Nanaminze Marokkanische Minze

Als Nanaminze werden in der Regel drei Minzarten bezeichnet, die eigentliche Marokkanische Minze aus Vorderasien, die Marokkanische Minze aus Nordafrika und die Pfefferminze ‚Nana‘, eine Hybride der Pfefferminze, wobei sich Letztere ausschließlich vegetativ vermehren lässt. Die Marokkanische Minze ‚Mentha spicata Marokko‘ gehört zu den krausen Minzen und enthält im Gegensatz zu anderen Minzarten kein Menthol. Der Wuchs dieser mehrjährigen, winterharten Pflanze ist aufrecht und buschig. Ihr Geschmack ist leicht rauchig mit einem besonders starken Spearmint-Aroma. Die hellrosa bis violettfarbenen Blütenrispen erscheinen vom Sommer bis zum Herbst.

Standort und Boden

Für den Anbau der Nanaminze eignen sich sonnige bis halbschattige Standorte. An zu schattigen Standorten wächst diese Pflanze nur sehr langsam. Der Boden sollte möglichst locker, frisch bis feucht, nährstoffreich und humos sein mit einem pH-Wert, der schwach sauer bis neutral sein kann. So eignen sich sandig-humose bis sandig-lehmige Böden besonders gut.

Besonders schwere und lehmige Böden können durch die Zugabe von grobem Sand durchlässiger gemacht werden. In der Regel gedeiht diese Minze aber in nahezu jedem normalen Gartenboden gut, vorausgesetzt, er wird ausreichend gedüngt und regelmäßig gegossen.

Einhaltung der Fruchtfolge

Auch bei der Nanaminze spielt die Einhaltung der Fruchtfolge eine wichtige Rolle. So sollte man sie alle 2-5 Jahre an einen anderen Standort pflanzen. An einem Standort, wo die Minze bereits stand, sollte mindestens 4 Jahre keine Minze aber auch keine anderen Lippenblütler angebaut werden.

Zudem sollte man eine direkte Nachbarschaft zu Kamille vermeiden, da sich diese beiden Pflanzenarten nicht so gut vertragen. Im Gegensatz dazu hat eine Nachbarschaft zu Kohl, Grünkohl, Brokkoli, Kartoffeln, Tomaten, Rosenkohl und Möhren eine positive Wirkung auf die Marokkanische Minze. Neben oder unter Wein gepflanzt kann sie sogar vor Mehltau schützen. Eine Nachbarschaft zu Brennnesseln kann sich vorteilhaft auf das Aroma der Nanaminze auswirken.

Pflanzen

  • Im Frühsommer kann die Nanaminze nach draußen gepflanzt werden.
  • Dabei sollte ein Pflanzabstand von 25 und 40 cm eingehalten werden.
  • Minze neigt dazu, unterirdische Ausläufer zu bilden bzw. zu wuchern.
  • Deshalb kann der Einbau einer Wurzelsperre sinnvoll sein.
  • Man kann sie aber auch zunächst in einen großen Topf oder besser Kübel pflanzen.
  • Sobald sie gut angewachsen ist, vorsichtig den Boden entfernen und mitsamt Topf einpflanzen.
  • So kann sie sich nicht so stark ausbreiten.
  • Allerdings sollte der Topf nicht zu klein sein. 

Kultivierung im Topf oder Kübel

Im Gegensatz zu anderen Minzarten erreicht die Marokkanische Minze nur Wuchshöhen zwischen 30 und 60 cm und bleibt demzufolge relativ niedrig. Die Wurzeln dieser Pflanze wachsen vor allem in die Breite und weniger in die Tiefe. Dementsprechend ist eine Kultivierung im Kübel sinnvoll. Dieser sollte jedoch ausreichend Platz bieten, damit sich die Wurzeln nach allen Seiten ausbreiten können.

Um Kübelpflanzen vor Staunässe zu schützen, sollte man in den Kübel eine Drainageschicht mit einbringen, sodass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Bei einer Kultivierung der Nanaminze im Kübel sollte etwa alle 2-3 Jahre die Erde erneuert bzw. in frische Erde umgetopft werden.

Gießen und Düngen

  • Nanaminze Marokkanische Minze Der Boden sollte möglichst feucht gehalten werden.
  • Staunässe ist jedoch zu vermeiden.
  • Ebenso wenig wie Staunässe verträgt die Pflanze Trockenheit.
  • In nährstoffreichen Böden muss sie nicht zwangsläufig gedüngt werden.
  • Ein Überschuss an Düngemitteln schadet der Pflanze.
  • Zudem würde er das Aroma der Minze beeinträchtigen.
  • Falls doch gedüngt werden muss, sollte organischer Dünger verwendet werden.
  • Hierfür eignen sich beispielsweise Brennnesseljauche oder Hornspäne. 

