Zimmerpflanzen Bromelien (Bromelia)

Guzmania – Pflege und Vermehrung

Guzmania

Farbenprächtige Blütenschäfte oder Blattrosetten sind typisch für Guzmanien, welche zu den Bromelien gehören. Diese exotischen Zimmerpflanzen sind nicht ganz einfach zu kultivieren, besonders im Winter. Sie mögen es richtig hell, was in unseren Breiten schwierig zu machen ist. Spezielle Beleuchtung kann helfen, dass die Pflanzen den Winter nicht nur gut überstehen, sondern sogar blühen. Was man über die Pflege der Guzmanien noch wissen muss, haben wir für Sie zusammengetragen.

Kurzer Steckbrief der Guzmania-Bromelien

  • Ausdauernde krautige Pflanzen
  • Wachsen meist als Epiphyten (Wachsen in der Natur auf anderen Pflanzen)
  • Gehört zu den Ananasgewächsen
  • Die meisten Arten gibt es im nordwestlichen Südamerika, im tropischen Regenwald
  • Bilden mit den Blättern eine Rosette
  • Meist ledrige Blätter, oft glänzend
  • Werden meist wegen ihrer auffälligen Blätter und/oder den extravaganten Blüten kultiviert
  • Blütezeit – später Winter, Blüte hält lange
  • Auffällig sind die farbenfrohen Hochblätter, nicht die Blüten selbst
  • Es entstehen Kapselfrüchte, welche die Samen enthalten
  • Im Handel fast ausschließlich Hybriden im Angebot – Kreuzung verschiedener Sorten
  • Es gibt über 200 wild wachsende Guzmania-Arten und einige Varietäten

Guzmania-Arten

Guzmania lingulata – glatte lange Blätter (etwa 50 cm), langer Blütenschaft, kleine weiße Blüten, die in die Mitte eines schalen- oder trichterförmigen Kranzes aus karminrot gefärbten Hochblättern entspringen, zahlreiche Sorten

  • ’Cardinalis’ – einfache, dunkelgrüne, lange Blätter, weiße röhrenförmige Blüten, die in Köpfchen angeordnet sind, leuchtend rote Hochblätter
  • ’Minor’ – schalenförmiger Blütenkopf, verschiedenfarbige Hochblätter, Pflanze wird nur etwa 30 cm hoch

Guzmania monostachya – hellgrüne, etwa 40 cm lange linearisch zugespitzte Blätter, langstieliger, ehrenförmiger Blütenstand, weiße Blüten, grünlichbraun gefärbte Deckblätter, purpurfarben gemustert, orange oder rote Spitzen, bis 40 cm hoch

  • ’Variegata’ – buntblättrig, weiß und grün gestreifte Blätter, rote Hochblätter, ideal für ein Blumenfenster oder Vitrinen, benötigt besonders viel Luftfeuchtigkeit und Wärme

Guzmania musaica – hellgrüne, rinnenförmige lange Blätter, bis 60 cm lang, feine braune wellige Querbänder, unterseits schuppig punktiert,  bis 40 cm hoher Blütenschaft, zahlreiche weiße, wachsartige Blüten, rote Hoch- und Deckblätter, gelbe Kelchblätter mit weißen Spitzen

Guzmania sanguinea – scharf zugespitzte, etwa 30 cm lange Blätter, innere Rosettenblätter kürzer und zur Blütezeit leuchtend rot oder rot-gelb und grün gefleckt, einfacher Blütenstand, in die Rosette eingesenkt, gelbe, aufrechte Blüten

