Kürbis

Der bislang größte Kürbis wog mehr als 1.800 Kilogramm. Das kleinste Exemplar wird kaum größer als eine Münze. Leckere Kürbisrezepte gibt es überdies in Hülle und Fülle zu entdecken. Daneben sind Kürbisse unkompliziert im Anbau, anspruchslos und pflegeleicht. Obgleich der Kürbis in seiner süd- und mittelamerikanischen Heimat über Jahrtausende hinweg zu den wichtigsten Kultur- und Nahrungspflanzen zählte, fristete er in Europa lange Zeit ein Schattendasein. Dieser Umstand änderte sich in den vergangenen Jahren rasant. Wer die bemerkenswerte Pflanze mit den auffallenden Früchten im eigenen Garten kultivieren möchte, liegt daher zweifellos im Trend.

Anbau

Als wärmebedürftige Pflanze darf der Kürbis erst ab Mitte Mai ins Beet. Auch wenn nach den Eisheiligen keine Spätfröste mehr zu befürchten sind, können die Bodenverhältnisse trotzdem noch zu nass und kalt sein für eine Direktaussaat. Aus diesem Grunde ist es ratsam ab Mitte April im Haus mit der Anzucht der Winterkürbisse zu beginnen. Die schneller wachsenden Sommerkürbisse können bis in den Juni hinein im Beet ausgesät werden.

  • Cucurbita SamenDie Kürbissamen für 24 Stunden in zimmerwarmem Wasser vorquellen.
  • Jeder Samen wird in einen 6-cm-Topf mit Anzuchterde gesteckt.
  • Die Kürbiskerne kommen mit der Spitze nach unten in die Erde.
  • Der Samen muss fest sitzen, jedoch noch sichtbar sein.
  • Samen und Substrat gut anfeuchten mithilfe eines Wassersprühgeräts.
  • Die Verwendung von Weidenwasser forciert die Keimung und Bewurzelung.
  • Töpfe mit einem durchsichtigem Deckel oder Klarsichtfolie abdecken.
  • Am hellen Platz bei 20° bis 22° Celsius platzieren.
  • Bis zur Keimung vergeht im Durchschnitt 1 Woche.
  • Die Töpfe werden kühler gestellt bei 18° Celsius.
  • Die Folie oder den Deckel entfernen.
  • Gleichmäßig anfeuchten, aber nicht durchnässen.

Wenn sich 6 bis 8 echte Laubpaare zeigen, ist es an der Zeit, die jungen Kürbispflanzen für etwa 1 Woche an einem geschützten Platz im Garten abzuhärten. Anschließend sind sie kräftig genug, um an ihrem endgültigen Standort angepflanzt zu werden.

Pflanzen

Der Kürbis ist ein Sonnenanbeter und erhält im Freiland einen angemessenen Standort.

  • Vollsonnige bis halbschattige Lage.
  • Humose, frische und nahrhafte Pflanzerde.
  • Reifen Kompost und etwas Sand in den Boden einarbeiten.
  • Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 7.
  • Das Beet mit der Harke gut auflockern.
  • Ausbreiten von Mulchfolie beschleunigt das Wachstum.
  • Einen Pflanzabstand von mindestens 1 Meter einhalten.
  • Rankende Kürbissorten in etwa 2 Metern Abstand pflanzen.
  • Im kleinen Garten bei Bedarf Rankhilfen aufstellen.

Da der Habitus des Kürbisses je nach Sorte mehr oder minder stark variiert, ist es ratsam, vor dem Pflanzen genau nachzufragen, welcher Abstand zwischen den Gewächsen optimal ist.

Pflege

Sind Anbau und Pflanzen erfolgreich verlaufen, bedarf der Kürbis kaum noch der Pflege:

  • KürbisNur bei anhaltender Trockenheit gießen.
  • In den ersten Wochen regelmäßig Unkraut jäten.
  • Einmalige Grunddüngung mit Blaukorn.
  • Nach 6 Wochen mit kaliumbetontem Präparat düngen.
  • Alternativ mit reichlich Kompost düngen.
  • Zu viel stickstoffhaltiger Dünger hemmt Blüten- und Früchtewachstum.
  • Schneiden nach der Blüte ist nicht zwingend erforderlich.