Schneiden

Marokkanische bzw. Nanaminze muss nicht zwangsläufig zurückgeschnitten werden. Um den Wuchs einzudämmen, ist jedoch ein Rückschnitt jederzeit möglich und auch empfehlenswert. Bei Schädlingsbefall verträgt sie sogar einen radikalen Rückschnitt.

Verzichtet man komplett auf den Schnitt, wächst sie wie eine wilde Minze, was dazu führt, dass die Blätter zu wenig Sonnenlicht bekommen, spärlicher wachsen und auch das Aroma darunter leidet. Am sinnvollsten ist es, die Marokkanische Minze mehrmals im Jahr zu verschneiden. Am besten eignen sich hierfür das Frühjahr und der Herbst.

Der Schnitt im Frühjahr kann etwas stärker ausfallen, so wachsen die Pflanzen um so üppiger wieder nach. Man schneidet die Triebe in Bodennähe ab. Im September kann die Minze letztmalig zurückgeschnitten werden. Bei jüngeren Pflanzen sollten mehrmals die Spitzen verschnitten werden, so können sie sich besser verzweigen.

Überwintern

Die Nanaminze ist relativ winterhart, sodass sie draußen überwintern kann. Da sie jedoch aus eher wärmeren Gebieten kommt, kann sie in besonders kalten Wintern unter Umständen auch erfrieren. Deshalb ist es wichtig, sie im Winter mit einem entsprechenden Winterschutz zu versehen.

Hierfür eignet sich eine Abdeckung aus Laub oder Tannenreisig. Auch eine dicke Schicht Mulch kann vor Frostschäden schützen. An frostfreien Tagen sollte die Minze auch im Winter gegossen werden, und zwar immer nur so viel, dass der Boden nicht komplett austrocknet.
Im Kübel gehaltene Pflanzen sollten in einem dunklen Raum bei Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad überwintern, das ist auf jeden Fall die sicherste Variante. Kübelpflanzen auf dem Balkon kann man im Winter schützen, indem sie mit Gaze oder Vlies und zusätzlich noch mit Noppenfolie abdeckt bzw. umwickelt und auf eine dicke Styroporplatte stellt.

Vermehren durch Aussaat

Um die Marokkanische Minze zu vermehren, kann man sie aussäen, Ausläufer abtrennen und an einer anderen Stelle wieder einpflanzen oder sie über Stecklinge vermehren. Beim Kauf von Saatgut ist es ratsam, auf hochwertige Samen zu achten, denn diese sind oft wesentlich resistenter gegenüber Krankheiten und üppiger im Wuchs als billige Samen. Nanaminze sollte möglichst im Haus vorgezogen werden. Sie kann aber auch direkt ausgesät werden. Eine Vorkultur im Haus ist in der Regel jedoch erfolgversprechender.

Diese kann von März bis Juni erfolgen, wobei die Samen nicht mit Substrat bedeckt und nur angedrückt werden sollten, dass es sich hierbei um Lichtkeimer handelt. Eine Abdeckung mit Folie oder Glas ist sinnvoll. Bis zur Keimung kann es dann etwa 1-3 Wochen dauern.
Eine direkte Aussaat im Freien ist ebenfalls im Frühjahr möglich, sobald der Boden frostfrei ist und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Zuvor sollte jedoch der Boden gut aufgelockert und von Unkräutern und Steinen befreit werden.

Marokkanische Minze kann auch im Topf kultiviert werden, dann sollte man sie aber nach dem Keimen möglichst nach draußen stellen. Das Fensterbrett ist ungeeignet, da es dort in der Regel zu warm ist. Ab dem Frühjahr bietet auch der Gartenfachhandel in der Regel entsprechende Jungpflanzen an, die man dann direkt in den Garten auspflanzen kann.

Vermehrung durch Stecklinge

Nanaminze Marokkanische Minze Die Stecklinge bzw. Triebspitzen dazu werden im Frühsommer geschnitten und sollten etwa 10-15 cm lang sein. An dem Steckling sollten dann nur die obersten vier Blätter verbleiben, alle anderen werden entfernt, um die Wasserverdunstung so gering wie möglich zu halten.
Dann steckt man ihn in ein feuchtes Substrat aus Erde und Sand und hält das Ganze so lange gleichmäßig feucht, bis der Steckling gut bewurzelt ist. Für eine optimale Luftfeuchtigkeit ist es von Vorteil, mit Klarsichtfolie abzudecken.

