Heimchen Acheta domesticus

Im Sommer draußen auf Balkon oder Terrasse zu sitzen und den Grillen bei ihrem Gesang zuzuhören, ist romantisch. Sobald das laute Zirpen jedoch aus der eigenen Wohnung kommt, kann es unangenehm werden. Denn die Heimchen vermehren sich schnell und ein großer Befall ist in einem solchen Fall keine Seltenheit. Da die Insekten Papier, Möbel, Wände und Kleidung zerstören können, sollte, wie im folgenden Artikel erklärt, dagegen vorgegangen werden.

Aussehen

Das Aussehen der Heimchen ist nicht einfach zu bestimmen. Denn die Hausgrillen sehen denen im Freiland sehr ähnlich. Wird ein Insekt in der Wohnung entdeckt, dann ist ein Heimchen am folgenden Aussehen gut zu erkennen:

  • bis zu drei Zentimeter lang
  • Körper braun gefärbt
  • Hinterbeine länger als Vorderbeine
  • lange Antennen nach vorne gerichtet
  • weibliche Exemplare besitzen Legeröhre
  • wird bis zu 15 Millimeter lang

Tipp: Auch wenn in der Wohnung bislang nur männliche Heimchen gesichtet wurden, sollten diese ebenfalls sofort bekämpft werden. Denn diese locken durch ihr nächtliches Zirpen die Weibchen an.

1. Befall erkennen

Heimchen Acheta domesticusWer sich nicht sicher ist, ob Heimchen die eigene Wohnung befallen haben, sollte auf Spurensuche gehen. Bei den Heimchen, die auch unter dem Begriff Hausgrillen bekannt sind, handelt es sich um sehr wärmeliebende Insekten. Sie fühlen sich an trockenen und warmen Stellen im Haus sehr wohl. So halten sie sich in geschlossenen Räumen vor allem in der Nähe der Heizung oder an sonnigen Fenstern sehr gerne auf. Ein Befall in der eigenen Wohnung kann wie folgt festgestellt werden:

  • lautes, nächtliches Zirpen
  • Kotspuren in Nähe der Schlupflöcher
  • hierbei kann es sich um Risse in den Wänden handeln
  • unter den Fußleisten
  • in den Rillen unter den Fensterbänken

Tipp: Da ein Weibchen bis zu 800 Eier ablegt ist es wichtig, bei der Vermutung eines Befalls sofort zu handeln. Die Entwicklung der Eier dauert zwischen acht und zwölf Wochen, dann schlüpfen die Larven, die einen großen Fressschaden an Wänden, Büchern, Kleidung und Teppichen anrichten können.

2. Insektenspray

Sehr effizient beseitigen Insektensprays die Grillen. Doch hierbei sollte auch immer auf die eigene Gesundheit geachtet werden, denn die Sprays sind giftig und sollten nicht eingeatmet werden. Daher sollte bei der Verwendung von Insektenspray gerade auch in geschlossenen Räumen auf das Folgende geachtet werden:

  • Insektenspray - Heimchen loswerdenüberall dort sprühen, wo Befall vermutet wird
  • in Ecken
  • an Fensterbänken
  • an Türritzen
  • nach dem Sprühen Raum verlassen
  • Türe schließen
  • zwischen halber und einer Stunde wirken lassen
  • auf Herstellerangaben achten
  • danach Zimmer gut lüften
  • bei Bedarf wiederholen

Für die eigene Gesundheit sollte immer eine Maske getragen werden, bevor das Insektizid versprüht wird. Hierzu können zum Beispiel Staubmasken aus dem Malerbedarf genutzt werden. Sofort nach dem Einsprühen sollte dann auch das Zimmer verlassen und erst nach einem langen Lüften wieder betreten werden.

Tipp: Insektizide sollten im Haus nur sehr vorsichtig eingesetzt werden. Dies gilt vor allem auch dann, wenn sich Kinder oder Tiere im Haushalt befinden. Daher sollte hier auch immer genau nach Anleitung des Herstellers gehandelt werden.

