Maulwurf

Ein Maulwurf im heimischen Hausgarten ist für viele Hobbygärtner eine Plage. Da hegt und pflegt man den Garten das ganze Jahr und dann fällt so ein Störenfried ein und macht die halbe Arbeit zunichte. Es ist schwierig, so einen kleinen Buddelflink zu vertreiben, aber nicht unmöglich. Töten sollte man ihn nicht, bzw. das darf man gar nicht, das ist unter Strafe verboten. Insofern sind Schussfallen und Gifte tabu! Besser ist, sich sein gutes Gehör und seine gute Nase zu nutze zu machen und ihn durch Geräusche und Gerüche zu vertreiben. Was man gegen Maulwürfe im Garten legal unternehmen kann, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief

  • Insektenfresser
  • In der Regel Einzelgänger
  • Fleischfresser, keine Pflanzenfresser
  • Unterirdische Lebensweise
  • 6 bis 22 cm lang, 9 bis 170 g schwer
  • Grauschwarzes Fell
  • Dafür große Grabwerkzeuge an den Vordergliedmaßen
  • Rüsselförmige Nase
  • Mit ihren Tastsinneszellen können sie Tast- und elektrische Reize wahrnehmen.
  • Gutes Gehör
  • Graben Gänge im Erdreich und legen Kammern an
  • Aushub wird an die Oberfläche gebracht und bildet die typischen Maulwurfshügel
  • Halten keinen Winterschlaf
  • Fressen bis zu 30 kg Insekten pro Jahr
  • Bis zu 20 Maulwurfshügel täglich

Wir möchten direkt darauf hinweisen, dass Sie hier keine Informationen rund um Schussfallen, Maulwurfgiften oder sonstigen Methoden zum Töten von Maulwürfen finden werden. Wir verstehen Ihre Lage – und kennen es aus eigener Erfahrung. Aber: lassen Sie uns das verbliebene Stück Natur bewahren. Ohne Nützlinge bekommen wir weitaus größere Probleme. Im Namen aller Maulwürfe: Danke.

Maulwurf vertreiben statt töten

Maulwurf in der HandEs ist nachvollziehbar, dass Gartenbesitzer, deren Beete und Rasen nur noch aus Maulwurfshügeln bestehen, einen Hass auf den Verursacher haben. Den Maulwurf deshalb aber gleich zu töten, ist nicht nachvollziehbar. Man kann nicht alles, was im Leben stört, einfach beseitigen. Man muss sich arrangieren. Töten ist keine Alternative, ganz abgesehen davon, dass dies verboten ist. Einen Maulwurf zu vertreiben, ist nicht einfach und klappt meist nicht auf Anhieb. Außerdem nützt kurzzeitiges verschwinden nicht. Wichtig ist, dass der kleine Gräber dauerhaft aus dem Garten verschwindet und sich nach Möglichkeit auch kein neuer ansiedelt.

Häufig müssen mehrere Methoden ausprobiert werden, bis die gefunden wird, die bei dem ansässigen Maulwurf Wirkung zeigt. Der kleine Kerl muss so lange schikaniert werden, bis er es satt hat und umzieht, günstigstenfalls weit weg. Am besten zum Ärgern geeignet sind die empfindlichen Geruchs- und Gehörsinne des Tieres. Bei der Vertreibung muss man oft etwas kreativ sein und einiges ausprobieren. Einige Methoden sind aufwändiger als andere, andere können auch höhere Kosten verursachen.

Maulwurfshügel einebenen

So simpel wie effizient ist, die Maulwurfshügel immer wieder einzuebnen. Das ist weder sonderlich aufwändig, noch verursacht dies Kosten. Wichtig ist, dass man immer am Ball bleibt und die Hügel möglichst schnell einebnet.

  • Mit einer Harke den Hügel einfach breit harken
  • Effizienter ist, den Hügel mit dem Wasserschlauch einzuschlämmen. Das kann auch nach dem Harken geschehen.
  • Mit einem scharfen Wasserstrahl können große Teile des Ganges zerstört werden.
  • Wenn man dies oft genug tut, wird das dem Maulwurf hoffentlich lästig und er verzieht sich.

Mit Duftstoffen vertreiben

Maulwürfe haben eine sehr empfindliche Nase. Starke Gerüche stoßen sie ab. Es gilt, den richtigen Duft für den hauseigenen Störenfried zu finden. Manche Menschen sind da sehr erfinderisch, legen Fischkadaver in die Gänge oder andere stinkende Dinge. Bei solchen Aktionen darf nicht vergessen werden, dass wir Menschen solchen penetranten Gestank auch riechen. Wer sich dann vor lauter unangenehmen Gerüchen nicht mehr im eigenen Garten aufhalten kann, dem ist am Ende auch nicht geholfen.

  • Duftträger direkt in die Tunnel legen.
  • Möglichst viele davon im Garten verteilen
  • Auch außerhalb der Tunnel Löcher in den Boden bohren (Pflanzholz) und darin Duftköder verstecken.
  • Die Tunnel wieder schließen, um selbst der Geruchsbelästigung zu entgehen.

