Gemüsegarten & Gemüse Kartoffel - Kartoffelanbau, Schädlinge & Verwendung

Kartoffeln im Topf und Sack anbauen: 3 Methoden

Kartoffeln anbauen

Für diejenigen Hobbygärtner, die keinen eigenen Garten besitzen, gibt es dennoch Methoden zum Anbauen von Kartoffeln. Die idealen Methoden hierfür sind im Sack oder Topf, die auch in einer Ecke der Terrasse oder dem Balkon einen Platz finden können. So können bereits auf kleinstem Raum hohe Erträge erzielt werden. Und das mit nur wenigen Knollen am Anfang. Wie es geht und auf was beim Anbau geachtet werden sollte erklärt der folgende Artikel.

Geeignete Kartoffelsorten

Eigentlich jede Sorte von Kartoffeln eignet sich für den Anbau im Topf. So können Sie hier zwischen mehlig und fest kochenden Sorten genauso wählen, wie zwischen den bunten Sorten. Wer verschiedene Sorten anbauen möchte, kann bei genügend Platz auch mehrere Töpfe oder Säcke nebeneinander aufstellen. So sind gerade die folgenden Kartoffeln gut für den Anbau auf Terrasse oder Balkon geeignet:

Kartoffelsorte Linda
Kartoffel Linda, Quelle: Alupus, Kartoffelernte V, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • Linda (festkochend)
  • bekannteste Sorte im Handel
  • Rote Emmalie
  • als gute Sack-Kartoffel bekannt
  • Blaue Anneliese
  • hohe Erträge im Kübel
  • Rosa Tannenzapfen
  • La Ratte (festkochend)
  • Golden Wonder (mehlig)
Tipp: Bevor Sie die Kartoffeln in die Erde geben, sollten Sie diese vorab an einem warmen, trockenen, hellen Ort unbedingt vorkeimen lassen. Hierzu werden die Kartoffeln auf einer Fensterbank ausgebreitet, damit sie nicht anfangen zu faulen. Etwa vier Wochen vor dem Pflanzen, also etwa Anfang März, sollte die Vorkeimung beginnen.

Anbau im Sack

Kartoffelanbau im SackFür das Anbauen der Kartoffeln im Sack eignet sich ein handelsüblicher Kunststoffsack, der aus festem PVC-Gewebe bestehen sollte. Diese Säcke sind luftdurchlässig und um einiges stabiler als ein klassischer Folienbeutel. So sind hier zum Beispiel große Reissäcke ideal. Damit kein Erde-Wasser-Gemisch auf den Terrassen- oder Balkonboden gelangt und hier unschöne braune Flecken hinterlässt, ist es ratsam, den Pflanzsack vor dem Befüllen auf eine feste Folie zu stellen. Damit das überschüssige Wasser ablaufen kann, sollten ein bis zwei Zentimeter lange Schlitze im unteren Bereich des Pflanzsacks angebracht werden. Dann wird weiter wie folgt vorgegangen:

  • Pflanzsack auf 30 Zentimeter Höhe aufrollen
  • Blähtonschicht drei bis fünf Zentimeter hoch
  • dann 15 Zentimeter hoch Erde einfüllen
  • Gemisch aus Gartenerde, Sand und Kompost
  • alternativ Gemüseerde mit Sand mischen
  • vier Pflanzkartoffeln einsetzen
  • gleichmäßigen Abstand einhalten
  • Erde einfüllen, bis Knollen bedeckt sind
  • gut gießen

Weitere Pflege im Pflanzsack

Nach dem Einpflanzen sollte die Erde immer gleichmäßig feucht bleiben. Nach etwa zwei Wochen sollten die Kartoffeln um etwa 15 Zentimeter gewachsen sein. Haben die Pflanzen etwa eine Höhe von 30 Zentimeter erreicht, wird der Pflanzsack entsprechend abgerollt und weitere 15 Zentimeter frische Erde nachgefüllt. Dann wird weiter wie folgt vorgegangen:

  • Kartoffel Blüte - Solanum tuberosumalle zwei Wochen weiter anhäufeln
  • Pflanzen bilden so an den Trieben weitere Wurzeln
  • hier entstehen weitere Kartoffelknollen
  • nach sechs Wochen Sack vollständig ausgerollt
  • Pflanzen wachsen oben aus dem Sack

Nach weiteren sechs Wochen sollte man die Kartoffeln ernten können. Pro Pflanze im Sack kann man mit einer Ernte von etwa einem Kilo Kartoffeln rechnen, was bei einem Pflanzsack mit vier eingesetzten Pflanzkartoffeln etwa vier Kilogramm ergibt. Durch die Wärme im Pflanzsack wird das Wachstum extrem gefördert und so kommt es zu der großen Ernte.

Tipp: Im Handel werden entsprechende Saat- oder Pflanzkartoffeln angeboten. Von diesen können Sie einige wenige erwerben, um bei den hier vorgestellten Methoden später auf eine reichhaltige Ernte blicken zu können.

