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Hemlocktanne, Schierlingstanne, Tsuga canadensis – Pflege

Zapfen der Hemlocktonna

Hemlocktannen sind beachtlich große Bäume, die für die meisten Gärten einfach zu hoch werden. Als Alternative gibt es aber eine Menge kleinbleibender Züchtungen, die selbst für heutige Reihenhausgärten geeignet sind. Hemlocktannen sind etwas wählerisch, was den Standort und das Pflanzsubstrat betrifft, ansonsten aber recht pflegeleicht. Was sie nicht vertragen, ist langanhaltende Trockenheit. Damit kommen die Bäume nicht klar. Zu trocken sollte der Standort also nicht sein. Ansonsten sind die Gehölze genügsam und wachsen recht zügig. Was man bei der Pflege beachten sollte, lesen Sie in unserem Text. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief zur Hemlocktanne

  • Familie der Kieferngewächse
  • Tsuga canadensis – Kanadische Helmlocktanne
  • Untergattung Tsuga – sieben Arten
  • Stammt aus Nordamerika
  • Immergrüner Baum, häufig mehrstämmig
  • 20 bis 30 m hoch, 6 bis 8 m breit
  • Kann 1.000 Jahre alt werden
  • Konische Wuchsform
  • Horizontale Zweige
  • Ungleich große Nadeln, sehr dicht und schraubig angeordnet
  • Nadeln 0,5 bis 1,8 cm lang, unterseits mit weißem Streifen
  • Dunkelgrün und am Ende abgerundet
  • Einhäusig getrenntgeschlechtig
  • Blüht ab einem Alter von 20 bis 40 Jahren
  • Blüte im Mai
  • Samenreife – September/Oktober
  • Kleine Zapfen, 1,5 bis 2,5 cm lang, eiförmig
  • Flaches, oberflächliches Wurzelsystem

Hemlocktanne – Sorten

HemlocktannenFür alle, denen eine normale Kanadische Helmlocktanne im Garten zu groß ist, gibt es verschiedene Kleinbäume. Sie wachsen normal aufrecht, aber auch als Bodendecker und als Hängeform.
Tsuga canadensis

  • ’Nana’ – Kissenform, langsamwachsend, lange Äste, die niederliegend und waagerecht wachsen, kurze dunkelgrüne glänzende Nadeln, Jahreszuwachs 4 bis 5 cm
  • ’Baloony’ – Hexenbesen, wächst sehr langsam und dicht, am Anfang kugeliger Wuchs, später kissenförmig, leicht überhängende Zweige, hellgrüne Nadeln, Jahreszuwachs 5 bis 7 cm, nach 10 Jahren etwa 70 cm groß, gut für Gefäße
  • ’Frosty Ice’ – Zwergform, wächst pyramidenförmig und langsam, kurze grüne Nadeln mit weißen Spitzen, Jahreszuwachs 4 bis 6 cm, nach 10 Jahren etwa 60 cm hoch und 30 cm breit
  • ’Cole’ – Zwergform, Bodendecker, wächst langsam und dicht, überhängende Zweige, kurze lichtgrüne Nadeln, sehr robust, Jahreszuwachs 7 bis 10 cm, nach 10 Jahren etwa 20 cm hoch und 80 cm breit
  • ’Jervis’ – Zwergform, sehr langsam und dicht wachsend, Wuchs anfangs kugelig, später zuckerhutförmig, kräftige lichtgrüne Nadeln, sehr robust, Jahreszuwachs 3 bis 5 cm, nach 10 Jahren 50 cm hoch und 30 cm breit, gute Kübelpflanze
  • ’Microphylla’ – Zwergform, langsam und dicht wachsend, wächst anfangs pyramidenförmig, später bekommt er eine Krone, kurze dunkelgrüne Nadeln, sehr robust, Jahreszuwachs 10 bis 12 cm, nach 10 Jahren 100 cm hoch und 40 cm breit
  • ’Moll’ – Kriechform, mittelstark und sehr dicht wachsend, wächst anfangs flach und etwas kugelig, später dann breitbuschig, kurze, dunkelgrüne Nadeln, robust, Jahreszuwachs 7 bis 10 cm, nach 10 Jahren 50 cm hoch und 100 cm breit
  • ’Pendula’ – Hängeform, wächst langsam und sehr dicht, Zweige hängen alle senkrecht nach unten, kurze dunkelgrüne Nadeln, Zuwachs pro Jahr 15 bis 20 cm, nach 10 Jahren etwa 150 cm hoch und 60 cm breit
  • ’Minuta’ – dichte Miniaturform mit sehr langsamen Wachstum, wächst anfangs eher flach kugelig, später dann etwas pyramidenförmig, kurze dunkelgrüne Nadeln, robustes Gehölz, Jahreszuwachs nur 1 bis 2 cm, nach 10 Jahren etwa 20 cm hoch und 20 cm breit
  • ’Stewart’s Gem’ – Zwergform, sehr langsam und dicht wachsend, erst kugelförmiger Wuchs, später flach kugelig, kurze lichtgrüne Nadeln, robustes Gehölz, Jahreszuwachs 3 bis 4 cm, nach 10 Jahren 20 cm hoch und 30 cm breit
  • ’Watnong Star’ – Zwergform, wächst sehr langsam und dicht, anfangs kugeliger Wuchs, später schirmförmig, kurze dunkelgrüne Nadeln, robust, Jahreszuwachs 2 bis 4 cm, nach 10 Jahren 20 cm hoch und 30 cm breit

