Minze

Im Alltag begegnen wir den Ingredienzien der Krauseminze allerorten. In Kaugummi oder Zahnpasta entfaltet sie ihr erfrischendes und zugleich herzhaft-süßliches Aroma ebenso, wie im dampfenden Tee oder als Speisewürze. Frisch aus dem eigenen Kräutergarten verwöhnt die Mentha spicata Gaumen und Nase deutlich intensiver. Erblühen ihre aparten Ähren über gekräuselten Blättern, beweist die Krauseminze ihr Talent als Augenschmaus. Angesichts dieser Qualitäten hat sich die Grüne Minze längst einen Stammplatz im gut sortieren Haus- und Ziergarten erobert. Dabei legt das Lippenblütlergewächs eine erstaunliche Anspruchslosigkeit an den Tag, sodass sich der begeisterte Gourmetkoch in einen Hobbygärtner verwandelt, um die Krauseminze eigenhändig zu kultivieren.

Anbau

Da die Krauseminze, auch Spearmint genannt, zu den bekanntesten Minzarten überhaupt zählt und schon seit sehr langer Zeit in Europa kultiviert wird, hat sich ein umfangreicher Erfahrungsschatz angesammelt hinsichtlich Anbau und Pflege. Hierzu zählt die Erkenntnis, dass die Mentha spicata in Direktaussaat eine hohe Verlustquote hinnehmen muss, weil die Samen und Keimlinge zum größten Teil in den hungrigen Mägen von Vögeln, Schnecken und anderem Getier landen. Deutlich erfolgversprechender bietet sich für den Anbau die Aussaat unter Glas an, sofern der Gartenfreund nicht plant, eine fertig vorgezogene Pflanze zu erwerben.
Beste Zeit für die Anzucht unter Glas sind die Monate März bis Juni.

  • Eine Saatschale mit nährstoffarmer Anzuchterde oder einem Torf-Sand-Gemisch füllen.
  • Die Samen darauf ausstreuen und als Lichtkeimer lediglich andrücken.
  • Am warmen, hellen Fensterplatz, im beheizten Treibhaus oder Wintergarten aufstellen.
  • Bis zur Keimung Substrat und Samen konstant leicht feucht halten.
  • Eine gläserne Abdeckung oder Klarsichtfolie unterstützt das geeignete Mikro-Klima.

Nach 10 bis 14 Tagen setzt die Keimung ein. Die kräftigsten Exemplare werden in Einzeltöpfe gesetzt, wenn sich zusätzlich zu den Keimblättern mindestens 1 Paar der unverkennbaren Laubblätter entwickelt hat. Die Anzuchttöpfe sind bereits mit etwas nahrhafterer Erde gefüllt. Empfehlenswert ist eine Eigenmischung, bestehend aus 10-30 % guter Gartenerde, 20-40 % Gartenkompost, 5-10 % Sand und 30-40 % Lauberde oder Grünschnittkompost. Haben die jungen Krauseminze-Pflanzen eine Höhe von 10 cm bis 15 cm erreicht und den Anzuchttopf gut durchwurzelt, ist es an der Zeit, sie im Beet, im Kübel oder der Kräuterspirale auszupflanzen.

Besser abgehärtet für das Wachstum unter freiem Himmel sind Mentha spicata, die im Frühbeet ausgesät werden. Solange die Witterung noch frostgefährdet ist, füllt der erfahrene Hobbygärtner eine 20 cm bis 30 cm dicke Schicht aus Mist ein, damit die Aussaat von unten erwärmt wird. Zusätzlich wird die Abdeckung über Nacht mit einer kälteisolierenden Schicht aus Stroh belegt.

Standort

Die Krauseminze ist mittlerweile in einer schier unübersehbaren Sortenvielfalt präsent, die in Bezug auf die Anforderungen an den Standort weitgehend übereinstimmen. Hat der Hobbygärtner die Kultivierung dieser Pflanzenart einmal verinnerlicht, spricht nichts dagegen, jedes Jahr eine neue Sorte zu erproben.

  • In sonnigen Lagen gedeiht die Grüne Minze besonders üppig.
  • Halbschatten wird toleriert, allerdings mit leichten Abstrichen beim Aroma.
  • Humose, nährstoffreiche Beeterde, leicht feucht, nicht zu sandig und durchlässig.
  • Für die Kübelkultur eignen sich spezielle Kräuter- und Gemüseerde.

MinzpflanzeSteht handelsübliche Blumenerde zur Verfügung, nimmt die Krauseminze diese in gleicher Weise als Substrat an und streckt ihre Wurzeln zügig darin aus. Selbst von kurzzeitiger Staunässe am Standort lässt sich die anpassungsfähige Mentha spicata nicht irritieren.

Tipp: Es ist durchaus von Vorteil, für die Krauseminze einen luftumspülten Ort zu wählen, denn je schneller Regen- oder Tautropfen auf den Blättern trocknen, desto chancenloser sind Fäulnis und Pilzinfektionen.

