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Larven von Käfern im Bett: was tun? | Teppichkäfer & Co

Käfer Larven im Bett

Das eigene Bett voll mit Larven von Käfern – eine Horrorvorstellung! Doch genau das kann auch hierzulande jedem jederzeit passieren. Mit Unreinheit hat das ungebetene Auftauchen der Larven wirklich nichts zu tun. Wer sie jedoch nicht dulden will, muss sofort gründlich putzen. Und vor allem unbedingt neuen Nachschub verhindern. Doch welche Käferart hat sich im warmen Unterschlupf zum Eierlegen eigefunden?

Wie kommen die Käfer her?

Menschliche Schlafräume zählen für gewöhnlich nicht zu Lebensräumen von Käfern. Ihre angestammte Heimat ist die freie Natur. Dort finden sie ihre Nahrung, ob pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Durch offene Fenster können jedoch einzelne Käfer leicht ins Innere eines Hauses gelangen. Sie können auch ungewollt von draußen eingeschleppt werden.

Im Haus werden die Insekten alternative Nahrungsmittel suchen, entdecken und dadurch am Leben bleiben. So wird es unvermeidlich auch zur einer oder gar mehreren Eiablagen kommen. Was bietet sich dafür mehr an als ein kuschelig warmer Platz? So kann es gut sein, dass sich einige Käferarten für ein nah gelegenes Bett entscheiden. Sie als Bettbesitzer werden vermutlich nichts davon bemerken, bis Sie eine kriechende Larve mit eigenen Augen sichten.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Eine Larve im Bett kann auch aus Eiern von Motten, Ameisen, Flöhen oder anderen Insektenarten geschlüpft sein. Nehmen Sie sie daher genau in Augenschein, um sie anhand von äußeren Merkmalen eindeutig zuzuordnen. Nur so kann eine wirksame und dauerhafte Bekämpfung gelingen.„]

Teppichkäfer

Teppichkäfer Larven im Bett
Quelle: Jyrki Kärkkäinen, Anthrenus scrophulariae3, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Ausgewachsene Teppichkäfer ernähren sich von Nektar und Pollen. Deswegen sind sie überwiegend im Freien anzutreffen, wo sie sich auch paaren. Für die Eiablage wählen sie geschützte Orte. So kommt es gelegentlich vor, dass sie dafür unsere Räume aufsuchen. Die Ernährungsvorlieben ihrer Larven sind gänzlich anders. Sie bevorzugen Keratin, welches sie häufig in Haaren, Nägeln, Haut und Federn finden. Schweiß, Haare und Hautschuppen machen auch das Bett für Larven anziehend.

Erkennen

So erkennen Sie den Teppichkäfer, wiss. Anthrenus scrophulariae, und seinen Nachwuchs:

  • Käfer ist 3 bis 4 cm lang
  • ovaler Körperumriss
  • ist entlang der Flügelnaht rot gefärbt
  • dunkel gefärbte Flügeldecken
  • mit drei hellen, wellenförmigen Querverbindungen
  • Larven sind bis zu 5 mm lang
  • sind stark behaart

Mögliche Schäden

Larven des Teppichkäfers hinterlassen Fraßschäden an Textilien. Doch sie können darüber hinaus auch unsere Gesundheit schädigen. Die feinen Haare können bei empfindlichen Menschen Atemwegsprobleme auslösen. Wenn sich ihre Pfeilhaare in die Haut bohren, kann die Auswirkung mit Mückenstichen verglichen werden.

Bekämpfen

Teppichkäfer Larve
Quelle: Arnoldius, Anthrenus scrophulariae (Larve), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Die Teppichkäfer aus den eigenen vier Wänden auszusperren ist schwer, denn es muss gelüftet werden. Nur wenn die Fenster mit Insektennetzen bespannt werden, muss der Käfer draußen bleiben. Bereits eingeflogene Exemplare und ihr Nachwuchs müssen mit gründlicher Reinigung bekämpft werden.

