Hornissen

Es ist Aberglaube, dass ein Hornissenstich gefährlich ist. Auch in unseren modernen, aufgeklärten Zeiten kursieren immer noch Gerüchte, dass 7 Hornissenstiche ein Pferd töten können und drei einen Menschen. So etwas gibt es nicht, es sei denn, man reagiert allergisch auf die Stiche und hat keine Notfallausrüstung dabei, wie das Allergiker tun sollten. Hornissen sind sehr friedliche Insekten, die äußerst selten stechen. Solange man sich ruhig verhält und ihrem Nest nicht zu nahe kommt, droht keine Gefahr. Wie man sich verhalten soll und wie gefährlich ein Stich wirklich ist, lesen Sie im nachfolgenden Text.

Kurzer Steckbrief Hornissen

  • Familie der Sozialen Faltenwespen
  • Stammen ursprünglich vorwiegend aus Ostasien
  • Typische Bewohner der Subtropen
  • 23 Hornissenarten
  • In Mitteleuropa nur zwei Arten
  • Am häufigsten Vespra crabro
  • Körpergröße der Königin – 23 bis 35 mm
  • Lebenserwartung: Königin etwa 12 Monate, Arbeiterinnen – etwa 3 bis 4 Wochen
  • Bauen ihre Nester in Hohlräume, z.B. Vogelnistkästen oder auch Holzverkleidungen an Fassaden
  • Ernähren ihre Brut mit anderen Insekten
  • Ein Volk umfasst etwa 400 bis 700 Insekten
  • Nur die begattete Königin überwintert
  • Friedlicher als Honigbienen
  • Nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art

Ist ein Hornissenstich gefährlich?

HornissenDas kann ganz klar mit einem nein beantwortet werden, wenn man kein Allergiker ist und die Hornisse nicht in den Mund- oder Rachenraum sticht. Da Hornissen ihren Stachel beim Stechen nicht verlieren, wird auch nur kurz Gift abgegeben, nicht wie bei der Biene, wo er steckenbleibt und immer weiter Gift abgibt. Hornissen benötigen ihr Gift, um sich gegen Rivalinnen zu verteidigen und um Beutetiere zu töten. Sie gehen daher nicht sehr verschwenderisch damit um, so dass bei einem Stich nicht allzu viel davon in die Einstichstelle gelangt.

Ein normaler Mensch überlebt einige hundert Stiche. Natürlich ist das Ganze schmerzhaft, aber umbringen wird es einen nicht so schnell. Von der Zusammensetzung her ist Hornissengift weniger giftig als das von Bienen.

Bei Allergikern sieht die Sache anders aus. Für diese Menschen ist ein Hornissenstich gefährlich, aber nicht mehr als ein Bienen- oder Wespenstich. Es kommt zur typischen Nesselsucht, zu Schwellungen, Rötungen an der Einstichstelle bis hin zur Atemnot. Allergiker sollten immer ein Notfall-Pack mit Gegenmitteln mit sich führen, dass im Notfall eingesetzt wird. Ist dies nicht zur Hand, sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden. In schlimmen Fällen besser den Notarzt rufen.

Was tun nach einem Hornissenstich?

hornissenstich nicht kuehlen mkHornissenstiche sind schmerzhaft. Man merkt deutlich, dass da etwas gestochen hat. Sollte im Ausnahmefall der Stachel einmal stecken geblieben sein, sollte er zuerst entfernt werden, am besten sofort. Meist schwillt die Stelle zügig an und verfärbt sich rötlich. Typisch ist ein roter Punkt mit einem weißen Hof ringsherum. Die Einstichstelle brennt und kann auch heiß werden. Später tritt ein Juckreiz auf, der häufig Tage anhält. In der Regel klingen die Symptome innerhalb einiger Tage ab, so dass der Stich spätestens nach einer Woche vergessen ist. Meist geht die Schwellung schon nach 24 Stunden zurück.

  • Stichstelle kühlen (kalte Umschläge oder Eiswürfel)
  • Umschläge mit essigsaurer Tonerde bringen Linderung
  • Auch Quarkwickel helfen gegen die Schwellung und den Juckreiz
  • Alternativ die Stichstelle mit Anti-Histamin-Salbe bedecken (Fenistil oder Systral)
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, kann entzündungshemmende Mittel einnehmen, beispielsweise Aspirin oder Ibuprofen
  • Kühlende Gels oder Stifte aus der Apotheke lindern
  • Bei einem Stich in den Mund oder Rachen empfiehlt sich das Aufsuchen eines Arztes, der dafür sorgt, dass die Atemwege nicht blockiert werden.
  • Als Sofortmaßnahme ist es sinnvoll, Eiswürfel zu lutschen und eiskalte Halsumschläge zu machen

Tipp – Nach einem Hornissenstich immer die Ruhe bewahren. Vor allem für Allergiker ist das wichtig.