Als Duftköder eignen sich:

  • Knoblauch (zermahlen und mit Wasser mischen. In die Gänge kippen)
  • Tierkot (von Hunden oder Katzen)
  • Scharfer Meerrettich (mit Wasser vermischt)
  • Saure Buttermilch oder Milch
  • Buttersäure (gibt es im Handel)
  • Holunderblüten (Sud kochen und drei Tage gären lassen)
  • Mottenkugeln
  • Petroleumgetränkte Lappen
  • Geruchskugeln aus dem Handel, z.B. von Celaflor
  • Thujazweige
  • Kaiserkronen (der Raubtiergeruch soll den Maulwurf vertreiben) Ich kenne allerdings Tierchen, die lachen darüber.

Tipp – Egal, zu welchen Mitteln man greift, man sollte bedenken, dass diese sich nicht negativ auf den Boden auswirken. Wer Haustiere wie Hunde und Katzen oder gar Kinder hat, muss sehr sorgfältig auswählen, welche Mittel er verwendet.

Mit Geräuschen vertreiben

Maulwurf-ZeichnungMaulwürfe haben auch ein empfindliches Gehör. Lärm mögen sie nicht. Oft reicht ein größerer Hund, der regelmäßig durch den Garten läuft, um die Tiere durch die Geräusche zu vertreiben. Einen ähnlichen Effekt haben spielende Kinder. Wichtig ist, flächendeckend zu arbeiten, nicht nur an einigen Stellen.

  • Kleine Windräder im Garten aufstellen. Die Geräusche, welche die Rädchen machen, wenn sie sich im Wind schnell drehen, mögen Maulwürfe nicht. Bei uns helfen sie. Unser Nachbar hat die Tierchen im Garten, zu uns kommen sie nicht. Ich habe auf der Grundstücksgrenze Windräder aufgestellt. Es scheint zu funktionieren, schon seit Jahren. Allerdings wohnen wir auch in einem wirklich windigen Gebiet, so dass die Räder wirklich viel im Einsatz sind und recht leise rattern. Wir hören die Geräusche auch, aber sie stören uns nicht.
  • Günstig bei Wind ist auch die Methode, Flaschen in die Erde einzugraben. Man entfernt zuerst den Flaschenboden und steckt die Flasche dann mit dem Flaschenhals nach oben in die Erde. Wenn dann der Wind über den Flaschenhals bläst, entsteht dabei ein für Maulwürfe unangenehmer Laut, der ihn verjagt. Es müssen zahlreiche Flaschen aufgestellt werden.
  • Von der Methode, Metallstangen in den Boden zu stecken und regelmäßig darauf zu schlagen, halte ich nicht viel, ganz einfach im Interesse der Nachbarn.
  • Benzinrasenmäher machen viel Lärm. Wenn ein bis zweimal pro Woche gemäht wird, reicht das manchmal schon aus. (Bei unserem Nachbarn funktioniert es nicht)
  • Worüber ich einige Male gelesen habe ist, dass Musikboxen in den Gängen vergraben wurden. Der Maulwurf wurde mit Musik beschallt. Das hat meist funktioniert. Man öffnet mit dem Spaten einen Gang zwischen den zwei Maulwurfshügeln, die am dichtesten am Haus liegen. Die kleinen Lautsprecherboxen vom Rechner oder ähnlich kleine Boxen samt Verlängerungskabel an einen MP3 Player anschließen, die Lautstärke voll aufdrehen und den Player in eine Tüte packen, damit er nicht schmutzig oder nass werden kann. Alles in den Gang legen und diesen wieder abdecken. Jeden Tag einige Stunden beschallen. Das funktioniert meist ausgesprochen gut.

Ultraschallgeräte

Ultraschallgeräte, wie der so genannte Maulwurfschreck, erzeugen in einem festen Intervall Geräusche und/oder Erschütterungen, die vom Menschen nicht wahrgenommen werden, der Maulwurf aber als sehr unangenehm empfindet. Vibrationen werden in Schalwellen umgewandelt und vertreiben die Tiere.

  • Die Geräte werden meist mit normalen Batterien betrieben
  • Einige sind sogar mit Solartechnik ausgerüstet
  • Sie sind witterungsbeständig
  • Der Wirkungskreis ist recht gering, sodass meist mehrere Geräte benötigt werden
  • Man steckt sie einfach in die Erde, am besten dort, wo die meisten Hügel zu finden sind
  • Nicht in die Hügel stecken!!!
  • Geräte zuerst nah am Haus platzieren und dann alle 2 bis 3 Wochen in Richtung Grundstücksgrenze versetzen
  • Die Beschallung sollte mehrere Wochen bzw. Monate aufrecht erhalten werden
  • In gewissen Abständen die Geräte einige Tage ausschalten, damit keine Gewöhnung eintritt.

Tipp – Wurzeln von Bäumen und Sträuchern stören die Ausbreitung der Schallwellen. Die Distanzen verringern sich deutlich, man benötigt mehrere der Geräte, weil sie in kürzerem Abstand ausgebracht werden müssen.