Pflanzen

Hat sich eine favorisierte Lage herauskristallisiert, gilt es, eines der wenigen Mankos zu bedenken, mit denen Grüne Minze behaftet ist: Die Pflanze neigt zum Wuchern. Dieser Umstand spielt zunächst bei der Wahl der Pflanznachbarn eine Rolle. Mehrjährige Kräuter, wie die Mentha spicata, verstehen sich nicht sonderlich gut mit einjährig kultivierten Pflanzen, selbst wenn diese ebenfalls den Starkzehrern zugerechnet sind. Darüber hinaus sollte sich der emsige Hobbygärtner nicht dazu verleiten lassen, verschiedene Sorten Krauseminze nebeneinander zu platzieren. Die teils erheblich differierenden Aromen vermischen sich innerhalb kurzer Zeit, was sicherlich nicht im Sinne des Küchenchefs ist.

  • Junge Krauseminze vorzugsweise ab Mai pflanzen, damit sie keinen Kälteschock erleidet.
  • Am gewählten Standort die Pflanzerde gründlich lockern und von Unkraut befreien.
  • Derweil die noch eingetopfte Mentha spicata in Wasser stellen.
  • Ein Pflanzloch ausheben mit der 1,5 fachen Größe des Wurzelballens.
  • Den Aushub mit gutem Gartenkompost anreichern und die Pflanze einsetzen.
  • Die Erde andrücken und alles reichlich bemessen angießen.

Befindet der erfahrene Hobbygärtner die Gartenerde zu sandig und nährstoffarm, fügt er im Rahmen der Bodenvorbereitung Kräuter- oder Blumenerde und ein wenig Lehm hinzu. Damit die Krauseminze nicht unkontrolliert ihre Ausläufer ausbreitet, kommt sie entweder in einem Kunststoff-Topf in die Erde oder wird mit einer Wurzelsperre umgeben.

Das Nachbarschaftsproblem löst sich von selbst, pflanzt der Gartenfreund die Grüne Minze im Kübel an. Das Volumen des Pflanzgefäßes variiert je nach Sorte, denn die unterschiedlichen Wuchshöhen von 30 cm bis 100 cm erfordern eine angepasst Gefäßgröße.

Gießen und Düngen

Über ihre beträchtliche Biomasse verdunstet Krauseminze kontinuierlich Feuchtigkeit, woraus ein hoher Wasserverbrauch entsteht. In Bezug auf die zusätzliche Nährstoffzufuhr, bestimmt die Bodenbeschaffenheit das Ausmaß des Düngens.

  • Grüne Minze lediglich antrocknen jedoch nicht austrocknen lassen.
  • An warmen Sommertagen täglich gießen, sinnvollerweise morgens oder abends.
  • Von April bis September ab und zu organisch düngen.

Die Dosierung des Düngers erfordert Fingerspitzengefühl, da die Blätter womöglich dessen Geschmack annehmen. In humusreicher Pflanzerde wird demnach gänzlich auf die Gabe von Dünger verzichtet.

Tipp: Krauseminze, die im Kübel in vorgedüngte Kräuter- oder Blumenerde gepflanzt wurde, erhält frühestens ab dem 2. Standjahr zusätzliche Nährstoffe.

Schneiden

Die starkwüchsige Krauseminze erhält unter Umständen mehrmals im Jahr einen Rückschnitt, wenn eine dominante Breite unerwünscht ist. Zumindest ein zweimaliger Schnitt ist empfehlenswert.

  • Im zeitigen Frühjahr die Mentha spicata bis knapp über dem Boden zurückschneiden.
  • Ein weiteres Mal unmittelbar nach der Blüte die Triebe kräftig stutzen.

Mentha spicataDa eine Blüte für die Grüne Minze ungemein kräftezehrend ist, entscheiden sich geübte Hobbygärtner häufig für einen Schnitt, bevor der Kraftakt beginnt. Da zudem der Aromagehalt der Blätter kurz vor dem Erblühen explizit hoch ist, gehen in diesem Fall Ernte und Rückschnitt Hand in Hand.

Überwintern

Ausnahmslos alle Sorten sind winterhart bis – 24° Celsius. Im Freiland sind demgemäß keine Vorkehrungen zu treffen, wenn sich die kalte Jahreszeit ankündigt. Krauseminze im Kübel unterliegt freilich der Gefahr, dass ihr Wurzelballen durchfriert.

  • Mentha spicata im Pflanzgefäß auf einen kälteisolierenden Holz- oder Styroporblock stellen.
  • Den Kübel mit Luftpolsterfolie einwickeln und in einer geschützten Ecke platzieren.
  • Den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht aus Laub oder Stroh bedecken.

Ein typischer Frostschaden an winterharten Beetpflanzen verursacht keine Erfrierungen, sondern offenbart sich in einer vertrockneten Krauseminze. Unerfahrene Hobbygärtner unterschätzen die Verdunstung über die Blätter, während zugleich die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein Wasser mehr ziehen können. Daher darf an frostfreien Tagen nicht versäumt werden, die Grüne Minze zu gießen, selbst wenn sie im Herbst bodennah zurückgeschnitten wurde.

