Orangenbaum

Der Orangenbaum zählt zu den exotischen Pflanzen, der aufgrund der fehlenden Winterhärte in mitteleuropäischen Klimazonen meist in einem Kübel kultiviert wird. Wenngleich manche Exemplare über 15 Meter Höhe erreichen und als richtige Bäume heranwachsen können, setzen sich vermehrt die speziellen Sorten mit maximal acht Meter Höhe durch, welche Früchte in Form von Mini-Orangen bilden. Ob diese essbar sind, beantwortet der Pflanzen-Experte.


Unterschiede bei Orangenbäumen

Grundsätzlich können Orangenbäume in kälteren Klimazonen, wie sie im deutschsprachigen Raum bestehen, den Winter nicht im Freien überleben. Aus diesem Grund werden sie so gezüchtet/angeboten, dass sie auch problemlos in Kübeln kultiviert werden können. Je nach Topfgröße bleiben sie kleinwüchsig und erreichen nur selten ihre maximale Endgröße. Diese ist allerdings nicht entscheidend für die Art beziehungsweise Größe der Orangen. Hier kommt es auf die Sorten an, die sowohl als normale Orangen in gewohnter Größe erhältlich sind, als auch mit Mini-Orangen.

Tipp: Herkömmliche Orangenbäume werden in der Regel als Frucht- beziehungsweise Obstbäume angeboten. Die Mini-Frucht-Bäume sind meist als Zierpflanze ausgewiesen und lässt Käufer oft annehmen, dass die Früchte deshalb nicht verzehrbar sind und ausschließlich der Zierde dienen. Hier sollten sich Kunden nicht verwirren lassen, denn auch Mini-Orangen sind essbar.

Größe und Schale

Nicht zu verwechseln ist die Mini-Orange mit Mandarinen oder Clementinen. Anhand der folgenden Merkmale können sie leicht von ihnen unterschieden werden

Mini-Orangen essbar

  • deutlich kleiner als Mandarinen und Clementinen
  • je nach Sorte Mini-Frucht-Größe zwischen drei und fünf Zentimeter
  • dünnere Schalen als Mandarinen und Clementinen

Essbar oder nicht?

Grundsätzlich sind die Mini-Früchte eines Orangenbaums zum Verzehr geeignet. Jedoch treffen sie nicht immer den Geschmack eines Jeden. Dies beruht darauf, dass sie sich geschmacklich teilweise sehr von einer normal großen Orange unterscheiden. Es stellt sich eher die Frage, ob sie genießbar ist, denn sie ist sehr sauer und diesbezüglich nicht mit anderen zu vergleichen.

Idee: Wem die Früchte zu sauer sind, kann den Geschmack durch Zucker oder in Kombination mit zuckerhaltigen Lebensmitteln deutlich angenehmer werden lassen.

Saftig bis faserig

Je nach Sorte und nicht zuletzt Pflege sowie Standort kann die Mini-Orange unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Erhält ein Orangenbaum beispielsweise wenig Sonne, benötigen sie länger zum Reifen, was sich faseriger machen kann. Der Verzehr ist dementsprechend nicht mit einer durchweg saftigen und optimal gereiften Mini-Orange vergleichbar, welche sich durch viel Wärme und Sonne entwickelt.

Orangenbaum aus dem Handel

Stammen die Mini-Früchte nicht aus einer eigenen Züchtung, sondern von einem Bäumchen aus dem Handel, ist bei der ersten Ernte vor der Verwendung in der Küche, Vorsicht geboten. Bei gewerblichen Züchtungen steht der Fokus in der Regel auf dem Pflanzenwachstum. Fruchtbildung sowie -qualität spielen weniger eine Rolle. So kommt es oft vor, dass chemische Mittel gespritzt wurden. Dies dient vorrangig der Beschleunigung des Wachstums und vielfach auch um so wenig wie möglich Ausfälle zu erhalten, wenn die Pflanzen aufgrund Massenzüchtungen einem hohen Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind. In der Folge könnten die Früchte mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Berührung gekommen sein. In diesem Fall sollte man Vorsicht walten lassen, ob die Mini-Orangen essbar sind oder nicht.

Orangenbaum

Hygiene

Es ist wichtig, dass Sie nach dem Schälen der Mini-Orangen von als Zierbaum deklarierten Orangenbäumen, die Hände sorgfältig vor dem Verzehr beziehungsweise der Weiterverarbeitung reinigen. Auf diese Weise sind eventuelle gesundheitsschädliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen und können nicht auf die Frucht übertragen werden.

Rezepte und Verwendung

Diejenigen, denen der extrem saure Geschmack beim Hineinbeißen von Mini-Orangen nicht zusagt, müssen die Zwergorangen aber nicht einfach im Hausmüll entsorgen. Sie können in unzähligen Speisen und Getränken für ein „spritziges“ Aroma sorgen. Außerhalb der Küche sind sie ebenfalls verwendbar, wie zum Beispiel als Raumduft oder Deko.

Bekannte Mini-Orangen-Sorten

Zu den bekanntesten Sorten von Zwergorangen gehören:

Calamondin (Citrofortunella)

Die Calamondin wird vorrangig auf den Philippinen angebaut, wo sie als „Calamansi“ bezeichnet wird. Es wird vermutet, dass es sich bei der Calamondin um eine Hybrid-Art handelt, welche aus einer Kreuzung der Mandarine „Citrus reticulata“ sowie der Kumquat „Fortunella margarita“ entstand. Sie weist folgende Eigenschaften auf:

  • Geschmack: sauer bis ungenießbar
  • Reifedauer circa sechs Monate
  • Ernte: über das gesamte Jahr verteilt (bei optimalen Standortbedingungen)
  • zartes Fruchtfleisch
  • leicht zu lösende Schale mit fruchtigem Aroma (zum Abrieb geeignet)
  • trocknet schnell nach dem optimalen Reifezeitpunkt
  • sehr saftig

Kumquat (Fortunella)

Kumquat

  • Geschmack: bitter bis sauer mit einer minimal leichten Süße
  • Reifedauer: circa zwölf Monate
  • Ernte: Herbst und/bis Winter
  • Fruchtfleisch fester als bei einer Calamondin
  • Schale ist essbar und schmeckt herb, süßlich

Fazit
Ob als Zier-Orangenbäume oder als Fruchtbäumchen angebotene Pflanzen, Mini-Orangen sind essbar, aber aufgrund ihrer verhältnismäßig starken Säure nicht unbedingt genießbar. Zum Wegschmeißen sind sie aber zu wertvoll, denn man kann sie prima als Zusatzaroma in der Küche oder anderweitig, wie beispielsweise zur Weihnachtsdekor, nutzen.