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Wirksame Mittel gegen Spinnen im Haus und auf dem Balkon

Spinne

Spinnen finden viele Menschen ekelig und es nützt den Krabbeltieren auch nichts, dass sie nützlich sind. Sie müssen weg, wenn’s geht schnell und ohne wiedersehen. Nun gibt es zahlreiche Methoden, die Spinnentiere loszuwerden, humane oder wenig humane, mechanische, biologische und chemische, mehr oder wenig gefährlich. Zu prüfen ist, ob sich der Einsatz und die Aufregung lohnen. Eigentlich sind unsere heimischen Spinnen vollkommen harmlos, man kann sie gewähren lassen. Für alle, die das nicht schaffen, haben wir Möglichkeiten gefunden, die Ekeltiere weg zu bekommen. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief zu einheimischen Spinnenarten

Große Winkelspinne – 18 bis 20 mm groß, dunkelbraun

  • Zu erkennen an einfarbigen Beinen, doppelt so lang wie Körper
  • Acht gleichgroße Augen
  • Trichternetz

Hauswinkelspinne

  • Bis 15 mm groß und von hellerem Braun
  • Zu erkennen an ihrem Brustschild, es hat ein Mal in der Mitte
  • Beine undeutlich geringelt oder gefleckt

Rostrote Winkelspinne

  • Bis 14 mm groß und etwas rötlich
  • Rostrote Färbung vor allem auf dem Hinterleib
  • Lebt in Bodennähe

Mauerwinkelspinne

  • Bis 17 mm groß, aber in unseren Breiten recht selten
  • Beine dreimal so lang
  • Grundfarbe rötlich-braun

Mittel gegen Spinnen

Achtung SpinnenSchlaue Leute haben es erforscht. In jedem Haushalt leben etwa 300 Spinnen, meist unbemerkt, aber doch vorhanden. Sie lieben die Wärme und Trockenheit unsere Behausungen und im Herbst gibt es einen regelrechten Run, wenn es kühler wird und alle ein angenehmes Plätzchen für den Winter suchen. Beim Putzen werden schon einige mit entfernt, gerade die an Zimmerdecken und in den Ecken in Netzen hausenden Spinnen werden mit dem Staubsauger beseitigt. In der nächsten Woche hat aber schon eine neue Spinne den Platz erobert, weil er einfach ideal war und derartige Stellen selten sind. Was kann man also tun?

Eigentlich kann man sie gewähren lassen, denn sie sind harmlos. Anders als auf anderen Kontinenten, sind unsere mitteleuropäischen Spinnenarten völlig ungefährlich. Sie sind sogar nützlich, denn sie fangen die ungeliebten Mücken. Allerdings finden die meisten Menschen Spinnen einfach ekelig. Sie müssen weg. Im Prinzip ist es einfach. Man saugt sie weg, aber das ist einigen nicht genug und anderen wieder zuviel. Was kann man also tun?

Spinnen vorbeugen

Vorbeugen ist immer besser als heilen. Man sollte also alles versuchen, den Spinnen den Eintritt ins Haus zu verwehren. Fliegengitter sind ein guter Weg, das zu verhindern und sie sind nicht nur gegen Spinnen wirksam. Je mehr Fenster und Türen im Haus oder der Wohnung mit Fliegengittern versehen werden, umso weniger Spinnen hat man, vorausgesetzt, diese wurden ordnungsgemäß angebracht.

  • Fliegengitter gibt es für alle Fenster.
  • Sie können auch für schwierige Fenster angepasst werden.
  • Lediglich Dachfenster machen es manchmal schwierig, bzw. sind nicht so einfach zu bestücken.
  • Am preisgünstigsten sind die Fliegengitter in Discountern, wo sie regelmäßig im Frühjahr angeboten werden.
  • Man kann sie sich auch vom Fachmann anfertigen lassen, das kostet aber deutlich mehr, bietet aber auch einige Vorteile.
  • Praktisch sind die Fliegenfenster, wo sich das Netzt in gegenüberliegenden Schienen wie ein Rollo nach oben oder zur Seite schieben lässt, denn sonst sitzen die Rahmen fest am Fenster und man kann sich nicht mehr hinauslehnen bzw. Blumen auf dem Fensterbrett gießen.
  • Viele Menschen hängen sich Lavendelsäckchen ins Fenster, da Spinnen diesen Geruch nicht mögen. So sicher wie Fliegenfenster sind diese aber bei weitem nicht. Viele Spinnen lassen sich so aber gar nicht stören.
  • Auch Duftkerzen sollen helfen, genau wie gegen Mücken, aber die Wirkung ist eher zweifelhaft.
  • Im Handel sind auch Geräte erhältlich, die man in die Steckdose steckt und die dort einen hohen Ton abgeben. Nur die Spinne hört oder spürt ihn, wir Menschen nicht. Spinnen mögen diesen Ton wohl nicht und suchen das Weite. Den Spinnen bei uns im Hauswirtschaftsraum hat das wohl noch keiner richtig erklärt. Sie fühlen sich dort sehr wohl.

