Maulwurf im Garten

Lässt sich ein Maulwurf im Garten nieder, legt er innerhalb kurzer Zeit ein weitläufiges Höhlensystem an von bis zu 2.000 Quadratmetern. Auf seinen Patrouillengängen vertilgt das putzige Fellknäuel Schnecken, Dickmaulrüssler, Wiesenschnaken, Unmengen von Larven und Schädlings-Eiern. Zugleich lockert der Insektenfresser das Erdreich tiefgründig auf. Eine segensreiche Aktivität – wären da nicht die unzähligen Maulwurfshügel. Das will kein Hobbygärtner akzeptieren und strebt eine gezielte Vertreibung an. Ein Maulwurf kann zwar kaum sehen, verfügt indes über einen hoch entwickelten Gehör-, Geruchs- und Geschmackssinn. Diesen Umstand nutzen ausgeklügelte Vergrämungsstrategien aus, um den geschützten Maulwurf sanft zu vertreiben. Lernen Sie im Folgenden die besten Hausmittel kennen.

Wissenswerte Details

  • Europäischer Maulwurf wird den Insektenfressern zugeordnet
  • Grau-schwarzes oder braunes Fell mit einer Körperlänge von ca. 15 cm
  • 6-gliedrige Hände, geformt wie Grabeschaufeln
  • Signifikanter Geruchs-, Gehör- und Geschmackssinn
  • Überwiegend als Einzelgänger unterwegs
  • Vertilgt bis zu 30 Kilo Insekten und Regenwürmer pro Jahr
  • Hoher Stoffwechsel verursacht Hungertod nach 12-24 Stunden ohne Nahrung
  • Durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2-5 Jahre
  • Hebt bis zu 20 Maulwurfshügel täglich

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist der Maulwurf vor jeglicher Nachstellung geschützt. Der missverstandene Nützling darf weder gejagt, noch gefangen, verletzt oder gar getötet werden. Wer diesem Gesetz zuwider handelt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Toleriert wird gemäß Bundesnaturschutzgesetz einzig die sanfte Vertreibung vom Grundstück. Daraus resultiert ein Umdenken unter Hobbygärtnern in Richtung traditioneller Hausmittel, die konform gehen mit den gesetzlichen Forderungen.

Akustische Methoden der Vertreibung

Unter Tage benötigt ein Maulwurf seine Sehkraft nicht. Vollkommen blind ist er zwar nicht; mit seinen winzigen Augen ist er einzig in der Lage, Hell und Dunkel zu unterscheiden. Wie bei Lebewesen mit eingeschränkten Sinnesorganen häufig zu beobachten ist, gleichen andere Funktionen diesen Mangel wieder aus. Ein Maulwurf ist in der Lage, selbst leiseste Geräusche wahrzunehmen. Diesen Umstand nutzt der geplagte Hobbygärtner, um den Lästling mit Lärm und Radau den Weg aus dem Garten zu vergrämen.

  • Metallstangen an verschiedenen Stellen in die Erde stecken und mit dem Hammer darauf schlagen
  • An einer T-förmigen Eisenstange leere Konservendosen baumeln lassen
  • Desgleichen mit Besteckteilen, wie Löffeln und Gabeln verfahren
  • Glasflaschen ohne Boden kopfüber in die Erde stecken, um pfeifende Windgeräusche zu erzeugen
  • Wasserdicht verpackte Lautsprecher in die Gänge schieben, am aufgedrehten Radio anschließen

MaulwurfhügelMit einer einmaligen Erzeugung von Lärm ist es in der Regel nicht getan. Damit ein Maulwurf tatsächlich das Weite sucht, sind die dargestellten Methoden wiederholt durchzuführen.

Mit Gerüchen vertreiben

Einen Beitrag zur modernen Lärmverschmutzung mag längst nicht jeder Freizeitgärtner leisten. Daher steht die Anwendung von intensiven Gerüchen zur Maulwurf-Vertreibung ganz oben auf der Rangliste. Wird die äußerst empfindliche Nase des ungebetenen Gastes den folgenden Düften ausgesetzt, zieht er rasch von dannen. Die folgenden Hausmittel haben sich seit Generationen bewährt, um Maulwürfe nachhaltig zu vertreiben.

  • Alkohol in jeder Form in die Gänge schütten
  • Verdorbene Buttermilch einsickern lassen
  • Mit Essigessenz getränkte Tücher in die Tunnel stecken
  • Fischköpfe in die geöffneten Hügel legen
  • Holunderblüten zu einem Sud kochen und gären lassen
  • Hundehaare und Hundekot ins Höhlensystem einbringen
  • Lilienzwiebeln im gesamten Garten pflanzen
  • Scharfen Meerrettich mit Wasser verrühren und in einen offenen Hügel schütten
  • Mottenkugeln an allen verdächtigen Aufenthaltsorten des Maulwurfs auslegen
  • Alte Tücher mit Petroleum tränken und in die Korridore stecken
  • Pferdeäpfel und Pflanzenjauchen vorzugsweise als Dünger verwenden

Es ist ein langer Geduldsfaden erforderlich, wenn Sie diese Art der sanften Maulwurf-Vertreibung wählen. Kontinuität zahlt sich beim Einsatz dieser Hausmittel früher oder später aus. Es darf dabei keine Pause in der Geruchsentwicklung entstehen, die dem begabten Tunnelbauer signalisieren könnte, dass er gewonnen hat. Bringen Sie stattdessen die Substanzen solange aus, bis definitiv kein Maulwurfshügel mehr entsteht.