Die Pflege der Guzmania

Guzmania in der WohnungGuzmanien gelten als schwierige Zimmerpflanzen, wobei sie recht gut mit reiner Zimmerkultur zurechtkommen. Sie sind nicht schwer zum Blühen zu bringen und auch recht genügsam. Verblühte Guzmanien gelangen kein zweites Mal zur Blüte. Allerdings bilden sie nach der Blüte meist Kindel aus, welche abgetrennt, neu eingepflanzt und weiterkultiviert werden, bis diese wiederum blühen. Die Kindel sollten bei Abtrennen etwa halb so groß wie die Mutterpflanze sein. Die Blüte erfolgt meist nach etwa zwei bis drei Jahren. Wichtig für die Entwicklung der Guzmania ist ein heller Standort. Die Pflanzen benötigen so viel Licht wie möglich, aber ohne direkte Sonne. Im Winter ist eine Zusatzbeleuchtung ideal. Entscheidend ist auch das Pflanzsubstrat. Es sollte locker, humos und durchlässig sein. Gegossen wird nur mit weichem Wasser und sehr regelmäßig. Das Pflanzsubstrat sollte nie austrocknen, darf aber auch nicht zu nass sein. Wichtig ist, dass in der Blattrosette immer etwas Wasser vorhanden ist, auch während der Blütezeit. Das wird häufig anders angegeben. Allerdings muss man aufpassen, dass es nicht zu Fäulnis kommt. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten.

Standort

Der Standort sollte so hell wie möglich sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist aber zu vermeiden, im Sommer genauso, wie im Winter. Morgen- und Abendsonne ist günstig, aber Mittagssonne ist zu vermeiden. Es drohen Verbrennungen, auch hinter Glas.

  • Heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Absonnig bis halbschattig
  • Ideal ist Morgen- und Abendsonne
  • Bei zu starker Sonne kommt es zu Verbrennungen
  • Steht die Pflanze zu dunkel, bildet sie keine Blüte aus
  • Temperaturen um die 20 bis 25°C
  • Wichtig ist eine hohe Luftfeuchte – etwa 80 bis 90 Prozent
  • Die Pflanzen stehen gut in einem Badezimmer.
  • Alternativ werden die Blätter regelmäßig mit weichem Wasser besprüht
  • Günstig ist auch, die Pflanztöpfe in ein anderes Gefäß zu stellen, aber auf Steine und unten hinein Wasser zu geben.

Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat ist wichtig für eine gute Entwicklung. Es muss vor allem locker, durchlässig und humos sein. Unterschiedliche Fachleute empfehlen verschiedenste Gemische. Am besten, man probiert sie einmal aus und bildet sich seine eigene Meinung.

  • Locker, humos und durchlässig
  • Nährstoffarm
  • Gemisch aus Lauberde, Torfmoos und scharfem Sand
  • Alternativ geeignet ist eine Mischung aus Blumenerde, Tongranulat und Orchideenrinde
  • Häufig wird auch reine Orchideenerde empfohlen oder Weißtorf mit 20 Prozent zerkleinertem Polystyrol
  • Empfohlen wurde auch ein Gemisch aus grober Heideerde, Nadelstreu, Torf und verrottetem Laub, unter dem Zusatz von Sand
  • Satt Torf kann auch frisches oder getrocknetes Sphagnum genutzt werden
  • pH-Wert zwischen 4,0 und 5,5
  • Kalkfrei

Tipp – Einheits- oder Komposterden sind ungeeignet, sie haben einen zu hohen Nährstoff-, Kalk- und Salzgehalt.

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Die Topfgröße ist wichtig, sie sollte nicht zu groß sein. Auch ist ein schweres Pflanzgefäß besser, als ein leichter Kunststofftopf. Manchmal muss man die zur Seite neigende Blattrosette etwas stützen.

  • Bilden nur kleine Wurzeln aus und benötigen demzufolge auch keine großen Gefäße
  • Wichtig ist, schwere Gefäße zu verwenden, da einige Pflanzen sich gern zur Seite neigen und kopflastig wachsen. Leichte Töpfe fallen dann schnell um
  • Wird beim Umtopfen vorgedüngte Erde verwendet, darf die nächsten zwei Jahre nicht gedüngt werden

Tipp – Wenn sich die Rosette zu sehr zur Seite neigt, kann man ein paar Kieselsteine unter die Blätter legen, zu deren Seite sie sich neigt. Sie wird dadurch wieder aufgerichtet und kann in eine gerade Position gebracht werden.

Gießen und Düngen

Guzmania im GartenGießen ist wichtig für Guzmanien. Der Wurzelballen sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Pflanzen sind empfindlich gegen Ballentrockenheit, aber auch gegen Dauernässe.  Außerdem sollten die Trichter (Rosette) stetes mit etwas Wasser gefüllt sein. Schwankungen in der Wasserversorgung können ebenso wie eine zu geringe Luftfeuchtigkeit zu Blattschäden führen.

