Gemüsegarten & Gemüse Kartoffel - Kartoffelanbau, Schädlinge & Verwendung

Kartoffel-Mischkultur: 17 gute Pflanznachbarn

Kartoffel-Mischkultur

Für bestmögliches Wachstum und maximale Ernteerträge beim Kartoffelanbau ist zwingend auf die Pflanznachbarn zu achten. Diese 17 Pflanzpartner sind besonders gut für eine Kartoffel-Mischkultur geeignet.

Mischkultur unerlässlich

Der Anbau einer Kartoffel-Mischkultur ist dringend angeraten, um das Wachstum sowie die Gesundheit der starkzehrenden Erdknolle zu fördern und um Bodenproblemen zu vermeiden, die unter anderem auch Einfluss auf die Nachfolgekulturen haben können.

Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)
Eine Kartoffel-Mischkultur reduziert beispielsweise das Risiko eines Befalls mit Kartoffelkäfern (Leptinotarsa decemlineata) erheblich.

Zusammengefasst erwarten Selbstanbauer mit einer Kartoffel-Mischkultur folgende Vorteile, welche abhängig vom jeweiligen Pflanznachbarn sind:

  • benachbarte Schwach- und Mittelzehrer beugen Bodenmüdigkeit vor   
  • Vermeidung von Konkurrenzkampf um Nährstoffe
  • beugen möglichen Schädlingsbefällen vor
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Anregung von Mikroorganismen im Boden
  • langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit
  • Risiko-Minderung von Krankheiten-Ausbreitung
  • Förderung von jährlichen Mehrfachernten möglich 

Gute Pflanznachbarn für Kartoffeln von B bis D

Baldrian (Valeriana officinalis)

Echter Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Mittelzehrer, aber Flachwurzler
  • sehr robust gegen Schädlinge und Krankheiten
  • besitzt ätherische Öle, die gegen viele Käferarten wirken
  • Pflanzabstand: 40 bis 50 Zentimeter
  • Vorsicht: zieht manche Katze an; bei Verzehr Vergiftungserscheinungen möglich

Bohnen (Phaseolus vulgaris)

Bohnen (Phaseolus vulgaris)
  • Mitteltiefwurzler
  • Aussaat ins Freiland: zwischen Mitte April und Ende Juni
  • Pflanzabstand: mindestens 60 Zentimeter
  • einjährig
  • geeignete Bohnenarten: grüne, dicke und rote Bohnen sowie Stangenbohnen

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis)

Blumenkohl
  • Mittelzehrer
  • Aussaat ins Freiland: bis Mitte Juli
  • Ernte: ab Mitte August
  • Pflanzabstand: mindestens 70 Zentimeter
  • einjährig

Borretsch (Borago officinalis)

Borretsch (Borago officinalis)
  • ideal zur Beetumrandung geeignet
  • verbessert Bodenqualität
  • Schwachzehrer
  • Ernte: ab Mai durchgehend
  • Besonderheit: duftet dezent

Brokkoli (Brassica oleracea var. italica)

Brokkoli (Brassica oleracea var. italica)
  • zwar Starkzehrer, begünstigen nebeneinander aber Aroma des anderen
  • Pflanzabstand: mindestens 50 Zentimeter
  • regelmäßige, häufige Kontrollen auf Schädlinge und Erkrankungen
  • Dünger, um hohen Nährstoffverbrauch auszugleichen
Hinweis: Brokkoli sollten Sie als Pflanzpartner stets nur von einer Seite an Kartoffeln heranpflanzen.

Dill (Anethum graveolens)

Dill (Anethum graveolens), Mischkultur
  • Schwachzehrer
  • kompakter Tiefwurzler, deshalb Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimeter einhalten
  • wirkt schädlingsabwehrend
  • fördert Keimung von Kartoffelsamen
  • begünstigt Kartoffel-Geschmack

Von E bis K

Erdbeeren (Fragaria)

Erdbeeren (Fragaria)
  • Flachwurzler
  • als Schwachzehrer geringer Nährstoffbedarf
  • schonen den Boden
Hinweis: Für die Kartoffel-Mischkultur sind Erdbeeren nur bedingt geeignet, da Kartoffeln bei ihnen die Verticillium-Welke auslösen können. Deshalb sollte der Pflanzabstand zwischen beiden mindestens drei Meter betragen.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Kapuzinerkresse (Trompaeolum majalis)
  • flache Knollenwurzeln
  • Pflanzabstand: 60 Zentimeter
  • wirkt abwehrend gegen Kartoffelkäfer und Blattläuse
  • geringer Nährstoffbedarf
  • bildet neben starkzehrenden Kartoffeln mehr Blüten

Knoblauch (Allium sativum)

Knoblauch (Allium sativum)
  • Mittelzehrer
  • Flachwurzler
  • Pflanzabstand: etwa 20 Zentimeter
  • hält zahlreiche Schädlinge fern (auch Schnecken)
  • sollte in keiner Kartoffel-Mischkultur fehlen

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)
  • geringer Platz- und Nährstoffbedarf
  • Mittelzehrer
  • Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimeter
  • Pfahlwurzel einhalten
  • besitzt bodenauflockernde Eigenschaften

Kümmel (Carum carvi)

Kümmel (Carum carvi)
  • zweijährig
  • verleiht Kartoffeln geschmackvolles Aroma
  • zieht zur Bestäubung Fliegen und Käfer an, die Schädlinge im Beet verspeisen
  • beinhaltet ätherische Öle, die verschiedene Schädlinge auf Abstand halten
  • ideal zur Umpflanzung einzelner Kartoffelpflanzen geeignet