Experten empfehlen zu Beginn mit Pferdemist zu düngen. Dieser ist zwar nicht sehr nährstoffreich, sorgt aber für Wärme und genau diese benötigt die Kürbispflanze, um gut anwachsen zu können.

Abhängig von der gepflanzten Sorte, entwickeln sich bis zum Herbst die großen und kleinen Kürbisse. Da aufgrund des direkten Kontaktes zur Pflanzerde die Gefahr von Fäulnisbildung besteht, legen erfahrene Gartenfreunde unter die Prachtstücke ein Stück Styropor oder eine ähnlich wasserfeste Unterlage. Ist das Ziel der Kultivierung, je Pflanze einen einzigen, besonders großen Kürbis zu züchten, greift der erfahrene Hobbygärtner nach der Blüte zur Gartenschere. Bis auf eine verwelkende Blüte werden sämtliche Triebe soweit gekürzt, dass nur noch zwei Blätter übrig bleiben. Wird diese Schnittmaßnahme nicht durchgeführt, verteilt die Pflanze ihre Energie und es gedeihen zahlreiche kleine Früchte.

Beliebte Kürbissorten

Angesichts der breiten Palette an herrlichen Kürbissorten, steht der Hobbygärtner vor der Qual der Wahl. Daher werden im Folgenden einige beliebte Sorten vorgestellt als Beitrag zur schnellen Entscheidungsfindung:

Speisekürbis-Sorten

Hokkaido

  • Hokkaido KürbisGewicht bis zu 2 kg
  • leicht nussiger Geschmack
  • orangefarbene Schale
  • lange haltbar mit intaktem Stiel
  • Reifezeit um die 100 Tage

Türkischer Honigkürbis ‚Istanbul‘

  • Gewicht 8 kg bis 12 kg
  • gerippte, graublaue Schale
  • Fruchtfleisch in dunkelorange
  • Reifezeit 110 bis 120 Tage

Monarch F1

  • Gewicht 5 kg bis 6 kg
  • helle, graublaue Schale
  • aromatischer Geschmack
  • sehr dunkles Fruchtfleisch
  • Reifezeit 100 bis 110 Tage

Marvinna F1 – Moschuskürbis

  • Gewicht bis zu 3 kg
  • wohl proportionierte Wuchsform
  • erstklassiger Speisekürbis
  • schöner Dekoeffekt
  • Reifezeit bis 115 Tage

Moschuskürbisse

  • Moschuskürbisin verschiedenen Untersorten
  • viele dekorative Farben
  • schmackhaftes Fruchtfleisch
  • leicht nach Moschus duftend
  • Reifezeit von 95 bis 120 Tage

Butternuß-Kürbis Violina

  • Gewicht 2 bis 4 kg
  • enthält nur wenig Kerne
  • erdnussförmig
  • benötigt viel Sonne
  • Reifezeit 120 bis 130 Tage

Pilgrim F1 – Butternuß-Kürbis

  • sehr ertragreich
  • Gewicht 1,5 kg bis 2 kg
  • ideale Größe für die private Küche
  • Reifezeit 95 Tage

Shadow Moon F1

  • Gewicht etwa 7 kg
  • rosarote Schale mit Sprenkeln
  • zum Verzehr und zur Dekoration
  • Reifezeit 100 bis 110 Tage

Spaghetti-Kürbis

  • Spaghetti-Kürbiserfreut sich großer Beliebtheit
  • zylindrische Fruchtform
  • Gewicht zwischen 1,5 und 3 kg
  • hellgelbes, faseriges Fruchtfleisch
  • Reifezeit etwa 100 Tage

Halloween-Kürbis-Sorten

  • Mini-Pumpkins
  • verschiedene Untersorten
  • Durchmesser bis zu 10 cm
  • auch in zweifarbig Orange-Schwarz
  • Reifezeit 90 Tage

Mittlerer Pumpkin Autumn Gold F1

  • prämierte Sorte
  • goldgelbe Schale
  • ideal zum Schnitzen geeignet
  • Gewicht etwa 5 kg
  • Reifezeit 90 Tage