Die Pflege der Hemlocktanne

Hemlocktannen passen nicht überall hin. Sie benötigen einen guten Standort und passendes Substrat. Außerdem sollte die Größe bedacht werden, die sie erreichen können. Auch die Wurzeln benötigen entsprechend Raum. Anfangs wachsen Hemlocktannen langsam, aber später sind 40 cm Jahreszuwachs keine Seltenheit. Für Kleingärten sind sie daher nicht geeignet. Hinzu kommt, dass die Bäume empfindlich gegen Windwurf sind. Auch das muss berücksichtigt werden. Besser sind häufig die schwachwüchsigen Zwergvarianten, die es in guter Auswahl gibt. Große Hemlocktannen wirken am besten als Solitär. Häufig werden sie auch als hohe Hecken genutzt, da sie ganz gut schnittverträglich sind. Sie werden häufig dort gepflanzt, wo Eibenhecken wegen ihrer Giftigkeit nicht infrage kommen.

Helmlocktannen vertragen Hitze nur schlecht, sollten besser an kühlen Plätzen mit etwas höherer Luftfeuchte gepflanzt werden. Sie mögen einen nicht zu trockenen, tiefgründigen und lockeren Boden. Gepflanzt werden die Bäume am besten im Herbst. Sie benötigen viel Wasser, vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren bis zum Anwachsen. Am besten sieht die Hemlocktanne ohne Schnittmaßnahmen aus, sie ist aber schnittverträglich. Aus altem Holz treibt sie jedoch nicht mehr aus. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat. Krankheiten und Schädlinge treten nicht oft auf.

Tipp – Hemlocktannen eignen sich gut als Bonsai. Eine entsprechende Pflegeanleitung unter: http://www.bonsai.de/pflegeanleitungen/Hemlocktanne%20_Tsuga%20canadensis_.pdf

Standort

Zweig der SchierlingstanneDer Standort sollte weder zu sonnig, noch zu schattig sein. Beide Extreme sind ungünstig. Halbschatten ist hier ideal. Da größere Exemplare empfindlich gegen Windwurf sind, ist ein geschützter Platz günstig. Das Wurzelsystem geht nicht tief und so kann eine Hemlocktanne bei Sturm schon mal umfallen, es reißt die Wurzel dann förmlich aus dem Boden. Normaler Wind macht nichts, aber Sturm ist nicht ohne und die nehmen ja zu, wie wir in den letzten Jahren erfahren haben.

