Gartengestaltung Kräutergarten

Kresse-Pflanzen auf Watte anbauen – ganz ohne Erde | Anleitung

Kresse-Pflanzen

Wer sich mit Pflanzen auskennt und eine Affinität zum Gärtnern besitzt, weiß, dass beim Einpflanzen eines Gewächses viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Allein die Frage nach dem richtigen Substrat lässt sich nicht immer so einfach klären. Mal enthält herkömmliche Blumenerde zu viele oder zu wenige Nährstoffe, mal ist der Boden nicht durchlässig genug oder zu trocken. Wie einfach es doch wäre, diese kleinen aber feinen Details zu umgehen! Mit Kresse-Pflanzen ist das möglich. Sie gedeihen auch auf Watte wunderbar. Die folgende Anleitung zeigt, wie simpel es ist, Lepidium sativum auch ohne Erde anzubauen.

Gartenkresse

Lepidium sativum ist eines der beliebtesten Küchenkräuter. Allein die Robustheit der Pflanze macht den eigenen Anbau sehr einfach. Kulinarisch kann das Gewächs mit seiner aromatischen Schärfe und einem hohen Vitamingehalt punkten. Weitere Vorzüge sind

  • hohe Kältetoleranz (entwickelt sich schon ab 5°C)
  • kurze Keimdauer (nur wenige Tage)
  • anspruchslos an den Standort
  • lässt sich auch auf der Fensterbank kultivieren

Kresse auf Watte anbauen

Kresse, GartenkresseGartenkresse ist so anspruchslos, dass der Gärtner das Gewächs nicht in Watte packen muss. Oder lohnt sich das etwa doch? Ja, ganz sicher, denn der wohl größte Vorzug der Pflanze ist, dass sie zum Keimen kein organisches Substrat benötigt.

Anleitung – Benötigtes Material

  • Kresse Samen
  • Watte
  • eine flache Schüssel
Tipp: Anstelle von Watte eignet sich auch Küchenkrepp für die Anzucht.

Vorgehen

  • Watte in Wasser einweichen, bis sie vollgesogen ist
  • anschließend gut auswringen
  • die Schüssel damit auslegen
  • Kresse Samen gleichmäßig auf dem feuchten Substrat Ersatz verteilen
Hinweis: Bei der Aussaat muss der Gärtner behutsam vorgehen. Das Saatgut ist sehr fein, sollte aber keine Häufchen bilden. Eine gleichmäßige Verteilung führt zu höheren Erfolgschancen. Zudem gehören Kresse-Pflanzen zu den Lichtkeimern. Beim Anbauen ist es daher wichtig, die Samen lediglich auf der Oberfläche des Substrats beziehungsweise der Alternative auszubreiten. Zu wenig Helligkeit erstickt die Saat wortwörtlich im Keim.

Die weitere Pflege

Kresse, GartenkresseDa das Anbauen von Kresse-Pflanzen eine ausreichende Lichtzufuhr erfordert, ist ein heller Standort unabdingbar. Am besten eignet sich eine Fensterbank, die nach Süden ausgerichtet ist. Zu viel Sonnenlicht kann sich allerdings auch negativ auf das Wachstum auswirken. Das Alternative Substrat droht auszutrocknen und die Keimlinge gehen ein. Mit regelmäßiger Kontrolle und dem gelegentlichen Besprühen der Pflanze mit einem Zerstäuber gelingt es dem Gärtner, dies zu verhindern. Die Anzucht ist das ganze Jahr über möglich. Optimal sind Temperaturen von 15°C bis 20°C. Jedoch sollte der Gärtner im Winter darauf achten, das Gewächs keiner trockenen Heizungsluft auszusetzen. Ein Standort in unmittelbarere Nähe oder direkt über einem Heizkörper ist daher unbedingt zu vermeiden.

Tipp: Lässt sich kein passender Standort finden, an dem keine Heizung die Keimung gefährdet, verschafft eine dicke Unterlage aus Styropor Abhilfe.

Warum gedeiht Lepidium sativum auch ohne Erde?

Das Geheimnis liegt in den Samen. Diese speichern genügend Nährstoffe, sodass kein organisches Material mehr nötig ist. Solange der Gärtner das alternative Substrat ständig feucht hält, wächst die Gartenkresse aus eigener Kraft.

Kresse-Pflanzen ernten

Kresse, GartenkresseIm Freiland wächst Kresse von März bis September. Das Anbauen auf der Fensterbank ermöglicht die Ernte jedoch zu so gut wie jedem Zeitpunkt. Voraussetzungen sind natürlich genügend Feuchtigkeit sowie ausreichend Licht und eine stimmige Luftfeuchtigkeit. Schon nach drei bis vier Tagen nach der Aussaat zeigen sich die ersten Erfolge. Die letztendliche Ernte kann dann zirka acht bis zwölf Tage später erfolgen. Leider eignet sich Watte nur für die Anzucht von Kresse. Möchte der Gärtner das Gewächs dauerhaft kultivieren muss er das anfängliche „Substrat“ durch richtige Erde ersetzen. Nur wenn Lepidium sativum Samenkapseln und ausbildet und blüht, ist die kulinarische Verwendung möglich. Da Kresse-Pflanzen in geschlossenen Räumen erfahrungsgemäß nur selten blühen, sollte der Gärtner die selbst gezogenen Keimling ins Freiland setzen oder in einen Kübel pflanzen, den er folglich im Garten platziert.

  • Kresse in durchlässiges Substrat setzen
  • für die Pflanzung im Freiland Unkraut und Wurzeln aus dem Beet entfernen
  • einen hellen Standort wählen
  • Erde mit Kompost anreichern
  • Kresse erst nach Abklingen der letzten Bodenfröste ins Freiland setzen
  • beim Anbauen 15 cm Abstand zwischen den Pflanzen einhalten
  • Substrat dauerhaft feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • Blüten erscheinen nach wenigen Wochen
  • Samen sind reif, wenn sie eine dunkle Farbe aufweisen
  • Kresse Schoten mit einem scharfen Messer abtrennen
  • Samen herausschütteln
  • an einem dunklen, trockenen Ort lagern
Tipp: Selbst gewonnene Kresse Samen bleiben bis zu vier Jahren keimfähig. Bei richtiger Lagerung ist es möglich, sich einen eine erneute Kultur heranzuziehen. Nach Belieben kann der wiederholte Anbau erneut in einem Watteschälchen erfolgen.

Zeitpunkt der Ernte

Lässt der Gärtner Kresse-Pflanzen unberührt wachsen, erreichen sie eine Wuchshöhe von bis zu 60 cm. Soll das Kreuzblütengewächs jedoch vordergründig der kulinarischen Verwendung dienen, empfiehlt es sich, die Schoten schon vorher abzuschneiden. Je höher das Küchengewürz wächst, umso mehr büßt es an Schärfe und Geschmack ein.