Gurkenpflanze

Gurken werden in der Regel auf einen Kürbis veredelt. Beide Arten sind miteinander verwandt, weshalb dies meist sehr gut gelingt. Auch wenn die Gurke als die Diva der Fruchtgemüse gilt, dermaßen veredelt verlieren sich ihre Zickerein. Die Pflanzen entwickeln sich gesünder, es gibt eine reichlichere Ernte und auch die Früchte werden größer, wenn man sie lässt. Im Ganzen ist eine veredelte Gurkenpflanze robuster und härter im Nehmen. Die Veredlung ist gar nicht schwierig. Was es darüber zu wissen gibt, haben wir für Sie zusammengetragen. Lesen Sie weiter!

Warum werden Gurken veredelt?

Die Veredlung auf einer Kürbispflanze hat einige Vorteile. Der wichtigste ist wohl die Resistenz gegen Welkeerkrankungen, welche recht häufig auftreten. Wenn die Veredlung auch nicht gegen Echten und Falschen Mehltau schützt, viele Krankheiten fallen erst einmal weg und Mehltau lässt sich bekämpfen.

  • Stärkere Kältetoleranz (3° mehr)
  • Bessere Wuchskraft, einfach wüchsiger und kräftiger
  • Widerstandsfähiger
  • Kürbis ist resistent gegen Welkepilze
  • Hilft nicht gegen Echte und Falsche Mehltaupilze
  • Mehr Früchte und meist in besserer Qualität

Gurken-Anzucht

GurkenGurken sät man ab Mitte bis Ende April aus. Am besten legt man ein bis zwei Gurkensamen in einen kleinen 7 cm Topf mit Anzuchterde. Für die Keimung sind recht hohe Temperaturen und eine gleichbleibende Feuchtigkeit wichtig.

  • 1 bis 2 Samen pro Anzuchttopf
  • Samenkorn mit der abgeflachten Seite in die Erde stecken
  • Saatgut nur ganz leicht mit Erde bedecken
  • Anzuchterde verwenden
  • Temperaturen zwischen 22 und 25°C
  • Gleichmäßig leicht feucht halten, keinesfalls zu nass
  • Nicht austrocknen lassen
  • Keimen beide Samen wird der schwächere Sämling einfach abgeschnitten. So spart man sich das pikieren, dass immer Gefahren birgt. Das Auseinanderreißen der Wurzeln ist ein Risiko und fällt so weg.
  • Nach der Bildung des ersten Laubblattes werden die Sämlinge in 12 cm Töpfe umgepflanzt.
  • Wichtig dabei ist, dass der Wurzelballen nicht verletzt wird.
  • In der Regel muss mit einer Anzuchtdauer von 25 bis 30 Tagen ausgegangen werden.

Anzucht des Kürbissämlings

Zur Veredlung von Gurken werden Feigenblattkakteen verwendet. Im Handel gibt es ein Gurken-Veredlungs-Set von Kiepenkerl, in welchem Samen, Bleifolie und eine ausführliche Anleitung enthalten sind. Da kann nicht mehr viel schief gehen.

  • Die Kürbissamen werden 3 bis 5 Tage später ausgesät, da sie schneller wachsen.
  • Auch den Kürbissamen mit der abgeflachten Kante in die Aussaaterde stecken
  • Gleichmäßig feucht halten, genau wie bei den Gurken
  • Die Veredlung kann erfolgen, wenn die Sämlinge etwa 8 bis 10 cm groß sind

Tipp – Sollten die Kürbissämlinge zu schnell wachsen und die Gurken überflügeln, einfach kühler stellen, damit verzögert sich das Wachstum.

Gurken veredeln – Gegenzungenveredlung

Gurken im GewächshausJunge Gurkenpflanzen sind ausgesprochen robust. Mit zunehmendem Alter werden sie aber immer anfälliger. Dagegen hilft eine kräftige Wurzel. Diese haben Gurken nicht selbst, weshalb sie veredelt werden. Man spricht von einer Gegenzungenveredelung. Man nimmt Sämlinge, die etwa 3 bis 4 Wochen alt und schön kräftig sind. Die Stängel sollten in etwa gleich dick sein, damit sie gut ineinander passen.

