Muschelzypresse

Die Muschelzypresse ist eine pflegeleichte und sehr ansehnliche Pflanze, die Im Kübel oder Garten äußerst dekorativ wirkt. Sie kommt mit wenigen Maßnahmen im Jahr gut aus und ist daher eine tolle Bereicherung für Anfänger und alle, die im Garten nicht ständig arbeiten möchten. Aufgrund ihres Giftgehalts ist sie aber nicht für jeden Garten geeignet.

Standort

Generell benötigt die Muschelzypresse einen mäßig sonnigen oder halbschattigen Standort, der etwas geschützt liegt. Ein Ort mit Wanderschatten, der von einem Haus, einer Hecke oder anderen umliegenden Gewächsen gespendet wird, ist ideal. Als Kübelpflanze kultiviert, können Muschelzypressen auch auf Ost-, Süd- oder Westbalkonen stehen.

MuschelzypresseZusätzlich muss bei der Wahl des Standortes beachtet werden, welche Obtusa Nana Zuchtform gewählt wurden ist. Einige Untersorten werden gerade einmal 20 cm hoch, andere erreichen Höhen von 4 Metern. Hier lohnt es sich also, genau hinzuschauen und langfristig zu planen.

Substrat

Damit die Muschelzypresse richtig gedeiht, benötigt sie ein frisches und unverbrauchtes Substrat. Dieses sollte humusreich und durchlässig sein, also nicht zu Verdichtungen neigen und nur mäßig Wasser speichern.

Frische und qualitativ hochwertige Gartenerde eignet sich ideal. Ist diese sehr schwer und dicht, kann sie mit Sand, Kokosfasern oder grobem Split gemischt und so aufgelockert werden. Eine reichliche Zugabe von Kompost ist ebenfalls empfehlenswert.

Tipp: Alternativ kann direkt gedüngte Koniferenerde genutzt werden, die in das Pflanzloch eingefüllt wird.

Pflanzen

Bevor die Muschelzypresse gepflanzt wird, sollte ein ausreichend großes Loch ausgehoben werden. Die Größe hiervon richtet sich natürlich nach der Größe der Jungpflanze.

Besser ist es, das Pflanzloch doppelt oder sogar dreifach so groß zu gestalten, wie für die Obtusa Nana eigentlich erforderlich wäre. Die ausgehobene Erde ist mit einer möglichst großen Menge Kompost zu vermengen und – bei Bedarf – mit Sand zu versehen.

Nach dem Einsetzen muss lediglich das Substrat festgedrückt oder getreten und die Pflanze reichlich angegossen werden. Wer sich häufiges Gießen ersparen möchte, trägt zusätzlich eine dicke Schicht Rindenmulch auf die Baumscheibe auf. Diese verringert die Verdunstung und bewahrt den Boden so davor, auszutrocknen.

Tipp: Die Pflanzung der Muschelzypresse kann nach den Eisheiligen oder vor dem ersten Frost im Herbst erfolgen.

Pflege

Die Pflege der Muschelzypresse ist an sich sehr einfach. Gießen muss nur nach Bedarf erfolgen, ein gelegentliches Düngen und Verschneiden kann von Vorteil sein – dies ist aber von Substrat, Standort und Pflanze abhängig.

Gießen

Die Obtusa Nana verträgt weder Staunässe noch Trockenheit. Bei Trockenheit zeigen sich sehr schnell braune Stellen oder abgestorbene Triebe, bei Staunässe haben Pilzinfektionen leichtes Spiel.

Empfehlenswert ist es also, ein Gleichgewicht zu finden und die Muschelzypresse jederzeit leicht feucht aber nicht nass zu halten. Sobald die oberste Schicht des Substrats abtrocknet, darf leicht nachgegossen werden. Bei Muschelzypressen in Kübelkultur ist das Gießen natürlich häufiger notwendig, als bei Pflanzen, die frei im Garten stehen. Gleiches gilt für sehr sonnige Standorte.

Zum Wässern sollte ein möglichst weiches Gießwasser gewählt werden. Optimal ist aufgefangenes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser, das kalkarm ist.
Bei Regenfall kann darauf allerdings verzichtet werden.

Tipp: Um die Gießmenge der Muschelzypresse zu verringern, kann in Garten oder Kübel eine dicke Schicht Rindenmulch auf das Substrat aufgebracht werden.

Düngen

Wer Rindenmulch aufgebracht hat, um die Verdunstung einzuschränken, hat damit zugleich etwas zur Düngung der Pflanze beigetragen. Denn die Nährstoffe aus dem Mulch gehen unweigerlich in das Substrat und damit in die Wurzeln der Muschelzypresse über.

Dennoch kann es notwendig werden, die Muschelzypresse zusätzlich mit Nährstoffen zu versorgen.