  • Gern in gebirgigen Lagen, bis 1.700 m
  • Halbschattig
  • Liebt kühle und luftfeuchte Lagen
  • Zu sonnige Standorte schwächen diese Tanne. Sie ist hitzeempfindlich.
  • Zu schattige Plätze lassen sie verkahlen
  • Windgeschützt, da eher zierlicher Zweigaufbau
  • Kein Ostwind
  • Keinesfalls trockener Standort – Nadeln vergilben

Pflanzsubstrat

Hemlocktannen stellen einige Ansprüche an das Pflanzsubstrat. Sie mögen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, der nicht zu schwer sein darf. Die Gehölze mögen weder Dauernässe, noch zu trockene Böden. Bei Dauernässe droht Wurzelfäulnis, bei Trockenheit fallen die Nadeln ab. Der Baum verkahlt.

  • Tiefgründiges, nährstoffreiches Substrat
  • Gut wasserversorgte Lehmböden, die nicht zu schwer sein dürfen (evtl. Sand untermischen)
  • Basisch bis sauer
  • Humos und kalkarm
  • Durchlässig, aber feucht
  • keine Staunässe
  • Gern in gebirgigen Lagen, bis 1.700 m

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nichts außergewöhnliches zu beachten. Der Wurzelballen sollte vor dem Pflanzen ausreichend gewässert werden. Am besten taucht man ihn vollständig unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Bei sehr lehmhaltigen Boden sollte dieser mit Sand gemischt werden. Auch eine dicke Schicht Sand unten in der Pflanzgrube macht Sinn. Sie dient als Drainage.

  • Pflanzen im Herbst  oder alternativ im Frühjahr
  • Am besten wirkt die Helmlocktanne als Solitär
  • Pflanzabstand abhängig von der Größe der Bäume
  • Eigentlich reicht ein Pflanzabstand von 1 m, aber dann dauert es einige Jahre, bis sich die Seiten schließen
  • Meist werden 2 bis 3 Pflanzen auf den Meter gesetzt
  • Zwei reichen aber, die Lücken schließen sich recht schnell.

Gießen und Düngen

Die Wasserversorgung ist wichtig. In den ersten zwei bis drei Jahren nach Pflanzung muss besonders darauf geachtet werden, dass der Boden nicht langfristig austrocknet. Mit Trockenheit kommen aber auch ältere Exemplare nur schlecht aus. Trockenschäden sieht man recht häufig. Sie sind leicht zu erkennen. Die Nadeln fallen einfach ab. Der Baum sieht recht kahl aus.

  • Besonders bei Jungpflanzen die ersten zwei bis drei Jahre ausreichend gießen, bis sie richtig eingewachsen sind
  • Bei Trockenheit gießen, da die oberflächlichen Wurzeln schnell unter Trockenheit leiden
  • Trockenheit wird nicht vertragen. Schnell fallen erste Nadeln und unter Umständen können alle abfallen. Der Baum ist kahl.
  • Als Dünger eignet sich Koniferendünger, am besten einer, der nur organische Nährstoffe enthält, denn Hemlocktannen sind salzempfindlich.

Schneiden

Zapen und Ast der TsugaHemlocktannen sind gut schnittverträglich, gedeihen und wirken aber am besten, wenn man sie ohne Schnitt wachsen lässt. Aus jungem Holz treiben die Bäume zuverlässig wieder aus. Schneidet man Äste, die alter als 3 oder 4 Jahre sind, hat man meist Pech. Diese alten Äste treiben nicht mehr aus.

  • Sehr schnittverträglich, weshalb die Hemlocktanne gelegentlich als Heckenpflanze genutzt wird
  • Besser nur das einjährige Holz schneiden
  • Aus mehrjährigem Holz treibt der Baum nicht immer wieder aus.
  • Heckenschnitt – Juni bis September
  • Die Spezialzüchtungen sollten nicht geschnitten werden, sonst verlieren sie ihren besonderen Wuchs.

Tipp – Wer eher einen gedrungenen Wuchs der Hemlocktanne erreichen möchte, sollte den Leittrieb zurückschneiden. Es erscheinen Nebentriebe, die für einen breiteren, gedrungeneren Wuchs sorgen. Der Baum entwickelt sich mehr in die Breite, als in die Höhe.

Überwintern

Hemlocktannen sind ausreichend frosthart. Sie benötigen in der Regel keinerlei Winterschutz.