Vermehren

Hat die Katzenminze erst einmal im heimischen Haushalt Anwendung gefunden als Küchengewürz, Teeblatt oder Heilkraut, hegt so mancher Hobbygärtner den Wunsch nach weiteren Exemplaren. Neben der Aussaat, stehen verschiedene unkomplizierte Vermehrungsmethoden zur Auswahl:

Ausläufer

  • Ein Wurzelstück ausgraben und so abschneiden, dass es über 1-2 Knoten verfügt.
  • Einen Anzuchttopf mit Kräutererde oder Torf-Sand-Gemisch füllen.
  • Darin den Ausläufer einpflanzen und in der Folge konstant feucht halten.
  • Treibt das Rhizom aus, bildet sich synchron im Substrat ein Wurzelsystem.
  • Ist der Topf vollständig durchwurzelt, wird die neue Mentha spicata ausgepflanzt.

Stecklinge

  • Im Frühsommer 10 cm bis 15 cm lange Stecklinge abschneiden.
  • Den unteren Bereich entlauben und in Anzuchterde stecken.
  • Am warmen, nicht vollsonnigen Platz regelmäßig wässern.
  • Neue Blätter signalisieren, dass die Bewurzelung funktioniert.

Teilung

  • Die Beetpflanze ausgraben oder die Kübelpflanze austopfen.
  • Mithilfe eines scharfen Messers in 2 oder mehr Teile zerschneiden.
  • Sogleich erneut einpflanzen und wie eine adulte Krauseminze pflegen.

Im Rahmen der Vermehrung ist unbedingt darauf zu achten, dass die Nachkömmlinge ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden, ohne dass Staunässe entsteht. Nachdem sie ins Beet oder den Kübel umgepflanzt wurden, besteht weiterhin beträchtlicher Wasserbedarf. Einzig fest etablierte Krauseminze erträgt auch einmal eine kurze Trockenheit.

Ernten und Trocknen

NanaminzeNachdem die Grüne Minze im Frühjahr erneut austreibt, übt sich der Gartenfreund zumindest bis Juni in Geduld, bevor er mit der Ernte beginnt. Mit einem scharfen Messer werden die kompletten Stängel abgeschnitten. Die zarten Blätter des frischen Austriebs sind ebenso eine Verlockung, wie die hocharomatische Ernte kurz vor der Blüte. Was nicht sogleich frisch verarbeitet wird, kann durch Trocknen haltbar gemacht werden. Die Triebe einfach zu kleinen Sträußen zusammenbinden und kopfüber an einem dunklen, warmen und luftigen Ort aufhängen. Im getrockneten Zustand ist die Mentha spicata sehr krümelig und wird dementsprechend behutsam behandelt, wenn die Blätter nun von den Stängeln abgenommen werden. Ohne lange Verzögerungen wandern sie in ein verschlossenes Glasgefäß und verweilen an einem dunklen, kühlen Platz, bis zur Verwendung.

Tipp: Krauseminze eignet sich überdies für die Tiefkühltruhe. Die frischen, trockenen Blätter einzeln in eine Eiswürfelplatte legen und ins Gefrierfach stellen.

Populäre Sorten

Als Pflanzenart bietet die Krauseminze eine breit gefächerte Sortenvielfalt, die permanent mit weiteren Kreuzungen erweitert wird. Die folgenden Züchtungen haben sich besonders reizvoll herausgestellt.

Englische Grüne Minze (Mentha spicata ‚Englische Grüne‘)

  • Wuchshöhe 80 cm bis 100 cm.
  • Schöne lila Blüten von Juli bis August.
  • Ein beliebter Klassiker für Minzsaucen und Getränke.

Dunkle Spearmint (Mentha spicata ‚Black Spearmint‘)

  • Wuchshöhe 40 cm bis 90 cm
  • Dunkelrote Blätter, die ins Grüne verlaufen.
  • Verströmt das typische ‚Kaugummiaroma‘.

Marokkanische Minze (Mentha spicata var. crispa ‚Marokko‘)

  • Wuchshöhe 30 cm bis 60 cm
  • Weiße Blüten von Juli bis August.
  • Die beliebteste Teeminze weltweit.

Türkische Minze (Mentha spicata var. crispa ‚Nane‘)

  • Wuchshöhe 40 cm bis 80 cm.
  • Blasslila Ähren von Juli bis August.
  • Eine traditionelle Tee- und Gewürzpflanze im Orient.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus der duftenden, vollmundigen und dekorativen Welt, die Krauseminze Hobbygärtnern und Genießern zu bieten hat.

Fazit

Seit Generationen kultivieren Gärtner in ganz Europa mit Begeisterung die Krauseminze. Mit ihrem frischen Duft und dem würzig-süßen Geschmack, jenseits aller Schärfe, finden die hübsch gekräuselten Blätter breite Anwendung in jedem Haushalt. Zugleich zieren sie mit aparten Blütenähren Beet und Balkon von Juli bis August/September. Anbau und Pflege beschränken sich auf wenige Komponenten, wobei die regelmäßige Wässerung sowie die Berücksichtigung ihrer wuchernden Ausläufer im Fokus stehen.