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Buttersäure gegen Wühlmäuse einsetzen | Anwendung

Buttersäure

Wühlmäuse knabbern die Wurzeln unserer Pflanzen an, bleiben dabei jedoch häufig lange unbemerkt. Die Wasser- und Nährstoffversorgung bricht immer mehr zusammen und die haltlose Pflanze geht schließlich ein. Um weitere Schäden zu verhindern, müssen sie aufgespürt und schnellstens aus dem Garten vertrieben werden. Die stinkende Buttersäure ist ein guter Helfer im Einsatz gegen Wühlmäuse. Lesen Sie hier, was bei ihrer Anwendung unbedingt zu beachten ist.

Wühlmäuse sind geruchsempfindliche Tiere

Tief in der dunklen Erde kommen Wühlmäuse mit den Augen nicht so recht weiter, deswegen haben sie in ihrer Evolution eine feine Nase entwickelt. Der Geruch ist es, der ihnen den Weg zu den köstlichen Wurzeln weist. Dabei scheint es den Mäusen in der Welt der Gerüche ähnlich wie uns Menschen zu ergehen. Manche Düfte lieben wir, andere wiederum verursachen uns regelrechte Übelkeit. Dieser Umstand kann uns bei der Vertreibung der Mäuse von Vorteil sein. Das ist besser, als diesen Kreaturen nach dem Leben zu trachten.

Buttersäure: erst geruchslos, dann duftend

WühlmausDiese Säure ist in ihrer Ursprungsform geruchslos. Wenn sie jedoch mit Wasser und Sauerstoff in Berührung kommt, reagiert sie, und entwickelt dabei einen starken Duft. Dieser intensive „Gestank“ ist für Mäuse aber auch für uns Menschen kaum erträglich. Er erinnert an ranzige Butter, woher auch der Name der Säure seine Herkunft hat.
Beim Einsatz als Bekämpfungsmittel ist diese Säure also zunächst geruchslos und entwickelt erst in Kombination mit einem feuchten Erdboden den typischen und nützlichen Geruch.

Wo sie ihre Wirkung am besten entfaltet

Damit die Säure die gewünschte Wirkung auslöst, muss sie an strategisch geeigneten Orten platziert werden. Natürlich ist es nicht möglich, die Gänge der Wühlmäuse damit komplett zu benetzen. Sie sind endlos lang, ihr Verlauf nicht ohne weiteres erkennbar, zudem führen sie auch häufig unmittelbar unterhalb der Pflanzen.

  • Säureeinsatz muss sich auf die Ausgänge konzentrieren
  • dort wird Buttersäure verteilt
  • Duft breitet sich ins Innere der Gänge aus
  • die Mäuse flüchten, sobald sie den Duft schnuppern

Vorteile dieser Säure

Die Vorteile beim Einsatz von Buttersäure gegen Wühlmäuse liegen klar auf der Hand:

  • Wuehlmaussie bringt die Mäuse nicht um
  • wirkt dennoch effektiv
  • bringst sie „sanft“ dazu, den Garten zu verlassen
  • ist ein vergleichsweise günstiges Mittel

Damit die Mäuse den Weg nach draußen jedoch antreten können, muss zumindest einer der Ausgänge buttersäurefrei bleiben. Wählen Sie diesen Ausgang nach strategischen Gesichtspunkten aus. Je weiter am Rand des Gartens er liegt, umso besser. Schließlich sollen die Mäuse das Weite suchen und sich nicht irgendwo im Garten verstecken und neue Gänge graben.

Beschaffung und Lagerung von Buttersäure

Wenn die Vorteile der Säure auch für Sie überzeugend sind, können Sie im Internet zahlreiche Bezugsquellen dafür finden. Sie wird in gut verschlossenen Fläschchen geliefert und verströmt daher noch keine unschönen Gerüche.

Solange die Säure daheim mit Wasser und Sauerstoff nicht in Berührung kommt, ist bei ihrer Lagerung nichts zu befürchten.

  • Säure in der Originalverpackung aufbewahren
  • unerreichbar für kleine Kinder und Haustiere
  • in einem gut belüfteten Raum
Hinweis: Achten Sie auch darauf, dass die Buttersäure nicht aus Versehen umgeschmissen werden kann.

Lauernde Gesundheitsgefahren für den Menschen

Buttersäure, die uns als Bekämpfungsmittel gegen Wühlmäuse viele Vorteile bietet, hat aber zugleich auch einige Nachteile. Obwohl sie für den Menschen nicht lebensgefährlich ist, so sind die damit einhergehenden Gesundheitsgefahren trotzdem nicht zu unterschätzen. Bevor Sie sie zur Vertreibung von Wühlmäusen einsetzen, sollten Sie sich über diese Nachteile genauestens informieren.

