Gartenbewohner, die für ihr Wohlergehen eine durchgehende, gezielte und gut ausgewogene Nährstoffzufuhr benötigen. Dafür stehen dem Besitzer einige altbewährte Hausmittel sowie Dünger aus dem Handel zur Verfügung. Wer die richtige Wahl trifft und die Ansprüche der Bäume damit zur rechten Zeit erfüllt, wird sicherlich reich ernten können.