Großer Pumpkin 20 Karat Gold F1

  • Gewicht 10 kg
  • gleichmäßig gerippt
  • ausgesprochen resistente Sorte
  • Reifezeit 110 Tage

Orange Smoothie F1

  • glatte Schale zum Bemalen
  • Gewicht: 3 bis 4 kg
  • auch zum Verzehr geeignet
  • Reifezeit etwa 95 Tage

Jack O’Lantern

  • KürbisGewicht: 5 bis 6 kg
  • der klassische Laternen-Kürbis
  • kann auch verspeist werden
  • sattgelbe Schale
  • Reifezeit bis zu 110 Tage

Zier-Kürbis-Sorten

Türken-Turban – Aladin Kürbis

  • populärer Zierkürbis in verschiedenen Größen
  • flache Form mit dicken Wülsten in der Mitte
  • schmackhaftes Fruchtfleisch
  • Reifezeit 105 Tage

Flaschen-Kürbisse

  • facettenreiche Untersorten
  • bis zu 6 mm dicke Schale
  • kann wie Holz bearbeitet werden
  • Früchte mit Schwanenhals
  • Reifezeit 100 bis 120 Tage

Casperita F1 PMT

  • weißer Mini-Kürbis
  • Gewicht 200 bis 400 g
  • lange haltbar
  • Reifezeit 90 Tage

Hubba Bubba F1

  • Gewicht 1 kg bis 2 kg
  • kräftig rote Schale
  • kompakt geformte Frucht
  • Reifezeit 95 Tage

Bungkan 021

  • Gewicht bis 1 kg
  • schön gerippt
  • sattes Dunkelgrün wechselt in tiefes Ocker
  • Reifezeit ca. 100 Tage

Pattison – Fliegende Untertasse

  • PattisonDurchmesser 10 cm bis 25 cm
  • in unterschiedlichen Farben
  • flache Form mit gewelltem Rand
  • aromatisches Fruchtfleisch
  • Reifezeit 95 Tage

Greys & Crowns

Bleu de Hongrie

  • blau-grauer, abgeflachter Kürbis
  • Gewicht 4 kg bis 9 kg
  • dekorativ und lecker zugleich
  • Reifezeit 110 Tage

Brians Grey F1

  • Klassiker aus Australien
  • graue, leicht gerippte Frucht
  • Gewicht 6 kg
  • Reifezeit 110 Tage

Confection F1

  • die kleinen, grauen Kürbisse aus Asien
  • Durchmesser bis 20 cm
  • Gewicht 1,5 kg bis 2 kg
  • Reifezeit 95 bis 100 Tage

Flat White Boer van Niekerk

  • stark abgeflachte Form
  • weiße Schale
  • Fruchtfleisch sehr süß
  • Gewicht 10 kg bis 15 kg
  • Reifezeit 110 bis 120 Tage

Riesenkürbis-Sorten

Riesenkürbis Atlantic Giant

  • Atlantic GiantGewicht etwa 250 kg
  • hat das Zeug zum Rekord-Kürbis
  • hell orangefarbene Schale
  • leckeres Fruchtfleisch
  • Reifezeit120 Tage

Riesenkürbis Roter Zentner

  • macht seinem Namen alle Ehre
  • sattrote, dekorative Schale
  • delikates Fruchtfleisch
  • Reifezeit 110 bis 120 Tage

Riesenkürbis Gelber Zentner

  • sehr helle Schale
  • gelbes, mildes Fruchtfleisch
  • gut geeignet für Marmelade und Kompott
  • nur wenige Wochen haltbar
  • Reifezeit 120 Tage

Riesen-Flaschenkürbisse

  • exotische Flaschenform der Früchte
  • besonders üppig rankend
  • sehr harte Schale
  • nicht zum Verzehr geeignet
  • Reifezeit je nach Sorte 120 bis 200 Tage

Im Prinzip sind mehr als 90 % aller Kürbissorten genießbar. Nur einige wenige, echte Zierkürbisse haben in der Küche nichts zu suchen, weil ihr Verzehr den Magen verstimmt. Eine strenge Differenzierung nach Zier- und Speisekürbissen kann daher kaum vorgenommen werden.