  • Benötigt werden zwei etwa gleich starke Pflänzchen, eine Gurke und ein Kürbis. Gurken wachsen langsamer als Kürbis, deshalb werden sie besser einige Tage früher ausgesät.
  • Für den Schnitt nutzt man eine scharfe Rasierklinge.
  • Schnittstelle nicht berühren!
  • Kürbispflanze so vor sich legen, dass die Keimblätter quer liegen.
  • Schnitt etwa einen Zentimeter unterhalb der Keimblätter ausführen, etwa 1,5 cm lang und von außen bis etwa in die Stängelmitte
  • Gurke wird von unten nach oben geschnitten
  • Schnitt muss etwa 1 cm unter den Keimblättern enden
  • Deshalb 2,5 cm tief unter den Blättern beginnen
  • Sehr vorsichtig schneiden, der Gurkenpflanzenstängel ist sehr dünn und wird häufig durchgeschnitten
  • Wieder nur bis zur Stängelmitte schneiden
  • Kürbis in die linke Hand nehmen, etwas aufspreizen, Gurke vorsichtig in rechte Hand nehmen, mit dem Schnitt in Richtung Kürbispflanze
  • Gurke ebenfalls etwas aufbiegen und die beiden geschnittenen Zungen ineinander stecken = Gegenzungenveredlung
  • Verbindung mit Bleifolie umwickeln, von unten nach oben, etwas schräg
  • Pflanze mit Wasser besprühen und eintopfen

Tipp – Wer Probleme hat, die beiden Pflanzen auseinander zu halten, sollte sie markieren. Pflanzenbinder sind dazu super geeignet. Das erspart einem die schlechte Erfahrung, die falsche Pflanze abgeschnitten zu haben.

Veredelte Pflanze eintopfen

GurkenDie frisch veredelte Pflanze muss nun weiterkultiviert werden. Sie wird eingetopft, zunächst in ein etwas größeres Gefäß.

  • Normale Topferde mit nicht zu hohem Nährstoffgehalt verwenden
  • Für Halt einen kleinen Stützstab mit ins Gefäß setzen
  • Angießen, Einsprühen und für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen
  • Gern auch eine Plastiktüte über Pflanze und Gefäß stülpen, um so ein gleichbleibendes Milieu zu schaffen
  • Mit Gummi unten am Topf festmachen
  • Hell und warm stellen, aber vor direkter Sonne schützen.
  • Ideal sind Temperaturen um die 25°C
  • Wichtig ist die hohe Luftfeuchtigkeit
  • Nach ein bis zwei Wochen ist die Veredlungsstelle verwachsen.
  • Die Tüte kann abgenommen werden

Weiterkultur der veredelten Gurkenpflanze

  • Wenn der Stängel dicker wird und die Bleifolie von allein aufgeht, ist das ein Zeichen, dass die Veredlung gelungen ist.
  • Der Kopf, der aus dem Kürbis herauswächst, wird abgeschnitten, sobald er zu wachsen beginnt (etwa nach 10 Tagen).  Nur die Gurke bleibt erhalten. Vorsicht, bei Verwechslung der Pflänzchen gibt es Kürbis statt Gurke!
  • Bei entsprechender Größe werden die jungen Gurkenpflanzen ins Gewächshaus oder ins Freiland gepflanzt.
  • Für Gurken ist das Gewächshaus häufig die bessere Variante.
  • Man pflegt die Pflanzen und lässt sie wachsen.
  • Auf den untersten 50 cm der Pflanze alle Fruchtansätze wegnehmen. Dies fördert das Wachstum.
  • Im Kulturverlauf am Stamm jeden zweiten Fruchtansatz herausnehmen.
  • Die unteren Blätter der Gurken entfernen. So werden Krankheiten verhindert. Nur die oberen Blätter bleiben erhalten.
  • Oben angekommen werden die Gurken wieder nach unten geleitet.
  • Ab jetzt werden alle Fruchtansätze stehen gelassen.
  • Reif sind die Gurken, wenn sich die Enden runden, nicht mehr so spitz sind.

kleine GurkenTipp – Wichtig ist, dass die Luftwurzeln, welche Gurken bilden, nicht in den Boden gelangen. Sie können den Bodenpilz sonst wieder aufnehmen. Außerdem muss unbedingt verhindert werden, dass sich der Kürbis weiterentwickelt. Außerdem dürfen aus der Gurke keine Wurzeln in die Erde wachsen!

Häufige Fragen

Welche Gurkensorten eignen sich besonders für die Veredelung?
Genutzt werden Schlangengurken. Besonders empfehlenswert scheinen die Sorten ’Dominica’, ’Midfios’ und ’Sudica. Auch die Minischlangengurke ’Printo’ liefert sehr gute Erträge. Als Ampelpflanze ist die Sorte ’Ministars’ ideal.

Gibt es auch schon fertig veredelte Gurkenpflanzen zu kaufen?
Ja, das ist kein Problem. In Gärtnereien, aber auch in Bau- und Gartenmärkten werden derartige Pflanzen angeboten. Allerdings sind die Preise vergleichsweise hoch. Etwa 5 Euro kostet so eine veredelte Pflanze.