Anbau im Topf

Kartoffelanbau im TopfNeben dem Pflanzsack eignet sich auch ein Kübel zum Anbau von Kartoffeln auf kleinstem Platz. Für das Anbauen im Topf wird ein hohes, dunkelwandiges Gefäß auf Kunststoff benötigt. So kann sich die Erde durch die Sonneneinstrahlung gut erwärmen und der Ertrag wird höher. In den Boden sollten mehrere Löcher für den Wasserabfluss gebohrt werden. Für eine Saatkartoffel reicht ein Gefäß mit einem Fassungsvermögen von 10 Litern, bei zwei Kartoffeln sollten es 15 Liter sein. Für mehr Pflanzkartoffeln sollte das Gefäß entsprechend größer gewählt werden. Beim Pflanzen wird wie folgt vorgegangen:

  • Kübel auf Auffangteller stellen
  • sonst kommt es zu unschönen Flecken auf dem Boden
  • Schicht Blähton oder Kies von etwa zehn Zentimetern
  • darüber Schicht Erde etwa 15 Zentimeter hoch
  • Gartenerde mit Sand und Kompost
  • alternativ Blumenerde mit Sand
  • je nach Topfgröße die Saatkartoffeln auflegen
  • leicht mit Erde bedecken
  • gut wässern

Weitere Pflege im Topf

Süßkartoffel anbauen
Süßkartoffel im Topf

Haben sich kleine Keimlinge von etwa zehn Zentimetern gebildet, müssen Sie neue Erde nachfüllen. Danach sollten nur noch die oberen Blattspitzen zu sehen sein. Dies wird nun so oft wiederholt, bis die Erde im Topf bis zum Rand aufgefüllt wurde. Unter der Erde können sich so mehrere Lagen Kartoffeln bilden. Die Erde im Topf darf nicht austrocknen. In frostigen Nächten, die noch bis zum Mai nach den Eisheiligen der Fall sein können, sollte man das Gefäß mit einem Pflanzenvlies abdecken. Ansonsten könnten die jungen Blätter oberhalb der Erde erfrieren. Nach etwa 100 Tagen nach dem ersten Einpflanzen kann man die Kartoffeln nun ernten.

Hinweis: Im Handel werden die Speisekartoffeln, die bereits küchenfertig geerntet wurden, nicht als Saat- oder Pflanzkartoffeln zugelassen. Lassen Sie diese jedoch lange genug liegen, fangen sie an zu keimen. Es ist nicht verboten, dass Sie diese Speisekartoffeln für Ihren eigenen Zweck nutzen und diese als Saatkartoffeln einpflanzen. Allerdings ist der Ertrag hier oft geringer, als mit entsprechend gekennzeichneten Saat- oder Pflanzkartoffeln.

Kartoffelturm

KartoffelturmFür einen Garten ist der sogenannte Kartoffelturm geeignet, der in einer Ecke Platz findet. Der Vorteil hier ist, dass kein großes Gartenbeet benötigt wird, da die Kartoffeln in Schichten nach oben wachsen. Zudem muss jedes Jahr nach dem Anbauen von Kartoffeln das Beet gewechselt werden, was hier ebenfalls entfallen kann, da nur neue Erde genutzt werden muss. Bei dem Kartoffelturm handelt es sich um die XL-Variante der oben beschriebenen Methoden im Topf Kartoffeln anzubauen. Der Kartoffelturm sollte wie folgt erbaut werden:

  • Bambus- oder Kunststoffmatte oder feinen Maschendraht
  • einen Meter Höhe sowie 1,5 Meter Länge
  • Rolle mit Kabelbinder oder Draht schließen
  • mit Bambusstäben im Boden sichern
  • bei Matten kleine Löcher in die Wand schneiden
  • Heu auf den Boden legen
  • danach Erdschicht von 15 Zentimetern
  • etwa sieben bis acht Kartoffeln einlegen
  • nächste Schicht Erde
  • nächste Lage Kartoffeln auf Lücke zu den unteren Knollen

Insgesamt werden 50 Liter Erde benötigt. Hier kann wieder Gartenerde mit Sand und Kompost gemischt werden. Zudem finden etwa 30 Saatkartoffeln Platz. Einen höheren Ertrag gibt es, wenn man zwischen die Erdschichten jeweils eine Schicht Heu legt. Der Kartoffelturm wird Schicht für Schicht bis oben zum Rand mit Erde und Kartoffeln gefüllt. Die oberen Pflanzen wachsen hierbei nach oben aus der Erdschicht, die im unteren Bereich liegenden Pflanzen wachsen seitlich aus dem Turm.

Weitere Pflege im Kartoffelturm

Frühkartoffel Belana
Quelle: Unterillertaler, Kartoffel Belana, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wachsen seitlich nicht genügend Pflanzen heraus, sollten Sie weitere Löcher bilden, damit die Kartoffeln hier einen Weg finden. Wenn Sie Maschendraht nutzen, ist es für die Pflanzen einfacher, nach draußen zu wachsen. Bei der Pflege und Ernte sollte noch das Folgende beachtet werden:

  • Erde gleichmäßig feucht halten
  • in Trockenperioden gießen
  • wenn Laub welkt, ist Erntezeit
  • zwei Wochen nach der Welke ernten
  • Kartoffeln werden so dicker
  • zum Ernten einfach den Turm öffnen
  • Erde vorsichtig teilen
  • Kartoffeln fallen von selbst heraus