Gartenpflanzen Stauden

Nelken-Sorten – Dianthus Caryophyllus, Deltoides & Chinensis

Nelken

Nelken gehören in jeden Garten. Es gibt unzählige Sorten und dazu noch jede Menge Hybridzüchtungen. Viele sind für unsere mitteleuropäischen Gärten geeignet, allerdings sind nicht alle ausreichend winterhart. Bei idealem Standort und gutem Substrat sind die Nelken robust, gesund und pflegeleicht. Einige Dinge sollten aber beachtet werden. Nicht alle bevorzugen das gleiche Substrat. Auch beim Gießen und Düngen gibt es Unterschiede. Was man alles beachten muss, haben wir für Sie zusammengetragen. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief über Nelken

  • Familie der Nelkengewächse
  • Bis 600 Arten
  • 27.000 Sorten und zusätzlich jede Menge Hybriden
  • Vorkommen – in gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel
  • Meist ausdauernde Arten, selten ein- oder zweijährig
  • Häufig posterbildend
  • Meist kräftige Pfahlwurzeln, selten Rhizome
  • Blüten einzeln oder zu mehreren
  • Manche Arten haben duftende Blüten
  • Blüten von weiß bis rosa und rot bis purpurfarben, auch mehrfarbig und gemustert
  • Bisweilen bizarre Blütenformen

rosa NelkenNelken-Arten

  • Dianthus caryophyllus – Land- oder Gartennelke
  • Dianthus deltoides – Heide-Nelke oder Delta-Nelke
  • Dianthus chinensis– Chinesische Nelke, auch Kaisernelke genannt

Weitere bekannte Arten

  • Dianthus barbatus – Bartnelke
  • Dianthus plumarius – Feder-Nelke
  • Dianthus seguien – Busch-Nelke
  • Dianthus superbus – Prachtnelke
  • Dianthus carthusianorum – Karthäuser-Nelke

Dianthus caryophyllus – Land- oder Gartennelke

Die Land- oder Gartennelke stammt aus Italien, Griechenland, von Sizilien und Malta, also aus dem Mittelmeerraum. Sie zeichnet sich durch einen buschigen Wuchs und ihre immergrünen Blätter aus. Diese sind dunkelgrün und lanzettlich. Die Blüten erscheinen von Juni bis Oktober, sind radförmig und verströmen einen angenehmen Duft. Die Gartennelke gehört laut Bundesnaturschutzgesetz zu den geschützten Pflanzen. Sie wird hauptsächlich für Bauerngärten, Steingärten, Beete und Rabatten genutzt, macht sich aber auch gut als Kübelpflanze und als Schnittblume in Sträußen. Es gibt auch hängende Sorten für Blumenampeln. Die Pflege ist recht einfach.

Schöne Sorten:

  • ’Etincelant’ – rote Blüten
  • ’Jeanne Dionis’ – weiße Blüten
  • ’Magenta’ – magentafarbene Blüten
  • ’Mondrian’ – rote Blüten mit weißem Rand
  • ’Moondust’ – lila Blüten
  • ’Margarita’ – Blüte innen dunkelrot, außen hellrot mit weißem Rand
  • ’Picotee Fantasy’ – Mischung, neben den üblichen Rot-, Rosa- und Violetttönen auch zartgelbe und lachsfarbene Blüten

DianthusDie Pflege der Land- oder Gartennelke

  • Standort – sonnig, je sonniger, umso besser, etwas geschützt
  • Pflanzsubstrat – trocken bis frisch, am besten ist ein kiesig-lehmiges Substrat, pH-Wert zwischen 6,5 und 7 humus- und nährstoffreich
  • Pflanzen – Ende August pflanzen, Pflanzabstand 20 cm
  • Gießen – gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe, nicht austrocknen lassen
  • Düngen – in der Wachstumsperiode monatlich mit Blühpflanzendünger für Nährstoffe sorgen, kalkhaltigen Dünger verwenden
  • Schneiden – Verblühtes ausputzen, das fördert die Bildung neuer Blütenanlagen. Bei Nelken, die als Schnittblumen gedacht sind, die Seitenknospen entfernen, damit die Kraft in die eine Blüte geht
  • Überwintern – bedingt winterhart bis etwa –18°C, bei niedrigeren Temperaturen abdecken, das schützt auch gleichzeitig vor zu viel Nässe, welche ungünstig ist, in Gefäßen nicht winterhart
  • Vermehren – Aussaat – Vorkultur ab Mitte Februar, 15 bis 20°C, nach 3 bis 4 Wochen pikieren, Jungpflanzen nach den Eisheiligen ins Freie, bei Hängepflanzen – Vermehrung durch Stecklinge ab September bis November
  • Krankheiten – Nelkenrost – abschneiden betroffener Teile, bei starkem Befall Pflanze entsorgen, nicht auf den Kompost
  • Schädlinge – Blattläuse, zu erkennen am Honigtau und an den Schädlingen selbst, mit kräftigem Wasserstrahl abspülen, Schlupfwespen einsetzen