Einen Riesenkürbis heranziehen

KürbisWenn den emsigen Gartenfreund der Ehrgeiz packt, einen extra großen Kürbis heranzuziehen, sind einige zusätzliche Pflegearbeiten erforderlich, denn es darf nichts dem Zufall überlassen werden. Der empfohlene Ablauf hinsichtlich Anbau, Pflanzen und Pflege wird beachtet, bis die Blüte der Kürbispflanze sich dem Ende nähert. Dann ist es soweit, die eine Blüte auszuwählen, die das Rekordergebnis hervorbringen soll. Für diesen Vorgang nimmt der sachverständige Hobbygärtner etwas Zeit, denn noch lange nicht jede Blüte ist geeignet:

  • Die Blüte befindet sich mindestens 1,5 Meter von der Pflanzstelle entfernt.
  • Die Lage der Blüte stellt sicher, dass der Fruchtstiel nicht abbricht.
  • Es handelt sich um eine weibliche, geschlossene Blüte.

Alle nicht infrage kommenden Blüten werden – bis auf eine Reserveblüte – abgeschnitten. Eine weibliche Blüte ist daran zu erkennen, dass sie bereits einen Fruchtansatz des Kürbisses trägt. Bis sie sich öffnet, wird sie von einem Insektenschutznetz umhüllt, um eine unkontrollierte Bestäubung zu verhindern. Sobald sich die Blüte öffnet, bricht der geübte Gartenfreund eine geöffnete, männliche Blüte ab und entfernt die Blütenblätter. Die weibliche Blüte wird von der Hülle zum Schutz gegen Insekten befreit. Anschließend werden beide Blüten so miteinander verrieben, dass die Bestäubung stattfindet. Anschließend kommt der Insektenschutz noch für 2 bis 3 Tage zum Einsatz. Sobald der Mini-Kürbis zu wachsen beginnt, ist dies das Signal, dass die Bestäubung erfolgreich war. Die Reserveblüte kann dann ebenfalls entfernt werden. Das nun einsetzende Wachstum ist vergleichsweise rasant, insbesondere wenn eine Riesenkürbis-Sorte verwendet wird.

Der Wasser- und Nährstoffbedarf ist verständlicherweise höher, als bei einer herkömmlichen Aufzucht. Zu einer Überdosierung darf es jedoch nicht kommen, weil in diesem Fall das Ziel, einen Rekordkürbis zu züchten, in weite Ferne rückt. Um die Energie der Pflanze in den Kürbis zu lenken, werden die bis zu 5 Meter langen Ranken auf 3 Meter gekürzt. Hat der Kürbis einen Durchmesser von 30 cm erreicht, ist es höchste Zeit, ihn auf einen Styroporblock zu legen, damit er nicht fault. Wer in dieser Phase wirklich ambitioniert zu Werke geht, überbaut das gärtnerische Meisterwerk mit einer Folien- oder Glaskonstruktion, denn ein schwerer Regenguss oder ein Hagelschauer hätten jetzt fatale Folgen. Bis zum Herbst gedeiht bei guter Pflege sowie einem Quäntchen Glück ein prächtiger Riesenkürbis von mehreren Hundert Kilogramm Gewicht. Damit diese Glanzleistung möglichst lange Zeit präsentiert werden kann, sollte im Rahmen der Ernte ein mindestens 15 cm langer Stiel am Kürbis verbleiben.

Fazit
Der Kürbis ist ein weiteres Beispiel dafür, was Mutter Natur und Hobbygärtner gemeinsam zustande bringen können. Es ist erstaunlich, mitzuverfolgen, was aus einem winzigen Kürbiskern entstehen kann. Das Ergebnis kann riesengroß, ungemein dekorativ, eine kulinarische Köstlichkeit oder alle Attribute gleichzeitig aufweisen. Dabei ist die einjährige Kürbispflanze verblüffend unkompliziert im Anbau und in der Pflege, solange sie nur genügend Sonne und Wärme erhält. Daher ist die Kürbispflanze ein erstklassiger Kandidat, um Kinder an die Hobbygärtnerei heranzuführen.