Das kann man tun, indem man beispielsweise aus biegsamem Draht kleine Bögen fertigt, die man über die Stecklinge stellt, Folie darüber deckt und rundum so befestigt, dass ab und zu belüftet werden kann. Ist der Steckling bewurzelt, wird die Folie entfernt. Eine Bewurzelung im Wasserglas ist ebenfalls möglich. Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, kann der Steckling an Ort und Stelle gepflanzt werden.

Ernte

Geerntet werden kann diese Minzart das ganze Jahr über, vorausgesetzt sie wurde immer wieder zurückgeschnitten. Es können die Blätter und jungen Triebe geerntet werden. Um die Blätter der Nanaminze zu trocknen bzw. zu konservieren, erntet man sie am besten noch vor der Blüte, denn da ist ihr Aroma am intensivsten.

Krankheiten und Schädlinge

Minzrost
Die am häufigsten auftretende Krankheit auch bei anderen Minzarten ist der Minzrost. Verursacht wird er durch einen Pilz, der an den Blattunterseiten bräunlich-orangefarbene Sporen hinterlässt. Wurde ein Befall festgestellt, sollten betroffene Pflanzenteile entfernt und im Hausmüll, auf keinen Fall auf dem Kompost, entsorgt werden. Am besten schneidet man die komplette Pflanze zurück.

Um dieser Erkrankung vorzubeugen, kann man die Pflanze beispielsweise mit selbst hergestellter Meerrettich- oder Knoblauchjauche im Verhältnis 1:50 (1Teil Jauche/ 50 Teile Wasser) übergießen oder besprühen. Am besten beginnt man damit bereits im Frühjahr, wenn die Minze austreibt.

Blattfleckenkrankheit
Auch diese Erkrankung wird durch Pilze hervorgerufen und verursacht braune bis schwarze Flecken auf den Blättern. Zur Blattfleckenkrankheit bei der Minze kommt es häufig dann, wenn die Fruchtfolge nicht eingehalten wurde oder die Pflanzen bereits geschwächt sind.
Bekämpfen kann man sie, indem man alle befallenen Pflanzenteile bzw. Blätter entfernt und diese im Hausmüll entsorgt. Die dazu verwendete Gartenschere sollte anschließend unbedingt desinfiziert werden, z.B. mit Spiritus, um diese Krankheit nicht auf andere Pflanzen zu übertragen. Wenn alles Befallene abgeschnitten ist, ist die Behandlung mit einem entsprechenden Breitbandfungizid erforderlich. Biologische Mittel zur Bekämpfung gibt es leider nicht.

Echter Mehltau
MehltauEchter Mehltau zeigt sich an einem weißlichen Belag an Blättern, Stängeln aber auch Blüten. Bei einem anfänglichen Befall sollten betroffene Teile entfernt werden. Um diesen Pilz zu bekämpfen, kann man auf Hausmittel wie z.B. Milch zurückgreifen, die man 1:9 mit Wasser mischt und die betreffenden Pflanzen damit besprüht oder man verwendet entsprechende schwefelhaltige Spritzmittel aus dem Fachhandel.

Um die Pflanzen zu kräftigen und sie widerstandsfähiger gegenüber solchen Krankheiten zu machen, bietet es sich an, sie wiederholt mit pflanzenstärkenden Brühen beispielsweise aus Ackerschachtelhalm zu besprühen. Hilfreich sind auch ein ausreichender Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen und ein regelmäßiger Rückschnitt. Zudem sollte man es vermeiden, beim Gießen über die Blätter zu gießen.

Minzblattkäfer
Ein Befall durch diesen Käfer ist zunächst an Fraßschäden an den Blättern der Nanaminze zu erkennen. Meist kann man auch die metallicfarbenen Käfer sehen, die von Mai bis September bei unterschiedlichen Minzarten, wie auch der Marokkanischen Minze, auftreten können. Hier können selbst hergestellte Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Löwenzahn Abhilfe schaffen.

Fazit
Die Marokkanische Minze oder Nanaminze gehört zu den beliebtesten und aromatischsten Minzen überhaupt. Sie ist relativ robust und pflegeleicht. Man sollte sie lediglich vor Staunässe und zu starken Frösten schützen und gegebenenfalls durch eine Wurzelsperre eine zu starke Ausbreitung verhindern. Um diese Pflanze weitestgehend vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen, sollte man unbedingt die Fruchtfolge einhalten. Und nach einem regelmäßigen Rückschnitt steht dem Genuss aromatischer Pfefferminztees nichts mehr im Wege.