  • Bettwäsche heiß waschen
  • nicht waschbare Sachen für mehrere Stunden einfrieren
  • Matratze absaugen
  • Reinigungsmaßnahmen weiträumig ausdehnen

Brauner Pelzkäfer

Diese Käferart aus der Speckkäferfamilie, zu der auch der Teppichkäfer, Wollkrautblütenkäfer und der Kabinettkäfer gehören, wird regelmäßig in Wohnräumen entdeckt. Während die Käfer im Laufe ihres kurzen Lebens meist keine Nahrung zu sich nehmen, fressen ihre Larven Pelze und Wolltextilien.

Erkennen

Brauner Pelzkäfer Larven im Bett
Quelle: gbohne from Berlin, Germany, Attagenus smirnovi (Dermestidae) – top view (8625114182), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Attagenus smirnovi, wie der Käfer wissenschaftlich korrekt heißt, können Sie anhand folgender Merkmale identifizieren:

  • wird 3 bis 5 cm lang
  • Flügeldecken sind hellbraun
  • Halsschild und Kopf sind dunkler gefärbt
  • Larven sind auch bräunlich gefärbt
  • sie werden bis zu 7 mm lang
  • sind dicht mit langen Haaren bedeckt

Mögliche Schäden

Die Larven fressen derart, dass ihre Fraßspuren deutlich mit dem Auge erkennbar sind. Fälle und Pelze zeigen kahle Stellen, während an Textilien und Teppichen viele Löcher zu beobachten sind. Dadurch wird ihr Wert deutlich geschmälert oder ganz vernichtet.

Bekämpfen

Waschen Sie die Bettwäsche heiß und saugen Sie die Matratze gründlich ab. Sie sollten jedoch auch den Inhalt Ihres Kleiderschranks begutachten, wenn Sie darin wertvolle Pelzstücke hängen haben. Da diese nicht in die Waschmaschine gehören, sollten Sie sie in einen großen Beutel geben, diesen verschließen und sie anschließend für ein paar Tage einfrieren. Die Kälte tötet alle Eier und jede Larve ab.

Kabinettkäfer

Kabinettkäfer
Quelle: Siga, Anthrenus museorum bl, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Er wird auch als Museumskäfer bezeichnet, da er dort häufig großen Schaden anrichten kann. Im Freien sind Kabinettkäfer häufig in der Nähe von Ebereschen anzutreffen. Zur Eiablage ziehen sie sich unter anderem in Häuser zurück. Die Larven der Museumskäfer sind eher in Fußbodenritzen als im Bett anzutreffen. Doch ganz auszuschließen ist ihr nächtlicher Besuch nicht.

Erkennen

  • Länge beträgt 2 bis 3 mm
  • schwarzer Körper, gelbrote Füller
  • dunkle Deckflügel haben Zeichnungen
  • aus weißen und braungelben Schuppen
  • weitere helle Zeichnungen am Halsschild
  • jede Larve ist strak behaart
  • 4 mm lang und hellbraun
  • besitzen Pfeilhaare als Verteidigung

Mögliche Schäden

Die Käfer selbst verursachen keine Schäden, wohl aber ihre Nachkommen. Diese würden sich zwar mit Vorliebe von toten Insekten ernähren. Da sie im Haus selten fündig werden, greifen sie zu Textilien aus tierischen Fasern wie Wolle oder Seide. Im Bett ist direkter Kontakt mit den Larven wahrscheinlich, was bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann.

Bekämpfen

Larve Kabinettkäfer
Quelle: CSIRO, CSIRO ScienceImage 2899 Larvae stage of a museum beetle Anthrenus museorum, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 3.0

Reinigen Sie am besten das komplette Schlafzimmer. Alles Waschbare mit mind. 55 °C waschen oder alternativ für einen Tag in die Gefriertruhe legen. Sperrige Teppiche ausklopfen bzw. gründlich absaugen. Sollten Sie diesen lichtscheuen Schädling auch in Fußbodenritzen vermuten, muss ggf. ein Kontaktgift wie Pyrethrum eingesetzt werden.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Tragen Sie beim Reinigen Handschuhe und nach Möglichkeit auch Mundschutz, damit es nicht zu allergischen Reaktionen kommt. Beim Teppichklopfen zum Beispiel kann eine Menge Staub aufgewirbelt werden.„]

Wollkrautblütenkäfer

Speckkäfer Wollkrautblütenkäfer

Seine Eier legt diese Käferart gern in Gebäuden ab. Darin kommen viele Plätze infrage. Teppiche und Polstermöbel sind beliebt, somit auch das Bett.