Von M bis W

Mais (Zea mays)

Mais (Zea mays)
  • Tiefwurzler
  • Pflanzabstand als Pflanznachbar mindestens 100 Zentimeter
  • Schwachzehrer
  • stabilisiert Bodenstruktur
  • gegenseitige Wachstumsförderung

Meerrettich (Armoracia rusticana)

Meerrettich (Armoracia rusticana)
  • Mittelzehrer
  • Wurzeltiefe: bis 15 Zentimeter
  • Pflanzabstand: circa 80 Zentimeter
  • vertreibt Kartoffelkäfer
  • verhindert in Kombination mit Knoblauch Kräuselkrankheit (Pilzerkrankung)

Minze (Mentha)

Grüne Minze (Mentha spicata)
Grüne Minze (Mentha spicata)
  • Schwachzehrer
  • Flachwurzler, bildet aber mit der Zeit wuchernde Ausläufer
  • vertreiben Mäuse, Ratten und Ameisen
  • Pflanzabstand: zwischen 40 und 50 Zentimeter
Tipp: Wer Minze als Pflanznachbar ins Beet setzt, sollte eine Wurzelsperre beim Setzen in den Boden bringen. Die Wurzeln der Minze können zahlreiche Ausläufer bilden, die sich ansonsten unkontrollierbar ausbreiten und weitere Exemplare in der Kartoffel-Mischkultur beim Wachstum behindern.

Petersilie (Petroselinum crispum)

Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Schwach- bis Mittelzehrer
  • Stickstofflieferant für Kartoffeln
  • gelten als wachstumsanregend
  • Pflanzabstand: circa 20 bis 30 Zentimeter
  • ideal zur Umrundung einzelner Kartoffelpflanzen geeignet

Spinat (Spinacia oleracea)

Spinat (Spinacia oleracea)
  • Schwachzehrer
  • idealer Gründünger durch im Boden verbleibende Pfahlwurzeln nach Abernte
  • Aussaat: zwischen März und Mai bis spätestens Juli (spät schossende Arten)
  • Pflanzabstand zu Kartoffeln: 50 bis 70 Zentimeter
Tipp: Spinat zeigt eine Unverträglichkeit mit Artgenossen sowie allen Gänsefußgewächsen. Mehrere Exemplare nebeneinander behindern sich gegenseitig im Gedeihen, weshalb Spinat stets in geringer Anzahl oder mit großen Pflanzabständen als Teil der Kartoffel-Mischkultur gepflanzt werden sollte.

Wirsing (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda)

Wirsing (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda)
  • bedingt guter Pflanznachbar; muss intensiver gedüngt werden, um ausreichend Bodennährstoffe zu gewährleisten
  • Starkzehrer, deshalb jährlicher Standortwechsel angeraten
  • Pflanzabstand zu Kartoffeln: zwischen 60 und 80 Zentimeter
  • idealer Pflanznachbarn auch für Spinat und Bohnen
  • verträgt sich nicht mit Knoblauch und Zwiebeln

Häufig gestellte Fragen

Wie ist Meerrettich zur Käferabwehr zu pflanzen?

Weil Kartoffelkäfer durch die Duftstoffe der Wurzeln abgeschreckt werden, ist Meerrettich so zu pflanzen, dass die Wurzeln ein Gesamtgeflecht um die Kartoffeln bilden. Mit anderen Worten: Meerrettich ist zur Käferabwehr rundherum als Pflanznachbar um die Kartoffeln zu pflanzen.

Gilt jedes Jahr die gleiche Kartoffel-Mischkultur?

Bedingt. Gute Pflanznachbarn bleibe diese auch in den folgenden Jahren. Allerdings sind Kartoffeln als Starkzehrer jedes Jahr an anderer Stelle anzubauen, damit sich der Boden erholen kann. Es ist eine Wartezeit von mindestens drei Jahren, besser vier Jahren angeraten, da ansonsten eine langanhaltende Bodenermüdung das Beet vollständig ungeeignet für den weiteren Selbstanbau macht.

Was passiert, wenn Pflanznachbarn zu nahe an Kartoffeln gepflanzt werden?

Das kommt darauf an, um welche Pflanznachbarn es sich bei der Kartoffel-Mischkultur handelt. Vor allem bei anderen Starkzehrern sollten Sie unbedingt einen großzügigen Pflanzabstand einhalten, damit sie sich nicht gegenseitig die Nährstoffe entziehen (wollen). Handelt es sich um Schwachzehrer, können sie so nah an die Kartoffeln gepflanzt werden, dass zumindest ausreichend Platz für eine ungestörte Wachstumsbreite zwischen allen Pflanzen besteht.

Wie ist das Beet bei reinem Kartoffelanbau zu gestalten?

Ein reiner Kartoffelanbau ergibt eine Monokultur, von der abgeraten wird. Setzen Sie zumindest zwischen jede Kartoffelreihe eine andere Pflanzenart, die sich ideal zu Kartoffeln ergänzen lässt. Dazu zählen vor allem flachwurzelnde Schwachzehrer. Eine Beetumrandung aus Knoblauch und/oder Pflanzen mit ätherischen Ölen oder anderen Dufteigenschaften halten zahlreiche Schädlinge aus dem gesamten Beet fern.