Oft hört man, dass diese Geräte nichts bringen. Wenn man aber im Internet die Meinungen der Nutzer vergleicht, liest man etwa gleich viel von negativen und eben auch positiven Erfahrungen. Die Tierchen sind nicht alle gleich und die einen reagieren eben auf den Maulwurfschreck und andere nicht. Das ist bei den Gerüchen auch so. Der eine kann das nicht ab, der andere etwas anderes.

Maulwurf aussperren

MualwurfhügelEs gibt zwei sehr aufwändige Methoden, um den Maulwurf schlicht auszusperren. Zum einen können Gitter rund um das Grundstück im Boden eingelassen werden und zum anderen kann in einigen Zentimetern Tiefe ein Gitter waagerecht ausgelegt werden, welches verhindert, dass der Maulwurf nach oben kommen kann. Beide Methoden haben einen enormen Arbeitsaufwand und die Gitter kosten auch einiges.

  • Der Sperrzaun an der Grundstücksgrenze muss ca. 1 m in die Erde.
  • Der Zaun muss engmaschig und stabil sein und sollte sich nicht zersetzen, da er ja vollständig in der Erde steckt.
  • Günstig ist die senkrechte Sperre MolEX-F  maulwurfsperre.de/maulwurfsperre-vertikal/
  • Alternativ schützen Bodenmatten im Boden große Rasenflächen. Sie werden maximal 40 cm tief verlegt. Meist reichen aber 5 cm Tiefe schon aus.
  • Der Erfinder dieser Maulwurfsgitter bietet mittlerweile 25 Jahre Garantie auf dieses Produkt
  • Die Produkte sind nicht billig. Der Quadratmeter liegt bei etwa 4 Euro.
  • Am besten baut man den Schutz gleich bei der Neuanlage des Rasens mit ein. So macht es die wenigste Arbeit. Das Hochdrücken der Erde beim Graben des Maulwurfs wird dauerhaft verhindert.
  • Der Maulwurf kann natürlich außerhalb des Rasens an die Oberfläche kommen. Den gesamten Garten kann man so nicht auslegen, es sei denn, man hat nur Rasen und keine Sträucher oder Bäume.

Maulwurf einfangen und umsetzen

Wenn es mit dem Vertreiben des Maulswurfs nicht klappen will, gibt es noch eine Alternative. Man fängt ihn ein und setzt ihn in großem Abstand wieder aus. Diese Methode ist nicht ideal, da für den kleinen Wühler die Verletzungsgefahr nicht unerheblich ist, aber recht häufig geht es nicht anders. Einfangen und umsiedeln ist deutlich besser als töten.

Tipps

Wissen sollte man allerdings, dass es nicht erlaubt ist, eine Lebendfalle für den Maulwurf zu benutzen. Nur wenn es durch ihn zu massiven Beeinträchtigungen kommt, weil zum Beispiel das betroffenen Areal instabil wird, kann man als Eigentümer einen Antrag stellen, dass eine Ausnahme gemacht werden darf. Auch mit einer Lebendfalle verstößt man gegen gesetzliche Vorschriften.

  • Es dürfen auf keinem Fall Ratten- oder Mäusefallen verwendet werden.
  • Maulwurfsfallen sind meist rohrförmig und auf beiden Seiten mit einer Klappe versehen.
  • Die Falle wird im Gang platziert, der vorher freigelegt werden muss.
  • Den Eingang zu einem Tunnel findet man von einem Hügel aus.
  • Die Falle etwas entfernt vom Hügel aufstellen, nicht in unmittelbarer Nähe.
  • Der Gang muss n seiner Form erhalten bleiben.
  • Falle in den Gang legen und diesen wieder verschließen.
  • Stelle markieren, damit sie wiedergefunden wird
  • Täglich kontrollieren, ob ein Tier gefangen wurde.

Wer sich die Genehmigung geholt und einen Maulwurf gefangen hat, muss diesen dann an einem passenden Ort wieder in Freiheit entlassen. Informationen über solch einen Ort bekommt man bei der zuständigen Naturschutzbehörde oder dem örtlichen Förster.

Häufige Fragen

Wieso steht der Maulwurf unter Schutz?
Weil er ein Nützling und kein Schädling ist. Er frisst Schädlinge, die im Gartenboden leben und lockert bei seinen Grabarbeiten den Boden auf. Er frisst keine Wurzeln oder Pflanzen. Wo ein Maulwurf lebt, gibt es ausgezeichneten Boden, richtig gute Gärtnerqualität, wofür man sonst viel Geld ausgeben muss. Auf der anderen Seite sind die Tiere selten geworden, weil sie nicht mehr ausreichend Lebensraum finden.

Wie weit entfernt vom heimischen Garten soll der Maulwurf wieder ausgesetzt werden?
Maulwürfe haben einen sehr guten Orientierungssinn. Sie finden gut wieder in ihr altes Gebiet zurück. Deshalb empfiehlt es sich, ihn einige Kilometer entfernt auszusetzen, damit gerade das nicht passiert.