Tipp – Rechtzeitiges Zurückschneiden verhindert Blühpausen

Dianthus deltoides – Heide-Nelke oder Delta-Nelke

DianthusDie Heide-Nelke ist eine Polsternelke und gedeiht auf kalkarmen, sauren Böden, auch auf Sand und, wie ihr Name schon vermuten lässt, in der Heide. Die Delta-Nelke wächst auch in Nordrhein-Westfalen und steht dort unter Schutz, denn es gibt immer weniger Pflanzen. Sie gelten als gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Die Pflanzen blühen in rosa bis pink, der Kelch ist häufig rot überlaufen. Die purpurroten bis lila Kronblätter sind von einem dunkleren Querstreifen und von hellen Punkten durchsetzt. Es gibt auch andersfarbige Sorten. Die Blüten sind ein Schmetterlingsmagnet. Die Pflanzen werden 10 bis 40 cm hoch und sind nur am Grund verzweigt. Die Blätter sind etwa 3 cm lang und schmal linealisch. Die Blüte erstreckt sich über den Zeitraum von Juni bis September.

Heidenelken machen sind besonders in Steingärten gut und können sich dort als Bodendecker kräftig ausbreiten. Allerdings können sie auch zur ganz normalen Beetbepflanzung verwendet werden. Da die Pflanzen extrem trockenheitsverträglich sind, können sie auch für Dachbegrünungen genutzt werden.

Schöne Sorten

  • ’Albus’ – weißblühend mit karminrotem Ring
  • ’Brillant’ . karminrot
  • ’Vampir’ – blutrot
  • ’Leuchtfunk’- karminrot
  • ’Splendens erecta’ – rot, bildet dichte, überhängende Polster

DianthusDie Pflege der Heide-Nelke

  • Standort – sonnig, je mehr Sonne, umso besser
  • Pflanzsubstrat – magere, sandige, sehr durchlässige Böden, bevorzugt saure Böden, mag keine kalkhaltigen Substrate
  • Pflanzen – Boden mit Kompost versetzen, Pflanzen im Mai, Pflanzabstand 20 cm, keine Nachbarn mit starkem Wuchs
  • Gießen – benötigt wenig Wasser, kommt gut mit Trockenheit klar, bei langanhaltender Trockenheit gießen, am besten morgens, Wassermangel zeigt sich durch schlaffes Laub
  • Düngen – nicht erforderlich, maximal im Frühjahr eine leichte Nachdüngung mit lange wirkenden Staudendüngern
  • Schneiden – bei einjährigen Sorten entfällt der Schnitt, bei mehrjährigen die verblühten Stängel abschneiden, wer Selbstaussaat verhindern möchte, vor der Samenreife schneiden
  • Überwintern – in der Regel ausreichend winterhart, auch ohne Schutz, lediglich vor zu viel Nässe schützen
  • Vermehren – Aussaat, Vorkultur ab Februar, Anzucht- oder Kakteenerde verwenden, Samen nur leicht mit Erde bedecken, Teilung im Frühjahr, gern auch Selbstaussaat, Stecklinge im Sommer
  • Krankheiten – Pilzkrankheiten – bei zu feuchtem Standort
  • Schädlinge – Blattläuse, zu erkennen am Honigtau und an den Schädlingen selbst, mit kräftigem Wasserstrahl abspülen, Schlupfwespen einsetzen

Tipp – Permanentes Entfernen verblühter Blüten und Blütenstände fördert die Verlängerung der Blüte