Stichheiler bei Hornissenstichen

Man unterscheidet drei Arten von Stichheilern, thermisch wirkende, elektrische und mechanische. Bei der Anwendung ist ausschlaggebend, dass sie so schnell wie möglich zum Einsatz kommen, am besten sofort nach dem Stich. Stichheiler gibt es in unterschiedlichen Formen. Praktisch sind die in Stiftform, sie sind klein und schmal und können leicht eingesteckt werden. Am wirksamsten wurden meist Thermo-Stichheiler bewertet. Die Schwellung nimmt zügig ab und auch der Juckreiz lässt schnell nach. Günstig ist, dass es keinerlei chemische Zusätze gibt, das Gerät arbeitet mit Hitze. Die Wärme verändert die Eiweißstruktur des Insektengiftes. Für einige Sekunden wird eine Temperatur von 49 bis 53°C erzeugt. Diese ruft eine teilweise Zersetzung der Giftbestandteile hervor. Der Stichheiler benötigt Batterien, um eine Spannung von 3,6 Volt erzeugen zu können. Ein eingebauter Mikroprozessor steuert das Gerät. Man kann zwischen zwei Empfindlichkeitsstufen wählen, einer für Kinder und einer für Erwachsene. Die Behandlung ist etwas schmerzhaft, dauert aber nicht lange. Der Schmerz ist auszuhalten.

hornissenstich nicht jucken mkElektrische Stichheiler funktionieren mit Elektroimpulsen. Die Anwendung muss meist häufig wiederholt werden, bis eine Linderung einsetzt. Beim mechanischen Stichheiler wird das Gift mit Unterdruck aus der Stichstelle gezogen. Auch hier gilt, schnell anwenden, am besten unmittelbar nach dem Stich.

Tipp – Beim Kauf eines thermischen Stichheilers darauf achten, dass für Kinder eine niedrigere Temperatur eingestellt werden kann. Wenn Kinder das Gerät als unangenehm empfinden, empfiehlt sich der mechanische Stichheiler.

Häufige Fragen

Was kann man tun, wenn man ein Hornissennest im Garten hat?

In den meisten Fällen muss man gar nichts tun. Wenn das Nest nicht unmittelbar am Fenster hängt oder irgendwo im Weg, so dass die Gefahr besteht, dass man aus Versehen dagegen stößt, kann es hängen bleiben. Zum einen interessieren sich die Insekten nicht für Süßes wie Kuchen oder Süßspeisen, zum anderen sterben die Hornissen im Herbst, womit sich das Problem von allein erledigt. Das Nest kann dann ganz einfach entfernt werden. Die Königin überwintert nicht darin.

Muss das Nest schon früher umgesiedelt werden, sollte man sich an die Untere Naturschutzbehörde wenden. Dieser „Umzug“ muss genehmigt werden. Er sollte von einem Fachmann vorgenommen werden. Diesen findet man ebenfalls über die Untere Naturschutzbehörde, meist im Umweltamt. Aber auch Umweltverbände wie NABU, BUND oder ähnliche bieten Hilfe an. Häufig kann auch ein Imker den Umzug vornehmen.

Hilft es, einen Hornissenstich „auszusaugen“?

Das Aussaugen verringert die Aufnahme des Insektengiftes. Die Reaktion des Körpers fällt geringer aus. Wichtig ist, das Gift nach dem Saugen auszuspucken, nicht herunterzuschlucken. Menschen mit Allergien gegen das Gift sollten das Saugen unterlassen. Da nicht alle Stellen gut zugänglich sind, kann eine Vakuumpumpe ebenfalls gute Dienste leisten. Auch sie saugt das Gift aus. Bei Kindern funktioniert so eine Pumpe meist besser als das Aussaugen mit dem Mund. Man kann die Funktionsweise besser erklären. Größere Kinder können die Pumpe auch selbst anwenden, weswegen man den Notfall schon mal üben sollte.