Mit Buttersäure effektiv vergrämen

Werden Sie mit einem besonders hartnäckigen Exemplar konfrontiert, bleibt häufig der Griff zu radikaleren Hausmitteln nicht erspart. Buttersäure steht hier ganz oben auf der Liste, auch Butansäure genannt. Wurden Sie schon einmal von Lausebengeln mit einer Stinkbombe attackiert, dürfte Ihnen der unerträgliche Geruch bekannt sein. Um einen geruchsempfindlichen Maulwurf zu vergrämen, hat sich das Gemisch bislang bestens bewährt. Es ist freilich nicht auszuschließen, dass Ihr Geruchssinn ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie können Buttersäure erwerben oder als Hausmittel mit wenigen Zutaten und einem Chemiebaukasten selbst herstellen:

  • Butter
  • Brennspiritus
  • Salzsäure
  • Natriumhydroxid (Natronlauge)
  • Kittel, Handschuhe, Atemschutz und Schutzbrille

Maulwurf von Mann gejagtIn ein Reagenzglas füllen Sie eine Messerspitze Butter und gießen darüber 2 Milliliter Brennspiritus. Darüber kommen 2 Gramm Natriumhydroxid aus der Apotheke. Das Gemisch wird mit einem Siedestab für 2 Minuten erhitzt. Über einem Bunsenbrenner würde das Reagenzglas zerplatzen. Bei diesem Vorgang ist offenes Feuer unbedingt zu vermeiden, weil der verdampfende Alkohol natürlich brennbar ist. Natriumhydroxid, das sich nach 2 Minuten nicht aufgelöst hat, schütten Sie wieder ab. Mit der Pipette kommen noch ein wenig Wasser und ein Tropfen Salzsäure hinzu. Der starke Geruch ist jetzt so präsent, dass die Lösung sogleich in einen sicheren Behälter zu schütten ist, um bis zur Anwendung darin aufbewahrt zu werden. Die produzierte Menge reicht aus, um gleich mehrere Wolltücher zu beträufeln, die in einen frequentierten Tunnel gesteckt werden. In der Regel wirkt dieses Hausmittel ausnahmsweise auf Anhieb, um den Maulwurf zu vertreiben.

Erfolgreiche Vertreibung gelingt nur im aktiven Tunnel

Sofern Sie einen oder mehrere Maulwurfshügel im Garten sichten, steht damit noch lange nicht fest, dass sich ein aktiver Tunnel darunter befindet. Bevor Sie zu den Hausmitteln greifen und mit der Vertreibung beginnen, sollte sichergestellt sein, dass der unterirdische Korridor auch tatsächlich frequentiert wird. Der unverkennbare Erdhügel besteht aus dem Aushubmaterial, das beim Bau des Höhlensystems übrig bleibt. Der Maulwurf schiebt es mit seinem Kopf vor sich her, bis die angehäufte Masse zu schwer für ihn wird. Entweder gräbt er nun weiter, oder der Hügel markiert das Tunnelende. So ermitteln Sie, ob es sich um einen aktiven Gang handelt:

  • Einen oder mehrere Maulwurfshügel über dem Tunnel zertreten
  • Die am besten geeignete Tageszeit ist der späte Nachmittag
  • Bildet sich bis zum nächsten Vormittag ein neuer Erdhöcker, ist der Laufweg aktiv

Selbst wenn sich erwiesen hat, dass der Maulwurf im Garten sein Unwesen treibt, ist es ratsam, das kleine Experiment im engen zeitlichen Abstand zu wiederholen. Maulwürfe haben in der Tat eine sehr kurze Lebenserwartung. Wie Feldversuche aufzeigten, sind 75 Prozent aller Tiere jünger als 1 Jahr. Die Mehrheit der Population fällt Katzen, Hunden, Füchsen, Eulen und anderen Fressfeinden zum Opfer. Der Verursacher der gestrigen Maulwurfshügel kann heute schon das Zeitliche gesegnet haben, sodass Sie sich den Aufwand einer Vertreibung mit Hausmitteln ersparen können.

Prophylaktische Maulwurfbekämpfung

Wer sich schon einmal mit einem halsstarrigen Maulwurf herumschlagen musste, denkt bei der Neuanlage des Rasens oder Gartens rechtzeitig über vorbeugende Maßnahmen nach. Es steht tatsächlich ein ganzes Arsenal an effektiven Techniken zur Verfügung, damit Sie erst gar nicht in die Verlegenheit kommen, über die sanfte Vertreibung des Lästlings nachzudenken.