Tipp – Wichtig ist, alle Ritzen mit Silikon zu verschließen, denn Spinnen können sich sehr klein machen und krabbeln durch die kleinste Ritze. Da nützen die ganzen Fliegengitter nichts, wenn es überall Lücken gibt. Eine einzige reicht schon aus. Außerdem sollten die Gitter im Herbst nicht abmontiert werden, nur damit etwas mehr Licht eindringen kann. Gerade um diese Zeit suchen die Spinnen unsere Nähe, weil wir es warm und trocken haben. Die Gitter sollten bis zum ersten straffen Frost am Fenster bleiben.

Methode für Tierfreunde

SpinneWer die Spinnen nicht töten möchte, kann sie auch einfangen und umsiedeln. Es geht einfach, eignet sich aber eher für Menschen, die sich nicht ekeln, denn man muss schon dicht an die Krabbeltiere ran. Einfach ein Glas oder ein anderes Gefäß über die Spinnen stülpen, ein Blatt zwischen Glas und Wand (oder was immer) schieben und Gefäß samt Papier abnehmen. Dann kann man sie an einem passenderen Ort wieder aussetzen, doch Vorsicht, die Insekten haben einen tollen Orientierungssinn und machen sich fix auf den Heimweg. Das neue Quartier sollte deshalb mindestens 30 m entfernt liegen.

  • Spinnenstaubwedel, so genannte „Spider-Catcher“, sind super, um Spinnen aus hohen Zimmerecken oder von der Decke zu bekommen. Man kann sie im Freien ausschütteln und die Spinne so wieder frei lassen.
  • Allerdings muss man beim Aufnehmen schon vorsichtig vorgehen, damit die Spinne dabei nicht platt gemacht wird.

Die Staubsauger-Methode

Die für viele Spinnenhasser verträglichste Methode ist die Entfernung der Krabbeltiere mit dem Staubsauger. Es ist aber auch so ziemlich die qualvollste für die Spinne. Sie erstickt ganz langsam. Deshalb ist es humaner, die lästigen Insekten zu erschlagen, das ist schmerzlos und geht schnell. Dann können sie auch weggesaugt werden.

Viele Menschen mit Spinnenphobie haben Angst, dass die Spinnen wieder aus dem Staubsauger herauskommen können.  Das verhindert die Rückstauklappe. Allerdings haben diese nicht alle Sauger. Der Beutel sollte im Anschluss geleert werden.

Tipp – Wer die Spinne schnell töten bzw. sie am herauskrabbeln hindern möchte, muss bei voller Staubsaugerleistung die Düse einige Male mit der Hand zuhalten. Durch den plötzlichen starken Unterdruck sterben die Tiere.

Mittel gegen Spinnen

SpinnennetzNatürlich kennt die Industrie die Angst vieler Menschen vor Spinnen und hat daraus ein Geschäft gemacht. Das Problem ist, viele wirken nicht und die, welche wirken, sind ziemliche chemische Keulen, vollkommen übertrieben für ein kleines Spinnentier. Man muss sich gut überlegen, was wichtiger ist, die Spinnen so schnell es geht umzubringen oder seiner und seiner Familie wegen zu warten, bis jemand das Tier entfernen kann.