Erkennen

Das sind die Merkmale, anhand derer Sie den Wollkrautblütenkäfer und seine Nachkommen bestimmen können:

  • bis zu 3 mm langer, bunter Käfer
  • rundlicher Körper
  • auf der Rückseite sind verschiedenfarbige Schuppen
  • 3 helle, wellenförmige Querverbindungen an den Flügeln
  • Larven sind mit verschieden langen Borsten übersät
  • am hinteren Ende sitzen Pfeilhaaren mit Widerhaken

Mögliche Schäden

Wollkrautblütenkäfer Larve
Quelle: André Karwath aka Aka, Anthrenus verbasci – larva side (aka), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.5

Der Wohlkrautblütenkäfer gehört zu den häufigsten Textilschädlingen, der auch vor Polstermöbeln nicht Halt macht. Die feinen Haare können zudem allergische Reaktionen an Haut und Atemwegen auslösen.

Bekämpfen

Wer gegen diese Insekten keine Gifte versprühen möchte, muss auf gründliche Reinigung setzten. Hitze und Kälte töten die Insektenlarven ab.

Buckelkäfer

Ein Befall mit Buckelkäfern ist selten. Doch wenn ein Buckelkäfer das Haus betritt, dann in Maßen. Er wird hierzulande fälschlich als Kugelkäfer bezeichnet. Da er unter anderem auch Textilien nicht verschmäht, können seine Nachkommen durchaus im Bett angetroffen werden.

Erkennen

  • Buckelkäfer
    Quelle: Gunther Tschuch, Gibbium psylloides, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

    etwa 1,0 bis 3,4 mm groß

  • glatte, glänzende Flügeldecken
  • braune bis rötliche Färbung
  • lange Fühler
  • Beine und Bauch behaart
  • erinnert an eine Spinne
  • die Larve ist ca. 3,5 mm lang
  • und weiß gefärbt

Mögliche Schäden

Im Schlafzimmer wird sich der Schaden auf durchlöcherte Textilien beschränken. Ist der Befall weiter vorgedrungen, könnten Vorräte durch Kot verunreinigt und damit unbrauchbar sein.

Bekämpfen

Da der Einsatz von Giften in Wohnräumen problematisch ist, muss der Käfer und seine Larven durch Reinigungsmaßnahmen aus dem Bett vertrieben werden. Doch auch der Rest des Hauses muss in Augenschein genommen werden. Befallene Lebensmittel müssen entsorgt und die Schränke ausgewischt werden. Wenn sich der Befall hartnäckig hält, kann ein Schädlingsbekämpfer beauftragt werden.

Messingkäfer

Messingkäfer
Quelle: Sarefo, Niptus.hololeucus, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wenn Sie in einem alten Fachwerkhaus leben, ist die Gefahr eines Befalls deutlich größer gegenüber Neubauten. Der Schädling bleibt meist im Gebälk, doch es kommt vor, dass er bis ins Innere der Räume vordringt.

Erkennen

Niptus hololeucus erkennen Sie in erster Linie an seiner Färbung. Doch auch andere Erscheinungsmerkmale sind prägnant:

  • 2,5 bis 4,5 cm lang
  • Körperbau erinnert an eine Spinne
  • Schenkel sind verdickt
  • Flügeldecken sind mit Haaren bedeckt
  • auffallend lange Fühler
  • Larven sind gelblich gefärbt
  • leicht gekrümmt

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Der Messingkäfer besitzt keine Hinterflügel und kann daher auch nicht fliegen.„]

Mögliche Schäden

Diese Käferart ist ein Materialschädling, der sich insbesondere an trockene Lebensmittelvorräte macht. Fäden der Larven und Kot der Käfer machen sie unbrauchbar. Im Bett können sie Schäden an Textilien verursachen.

Bekämpfen

Ein paar Käferlarven im Beet können als verirrte Exemplare betrachtet werden. Der Befallsherd wird an einer anderen Stelle liegen und muss dringend aufgespürt werden. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit vor allem auf Hohlräume im Dach. Sie können den Messingkäfer mit einem Kontaktinsektizid oder einem Kieselgur Präparat bekämpfen.