  • Einen Steingarten oder Kiesbeete favorisieren
  • Im Vorfeld der Rasenaussaat ein knotenfestes Maulwurfgitter auslegen
  • Desgleichen unter Zier- und Nutzgärten verfahren, sowie Rollrasen
  • Flächengewicht des Gitters: 500 g/m², bei einer Maschenweite von 11×11 mm
  • In bestehenden Gärten senkrechte Maulwurfsperren installieren

Wichtig zu beachten ist, dass flächige Materialien mit Überlappungen von mindestens 15 cm verlegt werden, horizontal und vertikal. Maulwürfe sind schlau und entdecken selbst das winzigste Schlupfloch.

Lebendfalle nur mit Sondergenehmigung

Maulwurf CartoonObjektiv betrachtet macht es Sinn, dass der Maulwurf seit 1988 durch das Bundesnaturschutzgesetz als schutzwürdige Tierart behandelt wird. Mit seiner emsigen Grabetätigkeit lockert er den Boden auf, was die Versorgung von Pflanzen mit Sauerstoff und Nährstoffen optimiert. Nicht zu vergessen ist, dass der knuddelige Kerl die echten Schädlinge entweder vertilgt oder zumindest vertreibt, wie die Wühlmaus. Als Insektenfresser rührt der Maulwurf Pflanzen niemals an. Wo er seine Wühlaktivitäten übertreibt, erteilt die örtliche Naturschutzbehörde unter Umständen eine Sondergenehmigung für den Lebendfang. Verursacht das Tier beispielsweise Einsackungen im Erdreich, die zu ernsthaften Verletzungen führen, folgt die Behörde eventuell den Argumenten und gibt den Einsatz einer Lebendfalle frei. Mit einfachen handwerklichen Fertigkeiten kann die Falle selbst gebaut werden aus einer Holzkiste mit Deckel und einem flexiblen Plastikschlauch. Als Verbindung zwischen Kiste und Schlauch fungiert eine Klappe, die sich nur einseitig öffnen lässt.

  • Einen Maulwurfshügel abtragen, um an einen aktiven Tunnel zu gelangen
  • Den biegsamen Plastikschlauch in den Korridor lancieren
  • Nistmaterial und Futter in einen Holzkasten füllen, wie beispielsweise Regenwürmer
  • In den Holzdeckel und die Seitenteile mehrere kleine Luftlöcher bohren
  • Eine Plastikfolie dient als lockerer Regenschutz über dem Holzkasten

Eine zweimalige Kontrolle der Falle pro Tag muss sichergestellt sein, denn das Futter reicht bei weitem nicht aus, um einen gefangenen Maulwurf vor dem Hungertod zu bewahren. Gefangene Tiere kommen in einen mit Laub gefüllten Eimer. Darin können sie sich verstecken, was den Stress erheblich reduziert. Freigelassen werden sie idealerweise in einem Laub- oder Mischwald, weitab der nächsten Ortschaft.

Verwühlprobe entlarvt Wühlmäuse

Auf den ersten Blick kann ein Maulwurfshügel mit der Aufschüttung einer Wühlmaus verwechselt werden. Wühlmäuse zählen zu den echten Schädlingen, denn sie machen sich über Zier- und Nutzpflanzen gnadenlos her. Sie dürfen gejagt und getötet werden, statt sie zu vertreiben. Erlaubt sind in diesem Fall zudem stärkere Präparate, als sanfte Hausmittel. Erfahrene Hobbygärtner untersuchen im Vorfeld, womit sie es zu tun haben. Die sogenannte Verwühlprobe gibt rasch Aufschluss. Hierzu heben Sie mit einem Spaten den Erdhügel beiseite und schauen sich genau an, wo sich der Zugang zum Tunnel befindet. Ein Maulwurf hebt das Erdreich stets leicht schrägt zur Seite, eine Wühlmaus senkrecht.

Fazit

Siedelt sich ein Maulwurf im Garten an, ist das ärgerlich. Die zahlreichen Maulwurfshügel verunstalten den Rasen und die Beete. Ein Drama ist der Besuch des ungebetenen Gastes trotzdem nicht, denn wirklichen Schaden richtet der Insektenfresser nicht an. Stattdessen lüftet er den Boden und vertilgt echte Schädlinge gleich kiloweise im Jahr. Für die Vergrämung vom Grundstück, ist ein wenig Überzeugungskraft gefragt, denn der Maulwurf steht unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Erlaubt ist einzig die Vertreibung durch sanfte Methoden. Am effektivsten gelingt das Vorhaben mithilfe von lauten Geräuschen und intensiven Gerüchen. Eine ganze Liste an bewährten Hausmitteln steht zu diesem Zweck bereit. Nur als letzten Ausweg sollten Sie die Anwendung von Buttersäure in Betracht ziehen, die zwar einen fürchterlichen Gestank verbreitet, allerdings verbunden mit der höchsten Erfolgsquote.