Tipp
In sehr kalten Gegenden ist es wohl aber empfehlenswert, im Herbst den Spitzentrieb des Baumes einzupacken, um ihn vor dem Erfrieren zu schützen. Das geht natürlich nur solange, wie man an ihn herankommt. Ab einer bestimmten Höhe wird es schwierig. Wenn der Leittrieb erfriert, ist das nicht schlimm, die Krone wächst dann nur  meist mehrtriebig weiter. Die Form des Baumes verändert sich. Dem kann man durch die Entfernung der Nebentriebe abhelfen. Bei Jungpflanzen ist auch eine Abdeckung des Wurzelbereiches günstig. Rindenmulch ist meist ausreichend. Man schüttet im Herbst einfach etwas mehr als gewöhnlich hin.

Vermehren

Hemlocktannen werden durch Aussaat der Samen vermehrt. Wichtig ist, dass die Samen stratifiziert werden, denn es sind Kaltkeimer. Das kann man erreichen, indem man gleich ins Freiland aussät oder aber die Samen für ca. 6 Wochen in den Kühlschrank legt. Die Spezialzüchtungen wie die Zwerggehölze lassen sich in der Regel nur vegetativ vermehren, meist durch Stecklinge. Diese Methode ist nicht einfach, was auch die recht hohen Preise der Bäumchen erklärt.

  • Samen etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen lassen
  • In Kokosfaser- oder Anzuchterde aussäen
  • Substrat ständig feucht halten, aber keinesfalls zu nass
  • Die Keimungsrate ist niedrig.
  • Auch dauert es lange, bis sich die Sämlinge zu kleinen Bäumchen entwickeln.
  • Saatgut bleibt 4 Jahre keimfähig

Krankheiten und Schädlinge

Hemlocktannen sind robust und widerstandsfähig. Allerdings haben sich in den letzten Jahrzehnten die aus Asien eingeschleppten Helmlock-Wollläuse stark vermehrt und ausgebreitet. Ihr Befall führt zu Nadel- und Triebschäden und kann nach einigen Jahren auch zum Absterben der Bäume führen.

Wenn die Nadeln vergilben, kann das eine Pilzinfektion als Ursache haben. Die älteren Nadeln verbräunen und fallen vorzeitig ab. Tritt die Infektion mehrere Jahre hintereinander auf, können alle Nadeln abfallen. Vorbeugen kann man, indem  man die Bäume nicht an Plätze mit hoher Luftfeuchtigkeit pflanzt. Häufig sind es die Pilzarten Fusarium oder Rhizoctonia. Besonders Sämlinge fallen ihm zum Opfer. Zu erkennen ist der Befall daran, dass die Wurzeln gräulich bis weißlich verfärbt sind.

  • Pilzinfektionen können meist durch die Pilzsporen, die an den Unterseiten der Nadeln sitzen, identifiziert werden.
  • Sie treten häufig bei feuchter Witterung auf.
  • Besonders anfällig sind geschwächte Gehölze und Sämlinge
  • Abhilfe schaffen Pilzbekämpfungsmittel
  • Auch können befallene Zweige entfernt werden.

Häufige Fragen

Wie groß wird die Wurzel der Hemlocktanne und wie weit entfernt von Gebäuden sollten die Bäume gepflanzt werden?
Helmlocktannen sind Flachwurzler, bekommen mit dem Jahre ein großes, gut verzweigtes Wurzelsystem. Die stärksten Wurzeln reichen bis etwa einen reichlichen Meter tief. Dafür können sich die kleinen, oberflächlichen Wurzeln bis zu 10 m ausbreiten, nach allen Richtungen. Der Abstand zum Haus sollte mindestens 7 m betragen.

Ist die Hemlocktanne giftig?
Obwohl ich in mehreren Foren gelesen habe, dass die Tanne giftig sein soll, habe ich in der Fachliteratur nichts darüber gefunden. Ganz im Gegenteil, die Helmlocktanne wird als gute Alternative zur Eibe empfohlen, gerade, weil sie nicht giftig ist wie Eiben.