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Dürfen Katzen eigentlich Kartoffeln essen?

Kartoffeln für Katzen

Katzen probieren gern einmal von all den Leckereien auf dem Esstisch. Diese sind allerdings selten gesund und manchmal sogar giftig. Ob und wie Ihre Katze Kartoffeln essen darf, lesen Sie in diesem Beitrag.

Kartoffeln nur gekocht füttern

Viele Samtpfoten finden gekochte Kartoffeln sehr lecker und naschen auch gerne mal ein Stückchen Schale, wenn der Mensch gerade am Schälen ist – wobei letzteres wohl eher dem Spieltrieb der Mieze geschuldet ist. Grundsätzlich sind Kartoffelknollen für Ihren vierbeinigen Freund kein Problem, solange sie nicht roh gefressen werden. Roh enthält das Nachtschattengewächs Solanin, einen auch für Menschen leicht giftigen Stoff. Daher sollten die Knollen nur verfüttern, wenn

  • sie gut durchgekocht sind
  • keine grüne Stellen aufweisen
  • keine Keime in sich tragen
  • die Schale entfernt ist
gekochte Kartoffel

Insbesondere noch grüne Kartoffelknollen und Kartoffelkraut enthalten sehr viel Solanin und sind daher sowohl für Mensch als auch fürs Tier absolut tabu.

Symptome einer Solanin-Vergiftung

Das in der Kartoffel enthaltene Solanin wird durch große Hitze aus der Knolle gelöst und geht ins Kochwasser über. Deshalb sollten Katzen auch kein Kartoffelwasser trinken! Sollte der Vierbeiner das doch getan haben bzw. ein Stückchen rohe Knolle verspeist, zeigen sich mögliche Vergiftungssymptome innerhalb weniger Stunden:

  • Katze wirkt desorientiert, benommen
  • hat Gleichgewichtsprobleme, schwankt
  • hat möglicherweise Durchfall
  • auch Erbrechen möglich
  • zeigt Verhaltensauffälligkeiten
Katze Tierarzt

In diesem Fall sollten Sie mit dem Tier umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Nehmen Sie, wenn möglich, die angeknabberte Knolle mit, damit der Tierarzt die gefressene Menge abschätzen kann. Katzen, die Kartoffeln gefressen haben aber ohne Vergiftungssymptome sind, sollten Sie für 24 Stunden sorgfältig beobachten. Selbst kleine Kartoffelmengen können problematisch werden – je kleiner und leichter die Katze ist, desto wahrscheinlicher ist eine Vergiftung.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Bewahren Sie Kartoffeln und andere potenziell giftige Lebensmittel zu Hause immer so auf, dass Ihr Stubentiger sie nicht erreicht. Ein (verschließbarer) Schrank ist ein guter Aufbewahrungsort.„]

Sind Kartoffelprodukte erlaubt?

Kartoffelprodukte wie Chips, Pommes etc. darf Ihre Katze nicht essen! Allerdings nicht wegen der Kartoffel, sondern weil diese Produkte sehr viel Salz, Fett, Gewürze und Aromastoffe enthalten, die für Ihre Katze gesundheitsschädlich sind. Insbesondere zu viel Salz kann Nieren und Herz schädigen. Selbst hergestellter Kartoffelbrei in kleinen Mengen ist hingegen unproblematisch, sofern Sie zur Zubereitung laktosefreie Milch verwenden und nur wenig Salz und Butter zugeben. Katzen gelten zwar als ausgesprochene Milchliebhaber, sind jedoch jenseits des Kätzchenalters Laktose intolerant. Den Tieren fehlt das notwendige Enzym, um Milchzucker zu verdauen und zu verwerten. Daher können dem Kartoffelbrei zugegebene Zutaten wie Milch, Sahne oder Butter Verdauungsprobleme verursachen.

Häufig gestellte Fragen

Muss man die Kartoffel vor dem Füttern schälen?

Auch Kartoffelschalen enthalten größere Mengen an Solanin und sollten daher zumindest ungekocht nicht verfüttert werden. Für gekochte Schalen gilt dasselbe wie für gekochte Kartoffelknollen: Hier hat sich das Solanin im Kochwasser gelöst. Besser ist es jedoch, die Knollen zu schälen – außer, wenn es sich um junge Pellkartoffeln handelt. Diese kann Ihre Katze gekocht auch mit Schale essen.

Kann ich meiner Katze alle Kartoffelsorten füttern?

Grundsätzlich sollten Sie Ihrer Katze möglichst stärkearme Kartoffelsorten anbieten, d. h. vorwiegend festkochende und festkochende Sorten wie ‚Annabelle‘, ‚Belana‘, ‚Sieglinde‘ oder ‚Linda‘. Mehlige Sorten (etwa ‚Gala‘) hingegen enthalten viel Stärke und können zwar keine Vergiftung, aber Verdauungsprobleme verursachen – schließlich ist der Magen- und Darmtrakt der Katze nicht auf Stärke eingestellt. Rote oder violette Sorten können Sie ebenfalls füttern, sofern sie nicht mehlig sind.