Kürbis

Leckeres Gemüse aus dem Garten ernten, das ist für viele Hobbygärtner das Ziel aller Arbeit. Leider wird die Freude an diesem häufig durch bittere Zucchini, Kürbisse oder Gurken verdorben. Viele Kürbisgewächse können diese Stoffe bilden, meist durch Mutation oder Kreuzung mit Wildsorten. Die Bitterstoffe können in hoher Konzentration sogar giftig sein, so sehr, dass man daran sterben kann. Das kommt zum Glück nur sehr selten vor.

Kurzer Steckbrief zu den Kürbisgewächsen

  • Familie der Bedecktsamigen Pflanzen
  • Meist krautige Pflanzen mit Ranken
  • Etwa 800 Arten
  • Für den Anbau am Bedeutendsten: Gartenkürbis, Zuckermelone, Gurke, Wassermelone, Zucchini
  • Kommen weltweit vor
  • In Deutschland heimisch nur die Gattung der Zaunrüben
  • Meist Pfahlwurzel, die sehr tief geht
  • Große, auffällige Blüten, meist eingeschlechtig
  • Viele Fruchtformen in verschiedensten Größen
  • Meist viele Samen
  • Typisch für Kürbisgewächse sind die Bitterstoffe aus der Gruppe der Cucurbitacine
  • Manchmal auch Triterpen-Saponine enthalten
  • Samen reich an Ölen
  • Kürbisgewächse mögen es warm, dann wachsen sie schnell

Die Bitterstoffe

Viele Kürbisgewächse enthalten Bitterstoffe aus der Gruppe der Cucurbitacine. Diese sind in den Früchten enthalten, um natürliche Fressfeinde abzuschrecken, ein einfacher Schutzmechanismus. Nimmt man zu viele dieser Bitterstoffe auf, kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. In Einzelfällen kann auch der Tod eintreten, wenn die Konzentration zu hoch war. Bei Kürbisgewächsen, die im Supermarkt angeboten werden, wurden die Bitterstoffe herausgezüchtet. Das verantwortliche Gen wurde abgeschaltet. Da es aber noch vorhanden ist, kann es auch wieder angeschaltet werden, z.B. durch spontane Mutation oder die Kreuzung mit Wildtypen. Diese Gefahr besteht meist, wen Hobbygärtner eigenes, selbst gewonnenes Saatgut nutzen.

Wer beim Essen eines Kürbisgewächses einen starken Bittergeschmack feststellt, sollte das Essen ausspucken und nicht weiter davon essen. Dieser Bittergeschmack ist ein deutliches Warnzeichen. Auch nur leicht bitter schmeckende Kürbisgewächse sollten nicht verzehrt werden, denn der Anteil an Cucurbitacinen schwankt stark. Das liegt wahrscheinlich auch an den Witterungsverhältnissen während der Wachstums- und Reifezeit. Die Bitterstoffe verlieren sich auch durch Erwärmen nicht. Sie gehen beim Kochen, Braten oder Backen nicht weg.

Tipp – Im Supermarktgemüse sind keine Bitterstoffe zu finden. Diese können ohne Probleme verzehrt werden.

Wodurch kommt es zur Bildung von Bitterstoffen?

Zucchini mit MehltauEs gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum einen sind die Witterungsverhältnisse ausschlaggebend. Hitzestress ist in vielen Fällen der Grund für die Bildung der giftigen Cucurbitacine. Große Wärme, permanente Sonneneinstrahlung und fehlende Feuchtigkeit sind eine schlechte Kombination für Gurken, Melonen, Kürbisse und Zucchini. Ein anderer Grund sind ungenießbare Zierkürbisse in der Nähe. Bienen und Hummeln machen keinen Unterschied beim Sammeln von Nektar und bestäuben die Zierpflanzen, genau wie die essbaren. Das Ergebnis kann eine bittere Frucht sein. Diese Fälle sind aber eher selten. Häufiger kommt es durch Rückmutation zu ungenießbaren Früchten. Die Bittergene wurden aus den Pflanzen herausgezüchtet. Sie aktivieren sich manchmal aber wieder, wenn auch Generationen später.

Was sollte beim Anbau von Kürbisgewächsen beachtet werden?

Wer selbst Kürbisgewächse im Garten anbauen möchte, sollte einige Dinge beachten, damit eine Genaktivierung der Früchte vermieden wird.

  • Essbare Kürbissgewächse und Zierkürbisse nicht zu nah nebeneinander anbauen!
  • Für die Aussaat keine selbst geernteten Samen nutzen. Besser ist, Saatgut zu kaufen.
  • Das geerntete Gemüse erst kosten, bevor es verarbeitet und gegessen wird! Durch Würzen können die Bitterstoffe überdeckt werden.

Tipp . Es gibt Menschen, die können Bitterstoffe nicht richtig wahrnehmen. Wer Bitteres nicht gut schmecken kann, muss besonders aufpassen, wenn er selbst geerntete Kürbisgewächse verzehren möchte. Am besten lässt man jemanden Vorkosten.

Häufige Fragen

Was tun bei einer Vergiftung durch die Bitterstoffe in den Kürbisgewächsen?

Sollten schwere Verdauungsstörungen auftreten, also blutiger Durchfall mit Kolikschmerzen, dazu vermehrter Speichelfluss, manchmal verbunden mit Herzrasen und Kopfschmerzen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Selbst sollte man nicht herumexperimentieren. Hier helfen nur Magenspülung, die Einnahme von Kohle und häufig auch eine Infusion.

Sind alle Zierkürbisse ungenießbar?

Nicht jeder Zierkürbis ist ungenießbar. Es werden häufig auch seltene Sorten von Kürbissen als Zierkürbisse verkauft, dabei sind es gar keine. Sie sind essbar. Wer sich nicht sicher ist, ob der Kürbis gegessen werden kann, sollte ihn einfach probieren. Ein einfacher Geschmackstest bringt Klarheit.