3. Fallen aufstellen

In Baumärkten und anderen Fachmärkten sowie auch Online im Internet sind Grillenfallen erhältlich. Hierbei handelt es sich um Klebefallen, die nicht giftig sind. Daher sind diese Klebefallen für den Innenraum gut geeignet. Hierbei sollte auf das Folgende geachtet werden:

  • Fallen an Problemstellen aufstellen
  • direkt an Fenstern, Türen oder Wänden
  • ziehen hier schneller die Insekten an

4. Grillenköder herstellen

Heimchen Acheta domesticus Die Köder, um die Grillen zu bekämpfen, können durchaus auch selbst hergestellt werden. Denn die Schädlinge mögen es süß und werden von zuckerhaltigen Dingen sehr stark angezogen. Ist daher bereits bekannt, in welcher Ecke die Tiere ihren Brutplatz haben und in welchem Zimmer sie sich aufhalten, dann können hier die Köder aufgestellt werden. Diese werden wie folgt selbst hergestellt:

  • Schale oder flache Schüssel nutzen
  • Melasse einfüllen
  • hierbei handelt es sich um reinen Zuckersirup
  • ein paar Löffel genügen
  • mit Wasser auffüllen
  • Grillen springen in Schüssel
  • bleiben kleben und ertrinken
  • Schüssel immer wieder ausleeren und neu befüllen

Tipp: Alternativ zur Melasse können auch chemische Grillenköder im Fachhandel erworben werden. Da diese allerdings giftig sind, sollten Familienmitglieder und im Haushalt lebende Tiere nicht in die Nähe dieser Köder kommen.

5. Eier entfernen

Heimchen können überall im Haus ihre Eier ablegen. Weibliche Tiere zirpen nicht, hierbei handelt es sich nur um die männlichen Vertreter. Wird daher ein Zirpen in den Innenräumen wahrgenommen, dann handelt es sich hierbei um die Männchen. Dennoch werden sich auch weibliche Schädlinge in der Wohnung befinden. Daher sollte bei der Entfernung eventueller Eier wie folgt vorgegangen werden:

  • Heimchen Acheta domesticus Staubsaugeram Brutplatz ausgiebig saugen
  • Staubsauger sollte einen Partikelfilter besitzen
  • hierbei handelt es sich um Hochleistungs-maschinen
  • können im Fachhandel gemietet werden
  • gesamten Bereich absaugen
  • nicht nur Boden, auch Sofa und Sessel
  • es kann auch auf einem Regal gesaugt werden
  • Fußbodenleisten nicht vergessen
  • Staubsaugerbeutel danach in Plastiktüte geben
  • gut verschließen

Tipp: Werden Insektensprays genutzt, dann töten diese in der Regel auch die Eier bereits mit ab. Bei anderen Methoden, wie zum Beispiel den selbst hergestellten Fallen werden die Eier nicht betroffen und müssen extra, wie mit dem Sauger, aufgesammelt werden.

Vorbeugung

Wie immer ist Vorbeugung besser als die Bekämpfung eines Befalls. Daher sollte den Heimchen gar nicht erst die Möglichkeit gegeben werden, sich im Haus ausbreiten zu können. So ist es wichtig, dass dieses gut abgedichtet ist. Denn die Insekten gelangen über kleinste Risse und Durchschlüpfe in Wänden, an Fenstern und Türen in die Wohnung. Auch Lüftungen sollten mit dichten Gittern versehen sein. Daneben kann weiterhin wie folgt verhindert werden, dass die Hausgrillen einen Brutplatz in der eigenen Wohnung anlegen können:

  • Mülleimer verschlossen halten
  • riechender Müll zieht Heimchen an
  • Rasen kurz halten
  • hier legen Grillen ihre Nester an
  • können so einfach ins Haus gelangen
  • Kompost weit vom Haus anlegen
  • Pflanzenreste aus Regenrinnen und Abflüssen entfernen
  • sonst beliebter Nistplatz für Grillen
  • keine hellen Lichter in der Nacht

Wer seinen Garten so natürlich wie möglich gestaltet, kann mit der Ansiedlung von Fressfeinden für Grillen rechnen. Hierzu gehören aber auch Vögel und Katzen. Wer daher in Wohnung eine Katze hält, ist eigentlich sicher vor einer Ansiedlung der Heimchen in den eigenen vier Wänden.

Tipp: Wird das Haus sauber gehalten, dann ist dies auch die beste Möglichkeit, dass die Grillen draußen bleiben. So ist ein unaufgeräumter Keller zum Beispiel der ideale Nistplatz für die Heimchen.
Fazit
Es ist immer besser, vorzubeugen als einen Befall bekämpfen zu müssen. Dies gilt natürlich auch für Heimchen. Wer daher in einem Gebiet wohnt, in dem es viele Grillen in der Natur gibt, der sollte auch seinen Wohnraum schützen und alle Schlupflöcher schließen. Ebenfalls sollten Anziehungspunkte für die Heimchen vermieden werden. Haben sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch Schädlinge ins Haus verirrt muss mit geeigneten Maßnahmen verhindert werden, dass diese sich noch weiter durch Vermehrung ausbreiten können.