Bei einem ausreichend vorbereiteten Substrat, das mit Kompost gemischt wurde oder im Fall von Koniferenerde vorgedüngt ist, wird die Düngung erst ab dem zweiten Standjahr notwendig.

MuschelzypresseDann sollte in Februar oder März erstmalig gedüngt werden und noch einmal im Hochsommer eine weitere Zugabe von Nährstoffen erfolgen.

Das kann durch Kompost vollzogen werden, der unter das Substrat gehoben und im Anschluss reichlich gewässert wird. Als einfachere Alternative kann aber auch direkt Koniferendünger gewählt werden, der in flüssiger Form gegossen oder als trockener Langzeitdünger eingesetzt wird.

Die zweite Düngergabe solle allerdings nicht später als August oder September erfolgen. Ansonsten wird der immergrüne Baum zu spät zum Wachstum angetrieben und kann sich nicht mehr ausreichend auf die Ruhephase im Winter vorbereiten.

Schneiden

Das Schneiden der Muschelzypresse kann ganz einfach oder auch gefährlich für die Pflanze sein. Entscheidend ist hierbei, ob es sich um eine gezogene oder veredelte Form handelt.

Ist dieser Fakt nicht in Baumschule oder Gärtnerei in Erfahrung zu bringen, sollte erst einmal der Stamm genau überprüft werden. Zeigt sich hier relativ nahe der Erdoberfläche eine Verdickung, ist die Muschelzypresse veredelt. Hier wurde also auf einen verwandten Wildtrieb ein Edelzweig aufgesetzt. Ein weiterer sichtbarer Hinweis kann darin zu finden sein, dass sich die Struktur der Rinde an einer geraden Stelle abrupt ändert.

Bei den veredelten Formen gilt es, möglichst schonend und vorsichtig zu kürzen. Wird zu viel abgeschnitten, kann die Wildform überhandnehmen. Das äußert sich darin, dass plötzlich eine deutlich abzugrenzende, meist geradere und weniger dekorative Zweigform aus der Obtusa Nana wächst.

Obtusa NanaHier sollte also nur sehr wenig, wenn überhaupt, gekürzt und verschnitten werden. Im Normalfall ist aber noch nicht einmal das notwendig, denn die Muschelzypresse wächst gerade und dicht – auch ohne Eingriffe von außen.

Bei gezogenen Formen, die nicht veredelt wurden, tritt dieses Problem nicht auf. Sie können also ohne Bedenken verschnitten werden.  In jedem Fall und bei jeder Form sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Nur saubere und möglichst desinfizierte Schneidewerkzeuge benutzen
  • Als Zeitpunkt für den Verschnitt den Frühling oder Herbst wählen
  • Lieber regelmäßig und wenig, als in großen Abständen viel wegzuschneiden
  • Je kleiner das Gewächs, desto schonender ist zu verschneiden
  • Schnittstellen mit etwas Wasser abreiben, um die Pflanze zu schonen

Keinesfalls sollte bei praller Sonne verschnitten werden. Denn in dieser würden frischen Schnittstellen innerhalb kürzester Zeit verbrennen oder austrocknen und dann bräunlich werden.

Hinweis: Erst einmal Geduld üben. Viele Obtusa Nana werden völlig unnötig verschnitten, obwohl die natürliche Form bereits ans sich dekorativ ist.

Vermehrung

Zur Vermehrung der Muschelzypresse ist entweder das langwierige und umständliche Bewurzeln eines Stecklings notwendig oder aber die Veredelung.
Beide Varianten sind nicht einfach, erfordern Geduld und Fingerspitzengefühl.

Vermehrung durch Stecklinge

Nach dem Verschnitt im Frühjahr oder Herbst können die Schnittstücke direkt als Stecklinge verwendet werden. Optimal ist das Frühjahr. Die Schnittstelle sollte möglichst groß sein, daher ist ein schräg angesetzter, diagonal erfolgender Schnitt optimal.

Direkt nach dem Abtrennen von der Mutterpflanze sind die Stecklinge mit Wurzelhilfe zu versehen. Es bietet sich an, die so vorbereiteten Stecklinge in feuchte Anzucht- oder Koniferenerde zu setzen und an einen hellen Standort zu verbringen. Nach dem Verschnitt im Frühjahr dürfen die Stecklinge draußen verbleiben. Die Chancen der Wurzelbildung sind dabei deutlich größer. Aber ebenfalls nicht garantiert.
Obtusa NanaErfolgt diese Form der Vermehrung im Herbst, muss man die Stecklinge nach drinnen bringen. Hier ist ein Standplatz auf einem hellen Fensterbrett ideal. Normale Zimmertemperaturen sind optimal.

In jedem Fall ist das Substrat gleichmäßig feucht aber nicht nass zu halten. Selbst dann sind die Chancen einer erfolgreichen Wurzelbildung aber eher gering.

