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Kirschlorbeer verkahlt: wie dicke Äste schneiden?

Kirschlorbeer verkahlt

Die Lorbeerkirsche ist eine schnittverträgliche, immergrüne Heckenpflanze. Wird der Kirschlorbeer allerdings nicht regelmäßig geschnitten, entwickelt er dicke Äste und verkahlt allmählich. Lesen Sie, wir Sie einen solchen Strauch richtig schneiden.

Zeitpunkt

Grundsätzlich darf man Schnittmaßnahmen an der Lorbeerkische (Prunus laurocerasus) das ganze Jahr hindurch ausführen. Sollen allerdings dicke Äste geschnitten werden, sollten Sie sich dies nur im Zeitraum zwischen Anfang Oktober und Ende Februar vornehmen. Schließlich befinden sich die dicken Äste im Inneren der Hecke, sodass radikalere Rückschnitte notwendig sind. Das wiederum stört eventuell brütende Vögel, die ihre Nester in der dichten Hecke gebaut haben. Deshalb verbietet das Bundesnaturschutzgesetz größere Rückschnitte an Bäumen und Hecken zwischen dem 1. März und dem 30. September eines Jahres.

Um Frostschäden nach dem Schnitt zu vermeiden, sollten Sie an einem

  • frostfreien
  • trockenen
  • und leicht bedeckten

Tag tätig werden. Auch an den folgenden Tagen sollte kein Kälteeinbruch oder eine längere Regenzeit angekündigt sein, da dies zu Krankheiten und Erfrierungen führen. Ist der Kirschlorbeer verkahlt, empfiehlt sich insbesondere ein Schnitt im späten Winter bzw. zeitigen Frühjahr, um die Hecke zum erneuten Austreiben anzuregen.

Kohlmeise in Kirschlorbeer
Das Schnittverbot dient vor allem dem Vogelschutz, denn viele brüten in den Gehölzen.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Zuwiderhandlungen können drastische Folgen haben, da das Gesetz bei Verstößen Strafzahlungen in Höhe von bis zu 10.000 EUR vorsieht.„]

Schnittwerkzeuge

Wenn die Lorbeerhecke verkahlt, sind drastische Schnittmaßnahmen unumgänglich. Für das Schneiden der dicken Äste benötigen Sie das passende Werkzeug:

  • Baum- oder Astsäge
  • Astschere mit Bypass-Klinge
  • scharfes Messer (z. B. Okuliermesser mit gebogener Klinge)
  • Wundpaste zum Verschließen der Wunden

Damit keine Krankheitserreger wie Pilze oder Bakterien in die offenen Wunden eingebracht werden, sollte sämtliches Werkzeug vor der Anwendung triefendnass mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden. Zudem sollten für eine bessere Wundheilung die Schnitte glatt und ohne Scharten ausgeführt werden, deshalb sind scharfe Klingen wichtig. Stumpfe Scheren und Messer führen nur zu schlecht heilenden Quetschungen und sollten deshalb zuvor geschärft werden.

Bypass-Astschere

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Astscheren mit einer Bypass-Klinge sorgen für glattere Schnitte, da ihre Klingen aneinander vorbeigleiten. So genannte Ambossscheren sollten Sie daher nicht nutzen.„]

Richtig schneiden

Dicke Äste befinden sich in der Regel im Inneren der Lorbeerhecke und sind deshalb schwer zugänglich. Zuvor müssen Sie also im Wege befindliche Zweige und Triebe entfernen, damit Sie ungestört arbeiten können. Haben Sie dabei keine Angst vor radikalen Schnitten: Kirschlorbeer kann, nicht nur wenn er verkahlt ist, auch weit bis ins alte Holz zurückgeschnitten werden und treibt trotzdem immer wieder aus. Achten Sie beim Schneiden nur darauf, die Zweige und Äste direkt an der Basis abzutrennen und keine Stummel stehenzulassen. Diese Stummel werden später nicht überwallt und sehen daher sehr unschön aus.

Anleitung: Dicke Äste schneiden

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Dicke Äste in mehreren Schritten wegschneiden, um ein Abbrechen und damit Absplitterungen zu vermeiden.„]

  1. Entfernen Sie störende Zweige und Triebe mit der Astschere, um an den fraglichen dicken Ast zu gelangen.
  2. Schneiden Sie den ersten Teil des Astes mit der Säge ab.
  3. Sägen Sie die Stelle dazu zunächst von unten an, um ein Abbrechen zu vermeiden.
  4. Setzen Sie die Säge dann von oben an und sägen Sie zur vorgesägten Stelle vor.
  5. Entfernen Sie das abgesägte Aststück.
  6. Sägen Sie nun den restlichen Ast direkt an der Basis ab. Diese befindet sich entweder an einer Astgabelung oder entspringt direkt dem Boden.
  7. Falls Ihnen das leichter fällt, können Sie nun auch zur Astschere greifen.
Äste am Kirschlorbeer schneiden (Grafik)

Folgendes sollten Sie beim Schneiden dicker Äste außerdem noch beachten:

  • leicht schräg schneiden, damit Regenwasser besser ablaufen kann
  • Schnittstelle mit Messer glätten
  • Wundpaste auftragen, sofern Ast nicht aus Boden wächst

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Tragen Sie beim Schneiden des Kirschlorbeers möglichst schnittfeste Handschuhe. Diese schützen Sie nicht nur vor Verletzungen, sondern auch vor dem austretenden, hautreizenden Pflanzensaft.„]

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell wächst Kirschlorbeer?

Grundsätzlich handelt es sich bei Kirschlorbeer um eine schnellwüchsige Heckenpflanze, die bis zu 50 Zentimeter Zuwachs pro Jahr erreicht. Das tatsächliche Jahreswachstum hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem wachsen die im Handel erhältlichen Sorten unterschiedlich schnell. Auch Standort, Boden, Pflege- und Witterungsbedingungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. An einem sonnigen, warmen Standort und in humosem, lockerem Boden sowie mit ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung wächst das Gehölz besonders schnell.

Was verträgt Kirschlorbeer nicht?

Schwierig für Kirschlorbeer sind zu sonnige oder auch zu schattige Standorte – an ersterem kommt es schnell zu Blattverbrennungen, zudem ist die Gefahr von winterlichen Frostschäden besonders hoch. An einem zu dunklen Platz ist der Kirschlorbeer durch pilzliche Infektionen bedroht. Besonders gefährlich sind jedoch falsche Bewässerungsgewohnheiten: Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können dem Gewächs den Garaus machen. Bei der Düngung sollten Sie darauf achten, keinen Kalk auszubringen – die Heckenpflanze ist sehr kalkempfindlich.

Warum verliert der Kirschlorbeer seine Blätter?

Eine häufige Ursache für Blattabwurf ist ein verdichteter Boden, der Staunässe begünstigt. Da die beliebte Heckenpflanze zu den Tiefwurzlern gehört, kann auch ein in der Tiefe nasser Boden zu Problemen führen. Daher sollten Sie schon bei der Pflanzung auf eine gute Drainage achten und ohnehin einen lockeren, humosen Boden bevorzugen. Aber auch das Gegenteil – eine mangelhafte Wasserversorgung – führt insbesondere an sonnigen Standorten schnell zu gelben oder braunen Blättern und anschließend zum Blattabwurf.