  • Insektensprays – es sind die verschiedensten Produkte auf den Markt. Hier kann man nur nach Gefühl kaufen. Ein Mittel, dass einmal versprüht, 3 Monate gegen Spinnen helfen soll, kann nichts harmloses sein.
  • PISTAL – reines Naturinsektizid, Wirkstoff: Chrysanthemenextrakt, wird sehr schnell abgebaut, kann sogar in Biobetrieben angewendet werden, 200 ml Spray etwa 10 €
  • BAMBULE Insektenspray – Wirkstoffe: Neemextrakt, Lavandinöl, ist ein Vertreibungsmittel, tötet nicht, laut Kundenmeinungen nicht sehr effektiv, 200 ml etwa 12 €
  • Yachticon Anti Spinnen Spray – Wirkstoff Permethrin (chemischer Wirkstoff, als Pflanzenschutzmittel schon nicht mehr zugelassen), tötet nach Aufsprühen, wirkt schnell, durch den enthaltenen natürlichen Duftstoff wird eine Neuansiedlung verhindert, 500 ml etwa 15 €
  • Quiko Ardap Ungezieferspray – die Wirkstoffe sind: Permethrin, Pyrethrine (aus Naturpyrethrum) Piperonylbutoxid, sehr wirkungsvoll, riecht sehr unangenehm, ziemliche chemische Keule, 750 ml etwa 10€
  • Beaphar Protecto Fogger Vernebler – Wirkstoffe: Permethrin und Pyriproxyfen, eigentlich gegen Flöhe empfohlen, wirkt aber auch gegen Spinnen und andere Insekten, Langzeitwirkung bis 6 Monate, 200 ml etwa 10 €
  • Bayer Spezial-Spray – Wirkstoffe: Imiprothrin (Pyrethroid = synthetisches Insektizid) und Cyphenothrin (Pyrethroid), gegen Insekten allgemein, wird auf die Verstecke gesprüht, wirkt bis 6 Wochen, 400 ml etwa 13 €
  • Raid Paral Insektenspray – Inhaltsstoffe: Tetramethrin (chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyrethroide), d-Phenothrin (Pyrethroide), Allethrin (Pyrethroide), laut Hersteller umweltgefährlich und gefährlich für Kinder, Haustiere und empfindliche Personen, 4 x 400 ml Sprühflaschen etwa 12 €
  • Ultraschallgeräte gegen Insekten
  • Gardigo – Spinnenabwehr-Stecker – wirkt durch Ultraschall, pro Stecker 25m², pro Stück etwa 10 €
  • Weitech WK0523 Ultraschall Vertreiber – wirkt nicht nur gegen Insekten, sondern auch gegen Mäuse, bis Raumgröße von 45 m², mit LED-Leuchte, etwa 18 €

Spinnen auf dem Balkon

Spinne auf BlattSpinnen auf dem Balkon sind nützlich, da sie Mücken fangen. Wer dennoch nicht mit ihnen leben kann, muss sie halt durch eine der oben beschriebenen Methoden töten, umsiedeln oder wegsaugen. Um sie gar nicht erst Fuß fassen zu lassen, kann man Lavendelpflanzen verteilen, in Balkonkästen und –kübeln oder auch in einzelnen Blumentöpfen. Wir haben viel Lavendel ums Haus, trotzdem haben wir auch Spinnen. Das ist irgendwie normal und alle kann man sowieso nicht beseitigen. Besser man engagiert sich mit ihnen! Außerdem sind Spinnen Anzeichen dafür, dass es angenehm warm und trocken ist, sonst wären nämlich Silberfische, Käfer, Fliegen, Mücken und andere Insekten vorhanden.

Häufige Fragen

Wann ist die aktivste Zeit für Spinnen, wann zieht es sie in die Häuser und Wohnungen?
Das ist ganz klar der Herbst und es liegt nicht am Wetter. Es ist die Zeit, in welcher die Männchen ausschwärmen um sich zu paaren. Sie tun das meist abends und nachts und werden deshalb von uns gar nicht so wahrgenommen. Sie flüchten, wenn der Mensch näher kommt oder das Licht anmacht.

Kann man Spinnen dauerhaft loswerden?
Nein, denn wo es ihnen gefällt, kommen sie immer wieder. Selbst mit Insektennetzen vor Fenstern und Türen, Ultraschallstecker in jedem Raum, Spinnen finden immer einen Weg. Wo gesundes Hausklima herrscht, siedeln sie sich immer wieder an. Eigentlich sind die Krabbeltiere ein Beleg dafür, dass mit unserem Haus- oder Wohnungsklima alles stimmt.