Dianthus chinensis– Chinesische Nelke

Nelken umtopfenDie Chinesische Nelke, die auch Kaisernelke genannt wird, stammt, wie der Name schon vermuten lässt, aus China und zwar aus dem nördlichen Gebiet. Sie kommt auch in Korea, der Mongolei und dem südöstlichen Russland vor.
Die Pflanzen sind ausdauernd und werden 15 bis 45 cm hoch. Mehrere verzweigte Stängel bilden einen Horst. Die Blätter sind grün bis grau, etwa 3 bis 5 cm lang und sehr schlank. Charakteristisch sind die tief eingeschnittenen Kronblätter. Deren Farbe reicht von weiß über rosa bis dunkelrot, häufig mit dunklerer Mitte. Die Blüte beginnt schon recht früh im Jahr, häufig schon ab Mai und dauert bis August oder September. Sehr angenehm ist der Duft der Blüten. Chinesische Nelken eignen sich prima für Kübel und sonnige Beete. Sie sind ebenfalls beliebte Balkonpflanzen. Im Handel werden häufig Hybriden angeboten. Die Pflanzen sind meist einjährig.

Schöne Sorten

  • ’Red Empress’ – scharlachrot
  • ’Rapid’ – weiß und rot
  • ’Heimatland’ – dunkelrot
  • ’Balkonfeuer’ – scharlachrot
  • ‚Gruß vom Chiemgau’ – hellrot
  • ’Dancing Geisha’ – zierliche gefranste Blüten in verschiedenen Farben, sehr auffällig, gut für Gefäße
  • ’Clarion Purple’ – violette Blüten mit grün-silbernem Laub
  • Magic Charms-Hybriden

Die Pflege der Kaisernelke

  • Standort – sonnig bis maximal halbschattig, wobei sonnig deutlich günstiger ist, auch gut für Balkonkästen, allerdings vor Regen schützen
  • Pflanzsubstrat – frische Böden, Einheitserde, mit Sand vermischt, durchlässig, für Gefäße Balkonpflanzenerde, pH-Wert – neutral bis leicht alkalisch
  • Pflanzen – genauso tief pflanzen, wie sie im Topf standen, Pflanzabstand 20 bis 25 cm, Boden mulchen, schützt vor Austrocknung und Überhitzung
  • Gießen – benötigen nicht so viel Wasser, Substrat vor dem Gießen immer antrocknen lassen, leicht feucht ist günstig, nicht zu nass, aber auch nicht zu trocken
  • Düngen – K-betont und nur wenig, aber 14tägig
  • Schneiden – verblühte Blütenköpfe regelmäßig entfernen, so werden immer neue Blüten gebildet. Die Blütezeit verlängert sich
  • Überwintern – nicht winterhart
  • Vermehren – Aussaat im Februar oder März, Temperaturen mindestens 18°C, Stecklinge von nicht blühenden Seitentrieben zu Beginn des Sommers, kann auch direkt ins Gartenbeet gesät werden, ab Mai, vorher ins Frühbeet
  • Krankheiten – Nelkenrost – befallene Pflanzen am besten gleich vernichten, nicht auf den Kompost werfen, Fäulnis bei zu feuchtem Boden
  • Schädlinge – Nelkenminierfliege, Mittelmeernelkenwickler, Schnecken lieben diese Nelken. Kaninchen und Eichhörnchen

Tipp – Pflanzen entspitzen, damit sie kompakter wachsen und viele Blütentriebe hervorbringen.

Nelken im TopfHäufige Fragen

Obwohl die Nelken als ausreichend winterhart beschrieben werden, überleben sie den Winter meist nicht. Woran liegt das?
Das liegt meist an der Kombination von Kälte und Nässe. Kälte macht den Nelkenpflanzen eigentlich nichts aus, zumindest den ausgepflanzten Exemplaren. Es ist die Kombination, die ihnen schadet. Die viele Feuchtigkeit schwächt die Pflanzen und dann braucht es nicht mehr viel, damit sie es nicht über den Winter schaffen. Bei Nelken im Gefäß ist es so, dass es ihnen schadet, wenn das Substrat völlig durchfriert. Das vertragen aber sowieso nur wenige Pflanzen.

Kann man Nelkenblüten essen?
Ob man alle essen kann, darüber habe ich nichts gefunden. Auf alle Fälle kann man die Blüten der Kaiser- und der Pfingstnelke essen. Wichtig ist natürlich, dass man nicht gedüngt hat, bzw. nur organisch, denn man möchte ja keine Chemie mitessen. Die Blüten dürfen wohl nicht zu jung geerntet werden, da sie im frühen Stadium bitter schmecken.