Vermehren durch Veredelung

Sicherer aber ebenfalls nicht mit einer Erfolgsgarantie bestückt ist die Vermehrung durch Veredelung. Hierfür wird eine wilde Zypresse als Basis benötigt. Diese wird etwa eine Handbreit über der Wurzel geköpft.

Auf diese Basis wird ein im Umfang vergleichbarer Trieb aufgepfropft. Zur Erhöhung der Chancen ist eine Zugabe von speziellen Wachstumshormonen empfehlenswert. Der Verschluss rund um diese Kontaktstelle erfolgt durch spezielles Wachs oder Gewebe.

Ein Anwachsen ist aber auch hier nicht garantiert. Zudem ist allein das Aufpfropfen eine wahre Herausforderung, benötigt Fingerspitzengefühl und einiges Wissen.

Überwintern

Die Muschelzypresse ist zwar immergrün aber nur bedingt winterfest und frosthart. In sehr harten und kalten Wintern ist daher ein gesonderter Schutz angebracht, der aber nicht allzu umfangreich ausfallen muss.

Im Normalfall reicht es aus, das Gewächs mit Reisig an der Basis zu versehen sowie Stamm und Kopf mit Gartenvlies einzuwickeln. Das gilt jedoch nur für Muschelzypressen, die frei in den Garten gepflanzt wurden.

Gewächse in Kübelkultur benötigen mehr Schutz. Am einfachsten ist es, Gefäß und Pflanze nach drinnen zu verbringen. Hier sollte die Obtusa Nana hell und kühl aber vollkommen frostfrei stehen. Ein gut isolierter Raum, in dem das Thermometer nicht höher als auf 15 °C klettert, eignet sich hervorragend. Also beispielsweise ein unbeheizter Wintergarten, ein Flur, Kellerraum oder eine Garage.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Der größte Feind der Obtusa Nana ist die Fäulnis. Diese entsteht, wenn die Muschelzypresse zu feucht und zu kalt steht. Die Pilze befallen die Wurzeln und zersetzen diese, das Gewächs wird also von der Versorgung abgeschnitten.
Um die Muschelzypresse in diesem Fall noch zu retten, muss man sie ausgraben und möglichst gründlich vom Erdreich befreien. Die Wurzeln sollte man abspülen. Das Pflanzloch sollte großzügig ausgehoben und mit frischer Erde gefüllt werden. Bereits schmierige Wurzelstellen sind abzuschneiden.

Am besten ist es aber natürlich, Fäulnis gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür ist die Muschelzypresse niemals Staunässe auszusetzen. Und gerade in den kühleren Jahreszeiten ist darauf zu achten, dass die Gießmenge angepasst und ein guter Abfluss sichergestellt wird.

BlattlausAufseiten der Schädlinge können sich Blattläuse, Motten und Milben zur Gefahr entwickeln. Sie zeigen sich allerdings deutlich seltener auf der Konifere und sind problemlos mit entsprechenden Pestiziden zu behandeln. Auch natürliche Mittel können helfen. Bei kleineren Obtusa Nana, die in einem Kübel kultiviert werden, ist beispielsweise eine Lösung aus fester Schmierseife und Wasser ideal, mit der die Muschelzypresse eingesprüht und die im Anschluss abgespült wird. Die Lösung darf nicht in das Substrat gelangen.

Bei größeren Bäumen, die im Garten stehen, ist das allerdings schon schwieriger. Hier kann eine Brennnessel-Jauche zum Einsatz kommen, die zum Einsprühen und Gießen genutzt wird.

Ist die Muschelzypresse giftig?

So schön die Muschelzypresse auch anzusehen ist, leider ist sie ebenso giftig. Das gilt für alle Teile. Also sowohl für Blätter, als auch für Rinde, Blüten, Früchte und Wurzeln.

Die Obtusa Nana eignet sich daher nicht für den Freilauf von Kaninchen oder Meerschweinchen, da diese sie unweigerlich benagen werden. Ebenso müssen andere Haustiere, wie Katzen oder Hunde, und kleine Kinder, die die Muschelzypresse anbeißen oder beim Spielen Teile abreißen könnten, von ihr ferngehalten werden. Denn bereits ein geringfügiger Kontakt zu dem austretenden Pflanzensaft kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Dazu gehören:

  • Ausschläge der Haut
  • Geschwüre
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schüttelfrost
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Wer sich von der Muschelzypresse nicht trennen möchte oder kann, sollte sie zumindest umzäunen und so für einen Sicherheitsabstand zwischen ihr Kindern und Tieren sorgen.

Zusätzlich ist beim Verschneiden das Anlegen von Handschuhen sinnvoll.

Fazit
Die Muschelzypresse oder Obtusa Nana, wie diese auch genannt wird, ist eine an sich pflegeleichte und besonders dekorative Pflanze. Der Schnitt kann jedoch eine Herausforderung darstellen und bedarf daher einiger Vorsicht.