  • Wurzelballen gleichmäßig feucht halten
  • Gießen ausschließlich mit weichem Wasser
  • Regenwasser ist am besten geeignet
  • Nicht zu kaltes Wasser verwenden, immer schön lauwarm
  • Die Erdoberfläche zwischen den Wassergaben immer erst abtrocknen lassen
  • Vor und nach der Blütezeit direkt Wasser in die Rosette gießen
  • Es sollte alle drei bis vier Tage durch frisches Wasser ersetzt werden, damit sich keine Fäulnis bildet.
  • Keinesfalls stehende Nässe – Wurzelfäule
  • Während der Wachstumsperiode alle 4 Wochen mit Volldünger düngen, allerdings in schwacher Konzentration
  • Dünger mit dem Gießwasser direkt in die Rosette geben
  • Ideal ist Flüssigdünger, da es dann nicht zu Verbrennungen an der Pflanze durch nicht aufgelöste Salze kommen kann.
  • Nicht auf die Erde gießen!

Tipp – Die Pflanzen sind salzempfindlich, also Vorsicht bei mineralischen Düngern!

Schneiden

Zu Schneiden gibt es bei Guzmania nicht viel. Der verblühte Blütenstand wird, wenn er vollständig eingetrocknet ist, so weit unten wie möglich abgeschnitten. Sollten Blätter der Rosette nicht mehr schön aussehen, können auch diese vorsichtig entfernt werden. Schneidet man die untersten Blätter allerdings weg, verliert die Pflanze an Halt. Verwelkte Pflanzenteile sind so schnell wie möglich zu entfernen.

Überwintern

Im Winter sind besonders die Lichtverhältnisse wichtig. Guzmanien benötigen viel Licht. Das lässt sich mit einer Zusatzbeleuchtung erreichen, die etwa 50 cm über den Pflanzen angebracht werden sollte. Etwa 1.000 Lux sind ausreichend. Ansonsten ist noch eine entsprechende Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Unsere Wohnungsluft ist im Winter leider meist zu trocken.

  • So hell wie möglich, gern auch mit zusätzlichem Licht durch eine Pflanzenlampe
  • Warm, keine Temperaturen unter 12°C
  • Nicht zu dicht an eine Heizung stellen
  • Gelegentlich die Blätter vom Staub befreien (abwischen oder abduschen)
  • Empfehlenswert sind gleichmäßige Temperaturen, so zwischen 18 und 20°C
  • Ab dem Beginn der Blüte sind 20 bis 22°C ideal
  • Auch weniger gießen als im Sommer, aber weiterhin regelmäßig
  • Auf Schädlingsbefall achten. Die kleinen Plagegeister müssen frühestmöglich erkannt werden, bevor sie sich zu stark vermehren. Dann sind sie nur schwer zu beseitigen.

Vermehren

Guzmanien sind durch Aussaat und das Abtrennen der Kindel zu vermehren. Samen gibt es im Handel zu kaufen. Wer eine echte Pflanze besitzt, also keine Hybridpflanze, kann mit Samen rechnen, die für die Vermehrung genutzt werden können. Hybriden bilden keine Samen.

Abtrennen von Seitensprossen

  • Die Kindel sollten nicht zu früh abgetrennt werden, denn die Mutterpflanze versorgt die Kindel mit Nährstoffen. Außerdem erreichen sie früher die Blühreife.
  • Kindel am besten im Frühjahr von der Mutterpflanze abtrennen
  • Separat in ein kleines Gefäß pflanzen
  • Die ersten Monate unbedingt vor direkter Sonne schützen
  • Anfangs sparsam gießen
  • Nach etwa 4 Monaten wie erwachsene Pflanzen behandeln
  • Bei der Jungpflanzenzucht ist meist eine zusätzliche Beleuchtung notwendig.