  • Schutzanzug Maskeunsichtbare Dämpfe können eingeatmet werden
  • die Atemwege werden dadurch gereizt
  • es kann zu Schwindelanfällen, Übelkeit und/oder Erbrechen kommen
  • der Geschmacks- und Geruchssinn kann tagelang beeinträchtigt werden
  • es kann zu Reizhusten und Lungenschädigung kommen
  • Säure kann auch auf die Haut gelangen
  • dabei wirkt sie stark ätzend
  • Hautirritationen und allergieähnliche Ausschläge sind die Folge
  • im schlimmsten Fall drohen Verätzungen

Wenn diese Nachteile viel zu abschreckend für Sie sind, sollten Sie auf den Einsatz dieser Säure gänzlich verzichten und nach einer alternativen Bekämpfungsmethode Ausschau halten.

Vorsichtmaßnahmen bei der Anwendung

Die zuvor aufgeführten Gesundheitsgefahren treten in ihrem ganzen Ausmaß und Schwere sicherlich erst bei unsachgemäßem Einsatz größerer Mengen. Doch auch kleine Mengen müssen vom Körper ferngehalten werden.

  • langärmlige Kleidung und lange Hosen anziehen
  • Hände mit Handschuhen schützen
  • Schutzbrille aufsetzen
  • ggf. Atemschutz verwenden
  • sich Zeit nehmen und konzentriert arbeiten
  • Fläschchen nicht lange geöffnet bzw. unbeaufsichtigt stehen lassen

Anwendung Schritt für Schritt

  1. Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie sich zuerst ausreichend vor den lauernden Gesundheitsgefahren schützen. Ziehen Sie geeignete Kleidung an und treffen Sie weitere Vorsichtsmaßnahmen, wie zuvor beschrieben.
  2. Legen Sie sich einige Tücher, eine Schaufel und die Buttersäure bereit.
  3. Maus GangHalten Sie Ausschau nach den Gängen der Wühlmäuse, die nah an der Erdoberfläche liegen und mit etwas Aufmerksamkeit leicht entdeckt werden können.
  4. Legen Sie mit dem Spaten die Gänge an mehreren Stellen frei. Achten Sie dabei darauf, die Gänge selbst nicht zu zerstören, da ansonsten die Mäuse nicht wie geplant flüchten können. Beeilen Sie sich mit der Arbeit, damit die Wühlmäuse keine Gelegenheit haben, diese erneut zu verschließen.
  5. Bestimmen Sie einen Ausgang, durch den die Mäuse ins Freie flüchten sollen. Er sollte möglichst nah an der Grundstücksgrenze liegen.
  6. Beginnen Sie mit der Anwendung der Buttersäure. Zuerst kommen die Löcher dran, die am weitesten vom Fluchtausgang liegen.
  7. Träufeln Sie auf einem Tuch etwas Säure und stopfen Sie es in den freigelegten Gang hinein. Sie können den Ausgang auch noch zusätzlich mit etwas Erde abdecken.
  8. Verschließen Sie so nacheinander und zügig alle Ausgänge, bis auf den einen Fluchtausgang.
Tipp: Der Duft der Buttersäure gefällt auch Maulwürfen nicht sonderlich gut und wird daher auch zu ihrer Bekämpfung empfohlen.

Vertreibung bei Bedarf wiederholen

Die Anwendung der Buttersäure gegen Wühlmäuse kann als eine „sanfte“ Vertreibungsmethode bezeichnet werden, denn die Tiere bleiben am Leben. Dieser Umstand kann mit Nachteilen verknüpft sein. Es stellt sich nämlich die Frage: Wie weit haben sich die Wühlmäuse vom eigenen Garten entfernt?

WühlmausWenn der eingeschlagene Fluchtweg der Mäuse nur ein sehr kurzer war, könnten sie schon bald mit einem neuen Gangsystem den Garten zurückerobern. Bleiben Sie daher auch in der Zeit nach der zunächst erfolgreich wirkenden Bekämpfung achtsam. Halten Sie Ausschau nach neuen Mäuselöchern und kontrollieren Sie Ihre Pflanzen auf Fressschäden. Sollten einige Mäuse zurückgekehrt sein, müssten Sie die Prozedur zeitnah wiederholen und dabei notfalls die Dosis etwas erhöhen.

Fazit
Wühlmäuse kommen meist zahlreich und haben einen unstillbaren Hunger nach Wurzeln. Beides wirkt sich verheerend für unsere liebevoll gehegten Pflanzen. Buttersäure vertreibt diese lästigen Plagegeister mit ihrem fürchterlichen Gestank, ist aber für unsere Gesundheit nicht ganz harmlos. Wenn einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, steht der Anwendung aber nichts im Wege.