Aussaat

  • Die Aussaat erfolgt am besten in einem beheizten Wintergarten oder einem beheizbaren Kleingewächshaus
  • Die Samen sind nur kurze Zeit keimfähig.
  • Gekaufte Samen sollten deshalb nach Möglichkeit sofort ausgesät werden.
  • Die beste Zeit ist allerdings das Frühjahr.
  • Aussaatschalen (am besten aus Ton) sterilisieren
  • Auf den Boden Topfscherben legen
  • Darauf eine 2 cm starke Schicht aus groben, gedämpftem Torf, welche angedrückt werden muss
  • Darüber eine dünne Schicht zerkleinerte Osmundawurzeln (Königsfarnwurzeln), andrücken
  • Zwischen Substrat und Schalenrand sollte unbedingt ein Zwischenraum von 2 bis 3 cm frei bleiben
  • Die Samen mit einer Pinzette nicht zu dicht auf das Substrat legen
  • Lichtkeimer – nur festdrücken, nicht mit Erde bedecken
  • Um Pilz- oder Algenbefall zu vermeiden, Aussaatfläche mit Hydroxychinolinsulfatlösung überbrausen (1:1.000)
  • Gefäß mit Glas oder Folie abdecken, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten
  • Abdeckung regelmäßig wenden, damit kein Tropfwasser entsteht
  • An einen hellen, warmen Platz (mind. 20°C) stellen und gleichmäßig feucht halten
  • Besser sind 22 bis 25°C
  • Keimdauer – 12 bis 25 Tage, je nach Jahreszeit
  • Keimlinge regelmäßig leicht besprühen (abgekochtes Wasser verwenden)
  • Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchte trägt zur Gesunderhaltung der Sämlinge bei
  • Pflanzen langsam an die normalen Zimmertemperaturen gewöhnen
  • Zusätzliches Licht, vor allem während der dunklen Jahreszeit, beschleunigt das Wachstum

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind recht selten, zumindest, wenn keine größeren Pflegefehler gemacht werden. Schädlinge treten dagegen immer mal wieder auf, vor allem bei der Überwinterung. Hier ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich entdeckt werden, bevor sie sich stark vermehren. Die Schwierigkeit ist, dass sich Schild- und Wollläuse in der Guzmania gut verstecken können. Sie sitzen versteckt zwischen den Blattaustrieben. Ein deutliches Zeichen ist der klebrige Honigtau um die Pflanze herum. Befallene Pflanzen sollten unbedingt isoliert werden, um eine Übertragung zu vermeiden.

Als Schädlinge treten vor allem Schild- und Wollläuse auf. Sie sind nicht leicht zu bekämpfen. Im Handel angebotene Mittel, vor allem auf Basis von Mineralölen, dürfen nicht verwendet werden. Das Öl verschließt die Spaltöffnungen.

Häufige Fragen

Wodurch ist Nährstoffmangel, bzw. Überdüngung zu erkennen?
Nährstoffmangel

  • Stickstoffmangel – schlecht ausgebildete Blätter und gleichzeitige Verfärbung zu Hellgrün bis Gelb, oft mit einem rötlichen Anflug, kann bis zum Braunwerden der Blattspitzen kommen und zu Blattverlust
  • Phosphormangel – gestauchter Wuchs bei gleichzeitiger geringen Blattausbildung, Blätter sterben von der Blattspitze aus ab, Verkrüppelte oder fehlende Blütenstände
  • Kalimangel, Pflanze wächst sehr locker, Blätter teilweise verkrüppelt, sehen erst sehr hell aus, werden später braun und sterben ab

Überdüngung

  • Stickstoffüberschuss – spillriges Wachstum, verzögerter Blütenansatz, Blütenbildung kann ausbleiben, da die gesamte Kraft in die Blattbildung gesteckt wird, Blätter dunkelgrün, rollen sich unter Umständen zusammen, punktartige Schwellungen auf der Blattoberfläche, weniger Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge, weniger intensive Blattfärbung
  • Phosphorsäureüberschuss – ähnliche Symptome wie bei Stickstoffüberschuss an den Blättern, außerdem kastanienbraune Flecken

Eignen sich Guzmanien fürs Terrarium?
Ja, allerdings kann es sein, dass sie angefressen werden.